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Welches Motoröl?

Themenstarteram 25. Januar 2004 um 18:12

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema
am 1. März 2004 um 23:20

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.

Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:

Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.

Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.

Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.

Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:

Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.

Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"

Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!

Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.

Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:

Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.

Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:

Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.

Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:

Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:

„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“

Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.

Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!

Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.

Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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@wk205

Bei Autos wo die Motoren eigentlich nie kalt werden, kann man nicht mit Kurzstreckenfahrzeugen vergleichen.

Zitat:

@wk205 schrieb am 23. April 2023 um 10:51:59 Uhr:

Taxen erreichen bei übelsten Haltungsbedingungen über 400 kkm

Das Kapital des Taxifahrers ist das Fahrzeug. Mit "Übelste Haltungsbedingungen" einfach mal was rausgehauhen oder gibt es einen konkreten Hintergrund...?

Da viele Leute ja immer lieber tendenziell dickere Viskositäten fahren statt dünnere habe beim letzten Ölwechsel in meinen Saab 9-5 Aero Baujahr 2002 mit 250PS 5w20 Öl von RedLine gekippt.

Die Motoren sind sehr bekannt für Öldruckprobleme sowie Haupt- und Pleuellagerschäden und brauchen laut Herstellervorgabe zwingend Öle mit HTHS 3,5+ :D

Ich nehme sehr gerne Prognosen an was mit 5w20 passieren wird. :)

 

Bisher habe ich 5 Ölanalysen gemacht mit Shell Helix Ultra 0w40, Ravenol VST 5w40, Mobil1 Turbo Diesel 0w40, Mobil New Life 0w40 und Shell Helix AV-L 0w30 Die bisherige Verschleißtendenz: Je dünner das Öl desto geringer der Verschleiß.

Oelcheck

By the Way mal eine Frage in den Raum geworfen, da wir morgen in den Urlaub fahren: Habe noch einen 5L Kanister Castrol Edge 0W20 VW 50800 im Keller stehen gehabt, hier wurde im Januar 2021 Inspektion gemacht, und etwa 4,5 Liter entnommen. Halber Liter noch drin, würde etwas nachfüllen wollen, aber: ist das Öl noch gut? Die Tips im Netz dass das Öl klar und nicht trüb sein soll, sind immer Mega geil. Wer füllt das Öl vom Behälter erstmal in einen klaren behälter um, um dies zu prüfen? Im Ölbehältnis selbst kannst das nicht erkennen. Klar macht n halber Liter den Kohl nicht fett, aber würds schon gern wissen.

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 12:49:49 Uhr:

Die bisherige Verschleißtendenz: Je dünner das Öl desto geringer der Verschleiß.

Wo ist das zu sehen? In Deinen Analysen sehe ich zwar unterschiedliche Öle, aber eben auch ähnliche Verschelßmetall-Konzentrationen pro Kilometer (grob betrachtet).

 

Höhere HTHS-Werte (z.B. größer als 3,5) sind dann wichtig, wenn die Drehzahlen und die Öltemperaturen hoch werden. Ist das bei Dir zutreffend? Ich meine ja nur..., man kann auch "normal" mit Verkehr mitschwimmen, und dabei nur einen Bruchteil der Nennleistung aufwenden lassen. Dafür brauchts dann auch keine "Härtung" für das verfüllte Öl.

Zitat:

@a3Autofahrer schrieb am 23. April 2023 um 16:35:35 Uhr:

 

Wo ist das zu sehen? In Deinen Analysen sehe ich zwar unterschiedliche Öle, aber eben auch ähnliche Verschelßmetall-Konzentrationen pro Kilometer (grob betrachtet).

Genauer betrachtet;

Die Ölnachfüllmenge ist bedeutend kleiner.

Und der Gleitlagerverschleiß ist (sogar ungeachtet der Ölnachfüllmenge) zweifelsfrei niedriger.

 

Zitat:

@a3Autofahrer schrieb am 23. April 2023 um 16:35:35 Uhr:

Höhere HTHS-Werte (z.B. größer als 3,5) sind dann wichtig, wenn die Drehzahlen und die Öltemperaturen hoch werden. Ist das bei Dir zutreffend?

Öltemperatur weiß ich nicht. Ich habe sicherheitshalber noch ne Sandwichplatte bestellt um Öltemperatur und Öldruck beobachten zu können. Das Thermostat vom Ölkühler soll normalerweise bei 105°C öffnen.

