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Sonderaktionen der Polizei gegen Raserei

Themenstarteram 27. April 2017 um 20:06

Habe gerade in der Klatschpresse gelesen, daß die Polizei gegen Raser auch praxisnah vorgeht.

Warnbriefe mit Hinweis auf das Urteil (zwei wurden wegen Mord verurteilt) und einem Appell an das Gewissen werden verschickt und echte Wracks ausgestellt. Das scheint mir überzeugender zu sein, als die nachgestellten Videos, die man sonst so kennt. Was meint ihr? Ich finde es sinnvoll.

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33 Antworten

Naja, Grundsätzlich sind echte Unfallautos nicht schlecht damit man sieht welche Kräfte wirken.

Ich finde allerdings, dass jeder der schnell fahren will (wo's erlaubt ist) ein Fahrertraining machen sollte.

Außerdem sollte jeder einmal auf einer langen geraden abgesperrte Strecke versetzt "Hintereinander" mit dem Abstand z.B. bei 100KM/h fahren, den er normalerweise hält. Dann sollte der Vordermann stark / voll abbremsen (wie z.B. bei einem Stauende) um Plausibel zu machen, wann man selber gestanden hätte (Hoffe es ist verständlich ausgedrückt).

Sowas brennt sich besser ins Hirn ein und bleibt, finde ich zumindest.

Wer rasen will tut es so oder so.

Diese Typen sind resistent gegen jede Vernunft.

Für die meisten Autofahrer wird es wohl ein Denkanstoß sein.

Themenstarteram 27. April 2017 um 20:18

Die Verrohung der Verkehrssitten ist schon spürbar. Letztens ist hinter mir im 120er Bereich ein Astra H aus Bern mit etwa 190 km/h auf mich aufgeschlossen. Als er dann vorbei war, hat er sich Schritt für Schritt 5 m hinter die nächsten geklemmt. Nur ein Einzelbeispiel..

Kannst auch in der "Klatschpresse" MotorTalk lesen :

http://www.motor-talk.de/.../...nt-raser-bevor-sie-rasen-t6017431.html

In Köln schöpft man nach den Todesfällen vor zwei Jahren den Rechtsrahmen aus. Das zeigt sich an diesem Zitat:

"Sollte einer der Angeschriebenen erneut auffällig werden, wird es für ihn schwer, Fahrlässigkeit nachzuweisen."

Ob dieser Ansatz Bestand hat, wird sich noch zeigen. Mir ist das sympathischer, als andauernd neue Gesetze zu fordern. In zwei, drei Jahren wird man wissen, ob es die Situation in Köln verbessert hat.

Zitat:

@ErzengelG schrieb am 27. April 2017 um 23:08:19 Uhr:

Ob dieser Ansatz Bestand hat, wird sich noch zeigen.

Der hat keinen Bestand, da die Polizei/Staatsanwaltschaft nicht nachweisen kann, dass diese Briefe dem Empfänger zugestellt wurden...

...es soll ja öfter mal vorkommen, dass Briefe auf dem Postweg verloren gehen :D

naja ... vom Gedanken her erstmal ok, aber wohl genauso nützlich wie die Krebsbilder auf den Kippenpackungen ... wer rauchen will, raucht - wer rasen will, rast.

Zitat:

@cocker schrieb am 28. April 2017 um 08:24:37 Uhr:

... wer rauchen will, raucht - wer rasen will, rast.

Das glaube ich nicht einmal. Für das Rauchen mag das zutreffen, beim "Rasen"* oftmals eher nicht. Denn viele, die unangemessen schnell unterwegs sind, sind das in völliger Unkenntnis dessen, was sie da tun. Aus diesem Grund fordere ich schon lange mehr Aufklärung bereits in der Fahrschule, damit diese unsägliche Herstellerwerbung, dass dieses und jenes Auto so sagenhaft sicher sei, endlich den angemessenen Gegenwind erfährt.

----------------

* der Begriff "Rasen" oder auch "Raserei" ist IMHO ziemlich abwegig und auch voreilig negativ besetzt, was häufig eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen "stark unangepasste Geschwindigkeit" erschwert, denn der so als "Raser" angesprochene schaltet sofort auf Gegenwehr. anstatt darüber nachzudenken

am 3. Mai 2017 um 19:26

Hersteller werben mit sicher und Autojournalsiten mit leistungsstark und schnell. Hier auf der Homepage erst 2 BMWs, der eine zum Rasen (knapp 350 PS), der andere zum Reisen (mehr als 250 PS):

http://www.motor-talk.de/.../...m-rasen-einer-zum-reisen-t6020393.html

Und nun sollen alle brav "Landstraßentempo" fahren und Richtgeschwindigkeit?

Aus den Köpfen muss zunächst einmal die Denkweise raus, dass "Unfälle" nur "Unfälle" sind und man mindestens so schnell fahren muss wie auf den runden Schildern mit rotem Rand steht. So wie die meisten fahren (nicht nur bezüglich der Geschwindigkeit) ist der tägliche Verkehr ein reiner "Glücksfall" und wenn etwas passiert ist das kein "Unfall" sondern nur eine logische Konsequenz, ein Vorfall, der gezwungenermaßen irgendwann eintreffen musste.

Gut finde ich schonmal die Wortwahl "Wracks". Man hätte auch "Unfallwagen" schreiben können.

Themenstarteram 3. Mai 2017 um 19:30

Vielleicht sollte man doch mal Prävention in den Schulen betreiben. Die Strafen bringen es ja offensichtlich nicht.

