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Sammelthread: EA189 Dieselmotoren - Erfahrungen nach dem Softwareupdate

VW Sharan 2 (7N)
Themenstarteram 9. Januar 2017 um 9:45

Nachdem jetzt wohl die Updates für den Sharan / Alhambra freigegeben wurden und die ersten Besitzer auch bereits das Update durchführen lassen würde ich gerne diesen Thread für Erfahrungsberichte von Sharan / Alhambra mit EA189 Diesel nach dem Update vorschlagen.

Allgemeine Diskussionen zu so genannten Abgasskandal sollten aus meiner Sicht weiterhin in folgendem Thread geführt werden:

http://www.motor-talk.de/.../...ei-den-abgastests-von-vw-t5442036.html

Schön wäre es, wenn dieser Thread ausschließlich für Erfahrungsberichte nach dem Update bzw. natürlich auch für die Diskussion zu entsprechenden Erfahrungen und/oder auch technischen Details dazu genutzt werden würde, damit die Übersichtlichkeit nicht verlorgen geht.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

@chris_0570 schrieb am 29. Juli 2017 um 12:19:48 Uhr:

Und nochmal zu meinem Verständnis: warum berichten dann soviel hier über

div. Defekte direkt nachdem das VW Software-Update durchgeführt wurde -

im Bereich AGR/Verkokung etc. wenn nur die Prüfstandserkennung deaktiviert

wird ? Also wird zusätzlich nichts in Sachen Abgasrückführung bei den

Adblue-Modellen geändert???

Also da muss ich etwas länger ausholen (das Lesen lohnt sich aber, versprochen!):

Die Prüfstandserkennung hat bisher dafür gesorgt, dass die gesamte Abgasreinigung in der Praxis fast gar nicht verwendet wurde. Das nennt sich bei VW "Alternativer Modus". Nur wenn man sich vom Zeit-Distanz-Diagramm her mit kleinen Toleranzen im Fahrzyklus gehalten hat, wurde "normal" gereinigt. Spätestens nach ca. 25 Minuten Fahrt (oder anderswie abweichendem Fahrprofil) fiel man dort heraus und bleibt dann dauerhaft im "Alternativen Modus". Das hat dann sogar die Politik als illegal erkannt und VW aufgefordert dies (und nur dies!) zu entfernen.

Warum ist VW aber nicht dauerhaft im Normalmodus gefahren? Weil der Motor darin ziemlich mies läuft (u. a. Ruckeln und Leistungsverluste) und auch die Abgasreinigung schneller kaputt geht. Deshalb war dies dauerhaft nicht gewollt (und wurde in den USA durch die Lenkraderkennung weiter "verbessert").

Nun wurde das also mit dem "tollen" Update so angepasst, dass eben dieser "normale" Modus immer aktiv ist. :eek:

Man hat aber dessen Kennlinen verändert. Im Prüfzyklus fährt das Fahrzeug nämlich nur mit geringen Leistungsanforderungen (max. ca. 50PS) und relativ geringen Drehzahlen. Dort ist die Abgasreinigung also nun "normal". Wenn man viel Gas gibt, hohe Drehzahlen nutzt und viel Leistung abfordert, dann wird wieder die Kennlinie des "alternativen Modus" ohne echte Abgasreinigung verwendet. Dazwischen wurde dann ein weicher Übergang geschaffen.

Man erkennt also den Zyklus nicht mehr direkt, ist aber zufällig :D nur in den Motorzuständen sauber, die auch Teil des Zyklus sind. Eine Fusion beider Kennlinen quasi. Rechtlich eine sehr dunkle Grauzone. Aber weit verbreitet auch bei anderen Herstellern.

Bei den meisten VW ist die einzige Abgasreinigung die Abgasrückführung, die für eine sauerstoffarme, kühlere Verbrennung mit weniger NOx, aber mehr Ruß sorgt. Dort gilt dann wie oben: im "normalen Modus" wird heftig zurückgeführt (was Leistungsverluste bringt) und im "Alternativen Modus" wird das auf extrem geringe Rückführungsraten reduziert. In der neuen Software ist das dann zusammengefasst. Untenrum hohe AGR Raten mit Leistungs- und Drehmomentverlust, in der Mitte dann ein Übergang und Obenrum (da wo max. Drehmoment und Leistung gemessen werden) dann kaum AGR Rückführung mit voller Leistung und Drehmoment.

