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Rimac Concept 2 (C2, 2018): Elektro-Sportler mit 1.914 PS - Serienmäßig mit Feuerlöscher für Richard Hammond

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Im extremen Rimac E-Sportwagen flog Moderator Richard Hammond böse ab. Der neue C2 kommt mit noch mehr Leistung. Und herrlich frechem Seitenhieb auf den Grand-Tour-Star.

Der Rimac Concept 2 (C2) ist der zweite Elektro-Supersportwagen des kroatischen Kleinserien-Herstellers. Auf dem Genfer Salon erfolgte die Weltpremiere Der Rimac Concept 2 (C2) ist der zweite Elektro-Supersportwagen des kroatischen Kleinserien-Herstellers. Auf dem Genfer Salon erfolgte die Weltpremiere Quelle: Rimac

Genf – Einmal verschätzt, einen Moment zu lange am Gas geblieben. Und plötzlich kannte die ganze Welt das sehr starke, aber giftige Fahrzeug des kroatischen Kleinserienherstellers Rimac. Denn mit diesem Elektro-Sportler flog der einstige Top-Gear- und heutige Grand-Tour-Star Richard Hammond böse ab. Bei einem Bergrennen im Sommer 2017 überschlug sich der Moderator nach einer optimistischen Zieldurchfahrt einen Abhang hinab. Hammond verletzte sich am Bein, der mehr als 1.200 PS starke Rimac Concept One ging in Flammen auf.

Der Nachfolger steht nun auf dem Genfer Autosalon. Mit noch mehr Leistung und serienmäßigem Feuerlöscher. Das ist keine Auflage der Zulassungsbehörde, kein Resultat einer Klage des TV-Stars Hammond. Sondern einfach nur herrlich frech: „In case of hillclimb“, im Falle eines Bergrennens schrieb der Hersteller auf den Befestigungsriemen.

1.914 PS, weniger als 2 Sekunden auf 100 km/h

Ein Feuerlöscher "in case of hillclimb": Augenzwinkernder Seitenhieb auf Richard Hammonds Unfall mit einem der raren Vorgänger des Rimac Concept 2 Ein Feuerlöscher "in case of hillclimb": Augenzwinkernder Seitenhieb auf Richard Hammonds Unfall mit einem der raren Vorgänger des Rimac Concept 2 Ein Start-up kann sich so etwas mal erlauben. Der Rimac C 2 (für Concept) würde selbst ohne das Gimmick zu den Messestars von Genf zählen: 1.914 PS Systemleistung und ein Drehmoment von 2.300 Newtonmeter. Anders gesagt: Beim Modellwechsel zur zweiten Rimac-Generation kam in etwa die Leistung eines Ferrari 488 Pista oder McLaren 720 S hinzu.

Das Elektro-Hypercar nutzt vier E-Motoren, je einen pro Rad. Die Bauweise ermöglicht Torque-Vectoring ohne technische Schwierigkeiten und Allradantrieb ohne Kardanwelle. Einen Mitteltunnel gibt es dennoch. In gängigen E-Autos sitzen die Passagiere meist auf dem Batteriepack, hier daneben.

Der Akku verfügt über eine Kapazität von 120 kwh. Laut NEFZ soll das für 650 Kilometer pro Ladung reichen. In jedem E-Auto ist das ein theoretischer Wert, in diesem aber besonders. Denn einen Hochleistungssportler fährt wohl niemand mit sensiblem Normzyklus-Gasfuß. 1,85 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das muss schließlich erlebt werden. Nach weiteren 10 Sekunden fällt bereits die 300-km/h-Marke. Den Topspeed geben die Kroaten mit 412 km/h an.

Autonom auf der Rennstrecke

Im Rimac Concept 2 sorgen vier E-Motoren für eine Systemleistung von bis zu 1.914 PS und 2.300 Newtonmeter Drehmoment Im Rimac Concept 2 sorgen vier E-Motoren für eine Systemleistung von bis zu 1.914 PS und 2.300 Newtonmeter Drehmoment Quelle: Rimac Mehr Sinn macht da schon diese Angabe: Zwei schnelle Runden über die mehr als 20 Kilometer lange Nürburgring-Nordschleife sollen mit einer Akkuladung möglich sein, ohne spürbaren Leistungsabfall. Echte Gegner hat man auf den beiden Umläufen wohl kaum. Also könnte der Fahrer demnächst gegen den Bordcomputer antreten: Laut Rimac werden Kamera, Lidar-, Radar- und Ultraschallsensoren dem Fahrzeug perspektivisch autonomes Fahren auf Stufe vier ermöglichen.

Eine der Kameralinsen scannt den Fahrer: Der Rimac soll ganz ohne Schlüssel oder Keycard auskommen, sondern den Besitzer per Gesichtserkennung identifizieren. Ob Rimac C2-Gebrauchtwagenkäufer künftig ein Passfoto zur Ummeldung auf der Zulassungsstelle mitbringen müssen?

Bei vielen E-Autos sitzen die Passagiere auf dem Akku-Paket. Beim Rimac Concept 2 daneben - die Batterien befinden sich im Mitteltunnel und hinter den Sitzen Bei vielen E-Autos sitzen die Passagiere auf dem Akku-Paket. Beim Rimac Concept 2 daneben - die Batterien befinden sich im Mitteltunnel und hinter den Sitzen Quelle: Rimac

Hammond nahm es locker

Mal abwarten, welche Features tatsächlich Einzug in die Serienfertigung finden. 150 Fahrzeuge zu Preisen ab 1,7 Millionen Euro sollen entstehen, ausgeliefert wird laut Rimac ab 2020. Vom Vorgänger Concept One gab es einmal acht Fahrzeuge – Richard Hammond stellte auf sieben.

Der Starmoderator soll den Seitenhieb auf der Feuerlöscher-Halterung übrigens mit Humor genommen haben: „Ich bin begeistert. Ich wollte immer einen echten Beitrag zum Design von Fahrzeugen leisten. Und jetzt ist mir jetzt gelungen“, sagte er gegenüber des britischen Mediums drivetribe.

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