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OPEL;VW & Co. sowie BMW, VOLVO & Co.

Themenstarteram 14. Oktober 2004 um 14:32

Hallo liebe Elchgemeinde,

als märkischer Elchtreiber galoppierte ich eben durch das OPEL-Forum. Es ist schon erschreckend. Viele halten ihren BLITZ (der auch einmal aus Brandenburg/Havel kam) schon für tot. Die Diskussion ist austauschbar - ähnlich verlief sie, als Wartburg-, Barkas-, W50-, Robur- und Trabant-Manufakturen dicht machten. Der Jammerwessi löst offensichtlich den Jammerossi ab.

Entgegen der Opelkrise konnte Volvo im September seinen V70-Umsatz in Deutschland um 132% steigern. Das funktionierte wohl nicht nur im Ausverkauf...

Vielleicht eine Anregung zur Diskussion - Autos kaufen Autos. Wie weiter im autoproduzierenden Europa?

Bin gespannt auf eure Meinungen.

Die Gurke.

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40 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von [Emkay]

Audi als Solo-AG wäre eine Erfolgsstory wie Porsche ....

Da bin ich mir nicht so sicher. Audi baut sicher momentan gute Produkte und hat auch ein ausgeglichenes Image, was die Marke derzeit besonders attraktiv für die macht, die sich nicht als den sterotypen Mercedes- oder BMW-Fahrer sehen. Doch man darf nicht unterschätzen, wie viele technische Überschneidungen es mit VW gibt - und das sind dann auch meistens die Punkte, wo Eigenentwickelungen so richtig ins Geld gehen. Ich spreche konkret von Plattformen, Motoren und Getrieben. Mal die ausgefallenen und nicht besonders volumenstarken Motoren außer Acht gelassen, findet man doch fast jeden Audi-Motor auch in irgendeinem VW. Ich bin daher der Meinung, dass Audi als eigener Konzern gar nicht in der Lage gewesen wäre, die finanziellen Mittel für einen so zügigen Aufstieg in die automobile Oberklasse bereit zu stellen.

Ich möchte an dieser Stelle mal ganz grundsätzlich auf die Unterschiede zwischen dem deutschen und anderen Märkten eingehen. In den letzten Jahren dachte ich immer "na so unterschiedlich werden die Käufer ja wohl nicht sein". Immerhin gibt es ja Internet und man liest auch mal in einem amerikanischen Forum, was die so für Wünsche und Probleme haben. Ergebnis: Hätte mich nicht mehr irren können!

Seit einigen Monaten lebe ich ja vorübergehend hier in den USA und es erscheint mir hier noch der "gemäßigte" (nicht nur SUVs und Trucks) Teil zu sein. Doch hier habe ich erst begriffen, was es heißt, wenn wir vom Auto als der Deutschen liebstem Kind reden. In Deutschland werden die Autos in einem Maße gehegt, gepflegt und nehmen eine Rolle im täglichen Leben ein, wie es hier bei weitem nicht der Fall ist. Hier ist ein Auto primär ein Gebrauchsgegenstand, in Deutschland ist ja schon der erste gebrauchte Corsa des Azubis ein Kleinod. Dementsprechend anders müssen die Hersteller auftreten, um ihre Autos loszuwerden. Diese Einstellung der deutschen spielt natürlich gerade momentan den sogenannten Premiumanbietern in die Hände. Parallel dazu spielt sich aber momentan die Entwicklung ab, dass ein großer Teil der Bevölkerung sehr viel genauer auf den Preis achtet und nicht mehr bereit ist, horrende Summen auszugeben.

Nun denke ich, lässt sich die Schar aller Anbieter mit etwas gutem Willen in drei Kategorien einteilen:

1. Mercedes, Porsche, BMW, Audi: Diese vier sind momentan die einzigen Marken, die wohl von so gut wie jedem Käufer in Deutschland als "Premium" (wie ich dieses Wort eigentlich hasse) angesehen werden. Diese Marken haben derzeit den Freibrief, höhere Preise zu verlangen, einfach weil sie dem Käufer neben dem eigentlichen Produkt auch noch das Gefühl geben, es im Leben zu was gebracht zu haben. Und über den hohen Verkaufspreis sind sie sogar in der Lage die hohen Fertigungskosten in Deutschland zu kompensieren. Das macht sie wirtschaftlich erfolgreich.