Hohe Drehzahlen sporadisch ja (aber keine Vollgasfahrten)

Passfahrten (Pyrenäen/Alpen) ebenfalls.

Aber nicht Pässe + auf die Kacke hauen in Kombination. Wobei so schön im 4ten 5ten Gang bei 1600u/min und Ladedruck den Berg hoch für das Öl vermutlich ein größeres Problem darstellen könnte.

Der Motor schafft ob des kleinen Spielzeugturboladers bei 1600u/min schon 0,8bar Ladedruck und 340NM Drehmoment was für einen 20 Jahre alten Nicht-Dieselmotor schon viel ist.

Ergänzend sollte ich vielleicht sagen, dass ich zu allem Überfluss oft in Frankreich auf E85 und nicht auf Benzin fahre wodurch durch die höhere Abgasmasse der Lader natürlich nochmal früher kommt als auf Benzin.

Ich fahre allerdings nie Kurzstrecke unter 60-80 Kilometer. Ansonsten wäre der Versuch zweifelsfrei zu riskant da E85 natürlich bedeutend stärker zu Kraftstoffeintrag neigt als Benzin. (Dafür aber auch gut wieder ausdampft.)

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 23:15:46 Uhr:

Genauer betrachtet;

Die Ölnachfüllmenge ist bedeutend kleiner.

Und der Gleitlagerverschleiß ist (sogar ungeachtet der Ölnachfüllmenge) zweifelsfrei niedriger.

Die Angaben zur Nachfüllmenge habe ich gar nicht gesehen. :eek: Das ändert natürlich einiges. Waren das Verschmutzungen an den Kolbenringen, oder ist einfach die Verdampfungsneigung geringer (Noak)? Ich finde das schon interessant.

Gleitlagerverschleiß: Welche Werte in der Analyse weisen darauf hin?

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 23:15:46 Uhr:

 

Wobei so schön im 4ten 5ten Gang bei 1600u/min und Ladedruck den Berg hoch für das Öl vermutlich ein größeres Problem darstellen könnte.

Der Motor schafft ob des kleinen Spielzeugturboladers bei 1600u/min schon 0,8bar Ladedruck und 340NM Drehmoment was für einen 20 Jahre alten Nicht-Dieselmotor schon viel ist.

Ist das ein 2,3 Liter? Passt so zumindest zum "Spielzeuglader". ;) :D Die Dieselmotoren brauchen ja den Luftüberschuss, der Otto mag (bzw. braucht) es praktisch stöchiometrisch in Richtung Lambda kleiner 1. Daher genügt ein kleinerer Lader, der dann wiederum aber auch agiler ist (klein = fein).

Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass bei Bergauffahrten in dem Drehzahl und Lastbereich die Kolben gut warm werden. Ich würd' wahrscheinlich runterschalten und dem Schätzchen das nicht unbedingt zumuten, auch wenn er es sicher abkann. Alleine für einen guten Ölkeil in den Lagern und einem guten Ölvolumenstrom (plus Kolbenkühlung durch Spritzdüsen).

Zitat:

@a3Autofahrer schrieb am 23. April 2023 um 23:38:56 Uhr:

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 23:15:46 Uhr:

Genauer betrachtet;

Die Ölnachfüllmenge ist bedeutend kleiner.

Und der Gleitlagerverschleiß ist (sogar ungeachtet der Ölnachfüllmenge) zweifelsfrei niedriger.

Die Angaben zur Nachfüllmenge habe ich gar nicht gesehen. :eek: Das ändert natürlich einiges. Waren das Verschmutzungen an den Kolbenringen, oder ist einfach die Verdampfungsneigung geringer (Noak)? Ich finde das schon interessant.

Gleitlagerverschleiß: Welche Werte in der Analyse weisen darauf hin?

Gleitlager ist Kuper und Blei.

Zumindest noch bei den Motoren von damals.

Heute ist das von den Materialien ja teilweise alles ein wenig anders.

 

Verbrauch;

Ich vermute stark das müssen Ablagerungen an den Abstreif- oder Kolbenringen sein die sich gelöst oder gebessert haben.

Die Wechselintervalle (bis auf eine Ausnahme immer 6.000 Kilometer) mache ich auch genau mit diesem Ziel. Rein vom Fahrprofil (nur Langstrecke) wäre das Intervall so sicherlich nicht notwendig.

