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Welches Motoröl?

Themenstarteram 25. Januar 2004 um 18:12

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema
am 1. März 2004 um 23:20

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.

Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:

Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.

Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.

Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.

Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:

Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.

Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"

Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!

Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.

Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:

Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.

Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:

Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.

Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:

Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:

„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“

Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.

Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!

Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.

Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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Zitat:

Original geschrieben von Hunter123

Zitat:

Original geschrieben von meistermeier

 

wie war es denn früher.2er golf und co.da hat man den billigsten mist reingekippt und die kisten sind gelaufen.

Richtig , nur wie und unter welchen Vorraussetztungen ?

Mein Schwager hat vor 6 Jahren mit nem Golf 2 angefangen nach bestandener Prüfung . Der Golf hatte 250000 Km runter wurde nur 15W40 gefahren welches wohl auch hin und wieder mal gewechselt wurde ( laut Scheckheft bist 185000 KM ) . Der Motor braucht über ein Liter öl auf 1000 KM sah übelst verdreckt und verkokt aus unterm Ventildeckel und die Hyros klackerten immer mal wirder . Aber gelaufen ist der auch .

Ich habe den dann auf M1 0W40 umgestellt und 2 mal verkürtzen Intervallen gefahren und siehe da die Hydroß erholten sich der dreck ging nach und nach weg und der Ölverbrauch lag zum schlus bei kaum mehr einem halben Liter auf 10000 Km . Laufen tut der Golf heute noch als Winterauto mit 310000 KM . Aber 1000 besser als vorher .

:Dso

ganz am anfang hörst mal ganz kurz die stößel.bei dem 0w40 hat das ganze länger gedauert bestimmt fast 5 sek.öldrucklampe ging auch sofort aus nach dem starten.

http://www.youtube.com/watch?v=aRCQVyprbrQ

werde mich nach unten arbeiten und als nächstes 10w40 benutzen.solange bis die scheiss hydros wieder hörbar sind.

Zitat:

Original geschrieben von Uschrub

Doch kein xW30? Bist du damit doch nicht so zufrieden?

Doch doch alles vollkommen im grünen Bereich mit dem 5W30 . Mach nach rund 4000 Km immer noch ne gute Figur absolut kein Ölverbrauch messbar und auch sonst keine Affäligkeiten .

Das TQE bleibt trotzdem mein Favorit weil ich es für viele meiner Pflegeautos weiter nutze und das auch alles sehr sehr Positiv .

Zitat:

Original geschrieben von 2X2HDi

Man könnte fast vermuten, das ist gewollt.

Häng das nicht der Berufsschule an, dafür sind die Innungen mit ihren Mitgliedsbetrieben verantwortlich.

Also der Sohn von unserem Motorinstandsetzter hatte vor einer Woche Gessellenprüfung , gelert hat er natürlich Automechaniker oder wie es heute heist Mechatroniker .

Wir haben uns letzte Woche gut unterhalten und ich habe mit ihm noch ein wenig geübt wie man verschiedene Multimeter bedient da war er sich noch ein wenig unsicher . Ich fragte dann auch mal was sie in der Schule über Motorenöle lernen . Antwort : Das Thema wird kurz angeschnitten und erklärt was Motoröl macht und wo zu es da ist und fertig . Da wurde kaum über Viskos und sonstige funktionen gesprochen . Das ist da wohl nicht so wichtig . Eben so der umgang mit Messgeräten ist da auch sehr schwach vertreten . Heute hat man nen tester den steckt man dran und der sagt was kaputt ist . Schon erschreckend wenn man sowas hört . Wenn man da speziell was wissen will z.B über Öle muß man sich das selber aneignen . Auch viele Leherer kommen schon in die Klasse erklären kurz was verschwieden für ne halbe Stunde wieder und bevor sie gehen sagen sie , wenn ihr was wissen wollt ihr habe ja Google

Wenn ich dran denke als ich vor 20 Jahren in der Lehre war zum Elektriker ( was ich heute noch mache ) was wir alles lernen mußte war das schon heftig . Wenn ich manchmal sehe auf welches Stand auch unsere guten Lehrlinge ist das manchmal erschrecken wie wenig sie im 2. Lehrjahr wissen oder sie ziehen sich das selber aus dem Net . Lehrer man hört es immer öfter sind ja kaum noch in den Klassenzimmern . Nicht normal was da abeght

am 27. Januar 2013 um 12:34

@Hunter:

Hier findest du mit einem lapidaren Satz den Lerninhalt zu Schmierstoffen:

Stichwort Betriebsstoffe im Rahmenlehrplan http://www.kmk.org/.../KfZMechatroniker.pdf.(Lernfeld 6) Dieser Lehrplan wird vom Spitzenverband des KFZ-Handwerks mit der KMK -Konferenz ausgearbeitet, nicht von der Berufsschule.

