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Gebrauchtwagen-Kaufberatung Hyundai IX35 (2009-2015) - Dieser Hyundai ist besser als der Tucson

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Genauso groß wie ein VW Tiguan, günstiger und noch zuverlässiger: Der Hyundai IX35 ist als Gebrauchtwagen ein Tipp. Bis auf ein paar kleine Ausnahmen.

Gutes SUV mit seltsamem Namen: Aus Tucson wurde IX35 wurde Tucson Gutes SUV mit seltsamem Namen: Aus Tucson wurde IX35 wurde Tucson Quelle: Hyundai

  • Solide und zuverlässig
  • Kleine Auswahl an Motoren und Ausstattungen
  • Durstige Benziner
  • Unübersichtliche Karosserie

Berlin – So ganz blickt man beim Hyundai-Konzern nicht durch. Aus dem beliebten Tucson wurde 2010 in Europa der IX35, fünf Jahre später wieder der Tucson. Warum? Das wissen die Koreaner wohl selbst nicht. Was wir aber wissen: Das Kompakt-SUV ist ein solides Auto und als Gebrauchtwagen ein guter Tipp.

Die Basis ist sehr zuverlässig, Rückrufe gab es nur zwei. Allerdings ist die Auswahl an gebrauchten Fahrzeugen im Vergleich zum VW Tiguan gering. Rund 2.500 Autos stehen derzeit auf mobile.de zum Verkauf, lediglich 1.200 davon besitzen eine mindestens zwölfmonatige HU-Plakette.

Es gibt wenig zu meckern am IX35, einen guten Überblick geben die Tests von MOTOR-TALKern und das IX35-H-Forum. Wir gehen hier auf die häufigsten Mängel ein.

Historie/Modellwechsel

Der Basisbenziner im IX35 langt in der Stadt - er müht sich mit dem SUV aber ab Der Basisbenziner im IX35 langt in der Stadt - er müht sich mit dem SUV aber ab Quelle: Hyundai Mit dem IX35 löst Hyundai 2009 den Tucson ab, 2010 kam das Auto auf den deutschen Markt. Das neue Modell wuchs und bot mehr Raum auf allen Plätzen – aber leider auch eine unübersichtlichere Karosserie als der Vorgänger.

Im September 2013 folgt eine kleine Überarbeitung des IX35. Hyundai passte die Scheinwerfer an, spendierte ein LED-Tagfahrlicht und neue Seitenspiegel mit LED-Blinkern. Der betagte 2,0-Liter-Benziner wich einem Direkteinspritzer mit 166 PS.

Mittlerweile bei Massenautos ungewöhnlich, aber erfreulich: Im Laufe seiner nur sechsjährigen Bauzeit musste der IX35 nur zweimal auf Befehl des KBA unplanmäßig in die Werkstatt. Bei Fahrzeugen, die zwischen Oktober 2011 und Juni 2012 von den Bändern liefen, kann der Fahrersitzgurtstraffer ausfallen. Alle Autos mit dem 1.7-CRDI-Diesel leiden unter dem Ausfall der Vakuumpumpe zur Bremskraftunterstützung. Wenn sie nicht arbeitet, bremst der Hyundai sehr schwer.

Wer sich ein Fahrzeug aus diesen Jahrgängen anschaut, sollte deshalb darauf achten, dass die Rückrufaktionen durchgeführt wurden. Im Vergleich zu seinem Wolfsburger Rivalen fallen die Rückrufe gering aus. Probleme bereiten dem IX35 dagegen immer mal wieder entladene Batterien. Dafür gibt es zwei typische Gründe: 1. die oft nicht automatisch erlöschende Innenraumbeleuchtung sowie ein defekter Anlasser. Interessenten sollten deshalb auf eine frische Batterie unter der Haube achten und die Innenraumbeleuchtung kontrollieren.

Gebaut wurde der IX35 in der Slowakei und in Tschechien. Kurios: Während das Modell in Europa IX35 hieß, nannte es Hyundai außerhalb weiter Tucson oder Tucson ix.

Karosserie

Mit 4,41 Metern Länge fährt der IX35 in der gleichen Klasse wie der VW Tiguan Mit 4,41 Metern Länge fährt der IX35 in der gleichen Klasse wie der VW Tiguan Quelle: Hyundai Den IX35 gibt es nur in der Karosserievariante mit vier Türen und großer Heckklappe. Auf 4,41 Metern Länge, 1,82 Metern Breite und 1,66 Metern Höhe haben vier Passagiere ausreichend Platz auf den bequemen Sitzen. Fährt ein Fünfter mit, wird es aber eng auf der Rückbank. Großgewachsene Personen stoßen hinten mit dem Kopf an. Die Sitze lassen sich leicht umlegen. Praktisch: eine ebene Ladefläche. Zwischen 465 und 1.436 Liter fasst der Kofferraum.

Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Karosserie unübersichtlicher, besonders nach hinten.

Einparksensoren sind daher ein gutes Extra. Die zählen ab Ausstattung Style zur Serie

Motor/Getriebe

Die Motorenpalette des IX35 besteht aus zwei Benzinern und drei Dieseln. Als Basis dient der 1.6 GDI, ein Vierzylinder mit Direkteinspritzung und 135 PS. Der Motor reicht für die Stadt, müht sich aber mit dem SUV. Eine bessere Wahl sind die beiden 2,0-Liter-Vierzylinder. Bis September 2013 arbeitete unter der Haube ein Saugmotor mit 163 PS, danach folgte ein Direkteinspritzer mit 166 PS. Der bot nebenbei noch mehr Drehmoment (205 statt 194 Nm).

Im Vergleich zu den Dieseln fehlt ihnen aber Kraft, sie verlangen nach Drehzahl. Das sorgt für einen höheren Verbrauch. Seinen Normverbrauch kann der IX35 bei flotter Fahrt beinahe verdoppeln. Bei MOTOR-TALKer BMarhuhn sind es fast 12 Liter auf 100 Kilometer.

Viel Platz für Insassen und Gepäck: Im IX35 wird es erst zu fünft eng Viel Platz für Insassen und Gepäck: Im IX35 wird es erst zu fünft eng Quelle: Hyundai DocSnider01 bemängelt ebenfalls den hohen Spritverbrauch: „Vom angegebenen Verbrauch von 7,7 l (Mix)/100 km bin ich mit meinen 10,6l/100 km weit entfernt. Egal wie schonend ich fahre, unter 10l ist nichts zu machen. Zumal der Wagen im unteren Drehzahlbereich überhaupt nicht in Gang kommt. Schade eigentlich, da man doch eigentlich bei 163 PS etwas mehr erwarten dürfte.“

Die meisten Kunden griffen aber zu einem Diesel wie dem 1.7 CRDI mit 116 PS und 260 Newtonmetern. Der Motor nervt allerdings nicht nur mit einer ausgeprägten Anfahrtsschwäche, sondern auch mit seinem rauen Lauf. Dafür verbraucht er mit rund 5,5 Litern auf 100 Kilometer wenig. Die bessere Wahl ist der 2.0 CRDI mit 136 PS und 320 Newtonmeter oder die 184-PS-Variante mit 383 Newtonmeter – ein guter Antrieb für Zugfahrzeuge: Mit dem stärksten Diesel zieht der Hyundai bis 1,9 Tonnen.

Der Schlammlochflitzer verbraucht mit seinem 136-PS-Diesel ungefähr 6,9 Liter auf 100 Kilometer: „Das liegt im Rahmen meiner Erwartungen. Passt auch ziemlich genau zum Bordcomputer.“

Während es die Basismotoren nur mit Frontantrieb gab, konnten die 2,0-Liter-Motoren auch mit Allrad bestellt werden. Den stärksten Diesel bot Hyundai ausschließlich als Allrad an. Die Blue-Varianten mit Start-Stopp-Automatik helfen beim Spritsparen. Zur Wahl standen ein manuelles Fünfgang-Getriebe oder eine Sechsgang-Automatik, die Diesel sind entweder mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer Sechsgang-Automatik kombiniert. Die Basismotorisierungen gibt es ausschließlich als Handschalter.

Als einer der wenigen Hersteller bietet Hyundai auch einen Brennstoffzellen-Antrieb an. Der IX35 FuelCell entsteht aber nur in Kleinserie und ist so gut nicht zu haben. Es sollen zwar mehr als 120 Fahrzeuge in Deutschland gekauft oder geleast worden sein – auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich davon allerdings keine.

Ein paar IX35-Fahrer klagen über hakende Schaltvorgänge vom ersten in den zweiten Gang, zum Beispiel MOTOR-TALKer Dolphin318: „Probleme beim Kuppeln: Wenn man Gas gibt und die Kupplung kommen lässt, merkt man ja „AH da ist der Schleifpunkt“ dann gibt man im Verhältnis Gas und lässt die Kupplung mit dazu mehr los - bis dahin so weit so gut. Bevor aber das Kupplungspedal in Endstellung ist, also so die letzten 3-4 cm, verhält es sich, als wenn die Kupplung noch mal greifen würde bzw. plötzlich kein Gas mehr gegeben würde, man hat eine spürbare Zugkraft-Unterbrechung, die einem in einer sanften Vorwärtsbewegung die Vollendung bringen lässt.“ Meist ist dann das Ausrücklager defekt. Der Tausch der Kupplung kostet etwa 1.000 Euro.