2. Peugeot, Toyota, Mazda, Renault, Skoda etc.: Die Anbieter vom "Discounter-Typ". Einmal abgesehen von den richtigen Billiganbietern bekommt man von diesen Firmen vernünftige Autos zu vernünftigen Preisen. Darüber hinaus haben sie meistens eine Kerneigenschaft, die von der großen Masse registriert und positiv anerkannt wird, zum Beispiel Zuverlässigkeit bei Toyota, ein positives Dieselimage wegen der Filter bei Peugeot, die Erfolge bei NCAP von Renault, solide VW-Technik zum guten Preis bei Skoda. Damit bietet sich dem Käufer die Möglichkeit, seine Kaufentscheidung nicht nur über den Preis zu rechtfertigen sondern auch eine echte Eigenschaft als Grund anzuführen.

3. Opel, Ford, VW: Die kritische Grauzone in diesem Modell. Ihre Klientel, nämlich die überwältigend große Mittelschicht in Deutschland, wird zunehmend kleiner. Um preismäßig mit den günstigen mithalten zu können, sind sie dann doch eine Spur zu teuer. Ihnen fehlt meistens ein klares Imageprofil, weil sie es in den vergangenen Jahrzehnten als "deutsche Autos für jedermann" nicht brauchten, es ihnen sogar wahrscheinlich geschadet hätte. Die Frage stellt sich nun, welchen Weg diese Firmen einschlagen sollen. VW versucht nach oben auszuweichen. Wie schwierig sich das gestaltet, sieht man ja - obwohl man doch zugestehen muss, dass VW zumindest von konstruktiver, technischer Seite Erfolge verzeichnen kann. Ich habe es in letzter Zeit sogar schon für möglich gehalten, dass die VW-Rechnung aufgeht, aber beim aktuellen Golf hat man dann doch wieder gesehen, dass VW mit seinem aktuellen Preisniveau schon arg an der Schmerzgrenze potentieller Kunden kratzt. Für Ford und Opel ist dieser Weg schon deswegen unmöglich, weil die amerikanischen Mutterkonzerne wohl kaum bereit sein werden, zig Milliarden Euro in solch waghalsige Projekte zu stecken.

Was ist schließlich mit Volvo? Aus meiner Sicht bewegt sich auch Volvo noch in dieser gefährlichen Grauzone. Es ist Schwachsinn zu glauben, dass Volvo eine alte Premiummarke wäre. Noch bis Anfang der 90er war Volvo selbst in Schweden ein Brot-und-Butter-Auto. Zwar mit sehr gutem Image, Individualität, Charme, hohem technischem Niveau, aber definitiv nichts um den Nachbar erbleichen zu lassen. Daher halte ich es auch für sehr richtig, nicht alles auf einmal erreichen zu wollen. VW beispielsweise hat auf eine Produktpalette, die mit einem 190PS-Passat endete, einen 420PS-Phaeton aufgesetzt. Das wirkt für den Kunden unglaubwürdig. Volvo geht da behutsamer vor und steigert die Leistung und damit auch das Preisniveau langsam aber stetig. Man mag über den ökologischen und praktischen Sinn eines XC90 V8 nachdenken, aber für das Image von Volvo sind solche Projekte zumindest aus meiner Sicht unerlässlich. Ansonsten ist die Gefahr einfach zu groß, mit Toyota und Renault in einen Topf geschmissen zu werden. Nun müssen sie nur aufpassen, dass diverse technische Trends wie Kurvenlicht usw nicht zu schnell an ihnen vorübergehen. Durch die starke Globalisierung sind nämlich auch vergleisweise einfache Marken in der Lage, diese in ihren "schlichten" Autos anbieten zu können.

Hi,

Lob an alle...gute Analysen. (wir sollten für den Beitrag Geld verlangen und eine Beraterfirma gründen :D )

Im Ernst:

Wer sich wirtschaftlich nur nach USA ausrichtet um sich dann von da beherschen zu lassen ist im Grunde verloren. Deren Wirtschaftspolitik ist mittlerweile ganz offen darauf ausgerichtet, alles Geld nach Amerika zu holen.

Für Opel ist´s besonders bitter, sie hängen bereits von Beginn an an GM. (Ich drück´den Opel-anern die Daumen)

Europa ist im Grunde ein satter Markt, relativ uninteressant für die Unternehmen, zumindest im Vergleich zu Asien.

China ist der Zauberbegriff. Alle wollen hin, da winken Geschäfte. Nix dagegen, daß eine Art Gegenpol zu USA entsteht. Leider ist es politisch nicht genau einzuschätzen.

Damit sind wir wieder bei Deutschland und Europa.

Wo es sozial- und wirtschaftspolitisch hingehen soll ist nicht erkennbar. Die Haltbarkeit politischer Aussagen beträgt max. 14 Tage - dies schon mehrere Jahre.

