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Unfall mit ausländischem Fahrzeug - Grüne Karte

Themenstarteram 11. November 2014 um 9:43

Hallo zusammen,

wir haben uns vor einem 1/2 Jahr einen GolfPlus gekauft. Keine 2 Jahre alt und natürlich noch sehr gut in Schuss.

Vor 10 Tagen nun, ist ein ungarischer LKW in unser parkendes Fahreug gefahren, hat lt. Poliztei 10 Minuten gewartet, dann einen Zettel mit Kennzeichen, Anschrift und Firmenstempel (!) einer Mietwagenagentur in Ungarn hinterlassen und ist dann weitergefahren. Hat also Fahrerflucht begangen.

Der Schaden sieht schon erheblich aus. Stoßstange ist abgerissen, Kotflügel, Spiegel und Tür sind zum Teil ebenfalls starkt beschädigt. Erste Schätzung der Autowerkstatt liegt bei ca. 4000,- Euro. (Leider sind wir nicht Vollkasko versichert). Eine Achsvermessung wurde vorgenommen. Hier ist aber alles ok.

Die Grüne Karte ist eingeschaltet und ermittelt nun den Fahrzeughalter und Versicherung anhand des Kennezichens.

Lt. Grüne Karte kann die Ermittlung und Kontaktaufnahme aber über 6 Wochen in Anspuch nehmen.

Hier meine Fragen.

1. Wenn wir in Vorleistung gehen, also das Auto schon jetzt reparieren lassen, können uns dadurch Nachteile entstehen, weil die Versicherung des Unfallverursachers dann ja praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt wird?

2. Ich möchte einen Autogutachter hinzuziehen.

Nehme ich das Angebot der Autowerkstatt an oder ist es besser, wenn ich mich selbst unabhängig um einen Gutachter kümmere, z.B. Dekra oder so?

Ich hoffe natürlich, dass der Fahrzeughalter ermittelt wird, dennoch bleibt ein Restrisiko, dass die Kosten doch irgendwo bei uns hängen bleiben könnten.

3. Hat jemand von euch schon mal Erfahrungen mit der Grünen Karte gemacht? und weiß,was deren Funktion genau ist, also außer der Ermittlung der Daten (Versicherung/Fahrzeughalter) aus dem Ausland?

 

Ich freue mich über hilfreiche Antworten.

 

Beste Antwort im Thema

Zitat:

@germania47 schrieb am 12. November 2014 um 13:40:20 Uhr:

 

Dann beauftrage doch den Dekra in der Volkmarstr. (Tempelhof)

Toller Tipp, ich denke, er möchte lieber einen unabhängigen Gutachter.

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Wenn die Versicherung ermittelt ist, bestimmt die "grüne Karte" einen Versicherer in Deutschland, der für den ungarischen Versicherer nach deutschem Recht reguliert.

Ich würde, falls noch nicht geschehen, aussagekräftige Fotos von den Beschädigungen fertigen und möglichst mit der Reparatur warten bis bekannt ist, wer hier in Deutschland reguliert. Auch mit der Erstellung eines Gutachtens, das Du als Auftraggeber erst einmal bezahlen müsstest.

Ansonsten habe ich keine Erfahrung mit einer derartigen Konstellation.

Klaus

Themenstarteram 11. November 2014 um 11:44

Wir stehen da ziemlich alleine die nächsten Schritte zu entscheiden.

Unsere Versicherung (LVM) sagt, dass sie dafür nicht zuständig ist und hat uns an die Grüne Karte verwiesen, die wiederum sagt, erst einmal nur für die Ermittlung zuständig zu sein. Das kann bis zu 6 Wochen dauern.

6 Wochen und dann wahrscheinlich noch länger den Wagen unrepariert in der Werkstatt stehen lassen, wollen wir natürlich vermeiden.

Von einem Mietwagen haben uns aber "alle", wegen der zu erwartenden Zeitspanne abgeraten. Keine Versicherung zahlt für 6 oder mehr Wochen einen Mietwagen...

wie sieht es mit einer Notreparatur aus?

Einen ähnlichen Fall hatte ich auch schon letztlich stand der Wagen dann drei Monate unrepariert in der Garage. Zu der Zeit hatte ich zum Glück einen Zweitwagen.

Such Dir einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, lass das Gutachten erstellen und dann das Fahrzeug reparieren. Einen Anspruch auf Nachbesichtigung hat die Versicherung in diesem Fall ohnehin nicht. Und da Du zur Schadensminderung verpflichtet bist, kannst Du nicht sechs Wochen mit der Rep. warten und solange Mietwagen oder Nutzungsentschädigung geltend machen.

 

Wenn Du eine RS hast, beauftrage mit der Abwicklung einen Anwalt.

 

http://www.gruene-karte.de/

 

P.S.: Danke dem Herrgott, dass der Typ überhaupt was zurück gelassen hat. Vor mir hat letztens eine Truckerin beim Rückwärtssetzen zwei Verkehrsschilder gerammt und ist dann weiter gefahren. Spätestens mein Hupen hätte ihr zu Denken geben müssen.

