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Jeep Grand Cherokee Fahrbericht - Das coolste am Jeep ist sein Preis

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Am Jeep Grand Cherokee ist mehr neu als nur ein bisschen Facelift-Schminke. Doch auch mit neuem Getriebe und Innenraum bleibt er billiger als die deutschen SUV.

Nach dem Facelift wirkt der Grand Cherokee mehr wie ein SUV und weniger wie ein Geländewagen. Außerdem gibt es ein neues Getriebe von ZF und einen schicken Innenraum. Nach dem Facelift wirkt der Grand Cherokee mehr wie ein SUV und weniger wie ein Geländewagen. Außerdem gibt es ein neues Getriebe von ZF und einen schicken Innenraum.

Heller Staub verdreckt Reifen und Felgen, Steine spritzen gegen den Fahrzeugboden. Eigentlich war es klar, wo die erste Ausfahrt mit dem frisch renovierten Jeep Grand Cherokee endet: Irgendwo im Geröll. Dort will ein Jeep hin, und dort sind wir jetzt auch.

MOTOR-TALK-Redakteur Björn Tolksdorf findet: Der Jeep schafft den Spagat zwischen Onroad-Komfort und Offroad-Fähigkeiten prima MOTOR-TALK-Redakteur Björn Tolksdorf findet: Der Jeep schafft den Spagat zwischen Onroad-Komfort und Offroad-Fähigkeiten prima Quelle: bmt Wenige Stunden zuvor hat uns Chrysler-Mann Kevin Metz erklärt, was der neue Grand Cherokee alles besser als zuvor kann. Mit dem schmalen Grill, Xenon-Leuchten und LED-Tagfahrlicht sieht er noch mehr nach SUV und Straße aus, offenporiges Holz und Lederbezüge namens "Natura Plus" klingen gut und sehen auch so aus. Der 21,3 Zentimeter große Touchscreen des Navis und eine Reihe radargestützter Assistenten sollen das Auto "more technological" machen. Sagt zumindest Kollege Metz.

Es ist eindeutig ein neuer Geist, der dem Jeep-Flaggschiff haptische Verfeinerung und High-Tech-Flair einimpft. Seit Fiat-Chef Sergio Marchionne aus Jeep die SUV-Weltmarke der Fiat-Chrysler-Group bauen will, denkt man in Auburn Hills zwangsläufig globaler.

Switch it smooth

Dafür musste der Grand Cherokee sparsamer und bequemer werden. Beides haben die Techniker geschafft, indem sie die bisherige Fünfgang-Automatik durch ein modernes Achtgang-Getriebe von ZF ersetzten. Das Friedrichshafener Getriebe schaltet reaktionsschnell und weich, "smooth", wie der Ami sagt. Es macht aus dem Grand Cherokee auf der Straße endgültig einen souveränen Langstreckengleiter, entspannend und einfach lässig. Komfort pur.

Daimler- und Fiat-Gene

Gene spielen im großen Jeep eine wichtige Rolle. Daimlers ML hat sein Erbgut im Fahrwerk hinterlassen, die Italiener spendieren einen Diesel, der auch in Kalifornien fahren darf, und ihre Sensibilität für den schönen Raum.

Facelift Jeep Grand Cherokee: Die neue Achtgang-Automatik hilft beim Spritsparen und verbessert außerdem den Fahrkomfort Facelift Jeep Grand Cherokee: Die neue Achtgang-Automatik hilft beim Spritsparen und verbessert außerdem den Fahrkomfort Und dann sind da noch die "Jeep-Gene". Der geschichtsträchtige 5,7-Liter-Hemi-V8 und das hochmoderne ZF-Getriebe ergänzen sich prima: reichlich Leistung und Laufruhe, und dabei bleibt der Antrieb leise wie in einer Oberklasse.