Also sieht es auf dem Papier laut KBA gut aus. Dummerweise fehlt untenrum dann Power (was wohl durch eine agressivere Kennline des Gaspedals kaschiert wird) und das AGR arbeitet viel mehr und besonders auch dann, wenn viel mehr Ruß anfällt und eine Versottung droht.

Warum viel mehr Ruß? Weil der Motor im "normalen" Modus unfahrbar mies ist (Leistungsverluste, Ruckeln) und weil es die sogenannte Ruß-NOx-Schere gibt. Man kann also entweder mehr Ruß und weniger NOx haben, oder weniger Ruß aber mehr NOx. Beides verringern geht nur bis zu gewissen Grenzen nur mit einer besseren Einspritzung. Um die Situation zu entschärfen hat VW also die Einspritzdrücke erhöht, eine zusätzliche Einspritzung eingeführt (6 statt 5) und bei den 1.6 TDI ein Gleichrichtgitter wie bei den 2.0 TDI nachgerüstet, damit die Messwerte genauer werden. Damit wird die NOx Rohemission gesenkt und somit kann der "normale" Modus etwas weniger extrem ausgelegt werden und trotzdem den Grenzwert erfüllen. Aber man hat aber auch die Ruß-NOx-Schere zugunsten von Ruß verschieben müssen, es entsteht nun generell deutlich mehr Ruß und man muss den Partikelfilter häufiger regenerieren.

Das ist die Situation für die meisten VW: Schlechtere Laufkultur des Motors, gefühlter Leistungsverlust, mehr Ruß und Regenerationen und mehr Verschleiß/Versottung am AGR

Nun aber endlich zum AdBlue und was das für den Sharan bedeutet.

Auch hier gibt es eine Kennlinie für den "normalen" und "alternativen" Modus.

Der "alternative Modus" ist eigentlich eine Notfallkennlinie, wenn der NOX Sensor noch nicht Betriebstemperatur erreicht hat (ca. die ersten 4 Minuten Fahrt) oder ausfällt und man trotzdem schon/noch etwas reinigen möchte. Dabei wird nur soviel AdBlue eingespritzt, wie der SCR-Kat sicher umsetzen kann (weil zuviel bedeutet, dass nicht umgesetztes Amoniak aus dem Auspuff käme). Das ist extrem wenig, was dann die hohen Reichweiten von bis zu 30.000km mit einer Adbluetankfüllung erklärt.

Im "normalen" Modus wird dann die "richtige" Menge Adblue eingespritzt. Warum die Hochkommas?

Nun, normalerweise würde man erwarten, dass soviel AdBlue eingespritzt wird, um möglichst alles NOx umzusetzen (abzüglich Sicherheitsmarge, damit kein Amoniak übrig bleibt). Dies ist aber im "normalen" Modus offenbar nicht so. Es wird nur soviel AdBlue eingespritzt, wie man benötigt, um im Zyklus(!) gerade so unter dem Grenzwert zu bleiben. Das nennt sich bei Bosch dann Dosierstrategie.

Da im Prüfzyklus der SCR Kat erst nach wenigen Minuten voll funktionsfähig ist und auch ohne ihn Dank AGR der Grenzwert fast erreicht wird, reicht also relativ wenig Adblue.

Mal als fiktives Beispiel (keine realen Werte, da nicht öffentlich verfügbar):

Grenzwert Euro 5 ist 180mg/km. Im Prüfzyklus schafft das AGR nur 200mg/km, der Wagen muss also noch ein SCR System bekommen. Dieses ist (vereinfacht) nur zur Hälfte der Zeit der Prüfung aktiv.

Das SCR System wird also auf 20% Reduktion eingestellt, da dies wärend dem Zyklus effektiv 10% entspricht, was dann die 200mg/km auf 180mg/km reduziert. Wenn dann außerhalb des Prüfzyklus auf der Autobahn (>120km/h) 2000mg/km emittiert werden, reduziert das SCR System das dann also trotzdem nur auf 1600mg/km, was offensichtlich riesige Mengen Adblue spart (und die Umwelt belastet).

Technisch käme man dort locker in den Bereich von Euro 6 (80mg/km) aber es wird nicht gemacht, "weil man nicht muss" und dem Kunden ein häufiges AdBlue tanken nicht zumutbar ist (und ein größerer Tank ja zu teuer ist).

Zusammenfassung:

Die NOX-Reduktion durch das AGR läuft bei uns (Euro 5 mit SCR) genauso, wie bei allen anderen EA189 TDIs, mit den selben Problemen und Risiken.

