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BMW i3: Weltpremiere - BMW legt den Schalter um

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Peking, London, New York – in diesen drei Millionen-Metropolen zog BMW zeitgleich das Tuch von seinem „born electric“-Baby, dem i3.

Auf die Straße kommt der BMW i3 im November dieses Jahres Auf die Straße kommt der BMW i3 im November dieses Jahres

Von MOTOR-TALK-Reporter Michael Specht

London - Bei der Premiere des BMW i3 hatten die Bayern den jeweils rund 500 angereisten Journalisten allerdings nicht viel Neues zu verkünden. Die meisten von ihnen – auch wir – konnten den i3 bereits fahren. Lediglich die letzten paar Quadratzentimeter lackierte Karosserie waren noch geheim.

Jetzt sind die Hüllen gefallen und die Welt weiß, wie sich BMW elektrisches Fahren vorstellt. Ob man den i3 nun schön, cool oder hässlich findet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Anders ist er auf jeden Fall. Besonders die Seitenansicht polarisiert. Das Fenster der schmalen hinteren Tür sackt tief ab, um dann nach hinten wieder anzusteigen. Haube und Heckklappe sind stets in Schwarz abgesetzt. Die Nieren sind blau, außer man entscheidet sich für einen Kupfermetallic-Lack. „Das würde nicht zueinander passen“, sagt i-Designchef Benoit Jacob. Zwei Uni- und vier Metallicfarben, alle exklusiv für den i3 angemischt, stehen zur Auswahl.

Öko-Materialien im Innenraum

Viele Bauteile des neuen Elektroautos bestehen aus Karbon - das macht den BMW i3 leichter Viele Bauteile des neuen Elektroautos bestehen aus Karbon - das macht den BMW i3 leichter Quelle: BMW In Realität wirkt der i3 überraschend groß. Dass er tatsächlich nur 3,99 Meter lang ist, mag man nicht glauben. Im Inneren des Elektroautos sucht man vergeblich nach einer typischen Mittelkonsole. Das erzeugt laut Stylist Jacob „optische Leichtigkeit“ und man kann in engen Parklücken auch mal zur anderen Seite durchrutschen, um dort auszusteigen.

Holz, Leder, Wolle und andere nachwachsende Materialien sollen eine Art Öko-Premium-Atmosphäre im Cockpit schaffen. Kleines Beispiel: offenporiges Eukalyptusholz, Leder mit Olivenblätterextrakt gegerbt, Türverkleidungen aus Fasern der Kenaf-Pflanze. Die Ausstattungslinien heißen entsprechend: Atelier ist die Basis, dann folgen Loft (Aufpreis: 1.500 Euro), Lounge (1.990 Euro) und Suite (2.990 Euro).

Das Basismodell kostet 34.950 Euro

Doch zunächst gilt es, den Grundpreis zu verschmerzen. Er liegt bei 34.950 Euro. Damit dürfte der i3, der im November auf die Straße kommt, nicht zum Massenmobil werden. An Bord sind serienmäßig unter anderem das BMW-bekannte iDrive-Bediensystem, Radio, Klimaanlage und Parksensoren am Heck. Letzteres hat der i3 auch bitter nötig. Die Rücksicht ist bescheiden.

Hinter dem Lenkrad des BMW i3 sitzt ein großer Hebel, mit dem Gänge gewählt werden Hinter dem Lenkrad des BMW i3 sitzt ein großer Hebel, mit dem Gänge gewählt werden Quelle: BMW Die Vernetzung über eine integrierte SIM-Karte und eine spezielle App fürs Handy gehören ebenfalls zur Standardausstattung. Die App zeigt an, wie voll die Batterie noch ist, wo Ladestationen sind oder sie berechnet die exakte Restreichweite unter Berücksichtung von Stau oder Höhenprofil der Strecke. Auch die Klimaanlage lässt sich über das Smartphone steuern, der Wagen somit schon vom Frühstückstisch aus vorkühlen oder vorheizen.

Mehr Reichweite mit Range Extender

Ein Leckerli hat BMW für Schnellentschlossene. Die Autos, die im ersten halben Jahr produziert werden, erhalten zusätzlich das Navigationssystem „Professional“, was gewöhnlich ein paar Tausend Euro kostet. Das verspricht zumindest der Produktmanager Heinrich Schwackhöfte.

Wer sich nicht sicher ist, wie er den i3 später nutzen will (ob nur Kurz- oder auch mal Langstrecke), kann einen sogenannten Range Extender bestellen (Aufpreis: 5.000 Euro). Das ist in diesem Fall ein kleiner 34 PS starker Zweizylinder-Benziner, der bei leerem Akku anspringt und den Stromspeicher mit Saft versorgt. Nach rund 150 Kilometer elektrischer Reichweite ist dadurch nochmals die gleiche Strecke drin.

Die Türen öffnen gegenläufig, eine B-Säule gibt es nicht Die Türen öffnen gegenläufig, eine B-Säule gibt es nicht Quelle: BMW Prognosen zum Absatz macht BMW keine. Auch Zahlen zur Kapazität in Leipzig, wo der i3 montiert wird, behält man für sich. Experten schätzen, dass nach der Anlaufphase jährlich etwa 30.000 bis 40.000 Einheiten vom Band rollen könnten.

Wer jetzt zum Händler geht und verbindlich bestellen will, muss sich noch etwas gedulden. Erst ab Mitte August kann der Verkäufer detailliert sagen, was wie viel kostet. Dann kann der Kunde zunächst eine unverbindliche „Produktionsplatz-Reservierung“ abgeben. BMW will sich damit einen ersten Überblick verschaffen, wie groß die Nachfrage ist. 2.500 dieser Papiere sollen bereits vorliegen.

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