ForumFahrzeugtechnik
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Fahrzeugtechnik
  5. Welches Motoröl?

Welches Motoröl?

Themenstarteram 25. Januar 2004 um 18:12

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema
am 1. März 2004 um 23:20

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.

Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:

Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.

Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.

Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.

Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:

Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.

Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"

Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!

Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.

Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:

Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.

Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:

Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.

Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:

Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:

„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“

Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.

Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!

Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.

Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

106410 weitere Antworten
Ähnliche Themen
106410 Antworten
am 15. Juli 2011 um 11:25

Zitat:

Original geschrieben von unbrakeable

 

Und was neuere Motoren betrifft:

Wenn ich mir anhört, wie schnell so ein DSG bei moderater Beschleunigung in den höchstmöglichen Gang durchschaltet und dort auch beim Wunsch nach stärkerer Beschleunigung (Treten des Gaspedals) verharrt, bin ich schon verwirrt. Da wird auch bei 1.200 U/min nicht heruntergeschaltet, sondern dieser (verbrauchsgünstige) Betriebszustand beibehalten. Kann es sein, dass die Motorenentwickler einfach die Leistungsfähigkeit der Ölpumpen angepasst haben, sodaß bei allen Drehzahlen oberhalb der Leerlaufdrehzahl immer genügend Öl zur Aufrechterhaltung eines trennenden Schmierfilms zur Verfügung steht und dieser Schmierfilm auch entsprechend belastbar (geworden) ist?

Und was neuere Motoren betrifft:

Da wird dann mit hilfe zb.von variabler Nockenwellenverstellung und/oder mit elektronischerner Kennfeldverschiebung zb. im Teillastbereich ein früheres Drehmoment erzwungen/herbeigeführt und dann früheres hochschalten ermöglicht, elektroische Ölpumpen, da nicht drehzahlabhängig, halten dann auch in niedrigen Drehzahlen den Druck stabil. Praktisch ein ausquetschen des geringeren Hubraums, was meiner Meinung nach zu kürzerer Lebensdauer führen kann.

Und was ältere Motoren betrifft:

Wer da niedertourige Spritsparfahrweise bevorzugt sollte zwingend drauf achten das die Ölpumpe auch 100% leistung bringt, zwar noch funktionierende aber stark verschlissene bringen offmals nicht mehr die volle Leistung selbiges gilt für den Öldruckregler(der vollständige regelbereich muß funktionieren und nicht bloß teilweise)

Zitat:

Original geschrieben von Oldie65

Ich hatte schon einmal über die Öle der Luftwaffe geschrieben. Das waren damals (1941) teilsynthetische Motorenöle (50/50) mit einem Additiv. Mit dem synthetischen Anteil konnten die Eigenschaften den Umgebungsbedingungen gut angepasst werden (Wärme/Kälte).

Wenn man in den Tabellen über die Flugmotoren-Schmierstoff-Vollanalysen des Prüflabors in Wedel bei Hamburg hineinschaut, dann findet man alle Ergebnisse und Messwerte, über die wir heute auch diskutieren. Als Beispiele Viskosität bei 150 °C, Zähigkeitsindex, Stockpunkt, Neutralisationszahl oder Verdampfungstest.

http://www.fischer-tropsch.org/.../...34-0349%20Frames%200828-0842.pdf

Hallo Oldie65, dass ist ja echt super und wahnsinnig interssant was Du da eingestellt hast. Ist ja schon sehr erstaunlich was die damals schon alles auf dem Kasten hatten:-) Der Dateianhang war sehr interessant zu lesen. Was unsere Techniker und Ingenieure damals schon wußten hat mich echt erstaunt. Nochmals vielen Dank:-)

Lg Tom

am 15. Juli 2011 um 12:07

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald

 

In der Nachbarschaft eines Bekannten haben sie vor einigen Jahren mal den klappernden Motor eines Spritsparfetischisten zerlegt. Kommentar des zerlegenden Mechanikers sei gewesen das dieser Motor sonst nach 300000km weniger kaöutt sei als dieser nach gerade mal 100000km. Praktisch alle Gleitlager müssen verschlissen gewesen sein.

Würd da für eine solche fahrweise das LM MP nicht sogar sinn machen und den verschleiß verhindern/minimieren????

@Aygo Club

Der extreme Kaltstartvorteil des 0w20 könnte aber auch Spriteintrag begünstigen, was ja auch wieder zu mehr verschleiß führt!??

Was ist den LM MP? Leichtmetallmaschinenpistole? :D

am 15. Juli 2011 um 12:26

Zitat:

Original geschrieben von skynetworld

Was wäre das beste Öl für einen V8 Motor (LS7) in einer aktuellen Corvette Z06?

5W-50, z.B. das M1?

Imho ja, das 5W-50, wobei Corvette für europäische Verhältnisse wohl das 0W-40 von Mobil 1 einfüllt, bzw. empfiehlt.

