Welches Motoröl?

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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Zitat:

Original geschrieben von MadMaxV8


Ich würde da den AH-64 Apache empfehlen. Der fliegt noch bis zu 30 Min. ohne Schmierung.

Stramme Leistung. Aber der hat ja auch keine Kolben, die fressen können

und keine Nockenwelle, die geschmiert werden muß.

Gruß, Trebo

Zitat:

Original geschrieben von Trebo


Ich hab' gerade mal ins Handbuch einer Piper PA28 mit Lycoming O-360 geschaut:
Da gibts keine Einschränkung, was das Öl betrifft.
Ist aber auch eine noch eine sehr junge Kiste, Bj. 1980.

Hi,

auch für Lycoming gibt es Empfehlungen:
http://www.lycoming.textron.com/.../SI1014M.pdf

Gruß
Stefan

Meine Güte, die sind ja auf dem Stand vor vor 30+ Jahren stehen geblieben... Getriebe mit drin oder nicht, ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Motor mit mineralischen Einbereichsölen, oder einem 20W50 sehr verschleißarm läuft und daß er dabei innen sauber bleibt.. auch wenn die ein "Dispersant" Öl vorschreiben

Zitat:

Original geschrieben von kat2


auch für Lycoming gibt es Empfehlungen:
http://www.lycoming.textron.com/.../SI1014M.pdf

Hi Stefan,

da muß man schon schmunzeln, wenn man die Empfehlungen liest.

Ich kenne zwar die Spezifikationen SAEJ1966 und SAEJ1899 nicht, vermute aber mal,
daß die nur äußerst geringe Anforderungen an das Öl stellen.

Öle nach SAEJ1966 werden von Castrol als "Einlauföle" bezeichnet, daß heißt für mich
äußerst niedrig legiert und ohne Verschleißschutzadditive.

So gesehen kann man wohl so ziemlich alles, was nach Motoröl aussieht,
in diese Motoren schütten.
Die Amis kippen SAE30 rein und gut is. Nach 2.000 Stunden wird der Motor ja eh überholt.

Mich wundert sowieso, daß diese Motoren heute noch gebaut werden.
Technisch sind sie völlig überholt.

Gruß, Trebo

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Zitat:

Original geschrieben von HL66


Meine Güte, die sind ja auf dem Stand vor vor 30+ Jahren stehen geblieben...

Was die Ölempfehlungen angeht, ja ;-)

Die Motoren wurden vor mehr als 50 Jahren konstruiert
und seither kaum geändert.
Dementsprechend sind Verschleiß und Verbrauch.

Gruß, Trebo

Alles sollte man sicher nicht hineinschütten. Moderne Öle haben einen hohen Aschegehalt (vielleicht würden die für DPF gehen), den die Flugmotoren nicht vertragen. Mit dem synth. Mobil AV1 hat es schon einmal einen Reinfall gegeben.
Siehe auch: http://www.globalair.com/discussions/Georges_Hangar/article~/msgID=451

Das die Motoren solange gebaut wurden (und werden), hat auch etwas mit den geringen Stückzahlen, Zulassungskosten etc. zu tun. Porsche hat nach 80 Motoren aufgegeben (PFM 3200), Rotax hat gerade die Einstellung des V6-Programms (moderner FADEC-Motor) angekündigt, ehe man fertig war. Einziger Lichtblick sind die Flugdieselmotoren.

Gruß
Stefan

Na ja,ich denke mal, daß es Pflicht ist, daß die Mühle alle 2000h zerlegt wird aber was dabei nicht verschlissen ist, muß auch nicht erneuert werden und somit wirds billiger.

Na ja, is wohl eine eigene Welt....

Analog kann man das auf andere Bereiche übertragen... Nutzmotoren, Stationärmotoren, Notstromdiesel, Schiffsdiesel.. sicher sind die Anforderungen anders als bei einem PKW, aber die werden für meinen Geschmack alle altertümlich geschmiert.. auch bei großen Ölfüllmengen sind doch die Ölkosten nichts im Vergleich zu den Reparaturen...

ich hab an der Uni mal nen Professor ausgelacht weil der damals für die Notstromdiesel verantwortlich war und die damals grade für schweine Geld überholt wurden weil sie total durch waren.. durch die regelmäßigen monatlichen Live Tests die vorgeschrieben sind.

Zitat:

Original geschrieben von kat2


Alles sollte man sicher nicht hineinschütten. Moderne Öle haben einen hohen Aschegehalt (vielleicht würden die für DPF gehen), den die Flugmotoren nicht vertragen. Mit dem synth. Mobil AV1 hat es schon einmal einen Reinfall gegeben.
Siehe auch: http://www.globalair.com/discussions/Georges_Hangar/article~/msgID=451

Hallo Stefan,

interessanter Link. Der Einleitungssatz erinnert mich irgendwie an den Anfang dieses Threads ;-)

Ob der Mann wirklich richtigt liegt, kann sicher nur ein Spezialist wie Sterndocktor beurteilen.
Ich hab' da meine Zweifel.

