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S205: Die große Kraftstoffverbrauchslüge

Mercedes C-Klasse S205
Themenstarteram 31. März 2016 um 9:17

Liebe MB-Freunde,

dass die Fahrzeuge, die wir fahren, nicht das verbrauchen, was in den technischen Daten steht, das wissen wir ja alle und komischerweise akzeptieren wir das auch noch. Typisch deutsch würde ich mal sagen. Wir fressen ja so gut wie alles. Aber gut.

Mich ärgert vielmehr, dass mich sogar der Bordcomputer meines Fahrzeugs belügt. Ich habe das mal ganz konkret nachgemessen, weil ich eine weite Fahrt hatte (mit viel Landstraße und Autobahn) und vom Volltanken bis zum Volltanken genau messen konnte, wie weit ich damit gekommen bin.

Meine Frau und ich sind (mit unsrem Zweitwagen) über Ostern im Kurzurlaub gewesen und dabei von Tanken zu Tanken genau 752 km gefahren (C 180, T-Modell, 7G-tronic, km-Stand jetzt rund 15.000). Getankt habe ich dafür exakt 62,15 Liter Super. Demnach liegt für diese Tankfüllung ein Durchschnittsverbrauch von 8,264 l/100 km vor. Wohlbemerkt für ein Fahrzeug, dass nach Prospektangaben im Mix 5.8 l/100 km verbauchen soll und innerorts sogar "nur" 7,0 l/100 km.

Was ich aber oberfrech finde ist, dass mir der Durchschnittsverbrauch für diese Strecke im KI mit 7,4 l/100 km angezeigt wird. Und ich habe wirklich mal versucht (weil wir ausreichend Zeit hatten und entspannt unterwegs waren) schön spritsparend zu fahren. Hatte nur den Eco-Modus an und habe mir den Momentanspritverbrauch anzeigen lassen und habe versucht, immer schön um die 5 l/100 km zu bleiben. Bergrunter segeln lassen (teilweise 0 Verbrauch), berghoch langsamer geworden um nicht zu oft über 15 l/100 km zu schießen.

Was soll man davon halten???

Beste Antwort im Thema

Zu den technischen Daten: Das sind Angaben nach NEFZ. Der NEFZ ist eine europäische Norm. Deutschland ist der einzige Staat in der EU ohne Tempolimit. In anderen Staaten herrschen teilweise restriktive Tempolimits. Beispielsweise ist es überhaupt kein Problem, in Schweden bei Einhaltung der Tempolimits auf den NEFZ-Wert zu kommen. Warum man den meisten anderen EU-Staaten zu hohe Verbrauchsangaben zumuten soll, damit die in Deutschland halbwegs passen, kann ich nicht nachvollziehen.

Ein modernes Fahrzeug verbraucht Sprit nicht nur zum Fahren, sondern auch für eine Reihe von komfortbezogenen Features, beispielsweise Standheizung, Klimaanlage und Heizung. Die erhöhen in der Realität häufig den Verbrauch, in den Normverbräuchen spielen sie jedoch keine Rolle. Das ist beim Vergleich der Verbrauchsangaben mit der Realität zu berücksichtigen.,

Zum Bordcomputer: Das ist weder speziell ein S205- noch ein Mercedes-Thema, sondern gilt für alle Fahrzeuge aller Hersteller. Obwohl der Bordcomputer recht genau messen kann, finden sich in der Praxis erhebliche Abweichungen - übrigens nach unten und oben. Da kann man sich drüber ereifern - oder aber ein Parameter im Bordcomputer in der Werkstatt entsprechend anpassen lassen.

Technisch ist es übrigens nicht möglich, die Autos so auszuliefern, dass sie in allen Höhen (Luftdrücken) und Temperaturen dieser Welt einheitlich korrekt anzeigen. Das hat was damit zu tun, dass Liter eine Einheit für Volumen ist, der Motor sich jedoch für die enthalte Energie in Joule interessiert. Der Bordcomputer misst nicht die Joule, sondern das Volumen. Die Joule pro Liter variieren jedoch u. a. nach Luftdruck und Temperatur. Ein überall auf der Welt "nicht lügendes Auto" ist mit der verbauten Technik allenfalls mit erheblichen Mehraufwand realisierbar.

Die Messung per Nachtanken ist übrigens ebenfalls ungenau. Sie setzt voraus, dass exakt so viel Kraftstoff nachgetankt wird, wie verbraucht wurde. Dem mit einmal Tanken zu entsprechen, ist sehr unwahrscheinlich. Ein längerer Betrachtungszeitraum und damit mehr Tankvorgänge sind dazu zwingend erforderlich.