Fahrwerk

Allradantrieb gab es beim stärksten Diesel serienmäßig Allradantrieb gab es beim stärksten Diesel serienmäßig Quelle: Hyundai Im Vergleich zum Tucson fährt sich der IX35 deutlich präziser und komfortabler. Massive Bremsprobleme wie sein Vorgänger kennt der IX35 nicht mehr. Laut TÜV-Report schlägt sich IX35 in einigen Bereichen besser als seine Wettbewerber. Bei Achsaufhängungen, Bremse und Auspuffanlage haben die Prüfer weniger als bei vergleichbaren Autos zu bemängeln. Auch mit Ölverlust muss sich ein IX35-Fahrer nicht herumplagen. Probleme bereiten dem Hyundai dafür allerdings nach ein paar Jahren die Federn und Dämpfer sowie die Scheinwerfer. An den Bremsleitungen gehen die Jahre ebenfalls nicht spurlos vorüber – sie rosten mit der Zeit.

Probleme bereiten beim IX35 die hinteren Stoßdämpfer bei frühen Modellen, wie MOTOR-TALKer IXler erfahren musste: Sie poltern unter Umständen stark. Nach dem Wechsel in der Werkstatt sollte das aber vorbei sein.

Ausstattung/Sicherheit

Aus heutiger Sicht wirkt das Cockpit noch modern, ebenso das optional erhältliche Entertainmentsystem. Nur sich ablösende Zierteile können die gute Stimmung trüben. Dafür bieten viele große Ablagen ausreichend Stauraum. Außerdem schade: Xenonlicht war auch als Option nicht lieferbar.

Zur Basis Comfort gehören sechs Airbags, ESP, Berganfahrhilfe, Klimaanlage, CD-Radio mit USB-Anschluss und beheizbare Außenspiegel. Dazu kommen noch Dachreling, Alu-Räder, eine Zentralverriegelung und fünf Jahre Garantie. Ab der Version Style zählten außerdem Parksensoren, Lichtsensor, Klimaautomatik und eine Sitzheizung dazu. Das große optionale Panoramadach lässt viel Licht in den Innenraum. Reifendruckanzeige oder Nebelscheinwerfer kosteten ebenfalls extra.

MOTOR-TALKer DocSnider01 ist aufgefallen, „dass das für 1700 Euro teure Navi im Hellen teilweise schlecht abzulesen ist und das Preis/Leistungsverhältnis überhaupt nicht passt. Ferner fällt ständig die Uhrzeit im Display aus.“ Einige MOTOR-TALKer wie Delphin38 klagen über „knarrende und quietschende Sitze wie ein einem alten VW Bus“. Snackbaers Werkstatt hat die Sitzbolzen gelöst, um die Spannung zu entfernen. Danach herrschte wieder Ruhe im Auto.

Dass manche Türen sich nicht automatisch nach dem Anfahren verriegeln, scheint ein Programmierfehler zu sein. Das kann in der Werkstatt nachjustiert werden.

Marktsituation/Preise

Bequeme Sitze und genug Platz im Hyundai IX35 Bequeme Sitze und genug Platz im Hyundai IX35 Quelle: Hyundai Der Hyundai IX35 ist ein solides Auto mit kleinen Kinderkrankheiten und ein paar kleinen Mängeln. Im Vergleich zu seinen Wettbewerbern kann sich der Hyundai aber behaupten. Vor allem beim Preis. Ab rund 10.000 Euro werden frühe Fahrzeuge mit weniger als 125.000 Kilometer Laufleistung bei mobile.de angeboten.

Scheckheftgepflegte Autos mit weniger als 100.000 Kilometer und einer mindestens zwölfmonatigen HU-Plakette kosten mindestens 11.000 Euro. Das Angebot reduziert sich so aber auf rund 1.000 Fahrzeuge.

Fazit/Empfehlung

So groß das Angebot an Hyundai-IX35-Modellen auf den ersten Blick auch scheint: Bei genauem Hinsehen und strikter Auswahl schrumpft es sehr. Derzeit ist die Zukunft alter Dieselmodelle ungewiss. Die Selbstzünder im IX35 erfüllen die Euro-5-Norm. Diese Abgasnorm erreichen sie ohne die Zugabe der Harnstofflösung AdBlue. Eine Umrüstung auf bessere Abgaswerte ist nach aktuellem Stand nicht möglich, langfristig aber in Planung.

Wir würden aufgrund dieser Kriterien vor allem Stadtbewohnern einen 2.0 GDI mit Frontantrieb und manuellem Getriebe empfehlen, am besten ein Modell ab September 2013. Beruhigend: Mit fünf Jahren Werksgarantie ist das Auto noch innerhalb der Garantie. Davon werden auf mobile.de gerade einmal 170 Fahrzeuge angeboten. Sie kosten mindestens 14.000 Euro.

Soll es trotz der unsicheren Lage ein Diesel sein, ist der 2.0 CRDI mit 136 PS und Frontantrieb eine gute Wahl. Er kostet ab rund 16.000 Euro.

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Avatar von slimzitsch
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