Zitat:

Das die Motoren solange gebaut wurden (und werden), hat auch etwas mit den geringen Stückzahlen, Zulassungskosten etc. zu tun. Porsche hat nach 80 Motoren aufgegeben (PFM 3200), Rotax hat gerade die Einstellung des V6-Programms (moderner FADEC-Motor) angekündigt, ehe man fertig war. Einziger Lichtblick sind die Flugdieselmotoren.

Klar, das Problem sind die geringen Stückzahlen und die exorbitanten Zulassungskosten für völlig neue Motoren.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Diesel den Durchbruch schaffen.
Die Preisdifferenz zwischen AVGAS und JET A1 bzw. Diesel sollte jedenfalls stark dazu beitragen.

Aber der Hauptabsatzmarkt für diese Motoren war und ist die USA,
und da hat man gewisse Vorurteile gegenüber (kleinen) Dieselmotoren.

Und vielleicht auch gegenüber dem Fortschritt allgemein.
Zitat Homer Simpson: "Internet? Diesen Unsinn gibt's immer noch?"

Gruß, Trebo

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


...z. B. der "30er" Bereich geht von 8,9 bis unter 12,5...

Da hatte ich noch etwas falsches geschrieben. Der "30er" Bereich beginnt natürlich ab 9,3 u. nicht wie o. geschr. bei 8,9.

Hatte da wohl noch das 0W-20er Titan GT1 von Fuchs im Kopf, mit dem ich mich kurz vorher beschäftigt habe. Bei dem liegt die kin. Visko bei 100°C bei 8,9 mm²/s, weshalb es eben nichtmal ein XW-30, sondern eben sogar nur ein XW-20 ist.

Ein Einbereichsöl hat übrigens nicht automatisch einen niedrigeren Aschegehalt als ein modernes Mehrbereichsöl. Gibt sogar sehr hochlegierte Einbereichsöle für NFZ-Diesel, wo der Aschegehalt sogar bis zu 2,0 Massen-% betragen kann.

Bei Diesel-Motoren stört auch mehr Asche im Brennraum nicht, weil es hier ja zu keiner Glühzündung kommen kann - stört hier nur im Turbolader u. im DPF.

Bei Ottos ist das dagegen etwas anderes, weil es hier eben zu Glühzündungen kommen kann, wenn sich Asche-Ablagerungen im Brennraum befinden u. diese im Betrieb glühen.

Asche-Gehalt war deshalb auch schon VOR "low SAPS" bei den ACEA-Normen begrenzt. Bei den "A"-Normen für die Ottos auf max. 1,5. Bereits seit der Revision Ende 2004 gibts aber keine getrennten "A" für Ottos u. "B" für PKW-Diesel mehr.

Seither ist es so, dass für die A3/B3 max. 1,5 u. für die A3/B4 max. 1,6 gilt. Und dann gibts eben noch die neuen "C"-Normen, wo nochmal niedrigere Limits gelten - für die "C2" u. "C3" = max. 0,8.

Genau wie bei der Problematik mit den DPF ist es aber auch hier so, dass der prozentuale Wert alleine nicht viel aussagt, sondern immer zusammen mit dem Verdampfungsverlust des Öls gesehen werden muss - am wenigsten Asche hinterläßt immer noch das Öl, von dem so gut wie nichts an den Zylinderwänden verdampft u. von dem kaum etwas mitverbrannt wird!

Oder anders gesagt: Ein etwas niedrigerer, prozentualer Aschegehalt hilft mir überhaupt nichts, wenn dafür relativ viel mitverbrannt wird.

Und auch was den Verdampfungsverlust betrifft, ist ein hochwertiges Synthetiköl einem konventionellen deutlich überlegen.

Nicht nur was den Ölverbrauch, sondern eben auch die Sauberkeit der Brennräume (inkl. ggf. Turbolader u. DPF) betrifft, ist also ein Öl mit sehr geringem Verdampfungsverlust immer vorteilhaft - hat das dann zudem auch noch einen relativ niedrigen, prozentualen Aschegehalt = noch besser!

Würde es bei einem Otto-Flugmotor wie bei einem Motorrad-Motor halten. Optimal ist hier wie da ein hochwertiges Synthetiköl, welches dazu noch einen Aschegehalt möglichst nicht höher als 1,0 Massen-% hat.

Alles andere bis hin zur gesamten alkalischen Reserve (TBN), welche auch immer ausreichend hoch sein sollte, gilt für einen Flugmotor genauso wie für einen PKW-Motor

Was bei sehr alten noch dazu kommt, ist ebenfalls das Gleiche wie bei sehr alten PKW- o. Motorrad-Motoren. Also dass man auch noch die Material-Verträglichkeit im Auge haben muß.

