Vergleich zwischen E-Klasse und Skoda Superb
Hallo,
ich bin neu hier, weil ich dank meines großzügigen Arbeitgebers von Skoda Superb auf Mercedes E-200 Avantgarde umsteigen durfte (bzw. musste), und ich bin maßlos enttäuscht !
Obwohl es eigentlich Unsinn ist, einen Skoda Superb mit einem E-Mercedes zu vergleichen, der schon in der Grundausstattung teurer ist als ein fast voll ausgestatteter Skoda, mache ich das einfach mal - wobei ich Preise und Verbrauch außer Acht lasse und mich auf das beschränke, was man da als Fahrzeug bekommt.
Zuerst das (wenige) Positive: der Mercedes wirkt "wohnlicher" und luxuriöser als der Skoda, und beim Fahren fühlt man sich - insbesondere bei hoher Geschwindigkeit - irgendwie sicherer als im Skoda - was eigentlich nicht verwunderlich ist, weil der Mercedes leer schon fast so viel wiegt wie ein voll beladener Skoda und dementsprechend "satt" und ruhig auf der Straße liegt. Hinsichtlich Bequemlichkeit, Sitzkomfort und Fahrgeräusch kann ich als Langstrecken- und Vielfahrer aber keinen Unterschied feststellen, und das war's dann auch schon an Positivem.
Thema Platzangebot: obwohl der Mercedes etwas größer ist, bietet der Skoda wegen des quer liegenden Motors und der entsprechend kürzeren Motorhaube im Fond deutlich und im Kofferraum etwas mehr Platz.
Thema Reifenpanne: offenbar geht Mercedes davon aus, dass man nur auf gut ausgebauten Straßen fährt, wo der Pannendienst nicht weit ist; es gibt lediglich ein lächerliches Reifenflickset, kein Reserverad, und eine Reserverad-Mulde findet man noch nicht mal im Zubehör. Wer wie ich auch schon mal im Ausland in entlegenen Gegenden Feldwege und Schotterpisten fahren muss, dem bleibt also gar nichts anderes übrig, als sich ein Notrad in den Kofferraum zu legen, welches dann auch wieder reichlich Platz frisst.
Thema Beleuchtung: die kümmerliche Standard-Mercedes-LED-Beleuchtung ist für ein Auto in dieser Klasse schon fast eine Unverschämtheit. Bei Regen sieht man so gut wie gar nichts, und bei höheren Geschwindigkeiten wird's einem mulmig, weil das scharf begrenzte LED-Licht alles, was ein paar Meter vor der Motorhaube liegt, im Dunklen lässt. Wahrscheinlich ist die ILS-Beleuchtung besser, aber das, was bei Skoda selbstverständlicher Standard ist, das kostet bei Mercedes zusätzlich richtig viel Geld. Und zu der albernen LED-Lichtleiste im Fahrzeuginneren sage ich jetzt mal nichts; da könnte man auch gleich eine bunte Lichterkette für die Weihnachtszeit einbauen.
Thema Navigation: da erscheinen auf dem riesigen Mercedes-Bildschirm Hauptverkehrsstraßen in Bleistiftstrichstärke weiß auf grauem Hintergrund, so dass man kaum erkennt, ob der signalisierte Stau nun auf der eigenen oder auf der Gegenfahrbahn ist. Mal abgesehen von der fummeligen Zieleingabe per Controller auf der Mittelkonsole oder Touch-Button am Lenkrad: die Spracheingabe wird trotz hochdeutsch regelmäßig falsch verstanden, und die Fahranweisungen sind manchmal irreführend, weil die Dame nicht alles vorliest, was auf dem Vorwegweiser steht, sondern nur jeweils das Oberste; Beispiel: im Bochumer Kreuz geht es rechts nach Münster und links nach Wuppertal. Ich will nach Wuppertal. Auf dem Vorwegweiser steht aber oben "Münster" und "Wuppertal" darunter. Also fordert mich die Dame auf, Richtung "Münster" zu fahren - und erst, wenn ich schon im Kreuz bin, soll ich dann plötzlich links und dann wieder rechts fahren. Lustig auch: wenn man das Internet zugeschaltet hat, wird einem in den Städten nicht etwa die tatsächliche Bebauung angezeigt, sondern irgendwelche bunten Phantasiegebäude. Ich nutze diesen Mist nicht mehr und fahre nach Google Maps. Wenn ich da eingebe: "Bochum, Golfhotel", dann führt mich Google ohne Straßen- und Hausnummerneingabe exakt dort hin; versuch' das mal bei Mercedes!
