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Rolls-Royce Phantom als Leichenwagen - Sogar der letzte Rolls-Royce ist ein Kombi

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Für mehr Stil auf der letzten Reise: Ein britisches Bestattungsunternehmen hat einen Rolls-Royce Phantom zum Leichenwagen umbauen lassen.

Ein Phantom auf dem Friedhof: Dieser Rolls wurde zum Leichenwagen umgebaut Ein Phantom auf dem Friedhof: Dieser Rolls wurde zum Leichenwagen umgebaut Quelle: Lymn / GFWilliams Photographers

Nottingham – Der Volksmund weiß: Das letzte Auto ist immer ein Kombi. Üblicherweise chauffiert ein dunkel gekleideter Herr einen umgebauten Mittelklasse-Mercedes zum Friedhof. Eine Reise wie in einem Taxi. Viel eleganter, aber nicht spektakulär.

Wer auf breitem Reifen lebt, der soll sich nach dem Tod nicht verschlechtern müssen. Das dachte sich die Familie Lymn vor zwei Jahren. Seit 1906 führen die Briten ein Bestattungsunternehmen. Den Trauernden steht dort eine Flotte von 38 Rolls-Royce zur Verfügung. Das 39. Modell, einen Rolls-Royce Phantom, ließ Familie Lymn für die Toten anfertigen.

Rolls-Royce Phantom: Leichenwagen für Nottingham

Die italienische Firma Biemme Special Cars streckte den Phantom auf gut sieben Meter Länge Die italienische Firma Biemme Special Cars streckte den Phantom auf gut sieben Meter Länge Quelle: Lymn / GFWilliams Photographers Die italienische Firma Biemme Special Cars hat die Luxus-Limousine zum Leichenwagen umgebaut. Unternehmens-Chef Matthew Lymn sagte im Gespräch mit MOTOR-TALK, dass Umbau und Planung je ein Jahr dauerten. Das Bestattungsunternehmen schickte einen serienmäßigen Phantom (Basispreis: 484.984,50 Euro) nach Bologna und ließ ihn dort zum Sargträger aufrüsten.

Wie teuer dieser Umbau war, das verraten weder Bestatter, noch Werkstatt. Biemme sagt immerhin so viel: Die Monteure installierten 600 neue Einzelteile und Schweißnähte mit insgesamt 200 Metern Länge. Der Hersteller gibt an, dass der deutsche TÜV den Leichen-Rolls abgenickt hat.

Leichen-Rolls mit sieben Metern Länge

Durch den Umbau streckt sich der Phantom auf 7,01 Meter. Der Radstand entspricht mit 4,67 Metern der Länge eines Mittelklasse-Fahrzeugs. Zwischen Fond und einer elektrischen Heckklappe entsteht eine 2,34 Meter lange Ladefläche. Der Sarg darf maximal 92 Zentimeter hoch und 90 breit sein.

Vor dem Sarg ändert sich wenig. Der Zwölfzylinder mit 460 PS bleibt unangetastet, vier Personen fahren weiterhin bequem im Rolls. Insgesamt fahren nun elf Phantom in der Bestatter-Flotte. Ob das den Fahrgast im Heck wirklich freut, sei dahin gestellt – der umgebaute Rolls ist aber die eleganteste Art, die letzte Reise anzutreten.

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