Die Zusatzreinigung durch Adblue wird zwar mit dem Update etwas effektiver, aber nicht so umfassend wie man erwarten würde. Das SCR System wird nur verwendet um die Emissionen nur soweit nötig zu senken und nicht soweit wie möglich. Je nach Fahrprofil (z.B. viel Autobahn) ändert sich fast gar nichts am AdBlue Verbrauch, obwohl gerade dann ein SCR System die Abgase fast ganz sauber machen könnte.

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Zitat:

@TDId schrieb am 18. Dezember 2018 um 21:16:15 Uhr:

Mein Zwangsupdate ist seit 12.000 km drauf, sonst hätten mir die Grünen mein Auto stillgelegt...

(ich wollte es eigentlich auf keinen Fall drauf spielen lassen)

A4 Avant 12/12 - FL - 117.000 km 2.0 TDI - 143 PS

Bis jetzt habe ich keinerlei Unterschiede, weder beim Verbrauch, noch bei der Leistung bemerkt (mal auf Holz geklopft) Ich hoffe es bleibt so.

Was aber komisch ist:

Normalerweise habe ich es wöchentlich einmal mitbekommen, dass er regeneriert, seit dem Update höchstens einmal seit 12.000 km

...???....

(habe mich trotzdem der Sammelklage angeschlossen, denn was ist nach zwei Jahren bzgl. Laufzeit der vertrauensbildenden Maßnahme, wenn z.B das AGR-Ventil etc. abraucht...)

Ich habe ja schon gegen VW gewonnen, aber die gehen in Berufung, damit ich schön viele KM runterreiße und der Ankaufspreis durch die km so gedrückt wird, dass du selsbt nicht mehr hergeben willst oder kannst. Das nennt man auch zwei mal veräppelt oder drei und viermal ...ich musst dank den Handlangern der Zulassung auch zwangsweise hin mit einer owig von 35€.

am 19. Dezember 2018 um 6:35

Zitat:

@MSank schrieb am 18. Dezember 2018 um 22:02:51 Uhr:

Zitat:

@Schubbie schrieb am 18. Dezember 2018 um 21:05:24 Uhr:

 

Das konnte ich bei meinem A4 bisher nur bei der Regeneration feststellen, die seit dem Update sehr häufig stattfindet. Bis 1300U/min läuft unser Motor rauer.

Das stimmt. Die Regeneration findet öfters statt. Das ist mir auch aufgefallen. Und sobald ich 30km Kurzstrecke fahre, erscheint die DPF Lampe und ab zum Sprit verblasen auf die Autobahn.

da ist dann aber irgendwas defekt, jemand der 2200km in 2 Wochen fährt, kann kein Problem haben dass der DPF voll mit Ruß wäre

(maximal voll mit Asche könnt er sein, dann müsstest aber schon 300000 auf der Uhr haben..)

da hätte aber wiederum nichts mit dem update zu tun

unser Sharan wird die letzten 3 Jahren zu 90% Kurzstrecke bewegt, und die Aufforderung zur Regenerationsfahrt hab ich überhaupt noch nie gesehen. (weder vor noch nach dem update)

Die Aufforderung ist gestern erstmal überhaupt erschienen, ansonsten dreht er im Stand höher und das macht er in letzter Zeit oft.

Ich habe keine Ahnung von der Aufforderung. Ich hatte bisher 3 Fahrzeuge mit DPF und bekam nie eine Aufforderung, die machten die Regeneration immer ohne irgendeine Anzeige. Kommt die Anzeige erst, wenn man die Regeneration zu oft abgebrochen hat?

am 19. Dezember 2018 um 7:40

Zitat:

@Schubbie schrieb am 19. Dez. 2018 um 08:17:37 Uhr:

Ich habe keine Ahnung von der Aufforderung. Ich hatte bisher 3 Fahrzeuge mit DPF und bekam nie eine Aufforderung, die machten die Regeneration immer ohne irgendeine Anzeige. Kommt die Anzeige erst, wenn man die Regeneration zu oft abgebrochen hat?

Geht mir genauso. Solch eine Aufforderung habe ich in 100.000 km nie gesehen. Ich meine aber in der BTA gelesen zu haben, dass man zur Regeneration aufgefordert wird, wenn man zu oft den Regenerationszyklus abgebrochen hat. Da müssen aber schon viele Zufälle / Kurzstrecken zusammen kommen.