Am Noack wird es nicht liegen.

Von Shell gibt es keine offizielle Angabe und es wäre spekulativ.

Es würde mich aber wundern, wenn dieser beim AV-L 0w30 wirklich unter 10% läge.

Ravenol VST 5w40 war bisher das dickste Öl was ich in der kompletten Historie gefahren bin.

Sicherlich auch das mit dem geringsten Noack. Und lustigerweise das Öl mit dem höchsten Ölverbrauch.

Manchmal verstehe ich es selbst nicht. Signifikant gesunken ist der Ölverbrauch erst seit den zwei Intervallen mit Mobil1 New Life/TurboDiesel. (Vom Datenblatt und von meiner Analyse-Erfahrung in meinem Zafira Diesel waren newlife und turbodiesel die identischen Öle nur marketingtechnisch hinter verschiedenen Namen versteckt) Konnte da vor 3-4 Jahren Restbestände mal günstig abgreifen.

Glaube aber nicht, dass das am Öl konkret lag. Sondern vermutlich eher Zufall.

Du könntest natürlich das 5W40 von Ravenol nochmal probieren und gucken, ob der Ölverbrauch reproduzierbar ist. Falls nicht, dann würde ich auch einen Reinigungseffekt im Ringbereich in Betracht ziehen wollen. ;)

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 12:49:49 Uhr:

Da viele Leute ja immer lieber tendenziell dickere Viskositäten fahren statt dünnere habe beim letzten Ölwechsel in meinen Saab 9-5 Aero Baujahr 2002 mit 250PS 5w20 Öl von RedLine gekippt.

Die Motoren sind sehr bekannt für Öldruckprobleme sowie Haupt- und Pleuellagerschäden und brauchen laut Herstellervorgabe zwingend Öle mit HTHS 3,5+ :D

Ich nehme sehr gerne Prognosen an was mit 5w20 passieren wird. :)

 

Bisher habe ich 5 Ölanalysen gemacht mit Shell Helix Ultra 0w40, Ravenol VST 5w40, Mobil1 Turbo Diesel 0w40, Mobil New Life 0w40 und Shell Helix AV-L 0w30 Die bisherige Verschleißtendenz: Je dünner das Öl desto geringer der Verschleiß.

Waren für diese Lagerschäden nicht Ölkohle in der Ölwanne auf Grund von zu dicht an der Ölwanne platziertem Katalysator in Zusammenhang mit benutztem 10w-40 und zu lange hinausgezögerten Ölwechsel der Grund? Oder war das bei einem anderen Motor?

Wir beide hatten uns schon mal vor Jahren kurz darüber hier ausgetauscht, wenn ich mich recht erinnere.

Schön dass der 9-5 so klasse läuft. Das M1 0w-40 hat sich ja als Persil herausgestellt, das supersyn (Vorgänger des new live) war ja das Öl dann für diese SAAB-Turbomotoren als das Problem in den Community's erkannt war.

Ja das stimmt in etwa. Mit 10w40 gabs erste Motorschäden schon vorm Dritten Ölwechsel (60.000km)

Mit besseren Ölen gab es auch Motorschäden, jedoch später.

Das weitere eklatante Problem war bis Modelljahr 2003 eine unzureichend ausgelegte Kurbelgehäuseentlüftung in Kombination mit dem 20.000km Wechselintervall. In Kombination mit der thermischen Belastung ist das Öl dann verkokt und hat das Ölsieb verstopft. Da der serienmäßige Öldruckschalter mit 0,3bar Schaltdruck eigentlich nur ne bessere Dekoreationslampe ist hieß Öldrucklampe meist schon = Motor kaputt

Effektive Abhilfe war nur Reduktion auf 10.000km in Kombination mit gutem Öl.

2004 wurde die KGE grundlegend verbessert und Probleme nur mehr sehr selten.

Und ja, das ist gut Möglich dass wir vor Jahren schon geschrieben haben. Den Namen kenne ich zumindest :)

Bin hier mittlerweile nur mehr seltener im Forum unterwegs.

Der Motor läuft jetzt soweit ganz gut von den Analysen her.

Aber der komplette Steuerkettensatz ist noch Original (was bei 300.000km extrem ungewöhnlich ist) und das merkt man. Der Spanner ist zwar nicht so weit draußen dass es bei Kaltstart rasselt. Aber da der Spanner bedeutend weiter ausfahren kann als das Verschleißmaß bin ich mir sicher. Die ist fällig.

