Reifenkennung AO
Hallo zusammen,
das die Reifenhersteller für verschiedene Fahrzeughersteller Reifen mit Sonderkennung
herstellen ist bekannt.
Für Audi ist es ja die Kennung AO.
Was aber besagt diese Kennung AO ?
Bisher habe ich immer nur die Aussage gefunden ,,ist von Audi empfohlen" oder
,,speziell für Audi entwickelt".
Irgend einen Unterschied zum gleichen Reifen des selben Herstellers, ohne
die Kennung AO, muss es doch aber geben.
Eine Antwort auf diese Frage konnte mir bisher niemand geben.
Würde mich über Aufklärung freuen.
Gruß André
Beste Antwort im Thema
Man neigt dazu sich einzureden, dass es sich um die gleichen Reifen handelt, was nicht stimmt wenn man die Daten genau vergleicht (Beispiel Hankook EVO K117 AO 70dB ohne AO 71dB).
Die Hersteller geben genaue Vorgaben bzw. Anforderungen vor, die nicht vergleichbar mit denen für den Aftermarket sind. Auf Nachfrage bei Hankook handelt es sich bei AO um unterschiedliche Reifen trotz gleicher Bezeichnung (Profil, Mischung und Performance), die mit den Herstellern auf spezielle Fahrzeuge abgestimmt werden.
Ich würde zu AO greifen!
43 Antworten
@Quttronics: Meines Wissens ist Hankook Erstausrüster beim neuen TT auf den das Reifenmodell EVO2 K117 mit AO abgestimmt wird und auf dass bezog sich meine Aussage. Denn im TT Forum gehe ich davon aus, dass es auch um das Modell geht;)
Daß manche Fahrzeugherstellerreifen anders sind, testete auch Stiftung Warentest:
https://www.test.de/Reifen-Sicher-in-der-Spur-1348940-0/
Die Hersteller machen Vorgaben, die z.B. den Komfort adressieren: "Bitte weichere Gummimischung als normal, bitte weichere Karkasse o.ä."
Ob Audi hier überhaupt anders ist, kann man nur vermuten, dazu hab ich nie was gefunden. Ein Argument jedoch sollte jedem klar sein: die Reifenhersteller entwickeln Reifen so gut sie können. Die "Optimierungen" der Autohersteller machen den Reifen an sich nicht besser. Das kann der Reifenhersteller besser.
Und mal ehrlich: wenn wir Fahrzeuge nebeneinanderstellen, die vergleichbar wiegen und vergleichbar gewichtsverteilt sind, was schert es den Reifen, welches Logo auf der Haube klebt? Fahrzeugherstellerreifen sind bestenfalls eine Verschlimmbesserung, dafür haben die Autohersteller davon viel zu wenig Ahnung.
Laßt euch vom Marketing nicht in die Tasche greifen ;). Und nur weil Hankook ein paar Reifen an Audi liefert, die an den TT geraten, ist ein EVO2 AO dadurch noch lange nicht besser als als ein "normaler" EVO2.
Um bessere Verbrauchs- und Geräuschwerte zu erzielen, werden die Karkassen wohl als mal steifer gemacht. Die 18-Zoll Conti SC5 auf meiner S3 Limo waren derart hölzern, dass das Fahrverhalten eher einem 20-Zöller glich. Die originalen SC5 auf einem Golf 7 meines Kumpels waren geschmeidiger.
Die Umrüstung meines S3 auf 19 Zoll mit S1 Evo2 (normal, ohne AO) verbesserte den Komfort spürbar. Also es ist nicht alles Gold was glänzt... interessant wäre dennoch ein Vergleich zu den Evos mit AO-Kennung.
Zitat:
@pb.joker schrieb am 26. August 2016 um 08:10:34 Uhr:
Daß manche Fahrzeugherstellerreifen anders sind, testete auch Stiftung Warentest:
Danke für diesen Link!
Jetzt war ich schon fast überzeugt, beim nächsten Reifenkauf auf dieses "AO" zu achten. Nachdem ich nun unter dem angegebenen Link das hier:
Spezialreifen fahren schlechter
...
