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Plötzlich Verbrennungsmotor zuschalten

Wie ist das, wenn man elektrisch fährt und einen Verbrennungsmotor zusätzlich hat. Wird bei Leistungsbedarf der Verbrenner gestartet und sofort mit Volllast betrieben?

Beste Antwort im Thema
am 7. Juni 2016 um 11:26

Zitat:

@AE01a schrieb am 21. Dezember 2015 um 12:04:38 Uhr:

 

Wäre schön von dir die Richtigstellung zu erfahren.

Ich weiß nach wie vor nicht, ob ein minus zehn Grad kalter Verbrenner bei Leistungsanforderung plötzlich auf mehr als 2000/min getrieben wird. Sozusagen eiskalt und ungeölt. Oder auch während irgendeiner Fahrt, das Öl ist längst abgetropft, von einer Zehntelsekunde auf die andere, wegen Leistungsanforderung Volllast bekommt.

Ich bin zwar nicht angesprochen, aber würde trotzdem gerne etwas dazu schreiben.

Es ist tatsächlich so, dass der Verbrenner in einem Hybrid (Toyota) besonders verschleißarm betrieben wird. Das Hybridsystem durchläuft nach einem Kaltstart verschiedene sog. "Stages" bis der volle uneingeschränkte Hybridbetrieb erreicht ist. Hierbei wird der Verbrenner sehr schonend (variable Ventilsteuerung) aufgewärmt. Zu diesem Zeitpunkt wird die gesamte Fahrleistung elektrisch erbracht, bis der Motor (und KAT) eine belastbare Betriebstemperatur erreicht hat (ca. 1-2 Min.), d.h. der kalte Motor wird nicht belastet (im Gegensatz zu konventionellen Antrieben). Die kurze Warmlaufphase wird u.a. durch das EHR-System (Abgaswärmerückführung) ermöglicht.

Das häufigere Anlassen selbst ist durch den im Vergleich zu einem normalen Anlasser sehr starken Elektromotor auch viel schonender und schneller.

Davon abgesehen wird es sowieso nicht passieren, dass man während einer Fahrt längere Zeit ohne den Verbrenner fährt, da der Akku hierfür nicht ausreichen würde und das Antriebskonzept dafür auch garnicht ausgelegt ist. Ein großer Teil der Effizienz des Hybrids kommt nicht nur vom Elektromotor, sondern v.a. vom Betreiben des Verbrenners in den Lastbereichen mit dem höchsten Wirkungsgrad (per stufenlosem Getriebe).

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@Zephyroth

 

BMW i8 seit 2013.

 

Ansonsten gibt es in der Regel schon Maßnahmen für den Kaltstart (andere Material im Motor, anderes Öl, Vorheizen im Kühlkreislauf).

 

Zumal der Verbrennungsmotor ja nicht voll belastet wird, sondern den Elektromotor unterstützt und somit nicht die volle Last treiben muss.

 

Außer man macht absichtlich Kickdown. Aber das ist bei kaltem Motor so oder so schädlich.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 05. Okt. 2022 um 08:27:56 Uhr:

Und rate mal, die bauen noch immer nicht wirklich gerne PHEV's. Warum wohl?

Weil wohl das HSD nicht darauf ausgelegt ist.

 

Einen PHEV kalt zu treten ist auch nichts anderes als einen reinen Verbrenner kalt zu treten, sogar bei Toyota wird es wohl aufs Material gehen wenn ich erst mal mit Vollgas losfahren will.

 

Das erinnert mich an die Leute die Diesel scheiße finden, weil er nicht für die Kurzstrecke geeignet ist.

Zitat:

@nobrett schrieb am 5. Oktober 2022 um 07:39:18 Uhr:

Das ist genau was ich meine. Für 155m mal kurz den Verbrenner anschmeissen kann nicht gut sein und widerspricht allem was man je über gute Behandlung von Verbrennungsmotoren gelernt hat. Nicht gut fürs Öl und nicht gut für die Motorschmierung. Und da ist dann auch noch kein Abgasreinigungssystem auf Temperatur.

Wenn die 50 m, die der Verbrennungsmotor wohl ohne Last läuft, schlecht für den Motor wären, würde BMW das ja nicht so programmieren. Ich denke eher ein reiner Verbrenner wird, insbesondere im Winter, bei meinen täglichen 2 x 3 km mehr belastet als wenn ich die mitm Elektromotor fahr.

 

Einen reinen Hybrid find ich im übrigen nicht gut, ich will ja rein elektrisch fahren (und möglichst mit Ökostrom ggf. sogar über PV laden) und nicht das nebenher meistens noch ein Verbrennungsmotor läuft - der Sinn erschließt sich mir absolut nicht. Hat sich ja auch nicht durchgesetzt, das wird schon seinen Grund haben…

Zitat:

@Hanuse schrieb am 5. Oktober 2022 um 09:32:49 Uhr:

der Sinn erschließt sich mir absolut nicht.