In meiner C4 läuft das 5W-50 problemlos. :)

Zitat:

Original geschrieben von darioesp

Was ist den LM MP? Leichtmetallmaschinengewehr? :D

-> Liqui Moly Motor Protect - wurde auf den vergangenen Seiten schon mehrfach und überhaupt im Thread schon sehr oft erwähnt. ;)

Schönen Gruß

Und das ist empfehlenswert?

am 15. Juli 2011 um 12:34

Zitat:

Original geschrieben von darioesp

Was ist den LM MP? Leichtmetallmaschinengewehr? :D

Wenn schon, dann Maschinen Pistole :p

Zitat:

Original geschrieben von Schmudi

Zitat:

Original geschrieben von darioesp

Was ist den LM MP? Leichtmetallmaschinengewehr? :D

Wenn schon, dann Maschinen Pistole :p

Ähm... ja :D Genau das wollte ich schreiben :)

am 15. Juli 2011 um 12:56

Zitat:

Original geschrieben von visioner

und ich hab mal gehört das 0W-20 alle motoren kaputt macht und zwar in kürzester zeit.

Habe auch ich verbreitet und meine Meinung inzwischen revidiert.

Zitat:

Leute, ohne Quellen oder fundierte Kenntnisse ist das ganze hier komplett zweck- und sinnlos!

Zitat:

machen das als Hobby

Hobby und fundierte Kenntnisse passen oft nicht zusammen. Über die Grundlagen der Tribologie wissen die meisten hier Bescheid. Einige wenige wissen auch etwas mehr. Wirklich fundierte Kenntnisse hat hier aber keiner. Keiner hat einen Prüfmotor zu Hause, keiner arbeitet in der Öl- oder Motorenentwicklung. Wir sind hier auf mehr oder minder reine Selbsttester und Hobbyschrauber angewiesen und an Hand deren Berichten und Erfahrungen versuchen wir uns ein Bild zu machen. Ich persönlich versuche soviel ich kann zu lesen und lese auch Zeitschriften zu dem Thema. Das eine oder andere mal habe ich auch direkt bei den Ölherstellern angefragt. Fuchs Petrolub sind die einzigen, die mich auch persönlich angerufen haben und wir etwas diskutiert haben. Leider konnte ich aber keinen von Fuchs bewegen hier bei uns ab und zu mit zu schreiben, was ich sehr sehr schade finde (mitlesen tun hier sehr viele :-) )

Zu den Quellen:

Ich geb da mal das folgende zu Bedenken / zu diskutieren:

ACEA EUROPEAN OIL SEQUENCES 2010

ACEA A1/B1 Öl in der Viskosität 0W-20 -----> A

gegenüber beliebig anderem Öl nach A1/B1 -----> B

gegenüber beliebig anderem Öl nach A3/B3 -----> C

Labortest 1.3

HTHS Viskosität

A : mind. 2,6 m Pa s

B: 2,9 ... 3,5 m Pa s

C: > 3,5 m Pa s

Labortest 1.5:

Verdampfungsverlust

Eine Stunde bei 250°C

A : kleinergleich 15 Massenprozent

B : kleinergleich 15 Massenprozent

C : kleinergleich 13 Massenprozent

Labortest 1.5

TBN

A : größergleich 8.0

B : größergleich 8.0

C : größergleich 8.0

Motortest 2.1

High temperature deposits

Ring sticking

Oil thickening

72 Stunden Test

Für alle Öle und alle Spezifikationen (A1...B5) gleich

Motortest 2.3

Valve scuffing wear

Für alle gleich

Und nun das wichtigste

Motortest 2.7

VERSCHLEIß

Für ALLE Viskositäten nach A1/B1-10 und A3/B3-10 gelten die GLEICHEN maximal erlaubten Verschleißwerte und

für alle Viskositäten nach A3/B4-10 und A5/B5-10 gelten ebenfalls die gleichen Werte.

Die ersteren lassen ein wenig mehr Verschleiß zu.

Selbiges gilt für den Dauertest mit dem VW TDI.

Auch hier sin alle Viskositäten gleich zu behandeln und nach A3/B4-10 und A5/B5-10 gelten leicht strengere Grenzwerte.

Fazit:

Wenn wir also hiernach gehen KANN UND DARF ein 0W-20 überhaupt nicht schlechter schmieren als ein beliebig anderes Öl der gleichen ACEA Einstufung. Dies ist ja schließlich auch Sinn und Zweck einer Norm, oder?

Gruß Schmudi

PS: Hänge mal die ACEA Anforderungen mit dranne zum selber nachlesen

am 15. Juli 2011 um 12:56

Zitat:

Original geschrieben von darioesp

Was ist den LM MP? Leichtmetallmaschinenpistole? :D

LM MP = Liqui Moly MotorProtect Vollsynthetisches Motorenöl-Additiv. Es verringert, angeblich, den Verschleiß wesentlich, allso ein Ölzusatzmittel(ohne Feststoffe), hauptbestandteil sind öllösliche Verschleißschutzadditive.