Besonders deutlich sind die Unterschiede auf nasser Fahrbahn. Der MO-Reifen hat einen längeren Bremsweg und lässt sich insgesamt schlechter steuern.
gelesen habe, muss ich mir da wohl keine Mühe mehr machen. ;)
Zitat:
@Quattronics schrieb am 25. August 2016 um 17:13:07 Uhr:
Generell dürfen sich die Abrollumfänge beim Quattro nur minimal unterscheiden, daher schreibt Audi ja auch 4 gleiche Reifen mit max. 1mm Profilunterschied vor. Wenn man keine Mischbereifung hat, dann macht auch der regelmässige Rädertausch VA - HA beim Quattro Sinn, da die Hauptlast ja immer noch auf der VA liegt.
Gruß
Quattronics
Schön und gut, nur war die Mischbereifung ja ab Werk drauf! ;)
Also nix mit 4 gleiche Reifen und von Audi vorgeschrieben. Gab ja ab Werk noch die Variante mit 255ern vorne und 225ern hinten. ;)
Hab dann eh nach 2 Satz Vorderreifen, die je max. 8.000 km gehalten haben dann auf Michelin PSS ohne RO1 Kennung und 235er ringsum gewechselt. War in allen Belangen der bessere Reifen.
Ein Reifenhersteller muss doch den Spagat schaffen einen Reifen für den breiten Markt anzubieten. Da müssen Reifen auf einem sportlichen Coupe und auch auf einem SUV laufen. Was nicht bedeutet dass die Reifen ohne Herstellerkennung schlecht sind aber halt nicht optimal passen!
Wenn ein Reifen anders ausfällt und dabei vielleicht weicher und griffiger wird, bringt das natürlich Nachteile mit sich wie die Laufleistung.
http://www.hankooktire-press.com/.../...-audi-tt-und-tts-modellen.html
Zitat:"Während der intensiven Testphase hat unser Reifen sein hohes Maß an charakteristischen, dynamischen Fahreigenschaften wieder erfolgreich unter Beweis gestellt", erklärt Dipl.-Ing. Klaus Krause, Leiter des European Technology Centre (ETC), wo bei Hankook unter anderem die Reifenentwicklung für Fahrzeuge der Audi AG koordiniert wird. "Mit dem Ventus S1 evo² haben wir auch hier konsequent unsere Entwicklungsphilosophie Kontrol Technology* umgesetzt, und einen modernen Hochleistungs-Reifen entwickelt, der in Punkto Fahrdynamik, Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Komfort optimal auf die Anforderungen unseres Kunden zugeschnitten ist."
Glaubst Du diesem Marketing-Geschwafel?
Da müssen Reifen auf einem sportlichen Coupe und auch auf einem SUV laufen.
Zitat:
@mgreif schrieb am 26. August 2016 um 12:01:23 Uhr:
Ein Reifenhersteller muss doch den Spagat schaffen einen Reifen für den breiten Markt anzubieten. Da müssen Reifen auf einem sportlichen Coupe und auch auf einem SUV laufen.
Nenn mir einen "Coupe vs. SUV" Reifen in der gleichen Dimension.
Der Rest ist vergleichbar. Man kann sich viel einreden... aber das Einmischen eines Autoherstellers bei einem Reifenfabrikanten führt sicher nicht zu einem besseren Reifen.
Castrol ist m.W. übrigens auch Erstausrüster bei Audi. Demnächst bieten die vielleicht Catrol Edge AO an? Speziell für Audi-Motoren entwickelt ;).
Genau so ist es @pb.joker, wollte auch gerade das mit dem Öl schreiben.
Man sieht doch aber auch, Glauben ist alles und nichts anderes.
Wie beim Öl, dass muss es sein und das andere ist schlecht, weil Audi es nicht nimmt.
Zitat:
@pb.joker schrieb am 26. August 2016 um 13:28:55 Uhr:
Castrol ist m.W. übrigens auch Erstausrüster bei Audi. Demnächst bieten die vielleicht Catrol Edge AO an? Speziell für Audi-Motoren entwickelt ;).
Ist es das nicht schon 507.00 / 505.01 etc. pp. ?
Nein, dass ist nur deren Norm/Spezifikation und das Öl selber nehmen auch andere Hersteller.
Hmm, ist schon interessant wie die Meinungen zum Thema sind.:)
Meine Erfahrung mit Hersteller spezifischen Reifenkennungen,
die letztendlich der Grund für mich war das Thema hier zu eröffnen, ist
schon ziemlich drastisch gewesen.