Ohne auf die Details einzugehen, mit der Technik bewegst du einen Kompaktwagen mit 3-4.5l/100km, 5.3l/100km wenn du es krachen lässt.

Das sind 70-100g/km CO2. Da tut sich auch ein Diesel schon schwer. Ein PHEV mit 20kWh/100km und Deutschem Strommix (400g/kWh) ist mit 80g/km rein elektrisch nicht besser, braucht in der Herstellung deutlich mehr Ressourcen und später Wartung.

Zitat:

@Hanuse schrieb am 5. Oktober 2022 um 09:32:49 Uhr:

Hat sich ja auch nicht durchgesetzt, das wird schon seinen Grund haben…

Ist halt relativ. Toyota als größter Autobauer der Welt verkauft fast nur mehr Vollhybride (67% bei Neuverkäufen in Westeuropa). Bei uns merkt man davon wenig, weil wir hier den Diesel hatten, aber global sieht's deutlich anders aus

Grüße,

Zeph

Zitat:

@Hanuse schrieb am 5. Oktober 2022 um 09:32:49 Uhr:

Wenn die 50 m, die der Verbrennungsmotor wohl ohne Last läuft, schlecht für den Motor wären, würde BMW das ja nicht so programmieren.

Ganz ehrlich, da ist gar nichts programmiert. Schlecht programmiert ist hier wohl nur die BMW-App. Der Verbrenner bleibt aus und der läuft auch keine 50m lang. Und genau darum merkst du auch nicht, dass der Verbrenner anspringt, weil er es schlicht nicht tut.

Da ist am Ende nichts startklarer als bei einem 320i, wenn man den Schlüssel rum dreht (ok, mit Drehen ist heutzutage nicht mehr viel). Am Ende hat es der Fahrer in der Hand oder besser im Fuß, ob er den Verbrenner von 0 auf 5000 1/min hochballert oder nicht. Ob man das mit einem 320i macht oder mit einem 330e, läuft faktisch aufs selbe raus.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 5. Oktober 2022 um 08:27:56 Uhr:

Bei meinem Prius+ wird peinlichst auf das Warmfahren des Motors geachtet. Zwar wird er gleich gestartet, aber er lädt die ersten beiden Minuten nur den Akku. Gefahren wird elektrisch. Danach schaltet das System langsam Last auf den Motor. Nach etwa 3-4min hat der Motor Betriebstemperatur und kann voll belastet werden.

Sorry, aber wenn der Akku geladen wird, muss der Verbrenner mehr Leistung produzieren, als die Fahrwiderstände es erfordern, auch Toyota hat hier nicht das Perpetuum Mobile erfunden. Im Gegenteil, natürlich wird eine gewisse Last auf dem Motor sein und genau das ist auch gewollt. Denn einen Verbrennungsmotor effizient und schonend warm zu fahren, bedeutet nicht, ihn ohne Last, quasi im Leerlauf dahin juckeln zu lassen. Eine moderate Last, kombiniert mit niedriger Drehzahl ist da das, was man will.

Aber auch du kannst mir nicht erzählen, dass quasi nichts kommt, wenn du als Fahrer das Pedal in den ersten 3-4 Minuten in Richtung Bodenblech drückst. Da bremst auch Toyota den Fahrer nicht ein.

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 5. Oktober 2022 um 11:17:44 Uhr:

Ob man das mit einem 320i macht oder mit einem 330e, läuft faktisch aufs selbe raus.

Eben nicht. Während der 320i von Anfang an auf Verbrenner fährt und typischerweise die ersten Meter sowieso moderat sind (raus aus der Garage, einfädeln in den Stadtverkehr, Zubringer zur Autobahn auf der Landstraße etc.) entspricht das im Wesentliches sowieso dem idealen Warmfahren.

Anders beim 330e, da steht der Motor schon mal bis zur Autobahnauffahrt und dann wird plötzlich gar nicht so wenig Leistung abverlangt, auf einen komplett kalten Motor.

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 5. Oktober 2022 um 11:38:36 Uhr:

Sorry, aber wenn der Akku geladen wird, muss der Verbrenner mehr Leistung produzieren, als die Fahrwiderstände es erfordern, auch Toyota hat hier nicht das Perpetuum Mobile erfunden.

Natürlich nicht. Am Motor liegen etwa 10kW (bei etwa 1200U/min), aber nicht mehr. Bis etwa 30kW Radleistung ändert sich das auch nicht. Und für die ersten 2 min reicht das typischerweise auch.

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 5. Oktober 2022 um 11:38:36 Uhr:

Aber auch du kannst mir nicht erzählen, dass quasi nichts kommt, wenn du als Fahrer das Pedal in den ersten 3-4 Minuten in Richtung Bodenblech drückst. Da bremst auch Toyota den Fahrer nicht ein.

