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Welches Motoröl?

Themenstarteram 25. Januar 2004 um 18:12

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema
am 1. März 2004 um 23:20

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.

Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:

Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.

Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.

Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.

Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:

Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.

Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"

Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!

Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.

Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:

Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.

Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:

Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.

Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:

Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:

„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“

Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.

Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!

Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.

Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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Na gut, bezahlt ist schwierig.

Dann zumindest auf Bewertungsportalen das Leid kundtun und ggf. das was Provaider geschrieben hat.

Sowas geht dem Kunden über nicht.

Und Aushändigung nur gegen Bezahlung?

Also sorry, dem zeig ich den Vogel.

Das ist mir mit einem Schweizer Fahrzeug in Deutschland noch nie passiert.

Für 4500 DM macht niemand einen Prüfstandlauf über mehrere hundert Stunden.. außerdem bestehen viele Normen doch aus den verschiedensten Tests und mehreren Prüfstandläufen mit unterschiedlichen Motoren div Hersteller die noch nicht mal vom betroffenen Autohersteller sein müssen....

Ich denke mal das ist so...

Ein Additivhersteller, z.b. Lubrizol, betreibt alleine oder mit einem Motorenhersteller Grundlagenforschung und entwickelt für eine neue Freigabe / Norm ein Öl / Additivpacket...

Diese Kombination durchläuft die ganzen Tests und erhält irgendwann die Freigabe, kostet die genannten riesen Summen...

Entweder darf diese Rezeptur nun gegen Gebühr von anderen gemixt und verkauft werden bzw Teile davon wie die Additive werden von Lubrizol verkauft.

Nun ist ja bekannt, um ein LL 3 Öl zu erhalten mischt man die Grundöle X Y Z im bestimmten Verhältnis und gibt xx Prozent vom Additivpaket Lubrizol Nr 223762 dazu.

Damit gehe ich zu VW, schaut mal, ich machen ein Öl das wie folgt zusammengesetzt ist,... Ok, VW kennt das ja weil alles schon nachgewiesen ist daß man so ein LL3 erhält und Du bekommst die Freigabe...die ganzen kleinen Firmen wie LM, Fuchs, Ravenol.. die können doch nicht dutzende von Produkten aufwendig jedes einzelne durch monatelange Tests laufen lassen..überlegt mal was so ein LL3 Öl an Freigaben hat... die VW, MB, Mercedes und teilweise noch Porsche....

da geht doch nicht heute Castrol hin und lässt ein dutzend Motoren monatelang laufen und nächste Woche macht Aral dasselbe und im 3. Quartal macht es LM,....

Auch wenn es nur wenig mit Öl zu tun hat, die Schiedsstelle ist kostenlos und verpflichtend für die Werkstatt aber nicht für den Kunden. Per google findest mehr Infos dazu und wo die richtige Adresse zu deiner Werkstatt ist. Diese muss aber Mitglied in der KFZ Innung sein.

Zitat:

Original geschrieben von HL66

...die ganzen kleinen Firmen wie LM, Fuchs, Ravenol..

Also das solltest Du mal nach recherchieren. ;)

F UCHS AU F EI N EN B L I CK

B E T EI L I GU N GS G E SEL L S CH A F T EN U N D

P RO D U K T I O NS S TA N D O R T E

Z EH N JA H R E SÜ B ER SI CH T

F U C H S P E T R O L U B KO N Z E R N

Werte in Mio €

2011

Umsatz 1.668,1

am 17. Januar 2013 um 15:03

Zitat:

Original geschrieben von Felyxorez

Eben, so mein ich das. Nur weil DeathandPain meint es sei Vorteilhaft wenn weniger Partikel im Öl mitschwimmen. Das ist ja schon fast trivial, die Frage ist nur... WIE?

TRABOLD :D :D :D

Zitat:

Original geschrieben von urspeter

Als Schweizer kriege ich mein Fahrzeug nur gegen Barzahlung der Rechnung ausgehändigt

Und in Deutschland nicht? Das ist immer das Problem, dass die Werkstatt das Auto als Faustpfand hat.

