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BMW i3 gegen Lexus Hybrid: Video - Ganz schön frech: Lexus lässt BMW verdursten

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Lexus sagt, ein Vollhybrid sei alltagstauglicher als ein Elektroauto. In einem Promo-Video zeigt der Hersteller, wer die bessere Reichweite hat. Ein Detail ruiniert den Vergleich.

Der i3 an der Ladesäule, der Lexus mit Restreichweite: Lexus wettert mit diesem Video gegen Elektroautos Der i3 an der Ladesäule, der Lexus mit Restreichweite: Lexus wettert mit diesem Video gegen Elektroautos Quelle: Youtube / Lexus

Las Vegas – Die Bundesregierung findet: Wir sollten elektrisch fahren. Lexus grätscht dazwischen: Bitte nicht allzu sehr. Denn ausgerechnet die Luxus-Tochter von Hybrid-Pionier Toyota sieht Elektroautos als komplizierte Notlösung. Seit einigen Monaten veröffentlicht der Hersteller Bilder und Videos, die auf die Nachteile hinweisen. Ein Vollhybrid könne das besser.

Im neusten Kurzfilm reizt der Hersteller die Idee aus. Ein Lexus CT 200h tritt gegen einen BMW i3 an, getarnt als cooler Kumpel-Trip.

Lexus gegen Elektroautos: Dad-Chelor-Party

Sieben Kumpels, zwei Autos und 450 Kilometer Anreise: Fiese Anti-Werbung, getarnt als Wochenend-Trip Sieben Kumpels, zwei Autos und 450 Kilometer Anreise: Fiese Anti-Werbung, getarnt als Wochenend-Trip Quelle: Youtube / Lexus Das Video startet in Van Nuys, Kalifornien. Sechs Mittdreißiger laden einen Freund zu einer „Dad-Chelor Party“ ein, der Vater-Version eines Junggesellenabschiedes. Im Stil von „Hangover“ reisen sie nach Las Vegas, eine Strecke von etwa 450 Kilometern. Vier von ihnen fahren einen Lexus-Hybrid, der Rest einen geliehenen BMW i3.

Nach 115 Kilometern müssen die i3-Fahrer zum ersten Mal stoppen, denn die Akkus des Elektroautos sind leer. Während der Lexus längst in Las Vegas angekommen ist, wiederholt sich die Szene nach 200, 300 und 420 Kilometern, jeweils für „ein paar Stunden“. Die drei Nachzügler erreichen ihr Ziel, als die Party längst vorbei ist.

Lexus übermittelt eine deutliche Nachricht: Auf langen Strecken sei der i3 nicht zu gebrauchen – obwohl die Jungs stets eine Ladestation gefunden haben.

Lange Leitung: Der i3 hat einen Range-Extender

Wahrscheinlich wäre niemand auf die Idee gekommen, eine solche Reise in einem Auto mit einer maximalen Elektro-Reichweite von 190 Kilometern anzutreten. Zum Vergleich: Ein Tesla Model S wäre im Idealfall ohne Ladestopp durchgefahren.

Böser Fehler: Der i3 hat einen Range-Extender, zu erkennen an der Tankklappe Böser Fehler: Der i3 hat einen Range-Extender, zu erkennen an der Tankklappe Quelle: Youtube / Lexus Neben der zweifelhaften Logik ist den Machern aber ein grober Fehler unterlaufen. US-Blogger und i3-Fahrer Tom Moloughney moniert, dass es sich im Video um eine Version mit Range-Extender handelt. Zwar hätten die Macher die Tankklappe im rechten Kotflügel des Wagens in den meisten Szenen wegretuschiert, in einigen Momenten jedoch übersehen.

Durch den Neun-Liter-Tank steigt die Reichweite um 110 bis 140 Kilometer, die maximale elektrische Reichweite sinkt hingegen durch das zusätzliche Gewicht um 20 Kilometer. Hätten die Jungs den Range Extender genutzt, wären sie mit ein paar Tankstopps höchstens eine halbe Stunde nach dem Lexus in Las Vegas angekommen. Ohne Range Extender hätten sie sich zumindest den letzten Ladestopp sparen können.

Proteste im Internet haben dazu geführt, dass das Video bereits zweimal bei Youtube gelöscht wurde. Aktuell ist es wieder zu sehen. Den gewünschten Effekt dürfte es aber nicht mehr erreichen.

 

Quelle: Focus

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Ford
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