Oder anders gesagt: Aufgrund Deiner Messmethode ist die von Dir per einmaligen Nachtanken ermittelte Verbrauchsangabe mindestens so gelogen wie die Deines Bordcomputers. ;)

Rat: Willst Du weniger verbrauchen, dann lerne verbrauchsorientiertes Fahren, dazu gibt es Kurse. Und nein, das können auch deutsche Autofahrer nicht von Natur aus.

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Dieses 'Phänomen' ist nicht nur auf MB beschränkt. Hatte in den letzten knapp drei Jahren bzw. 50.000 km bei meinem A6 Diesel lt. Bordcomputer einen Verbrauch von 8,1 L/100 km, tatsächlich getankt wurde in der Zeit aber entsprechend 9,0 L/100 km. Dieses Korrigieren nach unten im Bordcomputer soll wohl den Wohlfühlfaktor des Fahrers verbessern.

bei mir stimmts bis auf 0,2 liter !

auf knapp 7000 km gerechnet !

"Wohlfühlfaktor" trifft es wohl ziemlich gut. Daher habe ich den KIs noch nie vertraut und habe hier genau danach gefragt.

Ich finde es auch 'ne echte Sauerei vermutlich aller Hersteller, dass sie bewusst nach unten beschönigen. Eine zufällige Abweichung kann es nicht sein - dann müsste es ja auch Abweichungen nach oben geben;-).

Hi,

die Abweichung Bordcomputer vs. realer Verbrauch solltest du über mehrere Tankfüllungen ermitteln, da sich so Ungenauigkeiten - z.B. durch unterschiedliches Abschalten verschiedener Tanksäulen - herausmitteln. Bei mir zeigt der Bordcomputer nach 3000 km 0,3 Liter/100km zu wenig an. Bei BMW gibt es im Geheimmenu einen Korrekturfaktor, um diese Differenz zu eliminieren.

Bezüglich des Verbrauchs muss man leider klar zwischen dem realitätsfremden Prüfstandswert und dem Praxiswert unterscheiden. Ob dein Fahrzeug zu viel verbraucht, wird (falls es zB. vor Gericht darauf ankäme) durch eine NEFZ-Zyklusfahrt mit deinem Fahrzeug ermittelt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich der so ermittelte Verbrauch nicht groß vom Prospektwert unterscheiden. Da haben schon einige Leute Prozesse verloren...

Das ganze soll sich ja in Zukunft durch einen praxisnäheren Fahrzyklus verbessern...

Gruß

Fr@nk

Hallo!

Wir haben 2016!!

Spätestens jetzt sollte jeder wissen, dass die Autobauer lügen (um nicht zu sagen betrügen).

Denn - gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut - oder etwa nicht?????????

(Das ist übrigens der Hirnwäsche-Slogan der Wirtschaftskammer)

Solange genug Arbeitsplätze an einem Autobauer hängen sind die Politiker den Managern hörig.

Mit Industrie 4.0 werden dann die Arbeiter zunehmend durch Roboter ersetzt - mal schaun welche Argumente die Autobauer dann hervorzaubern um staatliche Gelder (zur Erinnerung... das ist ein Teil dessen, was euch ungefragt und unbeeinflussbar jedes Monat von eurem Einkommen weggenommen wird) gegen die Pleite zu bekommen.

Oh... ganz vergessen... die Merkel importiert ja grade jede Menge hoch motivierte billig-Arbeiter.... müssen die Roboter wohl doch noch warten ;)

Ouch... aber dann leiden ja die Roboter Hersteller... Lösung...lasst uns eine neue Sondersteuer auf Benzin einführen!

Im übrigen ist der Verbrauch nur errechnet und nicht real gemessen - also sind immer teils deutliche Abweichungen drin.

Bei mir sieht die Differenz folgendermaßen aus:

KI= 7,9l

über 12250km errechnet (Spritmonitor) 8,24

Ich denke das ist noch hinnehmbar.

Gibt es denn schon WLTP Werte für den W/S 205 ? Oder rückt da Mercedes erst mit raus , wenn man es muss ...

Opel macht das beim Astra ja schon obwohls ab (Ende) 2017 wohl erst Pflicht ist .

Dann kommt man wohl dem realen Verbrauch schon mal etwas näher ....