"Im Rahmen der Instandsetzung setzen die Schülerinnen und Schüler die vorgeschriebenen Werkzeuge, Maschinen, Betriebs- und Hilfsstoffe ein und wenden die Bestimmungen der Arbeitssicherheit sowie des Umweltschutzes an. Sie prüfen die Bauelemente und Baugruppen der Motormechanik auf Wiederverwendbarkeit."

Da ist nur die Rede von einsetzen und anwenden, nicht hinterfragen oder forschen. Meiner Erfahrung nach sind Berufsschüler -und nicht nur die- schon überfordert, wenn es um Begriffe wie hydrodynamischer Keil, Viskosität u. ä. geht. Erklärungsversuche scheitern häufig an nicht vorhandenem physikalischem Grundwissen (Grundlagen Klasse 6 - 10) und auch an der nicht vorhandenen Bereitschaft (Elternhaus: Lehrer sind faul und doof), sich mit dieser Materie auseinander zu setzen. Wenn nicht mehr abverlangt wird, kann man keinem BS-Lehrer den Vorwurf machen, er hätte nicht gewissenhaft gearbeitet. Tribologie müsste dann schon sein Hobby sein, damit es intensiver behandelt würde. Wer weiß, was dann thematisch auf der Strecke bliebe.

Für den Endverbraucher kann man tröstend hinzufügen, das es sich bei Motoröl ja nicht um einen sicherheitsrelevanten Stoff handelt, der unmittelbar Einfluß auf die Verkehrssicherheit hat.

Bei Unkenntnis über Bremssysteme und anderen sicherheitsrelevanten Bauteilen hört der Spaß definitiv auf. Und ich könnte darüber fast ein Buch schreiben, was ich in sogenannten Fachwerkstätten erlebt habe.

Leider ist es so, dass die Anforderungen für eine entsprechende Berufsqualifizierung - egal in welchem Ausbildungsberuf - zumindest gefühlt, immer niedriger werden. Ob das so gewollt ist? Kaschiert man so vielleicht die Mängel unseres Bildungssystems? Ich hör hier auf, es wird sonst völlig OT.

Das Thema "Motorenöl" ist ja auch nicht so wahnsinnig wichtig, kein Mechaniker beschäftigt sich im Berufsleben damit nachhaltig, bzw. wird dazu gezwungen.

 

Warum auch - das was vorgegeben ist, wird verfüllt ... fertig.

 

 

am 27. Januar 2013 um 13:38

Zitat:

Original geschrieben von wvn

Warum auch - das was vorgegeben ist, wird verfüllt ... fertig.

Dann sind wir hier fertig?;)

Zitat:

Original geschrieben von wvn

Das Thema "Motorenöl" ist ja auch nicht so wahnsinnig wichtig, kein Mechaniker beschäftigt sich im Berufsleben damit nachhaltig, bzw. wird dazu gezwungen.

Warum auch - das was vorgegeben ist, wird verfüllt ... fertig.

Na ja "nicht so wahnsinnig wichtig " in Zeiten von PD , DPF , LL3 etc würde ich nicht sagen das das nicht so wichtig ist .

Würde man 8 Stunden in der Schule ( sprich 1nen Tag ) sich dem Motoröl widmen währe vieles wichtige gesagt . Aber da wird lieber einmal die Woche Film im Unterricht geschaut . Dann würde auch diese Myhten " zu dünnes Öl welches überall rausläuft " weniger werden .