Von außen betrachtet ist der selber Schuld, der hier investiert. Es gibt einfach keine Beständigkeit in den Rahmenbedingungen. Italien z.B. ist chronisch pleite und die EU ist eher eine Selbstverwaltungsbehörde, als ein starker wirtschaftlich ausgerichteter Staatenverbund.

Die "kleinen" Leute sind im Grunde richtig motiviert.

Es wird nicht viel nutzen. Verabschieden wir uns lieber von dem Gedanken uns alle 3 Jahre ein neues Auto zu kaufen. Es wird bald wichtigeres geben.

Klingt ziemlich pessimistisch, oder? Sehe ich das doch zu schwarz?

Wenn ja, baut mich wieder auf!!

am 15. Oktober 2004 um 7:59

@Ransom

stimme dir zu. ein V8 für Volvo hilft denen sicher das "tree-hugger" image in den USA loszuwerden. Bei VW&Co ist vielleicht auch das Problem, dass die Preise zu schnell steigen, gerade durch die ganzen neuen Sachen die eingebaut werden. Ein normaler Golf um 50T DM....Das gehaltsniveau "ihrer Käuferschicht" steigt eben nicht so schnell. Ich sehe hier auch ein Problem für Volvo. Ein gut ausgestatteter Volvo V70 mit Navi kommt auf 100TDM.... das ist doch gerade das Preisniveau von MErcedes das man noch vor ein paar Jahren durch den Kauf eines VOlvos vermeiden wollte.....

Das geht eben nur wenn man eine neue Käuferschicht erschliesst. Volvo versucht das im Moment. VW ist mE schon gescheitert. Zumindest vorerst. Sicher, man bekommt nun "viel mehr Auto im Golf" als vor 5/10 jahren. Aber nicht unbedingt auch "viel mehr Einkommen". Ein Monatsgehalt für ein Navi - stimmt da die Relation noch?

Du hast geschrieben "Hier (USA) ist ein Auto primär ein Gebrauchsgegenstand". Das ist auch oft in Europa so. In Frankreich wird eine "Führungskraft" auch nicht ausgelacht wenn sie in einem Kompaktwagen vorfährt. In Deutschland muss man noch vor der Begrüßung erklären es wäre ein leihwagen weil der eigene mit Elektronikproblemen in der Werkstatt steht. Der deutschsprachige Raum hat in der Tat eine Sonderstellung.

 

@mikeTDI

"Wer sich wirtschaftlich nur nach USA ausrichtet um sich dann von da beherschen zu lassen ist im Grunde verloren"

Naja, jeder hat seine Strategie und alles kann man ja auch nicht machen. Wenn man sein geschäft gut genug kann geht das schon. Man kann sich ja auch auf Europa beschränken.

Das mit den Rahmenbedingungen sehe ich auch so wobei ich mich im Moment an keine politische Aussage mit der von dir angesprochenen langen Haltbarkeit erinnern kann (das ist keine Ironie)

Allerdings bekomme ich mehr und mehr den Eindruck bekomme die gesetze in .de wären oft noch schlimmer ohne die EU. Es würde noch mehr "einigeln" geben. ZB, um im Thema zu bleiben, die unterscheidlichen Preise der Autos in verschiedenen Ländern, einfacher EU-Import etc

"Verabschieden wir uns lieber von dem Gedanken uns alle 3 Jahre ein neues Auto zu kaufen." - Habe mich zu Glück nie an diesen gedanken gewöhnt. "Bis dass der Rost uns scheidet" ist meine Devise

"Klingt ziemlich pessimistisch, oder? Sehe ich das doch zu schwarz? - Wenn ja, baut mich wieder auf!!"

Tut mir leid, ich muss dir noch eins draufgeben. Das Problem ein Auto statt 3 in Zukunft vielleicht 5 jahre fahren zu müssen und der Abstieg von leder auf teilleder ist ein absolutes Luxusproblem (das auch in .de sehr, sehr viele Leute nicht haben). Ich glaube nicht, dass dies das schlimmste ist was passieren wird. Ausser man bekommt den Arsch hoch und verwaltet nicht nur die Probleme sondern versucht neues. Aber obs uns dafür schon schlecht genug geht. Glaube ich - leider - nicht. Viele einzelne (aber noch zuwenig) krempeln die Ärmel wieder hoch. Aber die gesellschaft insgesamt noch nicht (wenigstens hat kein Politiker geschrieen "Opel braucht Subventionen" - ein Fortschritt!)

Rapace

Opel - Saab !

Ford - Volvo ?

Wann kommt der Tag, an dem im fernen Detroit - da sitzt doch Ford oder - beschlossen wird, in Köln oder in Gent oder Göteborg (? bin mir im Moment nicht sicher ob Volvo dort baut) den Mondeo statt des V70 (oder umgekehrt) zu bauen.

