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Zetsche: 1.000.000 E-Autos nur mit Finanzanreizen möglich - Dudenhöffer fordert Elektro-Abgabe

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Ein Cent pro Liter Benzin für die Elektromobilität? Das fordert Ferdinand Dudenhöffer. So will er den Ausbau der Infrastruktur finanzieren. Die Industrie zögert.

Diskutierten die Zukunft der Elektromobilität: Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Deutschland, Bernhard Mattes (Ford), Karsten Engel (BMW China), Dieter Zetsche (Daimler) und Prof. Ferdinand Dudenhöffer (von links nach rechts) Diskutierten die Zukunft der Elektromobilität: Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Deutschland, Bernhard Mattes (Ford), Karsten Engel (BMW China), Dieter Zetsche (Daimler) und Prof. Ferdinand Dudenhöffer (von links nach rechts) Quelle: dpa/Picture Alliance

Duisburg - Das Ziel von einer Million Elektro-Autos bis 2020 ist nach Einschätzung von Daimler-Chef Dieter Zetsche nur mit finanziellen Anreizen für die Käufer zu erreichen. Zetsche sagte am Mittwoch an der Universität Duisburg Essen (UDE) zur Elektromobilität: Privilegien wie Sonderparkplätze oder die Nutzung von Busspuren seien sicher hilfreich. Aber allein reichten sie wohl nicht aus, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen.

Der Autoexperte und Direktor des Instituts, Ferdinand Dudenhöffer, beklagte den Rückstand Deutschlands bei der Elektromobilität gegenüber Ländern wie den USA, Frankreich oder Japan. Der Wissenschaftler plädierte für eine auf drei Jahre befristete zusätzliche Steuer von einem Cent pro Liter auf Diesel und Benzin, um den Rückstand aufzuholen.

Angesichts der deutlich gesunkenen Kraftstoffpreise sei der Aufschlag für die Autofahrer gut verkraftbar. Bisher sind Elektroautos auf deutschen Straßen selten: als Hauptprobleme gelten der vergleichsweise teure Preis der Fahrzeuge und eine bisher mangelnde Infrastruktur.

Zwei Milliarden für die E-Mobilität

Mit den erwarteten Einnahmen in Höhe von fast zwei Milliarden Euro könnten laut Dudenhöffer die Lade-Infrastruktur in den 60 größten deutschen Städtenausgebaut werden. Außerdem sei eine 4.000-Euro-Prämie für den Kauf von Elektrofahrzeugen und ein breites Carsharing-Angebot damit finanzierbar. Das koste durchschnittlich 12,30 Euro im Jahr pro Fahrzeug.

Bei Zetsche und dem ebenfalls anwesenden Chef der Ford-Werke GmbH, Bernd Mattes, stieß der Vorschlag nur auf begrenzte Zustimmung. Mobilität noch weiter zu verteuern, müsse man sich sehr genau überlegen, meinten die Manager.

Zurückhaltend äußerte sich Zetsche am Rande der Veranstaltung auch zur Maut-Entscheidung der Bundesregierung. "Wir waren keine Promotoren dieser Idee", sagte er. Aber letzten Endes entscheide der Gesetzgeber.

 

Quelle: dpa

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