Da kann man nur den Geschäftsführer / Inhaber verlangen, sich beschweren und androhen, dass man bis zur juristischen Klärung Mietwagen fährt und alle dabei entstehenden Kosten in Rechnung stellt. Dann sofort eine einstweilige Anordnung auf Herausgabe des Fahrzeugs beantragen. Wenn das Autohaus nicht vorher einknickt.

Außerdem Schadenersatz fordern, wenn das Autohaus nicht nachweisen kann, dass das eingefüllte Öl nicht nur für das Fahrzeug zugelassen, sondern dem vorher schon im Motor befindlichen in jeder Hinsicht gleichwertig ist.

Ich denke, wenn man diese ganze Maschinerie vorher schon androht, wird kaum ein Autohaus die Herausgabe des Fahrzeugs verweigern und damit riskieren, damit tatsächlich konfrontiert zu werden.

Zitat:

Original geschrieben von Felyxorez

Und Aushändigung nur gegen Bezahlung?

Also sorry, dem zeig ich den Vogel.

Das ist mir mit einem Schweizer Fahrzeug in Deutschland noch nie passiert.

Wie, die reparieren Dir Dein Fahrzeug und lassen Dich dann damit abhauen, ohne bezahlt zu haben? Das fände ich erstaunlich. Klar, neben Bargeld wird man auch Kartenzahlung akzeptieren, aber für die beauftragte und erbrachte Leistung wird man im Regelfall schon bezahlen müssen.

Ja klar, wieso soll ich der Werkstatt trauen wenn sie mir nicht traut?

Die Werkstatt hat meine Adresse und meinen Namen.

Im Endeffekt hatte ich damit noch nie Probleme, ich versteh auch nicht wieso das so schlimm ist. Es gibt sowas wie das Vertrauensprinzip.

Wenn die Werkstatt mich als potentiellen Betrüger betrachtet, dann muss ich entweder meine Werkstattwahl überdenken oder mein Auftreten überdenken. (Ja, das auch!)

am 18. Januar 2013 um 9:35

Ein Vertrauensverhältnis muss im Geschäftsverkehr aber immer erst aufgebaut werden. Neuen, noch völlig unbekannten Geschäftspartnern blind zu vertrauen ist leichtsinnig. Dies schlägt sich beispielsweise in der Politik vieler Internethändler wieder, erst ab der 2. Bestellung Zahlung per Rechnung zu akzeptieren. Das ist natürlich auch keine Garantie, stellt das Geschäftsverhältnis aber schon auf eine ein ganzes Stück solidere Grundlage.

Mit dem Auftreten hast Du recht, und auch ich strebe ein dauerhaftes Vertrauensverhältnis mit meiner Werkstatt an. Ich würde es aber schon als Vertrauensbruch einstufen, wenn meine Werkstatt mir ohne Auftrag und Rücksprache irgendein Öl einfüllen würde, obwohl ich etwas ganz anderes beauftragt habe. Da würde ich mich dann auch nicht in der Zahlungspflicht sehen.

Ich verstehe auch nicht wirklich, worauf Du mit Deiner Vertrauensforderung an dieser Stelle abzielst. Dass - auch bei perfektem Vertrauensverhältnis - eine Werkstatt für eine korrekt erbrachte Leistung bei Übergabe auch die entsprechende Bezahlung fordert, halte ich für selbstverständlich. Ich sehe keinen erkennbaren Grund, weshalb man als Kunde erst mal verlangen sollte, ohne zu zahlen wegzufahren und irgendwann später zu bezahlen. Bargeld ist heute doch nicht mehr das Problem; eine EC-Karte (bzw. das heutige Nachfolgeprodukt davon) sollte jeder im Portemonnaie zu stecken haben.

Deinen Friseur wirst Du auch nicht täglich wechseln, aber gehst Du da erst mal ohne zu zahlen nach Hause, wenn er Dir die Haare geschnitten hat?