Ein modernes Mehrbereichsöl, welches sogar sehr empfindliche Weiß- u. Buntmetalle (uralte Lager-Materialien) u. auch alle möglichen Dichtungs-Materialien in Ruhe läßt (bzw. nicht nur in Ruhe läßt, sondern sogar gut schützt), sollte aber auch einem alten Flug-Motor nicht nur nicht schaden, sondern sehr gut tun - oder?

Und wenn keine Reibwert-Verminderer enthalten sein sollen, bzw. keine Lamellenkupplungen o. ä. rutschen sollen, dann halt einfach ein gutes Motorrad-Öl verwenden (mit JASO MA) - fertig.

Nur bei einem sehr alten Motor halt keine mit Carbonsäure-Estern nehmen - die greifen z. B. auch Leder an. Deshalb da lieber auch keins von Fuchs aus der Silkolene-Serie nehmen, weil viele von denen einen ordentlichen Ester-Anteil enthalten - nicht alle, aber die besseren von denen.

Grüße

P. S. Wünsche allen ein frohes Fest!

Zitat:

Original geschrieben von Trebo


Hallo Stefan,
interessanter Link. Der Einleitungssatz erinnert mich irgendwie an den Anfang dieses Threads ;-)

Ob der Mann wirklich richtigt liegt, kann sicher nur ein Spezialist wie Sterndocktor beurteilen.
Ich hab' da meine Zweifel.

Gruß, Trebo

Da steht ziemlich viel Blödsinn drin. Wie wir gelernt haben, haben weder Synthetik- noch Mineralöle von selbst irgendeine Reinigungs- oder Reinhaltewirkung, sondern hängt das ausschließlich von den zugegebenen Additiven ab.

Weiter gelesen hab ich dann nicht mehr, scheint die Mühe nicht wert.

Frohes Fest!

Kleine Geschichte zur Auflockerung:

Gestern hat ein Aussendienstler, der unser Unternehmen verlässt, seinen MONDEO TDCI zurückgebracht.
Als die Leasingfirma das Auto abgeholt hat, haben wir festgestellt, dass während den gefahrenen 53.000 km KEINE Inspektion
gemacht wurde !!! Immer noch das erste Öl - das gute 5W-30 ACEA A1. Wehe dem, der diesen Leasingrückläufer kauft ! 🙁

Frohes Fest,

DC

Zitat:

Original geschrieben von Jan0815


Da steht ziemlich viel Blödsinn drin. Wie wir gelernt haben, haben weder Synthetik- noch Mineralöle von selbst irgendeine Reinigungs- oder Reinhaltewirkung, sondern hängt das ausschließlich von den zugegebenen Additiven ab.
Weiter gelesen hab ich dann nicht mehr, scheint die Mühe nicht wert.

Frohes Fest!

Hi,

dann wundert mich nur, warum auch Rotax bei Avgas kein synthetisches Öl empfiehlt, sondern nur mineralische oder teilsynthetische, wogegen man bei Mogas (also bleifreiem Autobenzin) auch vollsynth. Öle empfiehlt. Das deckt sich genau mit dem im Link gesagten.

Ich glaube nicht, daß die Blei-Problematik bei modernen Kfz-Ölen eine Rolle spielt und man das bei der Additivierung berücksichtigt (zumal die bei "ashless" Ölen gar nicht sehr hoch sein darf). Immerhin ist in Avgas 3x soviel Blei wie zuletzt im Autobenzin. Solche Bleigehalte gibt es im Kfz-Bereich seit ca. 3 Jahrzehnten nicht mehr (jedenfalls in Deutschland).

Offensichtlich gibt es auch vom Grundöl ein unterschiedliches Verhalten gegenüber den Bleioxiden.
Worum ist wohl Mobil mit dem AV1 auf die Nase gefallen?

Auch von mir ein frohes Fest an alle!

Gruß
Stefan

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


Würde es bei einem Otto-Flugmotor wie bei einem Motorrad-Motor halten. Optimal ist hier wie da ein hochwertiges Synthetiköl, welches dazu noch einen Aschegehalt möglichst nicht höher als 1,0 Massen-% hat.

Hi,

das mag für den Rotax gehen, die Spec. für Lyc. schreibt aber max. 0,011 % vor, siehe http://www.silmid.com/lubricants/aeroshell/pistonengineoils_W15W50.asp (ganz unten).

Gruß
Stefan

PS: Die MIL-Spec. ist zwar durch die SAE-Norm ersetzt, letztere ist aber nicht im Internet. Daher hier der Link zur MIL: http://assist.daps.dla.mil/docimages/0000/95/18/15766.PD0
http://assist.daps.dla.mil/.../basic_profile.cfm?ident_number=15766

Warum sollte sich denn ein undefiniertes Sammelsurium an chemischen Verbindungen (Mineralöl) in irgendeinem Aspekt besser verhalten als die genau definierten Molekülketten eines PAO Öles? Genau für diese Überlegenheit produziert man doch Synthetiköle.

Hi,

synth. Öle kennt man auch in der Luftfahrt schon lange, aber halt nur für Turbinen.

Gruß
Stefan

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