Ratgeber zur richtigen Bewerbung – Wissenswertes und Tipps

Bewerbung –
Wissenswertes und Tipps

Mann füllt Online-Bewerbung aus

Ratgeber: Richtig bewerben

Zwischen Dir und Deinem Traumjob steht nicht viel, nur ein wenig Papier. Oder eine E-Mail. Eine gute Bewerbung zeigt, wer Du bist, was Du kannst und hilft dem Unternehmen, zu entscheiden, ob Du ins Profil passt. Wir haben in unserem Ratgeber zusammengefasst, was in eine Bewerbung gehört und welche Fallstricke Du vermeiden solltest.

Wie wünscht die Firma angesprochen zu werden?

Zuerst: Beachte, welche Art der Kontaktaufnahme sich das Unternehmen wünscht. Manche Firmen bevorzugen Bewerbungen per E-Mail, andere die Papierform. Die Bewerbung muss zur Branche sowie zum Unternehmen passen und sollte individuell auf das Stellenprofil der Firma zugeschnitten sein.

Eine Musterbewerbung bietet eine gute erste Orientierung, sie 1:1 zu übernehmen, sollte man vermeiden. Auch ein Standardanschreiben, das unverändert an verschiedene Unternehmen geht, erkennen Personalverantwortliche sofort.

Die Firmenhomepage gründlich zu lesen, ist sinnvoll angelegte Zeit. Das gibt Aufschluss über Firmenkultur, Tonalität und die Art der Aufgaben, die Dich erwarten und sollte spätestens mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch Pflicht werden.

Das gehört in eine Bewerbung

Die Reihenfolge der Bewerbungsinhalte ist meist gleich, egal ob die Bewerbung auf Papier oder per E-Mail erfolgt: Anschreiben, Lebenslauf, optionale Dritte Seite, Zeugnis des höchsten Bildungsabschlusses, Arbeitszeugnisse und Referenzen sowie zusätzliche Qualifikationen.

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Dritte Seite
  • Anhänge
  • Digital
Mann füllt Online-Bewerbung aus

Das Anschreiben

Wie in jedem Text gilt: Der erste Satz ist der entscheidende. Gelingt es, den Personaler dazu zu bringen, über den ersten Absatz hinaus zu lesen, ist schon viel gewonnen. Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“ wecken keine Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit braucht es, um aus der Flut von Bewerbungen hervorzustechen.

Was motiviert Dich, Dich auf diesen Job zu bewerben? Hast Du von klein auf an in der Werkstatt mitgeschraubt oder versucht, Deiner kleinen Schwester die Spielzeug-Autos zu verkaufen? Was macht genau diese Firma für Dich interessant?

Im Anschluss stellst Du kurz Deine bisherigen Berufsstationen dar, welche Ziele Du erreichen möchtest und welche Stärken Du hast. Idealerweise schaffst Du eine Verbindung zwischen dem eigenen Werdegang, dem Stellenprofil und der Firma. Mach klar: Das kannst Du einbringen. Das qualifiziert Dich. Darum passt Du ins Unternehmen.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf zeigt, woher Du beruflich kommst. Er kann chronologisch gestaltet sein oder entgegen der Chronologie. Die Tendenz scheint in Richtung der letzten Variante zu gehen: Der Leser kommt schneller zu den interessanten Punkten wie dem letzten Arbeitgeber oder der Ausbildung.

Das Bewerbungsfoto kann entweder hier oder auf dem Deckblatt angebracht werden – aber bitte kein Urlaubsfoto mit einem Drink in der Hand. Ein professionelles Bild vom Fotografen ist gut angelegtes Geld.

Was ist die Dritte Seite?

Die Dritte Seite kann nach dem Lebenslauf platziert Raum geben, sich über das Anschreiben hinaus persönlich darzustellen. Wer sich bereits schwer damit tut, das Anschreiben zu formulieren, wird sich mit einer zusätzlichen Dritten Seite keinen Gefallen tun. Eine reine Aneinanderreihung von Eigenschaften liest sich nicht sonderlich interessant, wer aber von klein auf an in einer Werkstatt mitgeschraubt hat, hat etwas mehr über sich zu erzählen.