Mit V8-typischem Blubbern geizt der Grand Cherokee, dafür muss man zur klangoptimierten Sportversion SRT greifen. Eine sympathische Eigenschaft großer Ami-Motoren: Auf der Straße trinken sie nur unwesentlich mehr als auf dem Prüfstand. Der Normverbrauch von 13 Litern auf 100 Kilometer ist in der Praxis realistisch.

Ab ins Gelände

Der kompromisslose Traditionsmotor gehört ebenso zum Jeep-Heiligtum wie nicht verhandelbare Geländefähigkeiten. Dafür stehen die Luftfederung und Niveauregulierung, die den Böschungswinkel auf bis zu 35,8 Grad anhebt, und die Bodenfreiheit auf bis zu 28 Zentimeter.

Ein sperrbares Mitteldifferenzial und eine Geländeuntersetzung sind serienmäßig, gegen Aufpreis gibt es zusätzlich eine elektronisch geregelte Differenzialsperre hinten. Deshalb können der Grand Cherokee und ich uns nun beherzt durchs Geröll wühlen. Auch steilste Steigungen und tiefe Bodenrillen können uns nicht aufhalten.

Der 3,0-Liter-Diesel von VM Motori passt perfekt ins Gelände, mit viel Kraft schon bei niedrigen Drehzahlen. Auf der Landstraße klingt er dafür etwas ungehobelt. Als fehlten ihm Dämmmatten, im Vergleich zum superkultivierten V8. Dafür kann der Selbstzünder den Grand Cherokee mit deutlich unter 10 Liter auf 100 Kilometern bewegen.

Holz und Leder: Wer es schön haben will, muss auf nichts verzichten Holz und Leder: Wer es schön haben will, muss auf nichts verzichten

Die Konkurrenz kostet mehr

Ein bisschen zu schade für Schmutz und Schlamm ist er ja schon, der große Jeep. Trotzdem bleibt der Grand Cherokee ein Ausnahmetyp. Denn er ist keiner, der Offroad könnte, sondern einer, der Offroad kann. Aber auch beim Wohlfühlfaktor muss sich der Grand Cherokee hinter anderen Luxus-SUV längst nicht mehr verstecken.

Und trotz Preiserhöhung bleibt er relativ günstig: Ein VW Touareg kostet knapp 5.000 Euro mehr, die Mercedes M-Klasse über 10.000 Euro, der neue Range Rover Sport sogar 15.000 Euro.

Eigentlich haben die Jeep-Leute momentan nur ein Problem, das andere Fiat-Marken auch gern hätten: Sie können nicht so viele Autos bauen, wie sie verkaufen könnten.

Technische Daten: Jeep Grand Cherokee

Der Basis-Diesel

  • Motor: 3,0-Liter-V6-Dieselmotor
  • Getriebe: Achtgang-Automatik
  • Leistung: 190 PS
  • Drehmoment: 440 Nm ((250 PS: 570)
  • Verbrauch: 7,5 l/100 km (NEFZ)
  • CO2: 198 g/km
  • 0 – 100 km/h: 10,2 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
  • Länge x Breite x Höhe in m: 4,82 x 1,94 x 1,80
  • Leergewicht: 2.403 kg – 2.522 kg (ausstattungsabhängig)
  • Kofferraum: 782 l (Messung bis zum Dach)
  • Grundpreis: 45.500 Euro
  • Anhängelast: 3,5 t
  • Marktstart: Juli 2013

Der günstigste V8

  • Motor: 5,7-Liter-V8 Benziner (HEMI)
  • Getriebe: Achtgang-Automatik
  • Leistung: 352 PS
  • Drehmoment: 520 Nm
  • Verbrauch: 13,0 l/100 km (NEFZ)
  • CO2: 304 g/km
  • 0 – 100 km/h: 7,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
  • Leergewicht: 2.382 kg – 2.499 kg (ausstattungsabhängig)
  • Grundpreis: 68.000 Euro
  • Marktstart: Juli 2013
Avatar von bjoernmg
Renault
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