Vor ca. 15 Jahren hatte ich mal einen 3er BMW E46.
Als bei dem neue Reifen fällig wurden habe ich die bei einem
Reifenhändler geordert und montieren lassen.
Danach lief der Wagen nur noch bis ca. 60km/h geradeaus,
danach war er kaum noch beherrschbar.
Diverse Versuche vom Reifenhändler der Ursache auf den Grund
zu gehen bleiben erfolglos.
Erst mein BMW Händler konnte die Sache aufklären.
Die aufgezogenen Reifen entsprachen zwar in allen Kriterien dem
was auf Fahrzeug und Felge gehört, waren aber keine mit dem
Stern gekennzeichnete Reifen. ( der Stern steht für BMW Kennung )
Also hat mein Reifenhändler die selben Reifen, nur dieses mal mit
BMW Kennung, geordert und dann montiert und schon war das
Problem vom Tisch und der Wagen lief wieder wie auf Schienen.
Da ich gerade dabei bin mir die Winterräder für den TT zusammen zu
stellen, will ich solche Überraschungen gar nicht erst haben.
Nur aktuell ist es für meinen Reifenhändler fast unmöglich meine
gewünschten 19" Räder mit AO Kennung zu bekommen und er
wollte mir halt erzählen ,,geht auch ohne Kennung".
Aber eventuell ist es auch aktuell noch nicht die richtige Zeit für
Winterreifen.;)
Gruß André
Ich werde gerne berichten können, denn meine 19" Hankook Winterreifen sind ohne AO und ich hatte auch noch nie Probleme ohne AO gehabt.
Beim SQ5 sind meine 21" Pirelli auch nicht AO und halten besser als die Dunlop mit AO, wenn man das auch nicht ganz vergleichen kann.
Zitat:
@AndreQ5 schrieb am 26. August 2016 um 15:45:43 Uhr:
Vor ca. 15 Jahren hatte ich mal einen 3er BMW E46.
Als bei dem neue Reifen fällig wurden habe ich die bei einem
Reifenhändler geordert und montieren lassen.
Danach lief der Wagen nur noch bis ca. 60km/h geradeaus,
danach war er kaum noch beherrschbar.
Diverse Versuche vom Reifenhändler der Ursache auf den Grund
zu gehen bleiben erfolglos.
Erst mein BMW Händler konnte die Sache aufklären.
Die aufgezogenen Reifen entsprachen zwar in allen Kriterien dem
was auf Fahrzeug und Felge gehört, waren aber keine mit dem
Stern gekennzeichnete Reifen. ( der Stern steht für BMW Kennung )
Also hat mein Reifenhändler die selben Reifen, nur dieses mal mit
BMW Kennung, geordert und dann montiert und schon war das
Problem vom Tisch und der Wagen lief wieder wie auf Schienen.
Mit "normalen" Reifen kein Geradeauslauf, mit BMW Reifen aber schon? Der Zusammenhang wirkt schon mehr als merkwürdig und technisch nicht wirklich glaubhaft...
Das muss man wahrscheinlich wirklich ,,erfahren''.
Ich kann mir das auch nicht vorstellen: über 60 km/h nicht mehr beherrschbar... ? Wenn er über 160 geschrieben hätte :)
Tja eine Erklärung dafür habe ich auch nicht.
So recht beschreiben kann man es nur jemandem der so etwas schon mal
selbst er-fahren hat.
Ich versuche es trotz dem mal.
Der Wagen fuhr mehr oder weniger wo hin er wollte.
Reaktionen auf Lenkbewegungen kamen zeitlich verzögert und auch nicht so,
wie man es von einem Fahrzeug kennt, was man schon mehrere 10.000km
gefahren ist.
Bis ca. 40 Km/h hat man nichts gemerkt, danach wurde es sehr deutlich.
Ab 60 war dann ein Punkt erreicht wo es grenzwertig wurde, darüber ging es
selbst auf gerader Strecke nur wie ein pendelnder Hochseedampfer.
Eine Einbildung war es nicht, denn selbst der Reifenhändler und auch der Meister
meines BMW Händlers waren damals nach eigener Probefahrt sehr überrascht,
wie sehr sich eine falsche bzw. fehlende Reifenkennung auf das Fahrverhalten auswirkt.