Also ich habe ebenfalls noch nie eine Aufforderung zur Regeneration erhalten-bis gestern. Man merkt dies nur durch leicht erhöhte Drehzahl im Stand ohne MKL.

Das kenne ich nur von Corsa eines bekannten, der regelmäßig die DPF Leuchte sieht. Da muss er auf die Autobahn und darf seine Kiste schrotten-im 4. 120 fahren oder so n Quatsch.

DPF hat bei mir noch nie geleuchtet.

 

Aber seit dem Schummel Update regeneriert er gefühlt auch nicht mehr .....???...

Der große Diesel soll das Problem öfter haben...bei ihm tauchen die Probleme öfters auf, so ein VW MA.

Richtig, Standgas ist etwas erhöht, Motor läuft rauer und wenn man während der Regeneration abstellt, dann läuft der Lüfter nach. Beim Sharan ist dieser lauter als der Verbrennungsmotor im Standgas...

Ich fahre seid Ende September diesen Jahres Sharan, gekauft mit Update. Vorher Golf 6 1.6TDI, bis zuletzt ohne Update.

 

Beim Vergleich beider Fahrzeuge würde ich momentan behaupten der Sharan regeneriert bei gleicher Nutzung nicht häufiger als der Golf.

 

Zu deiner Problematik bezüglich Ständige Regeneration:

 

Ich habe das Phänomen direkt nach Kauf des Sharan auch gehabt. Bin dann im Urlaub Anfang Oktober quasi liegen geblieben mit leuchtendem DPF Symbol. Hat sich herausgestellt das der OXI-KAT defekt war. 1600€ inkl. Einbau, 100% Kulanz von VW. Fahrzeug wurde zwar nur knapp 2 Wochen benutzt, habe es aber mit vollem Scheckheft gekauft.

 

Aktuell läuft er wie er soll.

 

Gekauft mit etwas über 86000km, aktuell etwas über 92000km.

 

EZ 05/2015

Hat jemand schon Erfahrungen bzgl. Kosten gemacht, bei einem Defekt oder Schaden bei den Teilen, welche die sogenannte "vertrauensbildende Maßnahme " von VW/Audi etc. umfasst, aufgetreten nach den kulanten 24 Monaten der Maßnahme?

Zitat:

@TDId schrieb am 19. Dezember 2018 um 17:12:09 Uhr:

Hat jemand schon Erfahrungen bzgl. Kosten gemacht, bei einem Defekt oder Schaden bei den Teilen, welche die sogenannte "vertrauensbildende Maßnahme " von VW/Audi etc. umfasst, aufgetreten nach den kulanten 24 Monaten der Maßnahme?

Hab ihn gute vom freundlichen abgeholt. Wie zu erwarten „alles bestens“. Von der verarschende Maßnahme ist laut Service Fuzzy nur das AGR abgedeckt.

https://www.volkswagen.de/.../massnahme-fuer-stickoxid.html

 

Da hat er mir doch glatt Mist erzählt!

Ich melde mich hier auch mal wieder zu Wort.

Ich bin kein Freund dieser Maßnahme und habe im September auch nur die Software updaten lassen, weil mir die Zulassungsstelle innerhalb 7 Tage die Kiste stilllegen wollte ;)

Mittlerweile sind 6300KM seit dem Update auf die Uhr dazu gekommen.

Bisher keinerlei Auffälligkeiten seitens Geräusche, Verbrauch oder Verschleiß.

Ich behalte natürlich weiterhin die Messwerte der Injektoren, AGR und DPF im Auge.

Letzten Montag musste ich zu SEAT um das Adblue auffüllen zu lassen.

14 Liter wurden nachgefüllt.

Mein Dieselverbrauch ist bei durchschnittlich identischer Fahrweise und Strecke gleich geblieben.

Ich logge seit mehreren Jahren die Verbräuche mit Spritmonitor.

Unten ein Screenshoot vom Spritmonitor seit dem Update am 12.09.2018

https://i.imgur.com/bB7Want.png

Ich bin äußerst skeptisch bei diesem Update.

Ich habe fast die Vermutung dass ich ein Placebo-Update erhalten habe - das Update benötigte knapp 2,5h in der Werkstatt.

Bisher läuft die Kiste fast zu gut im Vergleich zu vielen anderen Meldungen hier.

Spritmonitor seit Update

Hast Du denn mal den aktuellen Softwarestand ausgelesen?

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