Zeugnisse, Referenzen, zusätzliche Qualifikationen

Es wird immer das Zeugnis des letzten Bildungsabschlusses mitgegeben. Zusätzliche Qualifikationen sollten zur ausgesuchten Stelle passen. Der Schreibmaschinenkurs wird einen Mechaniker nicht spannender für das Unternehmen machen, Fremdsprachenkenntnisse bei der Bewerbung in einem internationalen Unternehmen dagegen schon.

Digitale Bewerbungen

Viele Unternehmen verzichten ganz auf Papier-Bewerbungen und bevorzugen den Kontakt per E-Mail oder Online-Formular. Das Anschreiben kann als E-Mail-Anhang mitgeschickt werden oder der Hauptinhalt der E-Mail sein. Hängt man es an, sollte eine Kurzfassung davon der E-Mailtext sein. Die Anlagen werden in einem PDF zusammengefasst. Bedenke dabei: Im Zweifel werden sie auf einem Smartphone eingesehen. Daher die Auflösung nicht zu klein gestalten, aber die Anhänge nicht zu groß werden lassen. Die Absenderadresse sollte seriös sein, als E-Mail-Adresse also nicht die mit dem Kosenamen benutzen.

Dos and Don'ts

  • Das Anschreiben nicht länger als eine Din-A4-Seite gestalten
  • Persönlich ansprechen, idealerweise vorher Namen des Personalchefs herausfinden
  • Kopien in Anlage lesbar erstellen
  • Vergiss im Anschreiben die Soft Skills nicht (Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Ausdauer)
  • Frankiere die Bewerbung ausreichend - es gibt bei einer Bewerbung wenig Peinlicheres, als dass der zukünftige Chef das Porto nachzahlen muss
  • Checke Dein Profil in sozialen Medien wie Facebook, Xing oder LinkedIn
  • Verwende keinen Konjunktiv
  • Vermeide Schreib- und Schusselfehler wie unlogische Daten oder einen falschen Firmennamen
  • Keine Bewerbung an info@
  • Kein liniertes oder kariertes Papier, sondern weißes oder cremefarbenes, etwas dickeres Papier
  • Comic Sans macht sich gut auf der Geburtstagseinladung eines junggebliebenen 55-Jährigen. Aber auch nur da.
Bewerber warten auf das Bewerbungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch

Hast Du es bis ins Bewerbungsgespräch geschafft: Herzlichen Glückwunsch! Jetzt gilt es, das Unternehmen zu überzeugen. Auf der Firmenhomepage hast Du Dich über den Wunscharbeitgeber informiert, pünktlich bist Du selbstverständlich und Dein Outfit hast Du an den Dresscode der Firma angepasst. Hier noch ein paar Tipps für das Bewerbungsgespräch:

  • Den ersten Eindruck kann man nicht korrigieren. Also: Selbstbewusst auftreten. Dazu zählt ein fester Händedruck, deutlich und langsam sprechen, Blickkontakt halten und Körperspannung bewahren.
  • Angebotene (alkoholfreie) Getränke können angenommen werden.
  • Das Gegenüber „spiegeln“: Damit ist gemeint, die Körpersprache des Gesprächspartners zu wiederholen. Das läuft oft unbewusst ab, kann aber auch bewusst eingesetzt werden und macht sympathisch.
  • Höflich sein und oft lächeln. Auch ein Scherz darf sein, wenn Du das Gefühl hast, das Eis ist gebrochen.
  • Im Verlauf des Gespräches kannst Du (relevante) Fragen stellen und Notizen machen. Das zeigt Interesse an der Stelle.
  • Auf die gängigen Fragen der Personaler kannst Du Dich vorbereiten. Auswendig gelernt sollten die Antworten jedoch nicht wirken.
  • Du solltest Dir im Vorfeld eine Gehaltsvorstellung zurechtlegen. Wichtig ist, diese bei Nachfragen auch begründen zu können (Qualifikationen, Berufserfahrung usw.).
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