 

Alle ausländischen Versicherer aus der EU haben in Deutschland eine Versicherung als Regulierungsbeauftragten benannt. Dieser ist Dein Ansprechpartner und dann wird ganz normal reguliert.

Zunächst einmal ist es zur Beweissicherung wichtig das Auto von einem unabhängigen Kfz-Sachverständigen besichtigen zu lassen. Bei dem hier vorliegenden Haftpflichtschaden könnt ihr euch den Sachverständigen selber aussuchen. Anschließend kann der Schaden repariert werden. Im Gutachten werdet ihr dann auch noch Angaben zur Wertminderung und diversem anderem finden.

Gut wäre es wenn ihr den Fall an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht übergeben würdet. Dazu wäre natürlich eine Verkehrsrechtschutzversicherung sinnvoll um das Kostenrisiko ganz auszuschalten.

Themenstarteram 12. November 2014 um 12:51

In meiner ersten Anfrage bei einem Gutachter hieß es, "ist unser täglich Brot, aber vereidigt als Sachverständige sind wir nicht. Aber das brauchen sie auch gar nicht!."

Also was denn nun. Ist diese Berufsbezeichnung in meinem Fall wichtig oder nicht?

Wäre prima, wenn hier schon jemand Erfahrungen mit einem Gutachter in Berlin gemacht hat und mir diesen empfehlen könnte. Wie schon erwähnt wäre es vielleicht von Vorteil, wenn es sich um einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen handeln würde. (was immer auch öffentlich bestellt bedeuten mag)

Unser Auto steht übrigens in einer Werkstatt in Berlin-Tempelhof.

Zitat:

@Knut-2000 schrieb am 12. November 2014 um 12:51:36 Uhr:

In meiner ersten Anfrage bei einem Gutachter hieß es, "ist unser täglich Brot, aber vereidigt als Sachverständige sind wir nicht. Aber das brauchen sie auch gar nicht!."

Also was denn nun. Ist diese Berufsbezeichnung in meinem Fall wichtig oder nicht?

Wäre prima, wenn hier schon jemand Erfahrungen mit einem Gutachter in Berlin gemacht hat und mir diesen empfehlen könnte. Wie schon erwähnt wäre es vielleicht von Vorteil, wenn es sich um einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen handeln würde. (was immer auch öffentlich bestellt bedeuten mag)

Unser Auto steht übrigens in einer Werkstatt in Berlin-Tempelhof.

Dann beauftrage doch den Dekra in der Volkmarstr. (Tempelhof)

Zitat:

@germania47 schrieb am 12. November 2014 um 13:40:20 Uhr:

 

Dann beauftrage doch den Dekra in der Volkmarstr. (Tempelhof)

Toller Tipp, ich denke, er möchte lieber einen unabhängigen Gutachter.

Ich konnte bisher mit den Gutachten der DEKRA ganz gut leben. Die Berliner haben mir nach einen VK-Schaden bei einem Totalschaden die Rep.-Kosten wie auch den Wiederbeschaffungswert mehr als korrekt ermittelt. Die örtliche Niederlassung nach einem früheren Fahrzeugdiebstahl den WBW ebenfalls.

Stimmt, eine Vereidigung ist nicht zwingend erforderlich, um als Kfz.Sachverständiger arbeiten zu können. Diese Berufsbezeichnung ist ja nicht geschützt, so kann ich mich also auch nennen (mehr aber nicht). Die Gutachten unterscheiden sich meistens auch nicht von denen eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen.

Im Falle eines Gerichtsverfahrens genießt der letztere jedoch einen Vertrauensvorsprung.

Kannst übrigens auch den Zentralruf der Autoversicherer anrufen und nach dem Regulierungsbeauftragen fragen. Vielleicht können die das schon nach dem Autokennzeichen mitteilen. Habe ich heute erst gemacht nach einem Unfall in der Slowakei. Dauerte knapp zwei Minuten, dann hatte ich die Daten. Allerdings konnte ich auch die sl.Versicherung benennen.

Themenstarteram 12. November 2014 um 14:42

Danke erst einmal für die Antworten.

Gerade eben mit www.berlin-kfz-gutachter.com telefoniert. Hört sich schon recht vertrauenswürdig und kompetent an.

Übrigens:

Die Polizei hat anhand des hinterlassenen Zettels (Anschrift, Kennzeichen...), die Adresse des Unfallverursachers umgehend ermittelt und mir mitgeteilt. Die Grüne Karte war an diesen Daten aber nicht interessiert und ermittelt unabhängig von diesen Angaben.

Mein Eindruck ist da das genaue Gegenteil.

Zitat:

@KSV schrieb am 12. November 2014 um 15:33:03 Uhr:

Mein Eindruck ist da das genaue Gegenteil.

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Wer das wohl bezahlen soll?

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