Bliebe noch der Parkassistent, den mein Skoda nicht hatte, der Mercedes aber sehr wohl. Den habe ich ein paar mal ausprobiert, und nachdem mein Hintermann regelmäßig schon in der Parklücke stand, bevor der Assistent mich aufforderte, den Rückwärtsgang einzulegen und nachdem ich damit etliche Rückstaus und Kopfschütteln verursacht hatte, parke ich wieder ohne Assistenz. Wer sowas braucht, der sollte besser ein Taxi nehmen statt selbst zu fahren.
Fazit: Mercedes fährt man vermutlich, weil man nie ein ähnliches Auto hatte oder weil man davon ausgeht, dass "teuer" zwangsläufig auch "gut" ist. Andere Autos bieten mehr für weniger Geld. Ich bin jedenfalls froh, wenn ich nächstes Jahr den fetten Mercedes-Stern im Kühlergrill wieder gegen die armselige Skoda-Krähe auf der Haube eintauschen darf.
So, das musste ich mal los werden. Und jetzt dürfen die Mercedes-Fans mich gerne ausschimpfen.
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@antarantar schrieb am 17. Juli 2020 um 17:01:55 Uhr:
Ich fahre einen Mercedes nicht nur für mich selbst. Mir ist es genauso wichtig, dass die Nachbarn meinem Mercedes wahrnehmen oder auch an der Ampel oder in der Stadt wird man von einigen schon angestarrt. Ein Skoda vor der Tür wäre mir persönlich peinlich nachdem man Mercedes gefahren ist. Mit dem Skoda wird man definitiv nicht angestarrt.
Der Skoda ist mehr etwas für den einfachen Arbeiter.
Lächerlich! Du fährst einen 400d! Wen interessiert so ein Auto? Niemand starrt doch so was an. Oder glaubst Du ernsthaft, die 100 € mehr an Leasingrate macht den Kohl fett. Und in Anbetracht der ganzen auf E43/53 umgerüsteten 220er nimmt man das nicht mal für bare Münze, wenn Du die Typbezeichnung dran lässt. Echt, ich lach mich gerade scheckig.
Jeder einfache Arbeiter hat meinen ganzen Respekt, egal was er fährt. Das sind Leute ohne falsch verstandene Eitelkeiten, Angebergehabe oder Standesdünkel, Leute, die noch wissen worauf es ankommt im Leben! Ich bin im Essener Norden direkt neben Zollverein erwachsen geworden, meine Freunde sind Friseure, Installateure, Budenbesitzer, Bandarbeiter oder Kneipeninhaber. Der eine oder andere von uns hat Karriere gemacht aber wir trinken immer noch Pils aus der Tulpe mit nem Kurzen dabei. Niemand würde je sich über welches Auto auch immer wundern. Wenn einer von uns mal ne schlechte Phase hat und muss sich kleiner setzen, dann klopfen wir ihm auf die Schulter und sagen: Alter hasse Klasse gemacht!
Typen wie Dich haben wir lang gemacht, Du wärst sogar aus dem Edeka rausgeflogen.
Mercedes für den Nachbarn..😰😰
Ich glaub mein Schwein pfeift!
429 Antworten
Der Titel heißt ja numal Vergleich E mit Superb. Der Vergleich ist völlig legitim, auch mit einem Passat, aber darum ging es hier eben nicht.
Naja, es gab mit dem (damals) neuen B8 in der AMS einen Vergleich gegen S212, F11 und 4G. Den hat meiner Erinnerung nach der B8 „gewonnen“.
Seit dem wurden E-Klasse, 5er, A6 und auch der Superb grundlegend überarbeitet. Wichtig für den Superb: Er hat damit meines Wissens gegenüber dem B8 5 cm mehr Radstand aus dem MQB bekommen. Das nimmt der B9 wohl erst 2023 auf.
Dann (mit dem B9) gibt es aber bestimmt wieder einen Vergleich 😉
Man kann sie ja vergleichen, aber es hat sich hier wohl deutlich herausgestellt, dass die Frage nicht ist, welches Auto besser ist, sondern welches sein Geld eher Wert ist und das muss einfach jeder selbst wissen. Klar gibts dann Ausnahmen, die einfach subjektiven Markenhass oder sowas haben, aber der Konsens ist doch definitiv, dass eine E Klasse das bessere Fahrzeug ist und die Frage einfach nur ist, ob sie den Aufpreis mehr wert ist oder nicht. Und das ist auch immer etwas subjektiv und jedem selbst überlassen.