Da dafür der Motor ausgebaut werden muss werde ich in dem Zuge dann den Motor sowieso revidieren lassen. Wahrscheinlich übernächsten Winter.

Aber das Viskositätsexperiment interessiert mich jetzt doch sehr.

Irgendwer muss ja mal den Schritt für sowas verrücktes wagen!

Aber bei den Lagerspielen die die Motoren ab Werk haben bin ich mir eigentlich sicher.

5w20 wird funktionieren. Und da das Ölsieb 2018 bei Kontrolle der Ölwanne sauber war und die Steuerkette schon so lange hält denke ich der Motor hat auch glücklicherweise nie Mangelschmierung erlebt die irgendeinen Vorschaden hätte verursachen können.

 

Das RedLine ist mit HTHS 3,0 für ein 5w20 relativ "dick" und da durch den Ölkühler immer 25% Altöl im Motor verbleiben ist das denke ich ein gut kalkulierbares Risiko.

Ich wollte damals mit meinem Zafira Diesel das Experiment mit abgesenkter HTHS und gutem Fahrprofil schonmal starten. Weil ich mir immer sicher war. Keine Kurzstrecke, kein Kraftstoff im Öl, kein Volllastgeballere, kürzeres Intervall.

Das muss doch eigentlich funktionieren.

2018 wollte ich es dann machen. Damals ist mir aber vorher durch einen defekten Injektor der Motor kaputt gegangen. Und beim gebrauchten Motor hab ich richtig ins Klo gegriffen. (starke Nebengeräusche aus dem Ventiltrieb). Da hatte ich es mich dann nicht mehr getraut. Der besagte Motor läuft 100.000km später aber tatsächlich immernoch mit unveränderten Störgeräuschen. Die meisten Motoren sind zäher als man denkt.

am 25. April 2023 um 19:06

Zitat:

@Leon596 schrieb am 23. April 2023 um 12:49:49 Uhr:

 

Da viele Leute ja immer lieber tendenziell dickere Viskositäten fahren statt dünnere habe beim letzten Ölwechsel in meinen Saab 9-5 Aero Baujahr 2002 mit 250PS 5w20 Öl von RedLine gekippt.

Die Motoren sind sehr bekannt für Öldruckprobleme sowie Haupt- und Pleuellagerschäden und brauchen laut Herstellervorgabe zwingend Öle mit HTHS 3,5+ :D

Ich nehme sehr gerne Prognosen an was mit 5w20 passieren wird. :)

Bisher habe ich 5 Ölanalysen gemacht mit Shell Helix Ultra 0w40, Ravenol VST 5w40, Mobil1 Turbo Diesel 0w40, Mobil New Life 0w40 und Shell Helix AV-L 0w30 Die bisherige Verschleißtendenz: Je dünner das Öl desto geringer der Verschleiß.

#

Entscheidend ist immer die Betriebsviskosität und die Menge an Verschleißschutzadditiven.

Dein Saab Motor hat durch den werksseitig verbauten Luftführungsschacht vorm Öl-Luftkühler einen höheren Staudruck-Luftdurchsatz, somit fällt mehr Kühlleistung an.

Weiterhin sind die befüllten Motoröle mit unterschiedlichen Mengen an organischem Bor & Molybdän formuliert. Die mobil 1 Öle sind gut mit Bor formuliert.

Der Gehalt an AN in den Ölen ist auch nicht bekannt.

Manche Öle haben deutliche Schwankungen in den Chargen

https://www.motor-talk.de/.../oelcheck-i210633614.html

Auch das RedLine 5W20 ist eins von den besseren Ölen mit viel Bor und höher viskosen PAO.

Die vorgesehene Nachrüstung eines Adapterflansch sollte zwischen Ölkühler und Ölfilter erfolgen.

Durch diese Anordnung ist die Messung der Öltemperatur nach dem Ölkühler möglich.

 

 

Ich habe gestern ne Sandwichplatte am Ölfilter nachgerüstet. Leider kann ich jetzt keinen vergrößerten Ölfilter (0,9l) mehr fahren sondern es passt nur noch der 0,25l kleine Serienfilter.

(Bei der Motorrevision werde ich dann vermutlich auf Adapterstück für den Öldruckschalter umsteigen. Habe ich jetzt nicht gemacht weil man da unfassbar schlecht drankommt.)