 

Oder man nimmt mal den Wert aus den USA für den C450 AMG ... für die Limousine sind das 21 Meilen pro Gallone für die Stadfahrt und 29 pro Gallone außerhalb der Stadt . Umgerechnet 11,2 Liter Stadt und 8,1 für Überland.

Da liegt man im Mittel schon bei der Limousine um die 10 Liter beim "schärferen" Testzyklus der Amerikaner .... daher sind Werte unter 10 Liter kaum realisierbar meiner Meinung nach .

Werte in Deutschland : Kraftstoffverbrauch des Mercedes-Benz C 450 AMG 4MATIC innerorts/außerorts/kombiniert: 10,3–10,2/6,4–6,2/7,9–7,6 l/100 km

Mit den USA Werten hat man meiner Meinung nach gute Anhaltspunkte ....

Zitat:

@Foto-Dirk schrieb am 31. März 2016 um 09:17:24 Uhr:

Liebe MB-Freunde,

dass die Fahrzeuge, die wir fahren, nicht das verbrauchen, was in den technischen Daten steht, das wissen wir ja alle und komischerweise akzeptieren wir das auch noch. Typisch deutsch würde ich mal sagen. Wir fressen ja so gut wie alles. Aber gut.

Mich ärgert vielmehr, dass mich sogar der Bordcomputer meines Fahrzeugs belügt. Ich habe das mal ganz konkret nachgemessen, weil ich eine weite Fahrt hatte (mit viel Landstraße und Autobahn) und vom Volltanken bis zum Volltanken genau messen konnte, wie weit ich damit gekommen bin.

Meine Frau und ich sind (mit unsrem Zweitwagen) über Ostern im Kurzurlaub gewesen und dabei von Tanken zu Tanken genau 752 km gefahren (C 180, T-Modell, 7G-tronic, km-Stand jetzt rund 15.000). Getankt habe ich dafür exakt 62,15 Liter Super. Demnach liegt für diese Tankfüllung ein Durchschnittsverbrauch von 8,264 l/100 km vor. Wohlbemerkt für ein Fahrzeug, dass nach Prospektangaben im Mix 5.8 l/100 km verbauchen soll und innerorts sogar "nur" 7,0 l/100 km.

Was ich aber oberfrech finde ist, dass mir der Durchschnittsverbrauch für diese Strecke im KI mit 7,4 l/100 km angezeigt wird. Und ich habe wirklich mal versucht (weil wir ausreichend Zeit hatten und entspannt unterwegs waren) schön spritsparend zu fahren. Hatte nur den Eco-Modus an und habe mir den Momentanspritverbrauch anzeigen lassen und habe versucht, immer schön um die 5 l/100 km zu bleiben. Bergrunter segeln lassen (teilweise 0 Verbrauch), berghoch langsamer geworden um nicht zu oft über 15 l/100 km zu schießen.

Was soll man davon halten???

Das ist leider so auch bei anderen Herstellern. Das Mercedes aber jetzt nicht unbedingt als spritsparwunder gelten, kann man ja auch daran sehen, das Mercedes regelmäßig in den USA Strafe zahlen muss, weil ihre Verbrauchswerte nicht stimmen.

Themenstarteram 31. März 2016 um 11:50

Zitat:

@Dennisa250sport schrieb am 31. März 2016 um 11:19:37 Uhr:

...Das Mercedes aber jetzt nicht unbedingt als spritsparwunder gelten, kann man ja auch daran sehen, das Mercedes regelmäßig in den USA Strafe zahlen muss, weil ihre Verbrauchswerte nicht stimmen.

Ach deswegen sind die Fahrzeuge in Deutschland so teuer. Jetzt hab auch ich es kapiert...:-O

Themenstarteram 31. März 2016 um 11:55

Zitat:

@chunter1 schrieb am 31. März 2016 um 09:42:47 Uhr:

Hallo! Wir haben 2016!! Spätestens jetzt sollte jeder wissen, dass die Autobauer lügen (um nicht zu sagen betrügen)...