Sicher. Aber typischerweise ist das direkt nach dem Kaltstart nicht notwendig. Nach etwa 2km ist der Motor betriebswarm. Bei einem PHEV, das bis 120km/h elektrisch fahren kann, sieht die Sache allerdings anders aus. Siehe oben.

Sicher hat's der Fahrer in der Hand, aber es ist eben auch so, dass viele einfach nur fahren wollen und sich nicht um die Befindlichkeiten des Motors scheren. Ist übrigens auch ein Kritikpunkt von JP Zimmer (Motoren Zimmer --> Youtube) an seinem 300de. Das der Betrieb eines Verbrenners in einem PHEV nicht sonderlich toll ist, zeigen auch diverse Ölanalysen.

Grüße,

Zeph

Aber da sind wir doch wieder am Anfang? Wenn ich in einem 320i aus der Garage fahre und direkt Vollgas wegdüse ist das sogar schlimmer als das mit dem 320e zu tun. Trotzdem passiert es und ist auch möglich.

Ich hab jetzt knapp 17tkm auf dem GTE, wenn ich nach dem Verbrauch gehe, bin ich davon ziemlich genau 50% elektrisch gefahren. Von den anderen 50% bin ich 90% geplante Langstrecke (hauptsächlich Urlaube) gefahren und nur die restlichen 5%, also deutlich unter 1000km bin ich "versehentlich" mit Verbrenner gefahren, weil beispielsweise der Akku doch nicht gereicht hat oder ich vergessen habe zu laden. Die Anzahl der echten Kaltstarts direkt in starke Belastung kann ich locker an einer Hand abzählen.

Du kannst mir erzählen was du willst, aber der Motor in meinem GTE der "leidet" nicht und der Nachbesitzer dieses Fahrzeugs kann sicher froh sein, dieses Auto zu bekommen. Dass das nicht bei jedem so ist, ist ja klar, aber schlussendlich sollte jeder, der sich hier in diesem Thread beteiligt auch in der Lage sein, sein Auto etwas beim Umschalten zu unterstützen.

Wie gesagt: es gibt genügend Menschen, denen das egal ist, denen ist das aber auch bei ihrem 320i und auch beim Diesel-Firmenwagen des Mannes egal. Aber für diejenigen, denen es nicht egal ist (und das sind wir hier im Forum und auch Leute, die sich für PHEV, BEV und Co. interessieren), ist der PHEV die deutlich bessere Lösung wie der reine Hybrid.

Was diese Ölanalysen und sowas angeht ist das ja ok, das ist wohl einer der Hauptgründe, warum das Ölwechselinterval bei den Plugins sogar verkürzt wurde im Gegensatz zum reinen Verbrenner, obwohl die Hybride deutlich weniger Verbrennerkilometer machen (sollten). Wer seinen Plugin richtig nutzt der macht dann also (so wie ich) bei ca. 15tkm (davon 90%) Langstrecke einen Ölwechsel.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 5. Oktober 2022 um 12:10:20 Uhr:

Sicher. Aber typischerweise ist das direkt nach dem Kaltstart nicht notwendig. Nach etwa 2km ist der Motor betriebswarm. Bei einem PHEV, das bis 120km/h elektrisch fahren kann, sieht die Sache allerdings anders aus.

Nein, es ist hier wie dort nicht notwendig. Auch beim PHEV sieht die Sache nicht anders aus, sondern es bleibt hier wie dort ein "kann man machen, muss man nicht".

Sich um die Befindlichkeiten des Motors scheren? => "Kann man machen, muss man nicht".

Die Notwendigkeit von hoher Leistung ist im Bereich der Landstraße und Autobahn einfach höher, als direkt nach der Garagenausfahrt. Zumindest üblicherweise.

Richtig, nur was soll uns das sagen? Natürlich kann man sich den kalten Verbrenner aufsparen, bis der Moment höchster Leistungsanforderung kommt ... kann man machen, muss man nicht. Das ist nicht notwendig.

Der Outlander PHEV ist anders als die anderen kleinen PHEVs.

Wir haben einen im Betrieb. Keine Ahnung, wie man den Motor dazu bringt, für einen Bordstein anzuspringen,

Der 2.4l Vierzylinder treibt nur einen Generator an und produziert dabei max.100kW. Der Outlander fährt (fast)* immer elektrisch. Mal aus der Batterie, mal vom Generator. Und wenn es pressiert auch von beiden. Anders als bei deutschen PHEVs gibt es daher auch kein Getriebe.

Kaltstart bedeutet, der Motor geht in einen definierten Betrieb. Hochjaulen geht nicht.

*Für die Autobahn/Konstante Fahrt auf der Langstrecke gibt es eine feste Übersetzung, was den Wirkungsgrad erhöht und damit den Verbrauch senkt.

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