 

Öldruck ist aber auf jeden Fall unterm Sollwert.

Und ich erreiche jetzt im Winter überhaupt nicht die Betriebstemperatur. (Ölkühler bleibt kalt)

Solldruck 2,5bar bei 2000u/min bei 105°C mit 10w30

Ich habe 2,5bar bei 20°C weniger.

Leerlauf soll für üblich 1,1-1,2bar sein.

Da liege ich sogar drunter. Geradeso 1bar

Der Motor hat 4 Spritzdüsen zur Kolbenbodenkühlung die per Federventil ab 1,5bar öffnen. Die gehen wohl extrem oft kaputt und stehen daueroffen.

Würde die Diskrepanz Leerlauf vs 2000u/min erklären.

Interessant ists natürlich wie viel Öldruck noch übrig bleibt wenn der Motor wirklich warm ist. 1bar bei 85°C ist jetzt nicht soo viel.

Große Sorgen mach ich mir da jetzt aber auch nicht.

Saab ist dafür bekannt, dass die Motoren ab Werk immer eher eng von den Lagerspielen waren.

Ich kenne 3 Leute mit revidierten Motoren (3 verschiedene Motorenbauer)

Den Sollöldruck laut Werkstattinformationssystem schafft keiner von den 3en.

Und mit dem 85°C Öldruck im Direktvergleich liege ich gar nicht mal soooo schlecht. Trotz 5w20

Aber alle 3 haben besseren Öldruck im Leerlauf weil neue Spritzdüsen (ausnahmslos alle kaputt gewesen bei Revision)

am 28. April 2023 um 16:15

Zitat:

@Leon596 schrieb am 28. April 2023 um 02:56:13 Uhr:

 

Ich habe gestern ne Sandwichplatte am Ölfilter nachgerüstet. Leider kann ich jetzt keinen vergrößerten Ölfilter (0,9l) mehr fahren sondern es passt nur noch der 0,25l kleine Serienfilter.

Öldruck ist aber auf jeden Fall unterm Sollwert.

Und ich erreiche jetzt im Winter überhaupt nicht die Betriebstemperatur. (Ölkühler bleibt kalt)

Solldruck 2,5bar bei 2000u/min bei 105°C mit 10w30

Ich habe 2,5bar bei 20°C weniger.

Leerlauf soll für üblich 1,1-1,2bar sein.

Da liege ich sogar drunter. Geradeso 1bar

#

Leider hast Du keine Angaben gemacht, wo die Zwischenplatte montiert ist.

Gehe davon aus, das diese zwischen dem Ölfilter und der Thermostatplatte liegt.

Montage A)

Motorgehäuse

Ölkühlerplatte mit Thermostat

Zwischenplatte für Sensor Öldruck & Öltemperatur

Ölfilter

oder

Montage B)

Motorgehäuse

Zwischenplatte für Sensor Öldruck & Öltemperatur

Ölkühlerplatte mit Thermostat

Ölfilter

Bei der Montage gemäß A

wird die Öltemperatur und der Öldruck bei Betriebstemperatur nach dem Ölkühler vorm Filter gemessen.

Überwiegend werden die Thermostate in den Zwischenplatten in H-Schaltung ausgelegt.

Im kalten Zustand ist der Kurzschluss zum Motor und der Durchgang über den Ölkühler offen.

Bei kaltem Öl, bewirkt der höhere Staudruck über den Ölkühler, daß das Motoröl überwiegend in der Zwischenplatte (Kurzschluß) zum Motor fließt. Mit steigender Öltemperatur regelt das Thermostat und mehr heißes Öl fliest über den Ölkühler.

Ölfilter

Da kein Ölfiltertyp angegeben (W 712/80), bin ich nicht sicher,

ob das Anschraubgewinde 3/4-16 UNF oder metrisch ist.

Eine Alternativ wäre der W 840/2 mit einer Bauhöhe von 139mm

https://catalog.mann-filter.com/.../W%20840~2

Defekte Kolbenspritzdüsen scheren das Öl intensiver

Das Castrol 0W40R sollte scherstabiler sein. Bitte beachten nur das mit dem R ist ein PAO

https://www.ebay.de/sch/i.html?...

https://msdspds.castrol.com/.../bpxe-bmr49j.pdf

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