Mehr wird hier auch nicht mehr zu Stande kommen sondern es wird sich noch ewig im Kreis rum drehen.
Ok, wobei ich auch hier sagen muss: Was irgendwelche Zeitungen testen und vergleichen kann nur eine Meinung sein. Mich interessieren weitaus mehr die Meinungen von den tatsächlichen Besitzern oder zumindest ehemaligen Besitzern. Auch schaue ich viel lieber auf YT Tests von irgendwelchen Privatpersonen als von Auto Bild und Konsorten. Das ist für mich weitaus objektiver.
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Zitat:
@Pfostenecker schrieb am 19. Juli 2020 um 23:10:24 Uhr:
Ok, wobei ich auch hier sagen muss: Was irgendwelche Zeitungen testen und vergleichen kann nur eine Meinung sein. Mich interessieren weitaus mehr die Meinungen von den tatsächlichen Besitzern oder zumindest ehemaligen Besitzern. Auch schaue ich viel lieber auf YT Tests von irgendwelchen Privatpersonen als von Auto Bild und Konsorten. Das ist für mich weitaus objektiver.
Da muss ich Dir sogar zustimmen. Die Zeitungen oder auch AutoBild auf YouTube etc. kann man sich nicht anschauen, interessieren aber auch immer weniger Leute. Aber gerade hier solltest Du ja merken, dass doch sehr viele mit ihrer E Klasse zufrieden sind (natürlich gibts da auch Ausnahmen).
Das viele absolut zufrieden sind hab ich nicht angezweifelt. Es ist zwar für mich nicht immer nachvollziehbar, da ganz objektiv viele Dinge einfach nicht Mercedes Like sind (Knarzen, Poltern, Quitschen, Comand, Software, etc), aber am Ende ist mir das auch relativ egal. Drüber diskutieren kann man ja.
Auch mal ein Kommentar von mir. Ich fahre nun 2,5 Jahre den Superb (Top-Ausstattung L&K). Es ist sicherlich ein tolles Fahrzeug für den abgerufenen Preis. Es ist allerdings m.E. nur ein großer „Golf“ (Fahrverhalten, Fahrgefühl) - und das sage ich als zufriedener Superb Fahrer! Da nun ein neuer Dienstwagen ansteht, habe ich den E220d T Probe gefahren. Die E Klasse macht alles besser, für mich klar mit Abstand das bessere Fahrzeug im Vergleich. Die E Klasse liegt satt auf der Straße, ist deutlich ruhiger, hat besseren Federungskomfort u.v.m.. Hierfür bin ich breit, auch mehr Geld auszugeben - ob es das einem Wert ist, muss jeder selbst entscheiden.
Ich bin zwar nie einen Superb gefahren, aber so wird auch meine Meinung aussehen und Deine bringt es wahrscheinlich auf den Punkt.
Das mit dem Fahrkomfort der E-Klasse im Vergleich zum Superb dürfte zu einem Teil auch auf das höhere Gewicht der E-Klasse zurück zu führen sein.
Zitat:
@wales200K schrieb am 4. August 2020 um 23:12:03 Uhr:
Knackt denn der Superb auch bei Linkseinschlag ?
Nee, der ist nicht so aufwendig konstruiert.... Das kann der gar nicht!😁
Sind das alles fundierte Aussagen, also hat jeder schon einmal eine längere Vergleichsprobefahrt gemacht? Oder nur Annahmen?
Da würde auch eine längere Probefahrt nicht ausreichen. Für einen richtigen Vergleich sollte man am besten beide Wagen regelmäßig bewegen oder zumindest beide ein paar Monate gefahren sein.
Die wenigen, die diese voraussetzung erfüllen, sehen dann aber klar die E Klasse vorne.
Die wenigen, die den Skoda verteidigen, fahren kein der beiden Wagen.
Die vielen E Klasse Fahrer hier finden den Skoda klasse, würden aber solange es die finanziellen Mittel zulassen, niemals den Skoda wählen.
Zitat:
@ultrax schrieb am 05. Aug. 2020 um 11:26:05 Uhr:
Die vielen E Klasse Fahrer hier finden den Skoda klasse, würden aber solange es die finanziellen Mittel zulassen, niemals den Skoda wählen.
Das wäre ein guter Slogan für die Marketingabteilung von Skoda und ist ein gutes Statement.