Ich könnte hier bei anderen Teilen so weiter machen , Bremsen , Reifen alles nicht so wichtig bau einfach ein was du für das Auto bestellt hast oder was drauf gehört . Ob die Bremsen dann quitschen weil die Kupferpasste vergessen wurde bzw weil sie gar nicht drauf gemacht worden ist weil er der Mechaniker das gar nicht wusste ist dann wieder ne andere Sache ,der Kunde muß sich ja mit dem quitschen rumärgern nicht der Mechaniker .

am 27. Januar 2013 um 14:30

Zitat:

Ich könnte hier bei anderen Teilen so weiter machen , Bremsen , Reifen alles nicht so wichtig bau einfach ein was du für das Auto bestellt hast oder was drauf gehört . Ob die Bremsen dann quitschen weil die Kupferpasste vergessen wurde bzw weil sie gar nicht drauf gemacht worden ist weil er der Mechaniker das gar nicht wusste ist dann wieder ne andere Sache ,der Kunde muß sich ja mit dem quitschen rumärgern nicht der Mechaniker .

Ich stimme dir zu.

Wissen und die Bereitschaft, evtl. vorhandenes Wissen auch umzusetzen. Das ist das Problem. Es liegt aber auch viel an den Betrieben, bei denen die Azubis einfach so "mitlaufen" bzw. dann auch noch mit Arbeiten beauftragt werden, die sonst keiner machen möchte.

Wenn sich dann niemand um mich kümmert und mir praktische Sachverhalte oder Arbeitsmethoden erklärt, wäre meine Motivation auch schnell dahin oder ich suchte mir einen anderen Ausbildungsbetrieb. Leider kommt man da aber oft vom Regen in die Traufe.

Meine Quintessenz: die Betriebe sind maximalgewinnorientiert, die Qualität bleibt auf der Strecke, die Preise steigen und der Kunde ist schließlich der gear...te. (sorry)

Die ahnungslosen Azubis außen vor:(

Zitat:

Original geschrieben von 2X2HDi

 

Meine Quintessenz: die Betriebe sind maximalgewinnorientiert, die Qualität bleibt auf der Strecke, die Preise steigen und der Kunde ist schließlich der gear...te. (sorry)

Die ahnungslosen Azubis außen vor:(

Genau so ist das sehe ich ja bei uns . In der Schule wird das kaum angesprochen und im Betrieb ist keine Zeit einem das richtig bei zu bringen weil ja das Angebot so knapp kalkuliert ist .

Nur würde man sich hir und da mal 5 min Zeit nehmen dem Lehrling das richtig zu erklähren macht er es beim nächsten mnal richtig , man muß nicht mehr gucken und gewinnt doch wieder Zeit . Leider fehlt dieses Denken nur all zu oft . Aber es gibt eben auch die fleissigen Lehrlinge die sich abend hinsetzten in der Firma Bücher welzen oder selber mal was Praktisch aufbauen in der Werkstatt . Diese sind aber selten .

Ich weis nicht wie oft ich mir den Spruch morgens vor arbeits beginn schon anhöhren durfte : Alter ich mache aber nicht länger heute lass uns lieber 5 min früher heim gehen . Da weiste bescheid . Sind nicht alle so aber leider sehr sehr viele .

Jaja.. Gewinnmaximalorientiert.. so wird's sein. :rolleyes:

Btw. ein Freund von mir hat vor kurzem seine Mechatronikerausbildung bei Porsche (einer der gewinnmaximierensten Unternehmen Deutschlands) bestanden und war von der Ausbildungsqualität begeistert.

Es gibt einfach gute Ausbilder und schlechter Ausbilder. Gute Betriebe mit guten Ausbildern und schlechte Betriebe mit schlechten Ausbildern.

am 27. Januar 2013 um 14:44

Zitat:

Sind nicht alle so aber leider sehr sehr viele .

Deutschland, Land der Dichter und Denker, Erfinder und Ingenieure.

Es war einmal...

 

Porsche ist leider nicht der Regelfall. Der Kundschaft sind die Werkstattpreise i.d.R. völlig wurscht.