Zitat:

Und in Deutschland nicht? Das ist immer das Problem, dass die Werkstatt das Auto als Faustpfand hat.

Da kann man nur den Geschäftsführer / Inhaber verlangen, sich beschweren und androhen, dass man bis zur juristischen Klärung Mietwagen fährt und alle dabei entstehenden Kosten in Rechnung stellt. Dann sofort eine einstweilige Anordnung auf Herausgabe des Fahrzeugs beantragen. Wenn das Autohaus nicht vorher einknickt.

Außerdem Schadenersatz fordern, wenn das Autohaus nicht nachweisen kann, dass das eingefüllte Öl nicht nur für das Fahrzeug zugelassen, sondern dem vorher schon im Motor befindlichen in jeder Hinsicht gleichwertig ist.

Ich denke, wenn man diese ganze Maschinerie vorher schon androht, wird kaum ein Autohaus die Herausgabe des Fahrzeugs verweigern und damit riskieren, damit tatsächlich konfrontiert zu werden.

Deswegen gebe ich in der Werkstatt auch immer nur den Zweitschlüssel ab ... und habe beim Abholen auch den anderen Schlüssel dabei. Wenn mir der Meister nicht den Schlüssel aushändigen will, nehm ich halt den anderen ...

Ich würd der Werkstatt was husten, wenn die mir irgendeine Pampe in den Motor kippen würden bzw. irgendwas nicht abgesprochenes durchführen und dann auch noch berechnen wollen.

Ist das Schweizer Recht wirklich so streng, dass ausschließlich Barzahlung vorgesehen ist? Naja, ...

am 18. Januar 2013 um 13:50

Hier http://www.iww.de/.../...abholung-und-werkunternehmerpfandrecht-f20198 wird alles erklärt.

Die Werkstatt hat ein Pfandrecht und auch das Recht auf unverzügliche Vergütung ihrer Leistung.

Das schränkt selbstverständlicht nicht das Recht des Kunden ein, strittige Punkte zu reklamieren.

In dem Fall sollte er auf der Rechnung oder dem Zahlungsbeleg "Zahlung unter Vorbehalt" vermerken.

Können wir nun wieder mit dem Thema Motoröl weitermachen? Sonst wird das hier noch zum juristischen Stammtisch.

am 18. Januar 2013 um 14:18

Auf jeden Fall ist es ein Stammtisch, und da liegt die Latte nicht ganz so hoch wie bei einem streng themenbezogenen Thread.

Zitat:

Original geschrieben von Weizenkeim

Hier http://www.iww.de/.../...abholung-und-werkunternehmerpfandrecht-f20198 wird alles erklärt.

Die Werkstatt hat ein Pfandrecht und auch das Recht auf unverzügliche Vergütung ihrer Leistung.

Die von Dir verlinkte Seite ist sehr informativ, deckt aber nicht die Frage ab, ob solch Pfandrecht auch dann besteht, wenn strittig ist, ob die durchgeführte Leistung überhaupt beauftragt war. Nach meinem Verständnis ist das nicht der Fall, denn dann besteht über diese Leistung überhaupt kein Vertrag, aus dem sich solch Pfandrecht herleiten könnte.

Zitat:

Original geschrieben von Weizenkeim

In dem Fall sollte er auf der Rechnung oder dem Zahlungsbeleg "Zahlung unter Vorbehalt" vermerken.

Was soll das bringen: Die Rechnung oder der Zahlungsbeleg sind Belege, die für den Kunden bestimmt sind. Wenn ich also auf meinen eigenen Beleg irgendwas draufschreibe, bevor ich ihn abhefte und in mein Regal stelle, dann bedeutet das nicht, dass die Werkstatt Kenntnis von diesem Vorbehalt erlangt hat. Das aber ist nach meinem Dafürhalten erforderlich, damit der Vorbehalt wirksam ist.

