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Kia Rio: Sitzprobe, erster Eindruck - Go for Gold, kleiner Koreaner

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Viel Auto fürs Geld, das war bisher die größte Stärke des Kia Rio. Und künftig? Wir haben uns den komplett neuen Rio auf dem Pariser Autosalon einmal genauer angesehen.

Der wirkt ganz schön dick: Mit dem Kia Rio reißen die Koreaner die Viermeter-Marke. Das lohnt sich, denn innen genießen die Passagiere künftig viel Platz Der wirkt ganz schön dick: Mit dem Kia Rio reißen die Koreaner die Viermeter-Marke. Das lohnt sich, denn innen genießen die Passagiere künftig viel Platz Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Paris – Von Weitem wirkt der Kleinwagen auf dem weißen Kia-Messestand fast wie ein Kompakt. Eher Golf als Polo. Die Räder sind kleiner als beim Vorgänger, die Kotflügel weniger ausgestellt. Kräftiger wirkt der Rio, und größer. Obwohl er nur um 1,5 Zentimeter auf 4,065 Meter gewachsen ist.

Die Mitbewerber sind (wenn auch nicht viel) kürzer: Der VW Polo misst 3,98 Meter, der Opel Corsa 4,02 Meter und der Ford Fiesta ebenfalls 3,98 Meter. An der Front des Rio kommt der aktuelle „Tigernasen-Grill“ mit größeren Lufteinlässen und LED-Tagfahrlicht zum Einsatz. Am Heck sind schlankere LED-Rückleuchten und eine zusätzliche Kante unter der Heckscheibe montiert. Eine weitere Falz auf den Seiten streckt den Rio optisch in die Länge. Erst beim näheren Betrachten werden die wahren Abmessungen begreifbar.

Innen bietet die vierte Generation des Kleinwagens überraschend viel Platz, vorn wie hinten. Um einen Zentimeter verlängerte Kia den Radstand auf 2,58 Meter. Das hilft vor allem hinten. Selbst Erwachsene können nicht mehr über Scheuerstellen an den Knien motzen, und auch die Kopffreiheit reicht aus – trotz 0,5 Zentimeter weniger Fahrzeughöhe. Der Kofferraum ist groß: 37 Liter mehr bedeuten nun 325 Liter. Viel für einen Kleinwagen.

Viel Platz und Konnektivität

MOTOR-TALK-Reporter Fabian Hoberg im neuen Kia Rio MOTOR-TALK-Reporter Fabian Hoberg im neuen Kia Rio Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Dazu kommen bequeme Sitze und ein aufgeräumtes Cockpit. Die Kunststoffe fühlen sich gut an, Tasten und Schalter sitzen an den richtigen Stellen. Der 7-Zoll-Touchscreen trägt zusätzliche Knöpfe, die viele Funktionen steuern. Das Infotainment-System kann Apple- und Android-Smartphones einbinden.

Beim einfachsten Audiosystem muss sich der Käufer allerdings mit einem 3,8-Zoll-TFT-Display begnügen. Unter dem Display sitzen die Bedienelemente für die Klimaanlage. Das wirkt auf den ersten Blick gut durchdacht und hochwertig. Zusätzlich gibt es USB-Buchsen für Smartphones oder Tablets. Gut gemacht, Kia.

Dazu kommt eine verbesserte Rundumsicht: Die Fensterlinie liegt tiefer als beim Vorgänger, die C-Säule wurde um fast neun Zentimeter geschrumpft. Damit wird Einparken leichter und der Tote Winkel verkleinert sich. Doch auch auf andere Verkehrsteilnehmer kann der neue Rio achten: Für ihn ist erstmals ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung verfügbar. Das Radar- und kamerabasierte System kostet Aufpreis – ist aber auch die Voraussetzung für fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest.

Neue Downsizing-Motoren

Unter der Motorhaube steckt der neue Dreizylinder-Turbobenziner von Hyundai-Kia. Der 1,0-Liter-Direkteinspritzer leistet 100 PS oder 120 PS, der Normverbrauch beträgt 4,7 bzw. 4,9 Liter auf 100 Kilometer. Alternativ bietet Kia einen 1,2-Liter-Sauger mit 84 PS sowie einen 1,4-Liter-Vierzylinder mit 100 PS an.

Für Vielfahrer stehen Dieselmotoren mit 70 PS oder 90 PS zur Wahl. Den 1,0-T-GDI-100 sowie den Basis-Benziner kombiniert Kia mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe. Alle anderen Motoren werden mit einem Sechsganggetriebe kombiniert. Alternativ liefern die Koreaner ihren Kleinwagen mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus.

Genaue Preise hat Kia noch nicht bekannt gegeben. Der Rio wird wahrscheinlich um die 10.000 Euro starten. Dazu kommt die bekannte Sieben-Jahres-Garantie.

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