Mir ging es nicht um die Abweichungen "Realität vs. technische Angaben in den Prospekten". Solange der Hersteller lügt, fühle ich mich "nur" in der Gruppe verraten. Da tut es nicht ganz so weh. Ich empfinde es aber irgendwie anders, wenn mich mein eigenes Auto anschwindelt. Dann wird es richtig persönlich und endet in einer echten Enttäuschung (fühlt sich zumindest so an). ;-)

Hi,

Zitat:

@Foto-Dirk schrieb am 31. März 2016 um 11:55:15 Uhr:

Mir ging es nicht um die Abweichungen "Realität vs. technische Angaben in den Prospekten". Solange der Hersteller lügt, fühle ich mich "nur" in der Gruppe verraten. Da tut es nicht ganz so weh. Ich empfinde es aber irgendwie anders, wenn mich mein eigenes Auto anschwindelt. Dann wird es richtig persönlich und endet in einer echten Enttäuschung (fühlt sich zumindest so an). ;-)

dann hast du allerdings ein persönliches Problem, denn die anderen, die hier berichtet haben, werden von ihrem Auto deutlich weniger angeschwindelt als du...;)

Gruß

Fr@nk

Hallo,

ich kann die geschilderten Abweichungen während der letzten ca. 393.000 KM nicht bestätigen. Ich messe den Dieselverbrauch immer fortlaufend, d. h. über die Gesamtfahrstrecke. Der Fehler bei einer einzelnen Betankung ist viel zu groß, wie auch schon beschrieben.

Dazu habe ich folgende Erfahrungen gemacht.

Fahrzeuge: jeweils C 220 Diesel, Kombi mit Automatik

S 204, Vormopf, Motor: OM 646, Bj. 03/2008:

Messstrecke: 176.700 KM

Tats. Verbrauch: 7,73 l/100 KM

Anzeige: 7,6 l/100 KM

Abweichung: - 1,68 %

 

S 204, Mopf, Motor: OM 651, Bj. 08/2011:

Messstrecke: 192.400 KM

Tats. Verbrauch: 6,52 l/100 KM

Anzeige: 6,5 l/100 KM

Abweichung: - 0,31 %

 

S 205, Motor: OM 651, Bj. 07/2015:

Messstrecke: 24.300 KM

Tats. Verbrauch: 5,82 l/100 KM

Anzeige: 5,6 l/100 KM

Abweichung: - 3,78 %

 

Gruß

Michael

Hi Foto-Dirk,

was erwartest Du hier eigentlich für Antworten? Hier wird so vieles schön geredet und abgeschwächt oder abgetan von Rosa-Brillen-Trägern. Schau doch mal in das Thema zum Verbrauch (in diesem Forum). Da fahren Leute sogar mit 3,xx Litern! Letztendlich wird Dir noch jemand erklären, dass es doch an Deiner Fahrweise liegt. Oder an den fetten Reifen, der Matallic- Lackierung oder am Datum...

Ärgere Dich nicht weiter. Ich hab´s aufgegeben und nehme hin, wenn ich unter 7 Liter komme. Hat mein Trabant vor 40 Jahren auch gebraucht! Und mit dem war ich nur halb so schnell, dafür aber wesentlich unkonfortabler unterwegs. Welch Trost für Dich...

Gruß, Rainer

Ich hatte im W166-Forum auch schon eine lange Diskussion wegen der mangelhaften Verbrauchswerte der Autobauer.

Die ehrlichsten Verbräuche findet man auf den kanadischen Seiten der Fahrzeughersteller. Ich habe weltweit mal alle Seiten von Mercedes verglichen und dort waren sie mit Abstand am höchsten, noch höher als in USA.

Ich nenne das was in der EU abgeht eine klare Verbrauchertäuschung. Dem Kunden wird ein Verbrauch suggeriert, den das Fahrzeug niemals erreicht. Jeder Käufer möchte wissen, wie hoch seine Unterhaltskosten sind. Dazu zählt auch der Benzinverbrauch. Nur im Prospekt hat man im Prinzip nur Vergleichswerte zu anderen Fahrzeugen bei denen die Werte genau so falsch sind. Wem nutzt das was, außer dem Hersteller??

Wird man dann auch noch von seinem eigene KI angelogen, verstehe ich die Verärgerung schon.

Ich habe übrigens noch nie gelesen, dass die Verbrauchsanzeige im Fahrzeug zu viel anzeigt. Komisch!!!

Was ich noch befremdlicher finde, wenn die Fahrzeugklasse eine bestimmte Leistungsgrenze bzw. einen bestimmten Preis überschreitet, wird man meisten noch angemacht ob man sich das nicht leisten kann.

Oder, man muss sich halt vorher informieren!! Hä habe ich doch, stimmte aber nicht.

Wer hat sich schon ein Auto gekauft und musste 30% - 50% mehr als im Prospekt angegeben bezahlen?:D

LG Manfred und ans dforum

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