Zitat:Original von darioesp >Und das ist empfehlenswert?<

Das auszuprobieren sind sich viele hier zu schissig, bzw. sind der Meinung das ein sehr gutes Öl bereits genügend Verschleißschutz Additive beinhaltet, der Meinung bin ich auch. Vielleicht probier ichs trotzdem beim nähsten OW mal aus, würd aber gern hierzu weitere Meinungen oder Bedenken hören, ein prinzipielles nein zu Zusätzen ist mir da zu wenig als Argument da es sich um ein Additiv und nicht um Feststoffe handelt und ich eh LM Öl verwende könnt ich mir vorstellen das keine Unverträglichkeit besteht.

am 15. Juli 2011 um 13:08

sorry, doppelpost

am 15. Juli 2011 um 14:38

Zitat:

Original geschrieben von proHTHS

ein prinzipielles nein zu Zusätzen ist mir da zu wenig als Argument da es sich um ein Additiv und nicht um Feststoffe

Prinzipiell denke ich auch nicjht, dass es schydet. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle die MB219.0 zitieren:

Zitat:

Auszug aus der MB 219.0

Für den Betrieb von Kraftfahrzeugen, Motoren und Aggregaten

werden ausschlie?lich fertig formulierte ("legierte") und

geprüfte Tle freigegeben.

Von verschiedenen Firmen werden Produkte angeboten, die

nachträglich in einen fertig formulierten Schmierstoff

eingebracht bzw. zugemischt werden müssen, die dann zu einer

Verbesserung der Eigenschaften des Schmierstoffes führen sollen.

Im Folgenden werden diese Zusätze zur besseren Unterscheidung

von den Additiven "Sonderzusätze" genannt.

[...]

Erst nach erfolgreicher Erprobung

des fertig formulierten Schmierstoffes erfolgt eine Freigabe durch

die Daimler AG. Jede Veränderung des geprüften Produktes lässt

jedoch diese Freigabe erlöschen.

Durch unkontrolliertes Zumischen von Sonderzusätzen besteht

die Gefahr, dass das empfindliche Gleichgewicht (Balance) aus

Grundölen und Additiven durcheinander gebracht wird und die

sorgfältig austarierten Eigenschaften der Schmierstoffe zum

Nachteil verändert werden. Die Daimler AG hat keine direkte

Möglichkeit, die Art, die Menge und die Handhabung der

Sonderzusätze zu beeinflussen und alle Anwendungsfälle einzeln

zu überprüfen.

Die Daimler AG hat bislang kein Produkt freigegeben, das

nachträglich, das heißt als Sonderzusatz, in die freigegebenen,

fertig formulierten Schmierstoffe von Motoren, Getrieben oder

Aggregaten von Mercedes Benz Fahrzeugen eingebracht oder

zugemischt werden darf!

Die Anwendung von Sonderzusätzen zu Schmierstoffen erfolgt

in der alleinigen Verantwortung des Fahrzeughalters! Im

Schadensfall können gesetzliche Garantie und

Gewährleistungsansprüche dadurch eingeschränkt werden!

Wie gesagt, ichn kenne keinen Fall, wo es bei bestimmungsgemäßen Gebrauch zu Störungen oder gar Schäden kam. Mein Schwiegervater, Gott hab Ihn seelig, hat z.B. fast sein Leben lang die Ölzusätze von Mathy verwendet. Hat nie ein Problem an seinen diversen MB gehabt. Ich gehe mit den anderen allerdings konform, da auch ich denke, dass die Zusätze einfach nicht nötig sind. Ich könnte mir auch denken, dass es zu Störungen im Öl kommt, die aber nicht sooooooooooo schädlich sind.

Gruß Schmudi

@Schumdi

Das ist richtig! Die maximalen Grenzwerte für Verschleiß sind bei ACEA A1 und A3 identisch. Somit kann also ein 0W-20 den gleichen Verschleißschutz bieten wie z.B. ein 5W-40 nach A3. Nicht unerheblich ist ja auch die Kraftstoffersparnis der A1 und A5 Öle von mindestens 2,5 % gegenüber A3 Ölen. Das hört sich erstmal nach relativ wenig an, aber über das Jahr gesehen spart man dann doch einiges an Kraftstoff. ;)

Zitat:

Der extreme Kaltstartvorteil des 0w20 könnte aber auch Spriteintrag begünstigen, was ja auch wieder zu mehr verschleiß führt!??

Wie kommst du denn jetzt auf die Idee? Alle Öle nach ACEA A1, A3 und A5 sind "Stay-in-grade-Öle" und verändern ihre Viskosität während des Wechselintervalls nicht. Somit ist auch die des Öfteren verbreitete Meinung nichtig, dass z.B. aus einem 5W-40 durch Kraftstoffeintrag ein 2,5W-20 werden kann. Das ist Quatsch. Ein 5W-40 ist auch nach 15.000 km immernoch 5W-40. ;)

Gruß

Was bedeutet "Stay In Grade"?

Deine Antwort
Ähnliche Themen