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Opel Insignia Facelift - Besser Navigieren im großen Opel

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Der Opel Insignia erhält ein großes Facelift. Besonders ambitioniert: Das neue Infotainmentsystem mit Touchscreen. Auch bei Motoren und Fahrwerk hält neue Technik Einzug.

MT-Reporter Daniel Musiol bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem neuen Opel Insignia - das Fahren war leider noch nicht gestattet MT-Reporter Daniel Musiol bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem neuen Opel Insignia - das Fahren war leider noch nicht gestattet

Rüsselsheim - Da steht der neue Insignia vor mir, in drei Varianten, und eines kann ich sofort sagen: Der Neue ist ganz der Alte. Nur schöner.

Ich maße mir ein frühes, klares Urteil an, schließlich fahre ich selbst seit 2009 einen Opel Insignia Sports Tourer.

Meiner wird jetzt ausgemustert, entsprechend neugierig bin ich auf den neuen Opel. Wird das auch mein Neuer?

Rein äußerlich sieht der Insignia unverändert aus. Meiner Meinung nach also ganz gut. Vor allem mit den jetzt geänderten Scheinwerfern. Geschwungen und schwarz schinden sie in etwa so viel Eindruck wie sie Licht spenden.

Das LED-Tagfahrlicht gibt es künftig ab der Ausstattung Edition serienmäßig, das angekündigte LED-Matrix-Licht vorerst überhaupt nicht. Die Technik ist wohl noch zu teuer. Sonst waren eher Kosmetiker statt Designer am Werk. Die obere Chromspange wandert im etwas größeren Grill weiter nach unten, die Nebelscheinwerfer sind rund statt eckig. Hinten fallen die zweigeteilten LED-Heckleuchten und die breitere Chromspange auf.

 

Krieg den Knöpfen

Spannender, weil wichtiger: das Cockpit. Wie oft wurde die Bedienung und Funktion der Bordcomputer-Einheit kritisiert. Nicht immer mit milden Worten.

Die einst mit Tasten überfrachtete Mittelkonsole wird künftig leerer, schöner und klarer. Denn statt Knopfchaos baut Opel hier nun auf ein Touchpad in Kombination mit einem Acht-Zoll-Touchscreen. Die Technik heißt wie im Opel Adam IntelliLink, funktioniert aber anders.

Das neue Insignia Cockpit: Klarer gegliedert und intuitiver zu bedienen Das neue Insignia Cockpit: Klarer gegliedert und intuitiver zu bedienen Quelle: Opel Während das Adam-IntelliLink „nur“ auf dem Smartphone gespeicherte Apps verwaltet, ist das Insignia-IntelliLink ein autarkes System mit vollwertiger Tablet-Funktionalität inklusive Wischbewegungen, Handschrifterkennung, Fingerzoom und Sprachsteuerung. Bis zu 60 Favoriten aus allen Anwendungsbereichen (Musik, Navigation, Telefonnummern etc.) lassen sich speichern und mit drei Fingerbewegungen schnell ansteuern.

In den Fahrprogrammen "Tour" oder "Sport" können personalisierte Anzeigen hinterlegt werden. Ein nettes Gimmick ist die Nebenverbrauchsanzeige, die den Mehrverbrauch elektrischer Verbraucher berechnet.

Beim Erstversuch in Rüsselsheim befand sich das intuitive System noch im Beta-Zustand. Das bedeutet: es fehlte ihm noch an Tempo. Doch die eingeschobenen Gedenksekunden sollen bis zum Seriensstart behoben sein. Schon sehr ausgereift wirkt dagegen das Bedienelement im Stil einer Computer-Maus in der Nähe des Schalthebels.

 

Vorerst keine Apps

Ab der Ausstattung „Sport“ ist das System serienmäßig, ansonsten kostet es als Navi 900 Europa Touch 1.200 Euro. Wird das System in Zukunft mit weiteren Apps erweiterbar sein? „Schauen wir mal“, sagt ein Opel-Sprecher. Platz ist genug auf dem Bildschirm. Wer auf das große Touchscreen-Navi verzichtet, bekommt mit dem Stereo-Radio 400 B.T. einen Vier-Zoll-Bildschirm. Dieser besitzt keine Touch-Funktionalitäten und wird herkömmlich per Drehregler an der Mittelkonsole bedient.

 

Aufrüstung bei den Assistenten

Sehr intuitiv: Die Eingabe per Handschrifts-Erkennung Sehr intuitiv: Die Eingabe per Handschrifts-Erkennung Quelle: Opel Kein Facelift ohne Aufrüsten bei den Assistenzsystemen. Hintere Radarsensoren und eine Kamera ermöglichen eine Totwinkel-Erkennung, einen besseren Spurhalteassistenten und einen Rückfahrassistenten.

Der adaptive Geschwindigkeitsregler kann bis zum Stillstand bremsen und beschleunigt gemeinsam mit dem Automatikgetriebe bis zur eingestellten Geschwindigkeit. Im Stadtmodus, bis 30 km/h, erkennt er Personen und kann eine Notbremsung einleiten.

Auch das Fahrwerk bekam ein Update. Eine geänderte Federbeinaufnahme, eine bessere Isolierung an der Vorderachse und verstärkte hintere Querlenker beseitigen hoffentlich das gelegentliche Poltern auf Kopfsteinpflaster von der Vorderachse.

 

Neue Motoren

Wie der Cascada, Astra und Zafira erhält der Insignia den 1.6-SIDI-Motor mit 170 PS. Er verbraucht im Insignia 6,1 Liter pro 100 km, 1,6 Liter weniger als der Vorgängermotor mit 180 PS. Fast 8.000 Euro Aufpreis kostet der 2.0-SIDI. Er basiert auf dem alten 2.0-Turbo mit 250 PS, schluckt aber nur noch 8,0 Liter (bisher: 8,8 l/100 km, NEFZ).

Neu ist der 2.0-CDTI mit 120 oder 140 PS, der nach Norm nur noch 3,7 Liter in der Limousine verbraucht und ab 25.915 Euro startet. Der billigste Insignia kostet 24.325 Euro und ist ein 1.4er-Turbo mit 140 PS. Das sind 2.000 Euro weniger als beim alten Modell.

Probieren konnte ich noch keinen der Motoren, die erste Ausfahrt lässt noch ein paar Tage auf sich warten.

Die letzte Frage zur ersten Insignia-Begegnung: Setzt Opel das neue Insignia-Bedienkonzept in seinen anderen Modellen ein? Jein: Denn auch wenn künftig alle Infotainment-Systeme IntelliLink heißen, werden sie sich nicht gleichen, sondern modellspezifisch angepasst.

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