Es werden hier falsche Anforderungen an die Mechatroniker und Instandhaltungsmechaniker gestellt. Der Kfz-Mechaniker wurde bereits vor vielen Jahren auf die beiden o.a. Berufe aufgesplittet, auch das scheint hier noch nicht angekommen zu sein. Und nach wie vor sind es Mechaniker, die keine hohen schulischen Zugangsvoraussetzungen zur Aufnahme der Lehre haben. Beides sind keine wissenschaftlichen Berufe. Was hier von den Leuten offensichtlich erwartet wird, ist nicht einmal Wissensstand eines Meisters der beiden Berufe. Hier wird bezüglich Motoröl auf Techniker- bzw. Ingenieurniveau diskutiert. Gelegentlich verirrt sich so ein Mechaniker/Mechatroniker hierher, kennt den Thread nicht und äußert "Fachliches". Dass er dann dafür abgewatscht wird ist vorauszusehen.

Lasst das doch bleiben. Gebt neutral die notwendige Info. Seit ich hier mitlese geschieht dann zweierlei. Entweder es verdünnisiert sich der Gute oder er lässt sich bilden. Kurz hat sich die Oberfläche des Diskussionssees gekräuselt, es herrscht wieder Ruhe und die Karawane zieht weiter.

Liebe Deutschlandmeckererer

„Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlecht macht.“

Heinrich Nordhoff

Das Zitat stammt aus den 60ern zu exakt dem Thema.

am 27. Januar 2013 um 14:49

Zitat:

Original geschrieben von 2X2HDi

@Hunter:

Hier findest du mit einem lapidaren Satz den Lerninhalt zu Schmierstoffen:

Stichwort Betriebsstoffe im Rahmenlehrplan http://www.kmk.org/.../KfZMechatroniker.pdf.(Lernfeld 6) Dieser Lehrplan wird vom Spitzenverband des KFZ-Handwerks mit der KMK -Konferenz ausgearbeitet, nicht von der Berufsschule.

"Im Rahmen der Instandsetzung setzen die Schülerinnen und Schüler die vorgeschriebenen Werkzeuge, Maschinen, Betriebs- und Hilfsstoffe ein und wenden die Bestimmungen der Arbeitssicherheit sowie des Umweltschutzes an. Sie prüfen die Bauelemente und Baugruppen der Motormechanik auf Wiederverwendbarkeit."

Da ist nur die Rede von einsetzen und anwenden, nicht hinterfragen oder forschen. Meiner Erfahrung nach sind Berufsschüler -und nicht nur die- schon überfordert, wenn es um Begriffe wie hydrodynamischer Keil, Viskosität u. ä. geht. Erklärungsversuche scheitern häufig an nicht vorhandenem physikalischem Grundwissen (Grundlagen Klasse 6 - 10) und auch an der nicht vorhandenen Bereitschaft (Elternhaus: Lehrer sind faul und doof), sich mit dieser Materie auseinander zu setzen. Wenn nicht mehr abverlangt wird, kann man keinem BS-Lehrer den Vorwurf machen, er hätte nicht gewissenhaft gearbeitet. Tribologie müsste dann schon sein Hobby sein, damit es intensiver behandelt würde. Wer weiß, was dann thematisch auf der Strecke bliebe.

Für den Endverbraucher kann man tröstend hinzufügen, das es sich bei Motoröl ja nicht um einen sicherheitsrelevanten Stoff handelt, der unmittelbar Einfluß auf die Verkehrssicherheit hat.

Bei Unkenntnis über Bremssysteme und anderen sicherheitsrelevanten Bauteilen hört der Spaß definitiv auf. Und ich könnte darüber fast ein Buch schreiben, was ich in sogenannten Fachwerkstätten erlebt habe.

Leider ist es so, dass die Anforderungen für eine entsprechende Berufsqualifizierung - egal in welchem Ausbildungsberuf - zumindest gefühlt, immer niedriger werden. Ob das so gewollt ist? Kaschiert man so vielleicht die Mängel unseres Bildungssystems? Ich hör hier auf, es wird sonst völlig OT.

Das gleiche kannst du genau so über viele Studierte also Akademiker sagen.:rolleyes:

am 27. Januar 2013 um 14:51

Zitat:

Original geschrieben von Felyxorez

Liebe Deutschlandmeckererer

„Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlecht macht.“

Heinrich Nordhoff

Das Zitat stammt aus den 60ern zu exakt dem Thema.

Davon leben etliche Sendeanstalten im privaten TV.

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