Ich lasse mich gerne korrigieren, aber nach meiner Einschätzung müsste man sich bei der Bezahlung den Vorbehalt schriftlich quittieren lassen, damit er wirksam ist. Direkt mit der Zahlung dokumentieren lässt er sich im Verwendungszweck von Überweisungen, aber zu einer Überweisung wird es nicht kommen, da die Werkstatt das Auto ja nicht auf Rechnung herausgibt (sonst könnte man sich die Überweisung gleich sparen und die Rechnung anfechten. Das Auto hätte man dann ja wieder).

Ok, das ist dann auch mein letzter Post zu dem Off Topic.

Danke für den Link, der ist zwar einseitig und vieles über die Verhältnismässigkeit ist nicht beschrieben.

Aber was ich tatsächlich in der Form nicht kannte ist das Selbsthilfe Recht und die starke Ausprägung in Deutschland. Danke dafür!

Das ist bei uns unten prinzipiell anders, weil du bei uns den Grundsatz von Treu und Glauben hast. Wenn du ein Auto reparieren lässt und abholst, das wird grundsätzlich angenommen das du auch zahlen wirst.

Nur wenn du tatsächlich Zahlungsunfähig bist oder durch dein Verhalten (sehr deutlich) zeigst das du nicht vor hast zu bezahlen, dann "darf" man Waren zurückhalten etc.

Aber es kann nicht grundsätzlich angenommen werden das du nicht zahlen wirst und das funktioniert sehr gut bei uns.

Erst wenn der Schuldner tatsächlich in Verzug kommt und eine Nachfrist verstricht, dann geht es weiter. Das kann aber nicht Grundsätzlich der Fall sein wenn du das Auto abholst.

Sehr interessant. Und jetzt Schluss :p

Moin,

Ich habe hier viel mitgelesen, bin mir aber nicht ganz sicher und frage dann lieber die Experten:

BMW 520d LCI, 128 tkm, Leistungssteigerung auf 214PS, viele Kurzstrecken und schnelle Autobahnfahrten.

Mobil 1 ESP 0W40 oder Motul 8100 X-clean 5W40

Rein theoretisch müsste Mobil 1 bessere Starteigenschaften beim kalten Motor haben, oder? Anderseits ist Motul vollsynthetisch und wird von vielen Experten empfohlen. Was sagt Ihr?

Gruß

 

am 18. Januar 2013 um 14:34

Das heißt, in der Schweiz besteht ein Anspruch zu nachträglicher Zahlung auf Rechnung? Das finde ich interessant. Gibt es denn dort Mechanismen, mit denen eine Werkstatt auf die Schnelle die Bonität eines Werkstattkundens überprüfen kann? Oder muss sie dem überschuldeten Mietnomaden sein aufwendig repariertes Auto herausgeben, weil sie diese Umstände erst später herausfindet?

am 18. Januar 2013 um 14:37

Zitat:

Original geschrieben von amstaf

BMW 520d LCI, 128 tkm, Leistungssteigerung auf 214PS, viele Kurzstrecken und schnelle Autobahnfahrten.

Mobil 1 ESP 0W40 oder Motul 8100 X-clean 5W40

Rein theoretisch müsste Mobil 1 bessere Starteigenschaften beim kalten Motor haben, oder? Anderseits ist Motul vollsynthetisch und wird von vielen Experten empfohlen. Was sagt Ihr?

Beide Öle sind sicherlich von sehr guter Qualität. Auf das "vollsynthetisch" würde ich nicht viel geben. An Deiner Stelle würde ich mich für das Mobil entscheiden, wegen der besseren Kaltstarteigenschaft und auch, weil ein 0W-40 bei Hitze nicht so schnell ausdünnt wie ein 5W-40. Gerade bei Deinem getunten Motor kann das interessant sein, wenn es im Sommer mal "heiß" zur Sache geht.

Aber das sind Nuancen; da kann man auch anders entscheiden.

Zitat:

Original geschrieben von amstaf

Leistungssteigerung

viele Kurzstrecken und schnelle Autobahnfahrten.

Was sagt Ihr?

...vor allem rechtzeitig wechseln

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