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Kia Ceed III (2018) im Test: Sitzprobe und technische Daten - Der neue Kia Ceed wird zum Baby-Stinger

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Alles neu beim Kia Ceed: Der Kompakte kommt auf neuer Plattform mit neuer Technik und komplett neuem Design. Wir haben ihn uns gründlich angesehen. Erste Sitzprobe.

Kia Ceed III (2018): Kia bringt den Kompaktwagen auf der neuen Basis K2 Ende Juni auf den Markt Kia Ceed III (2018): Kia bringt den Kompaktwagen auf der neuen Basis K2 Ende Juni auf den Markt Quelle: Kia

Frankfurt – Man muss beim neuen Kia Ceed nicht lange rätseln. Der kompakte Koreaner ist ein komplett neues Auto. Die Proportionen des Vorgängers mit der weit nach vorne gerückten Fahrerkabine und der stark abfallenden Nase sind Vergangenheit. Mehr Stinger als Venga, sozusagen. Er wirkt vertrauter, will offensichtlich typisch europäischen Kompakt-Kunden gefallen. Deshalb stammt er auch aus Europa. Im Frankfurter Kia-Designzentrum wurde er entworfen, im Rüsselsheimer Forschungs- und Entwicklungszentrum entwickelt. Er ist das erste Modell für Kia auf der neuen K2-Plattform. Einen Prototyp durften wir schon fahren.

Kia Ceed 2018: Sitzprobe in Kias neuem Kompakten

Länge und Radstand des Kia Ceed bleiben zum Generationswechsel gleich, die Proportionen ändern sich stark Länge und Radstand des Kia Ceed bleiben zum Generationswechsel gleich, die Proportionen ändern sich stark Quelle: Kia Trotz der neuen Basis bleiben Außenlänge und Radstand gleich. Der Ceed misst weiterhin 4,31 Meter, der Radstand beträgt 2,65 Meter. Doch der Kompaktwagen wurde um zwei Zentimeter flacher und breiter als der Vorgänger. Den vorderen Überhang verkürzten die Designer um zwei Zentimeter, der hintere wurde ums selbe Maß verlängert.

Das schafft mehr Platz im Kofferraum. 395 Liter passen nun rein, zuvor waren es 380 Liter. Die Rücksitzlehnen sind schnell umgelegt und ebenso unproblematisch wieder aufgerichtet. Allerdings nur im Verhältnis 60 zu 40. Eine dreifach geteilte Rückbank gibt es nicht. Das Platzangebot auf der Rückbank ist ordentlich, aber nicht überragend. Wer die Füße bequem unter den Vordersitz bekommen will, muss den Fahrer bitten, ihn etwas hochzufahren. Die Schulterfreiheit hat laut Kia im Vergleich zum Vorgänger zugelegt.

Vorne sitzt man prima. Die Sitzposition passt auf Anhieb, die Materialien wirken solide und prima verarbeitet. Auf das Armaturenbrett setzt Kia eine schöne Ziernaht, bis zum Bedienteil für die Klimaanlage ist es weich unterschäumt. Darunter beginnt das Hartplastik. All das gibt es schon im Basismodell, genau wie die weiche Polsterung in den Türen und weichen Kunststoff oben auf der Türinnenverkleidung. An den hinteren Türen sitzt dort Hartplastik.

Neuer Stauassistent für den Kia Ceed

Der Infotainment-Bildschirm im neuen Ceed sitzt jetzt auf dem Armaturenbrett und ist gut erreichbar Der Infotainment-Bildschirm im neuen Ceed sitzt jetzt auf dem Armaturenbrett und ist gut erreichbar Quelle: Kia Insgesamt erinnert der Ceed im Innenraum an den technischen Bruder Hyundai i30. Das aufgesetzte Infotainment-Touchdisplay wird nicht jedem gefallen. Bedienen lässt es sich gut. Kia platziert es zwischen den Lüftungsdüsen und angenehm nah am Fahrer. Funktional ist das neue System schon aus anderen Baureihen bekannt. Die Bedienung ist simpel, die Grafiken nicht zu verspielt. Die Knöpfe und Schalter fühlen sich gut an. Vor allem die Drehräder der Klimaautomatik wirken hochwertig und spielfrei. Die Temperatur wird jetzt in den Knöpfen angezeigt.

Die Verbindung mit dem Smartphone funktioniert über Apple Carplay und Android Auto. Allerdings muss es dafür mindestens das mittlere System mit 7-Zoll-Bildschirm sein. Die Audio-Basis kommt mit fünf Zoll kleinem Display, das Topsystem mit Navi verfügt über einen acht Zoll großen Bildschirm. Das Smartphone kann induktiv geladen werden, die Ablage dafür platziert Kia clever in einer zweiten Etage in der Mittelkonsole.

Fortschritte gibt es beim Ceed ebenfalls bei den Assistenzsystemen. So hält der Ceed selbstständig die Spur und natürlich den Abstand zum Vodermann. Das funktioniert mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zwischen 0 und 130 km/h. Bei kurzen Standzeiten fährt der Stauassistent alleine wieder an. Notbremsassistent, Müdigkeitserkennung, Querverkehrswarner und Spurwechselassistent gibt es ebenfalls. Voll-LED-Scheinwerfer sind optional, serienmäßig leuchtet der Ceed mit Halogen.

Kia Ceed Motoren: Ein Sauger bleibt, ein Turbo geht

Die Rückleuchten in LED-Technik sind serienmäßig beim neuen Kia Ceed Die Rückleuchten in LED-Technik sind serienmäßig beim neuen Kia Ceed Quelle: Kia Das Motorenprogramm des Ceed kennen wir im Prinzip vom Hyundai i30. Und zum großen Teil aus der aktuellen Generation. Basismotor bleibt der 1,4-Liter-Saugbenziner mit 100 PS, darüber rangiert der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 120 PS. Der 1,6-Liter-Vierzylinder (135 PS) wird vom 1.4 T-GDI abgelöst. Er leistet 140 PS und kommt auf 242 Newtonmeter Drehmoment. Dazu kommen zwei 1,6-Liter-Diesel mit 115 und 136 PS. Später erwarten wir ein sportlicheres GT-Modell. Eine Entsprechung zum Hothatch Hyundai i30 N ist nicht geplant.

Standardmäßig wird per Sechsgang-Getriebe geschaltet, optional gibt es für den 1.4 T-GDI und den stärkeren Diesel das Siebengang-DCT. Für den 1,4-Liter-Sauger wird Kia zudem ein Ecopaket anbieten, das vor allem aerodynamisch optimiert wurde. Alle Motoren erfüllen zum Marktstart die Abgasnorm Euro-6d-Temp.

Endgültige Verbrauchsangaben macht Kia noch nicht, da der Ceed noch nicht homologiert ist. Für den sparsamsten Diesel wurde bereits ein inoffizieller Wert von 77 Gramm CO2 nach NEFZ genannt. Das würde einem Verbrauch von weniger als drei Litern entsprechen. Für die Messung nach dem maßgeblichen WLTP-Zyklus hat Kia lediglich weniger als „110 Gramm pro Kilometer“ angekündigt. Der Wert dürfte koreanisch konservativ angesetzt sein.

Die Publikumspremiere des neuen Kia Ceed findet auf dem Genfer Salon Anfang März statt, dann will Kia noch eine weitere Karosserievariante des Kompakten zeigen. Marktstart ist Ende Juni. Preise nennt der Hersteller noch nicht. Aktuell startet der 1.4 CVVT bei 14.990 Euro, viel teurer wird der neue in der Basis nicht werden.

Avatar von Heiko Dilk (HeikoMT)
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