Ob Prävention was bringt, bezweilfe ich. Jeder der zu schnell fährt, ist sich dessen auch bewußt (von einigen Ausnahmen mal abesehen). Wer mit über 50km/h zu schnell fährt, weiß was er tut.

Härtere Strafen würden schon was bewirken. Bei uns ist doch bei max. 3 Monate Fahrverbot und 600€ Strafe Schluß. Das dürfte wohl keinen genetisch bedingten Raser abschrecken.

Das Beispiel der Schweiz finde ich dann schon interessanter. Beschlagnahme des Wagen und evtl. Gefängnisstrafe ohne Bewährung. Das macht man nur einmal im Leben.

Hallo, Holger-TDI,

ich will das Schnellfahren ganz sicher nicht verharmlosen und in manchen Fällen würde ich mir auch höhere Strafen wünschen, wobei man nicht vergessen darf, dass bei Vorsatztaten durchaus höhere Bußgelder möglich sind und auch genommen werden.

Nichtsdestotrotz finde ich die Beschlagnahme des Fahrzeugs und eine Freiheitsstrafe für eine reine Ordnungswidrigkeit überzogen.

Nehmen wir mal folgendes an:

Du fährst auf einer unlimitierten Autobahn mit 220 km/h, ohne jemanden zu gefährden oder zu behindern.

Nun kommt plötzlich eine Strecke von ein paar Kilometern, auf der die Geschwindigkeit aus Lärmschutzgründen auf 100 km/h gedrosselt werden soll und danach ist wieder freie Fahrt.

Du kennst die Strecke quasi im Schlaf und weißt, dass es keine zusätzlichen Gefahrenpunkte oder ähnliches gibt, die diese Geschwindigkeitsbegrenzung noch zusätzlich sinnvoll machen würde und lässt es deshalb weiter laufen und zack, wirst Du mit einer Überschreitung um 100 km/h geblitzt.

Würdest Du sagen, dass in diesem Fall tatsächlich die Beschlagnahme des Fahrzeugs und eine Freiheitsstrafe angemessen wären?

Überlege mal selber: Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung für eine Owi, aber wenn jemand einen anderen krankenhausreif schlägt, kommt er mit einer Geldstrafe oder allenfalls einer Bewährungsstrafe davon.

Ist so eine Geschwindigkeitsüberschreitung schlimmer als eine Trunkenheitsfahrt mit 2 Promille, für die es im Allgemeinen nur eine Geldstrafe in Höhe von ein oder zwei Monatsgehältern sowie eine Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist von ca. 12 - 15 Monaten gibt?

Hältst Du so etwas für angemessen?

Viele Grüße,

Uhu110

Ohne eine grundlegende Neuordnung unseres Rechtssystems wäre so etwas eh nicht machbar. Dafür müsste man Geschwindigkeitsüberschreitungen ins Strafrecht übernehmen, was ohne Neudefinition der Trennung zwischen Ordnungswidrigkeitenrecht und Strafrecht nicht möglich ist.

Damit ist quasi festgeschrieben, dass Geldbußen nicht proportional zum Einkommen sein können und Haftstrafen ausgeschlossen sind.

Wenn man jetzt die Geldbußen extrem nach oben treibt, kann ein einfaches Versehen (Schild übersehen) eine Person mit geringem Einkommen/Vermögen in den Ruin treiben. Das kann sicher nicht Sinn und Zweck der Übung sein. Und reiche Personen jucken auch Strafen von ein paar Tausend Euro nicht.

Der einzige Ansatzpunkt wäre für mich eine Verschärfung des Punktesystems, um notorische Raser einzubremsen. Was aber auch nur bedingt hilft ohne einen massiven Ausbau der Überwachung.

@Uhu110

In bin auf jeden Fall gegen eine Pauschalisierung. So ist dies in der Schweiz auch nicht. In dem zuletzt bekannten Fall ist wohl ein Deutscher mit über 200km/h durch einen Tunnel gefahren, hat diverse Teilnehmer bedrängt und genötigt. In dem Fall halte ich eine Beschlagnahme und Gefängnisstrafe auf jeden Fall für gerecht. Hier wir der Tod von Verkehrsteilnehmern billigend in Kauf genommen, also ein bedingter Vorsatz.

Wenn Du bei freier Piste mit 200km/h durch eine 120er Zone fährst, ist es auch nicht gerade witzig und sollte auch härter bestraft werden. Wenn ich mich an diese Geschwindigkeit halte, rechne ich kaum damit, dass sich jemand mit 200km/h von hinten kommt. Somit ist eine Gefährdung vorprogrammiert.

Dieser bedingte Vorsatz kommt ja nun auch bei den Autorennen zum Tragen, siehe der aktuelle Fall in Berlin, wo die Teilnehmer wegen Mordes verurteilt wurden. Was ich persönlich als äußerst gerecht empfinde.

Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer wieder, warum es so schwer ist, sich an die Geschwindigkeitsregelung zu halten. Wenn ich bei jeder Begrenzung nach dem Sinn oder Unsinn dieser Maßnahme nachdenken würde, könnte ich mich kaum noch auf das Fahren konzentieren. Eine rote Ampel stellt doch auch niemand in Frage, aber sobald der Gasfuss nicht mehr selbst bestimmen kann, fangen die Leute an zu lamentieren. Irgendwie fehlt mir dafür das Verständnis. Deswegen finde ich, dass die Strafen bei uns gegenüber unseren europäischen Nachbarn teilweise lächerlich sind.

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