Ich habe hier viel erhellendes zum Thema VAG, Audi, DC BmW etc gelesen, aber vielleicht steht bald das nächste Problem schon vor "unserer" Tür.

Ich sehe hier ein dickes Problem, welches sich mit 2 Schnittebenen bechreiben läßt :

1. Der Blick nach USA - zeigt mir nur eins :

Wir sind unserer Stärken nicht bewußt und jaulen nur wegen der Schwächen und ihrer Auswirkungen. Die EU hat viel meht Wirtschaftskraft und Innovationspotential - nur gehen unsere guten Leute rüber.

Von der Technologie her könne unsere am. Freunde jenseits des Atlantik nur eins besser : Waffen bauen. Der Rest stellt für uns keine wirtschaftliche Bedrohung dar.

2. Unsere wirkliche Schwäche ist ein mentales Problem - gut beschrieben durch Beamtenmikado. Ee facto die Selbstentmündigung auf der einen und die Gängelung durch Restriktionen auf der anderen Seite. Und das ist die Hauptursache des kollabierenden Mittelstandes - und das sind keine Turbokapitalisten, sondern meistens Unternehmer, deren eigenes Geld in den Betrieben steckt - und die vielfach auch soziale Verantwortung übernehmen wollen.

Im krassen Gegensatz dazu die Konzerne mit ihren Söldnermanagern - siehe GM - Opel.

Was wir in der Tat brauchen ist eine Revolution im Denken und damit mehr Unternehmerkultur - aber die steht in vollem Gegensatz zum Sicherheits- und Besitzstandsdenken - und deren verschiedene institutionalisierte Fahnenträger haben alle gesellschaftlichen Knotenpunkte besetzt.

Ich habe daher wenig Hoffnung zu einer selbstbestimmten Änderung aus Einsicht - was wir derzeit praktizieren wird wahrscheinlich weitergehen - fremdbestimmte Bewegung durch Schmerz *deswegen jaulen auch alle - Veränderungen sind ja so unbequem !!*.

Obwohl ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe .....

eMkay

Viele Probleme, wenig Lösungen

 

Den Analysen, betreffend die Grauzonen-Erscheinung von Opel, Ford, VW,.., kann ich mich vollinhaltlich anschließen. Aber bisher haben diese Marken auch im Graubereich tw. gut gelebt (und bei aller Piech-Schelte: Wo war VW bei seinem Antritt? Tiefer in der Miese, als man sich heute überhaupt vorstellen kann. Der Golf hat eine rd. 110%-ige Auslastung gebraucht, damit der Break-Even erreicht werden konnte).

Was mich aber, das gilt für .de derzeit stärker, als für .at, mehr schreckt, ist die Mut- und Ideenlosigkeit, die die ganze Gesellschaft erfasst hat:

In .at schreien alle auf, wenn das Pensionsalter angehoben wird. Jeder will mit 55 in die Rente, 80% vom Gehalt natürlich und übersieht, daß jemand das zahlen muß. 100.000de Beamte verwalten hauptsächlich sich selbst und müssen auch bezahlt werden.

Was unsere Gesellschaft erstickt, ist die riesige Masse jener, die von den in der Privatwirtschaft tätigen miternährt werden muß. Ich, z.B. erhalte Mrs. Dimple (Karenz) und die beiden Dimple jrs. Weiters zahle ich noch einen ganzen A... voll Steuern und Sozialversicherung und muß auch für meinen Lebensabend (so ca. ab dem Ende des 72. Lebensjahres) vorsorgen. Daß meine Konsumneigung dabei eingeschränkt wird, ist natürlich.

Ich bin der Ansicht, daß nur 2 Maßnahmen den Erfolg bringen können:

1. Anhebung des Pensionsalters (trotz der Risiken, die dadurch am Arbeitsmarkt entstehen), dadurch kann der Rentenbeitrag gesenkt werden und die Nettolöhne steigen.

2. Radikale Zurückführung der Verwaltung - die dt. Bundesanstalt für Arbeit gehört z.B. komplett geschlossen und alle Bediensteten entlassen - die Verwaltung der Arbeitslosigkeit kostet mehr, als an Arbeitslosengeldern ausgeschüttet wird. Ebenso stellt sich v.a. in .at die Frage, ob wir uns nicht die Bundesländer sparen können - Wir, obwohl wir kleiner als Bayern sind, 1 Bundesregierung und Nationalrat, 9 Landesregierungen, 9 Landtage (davon ist einer auch Gemeinderat, worauf die Damen und Herren Abgeordneten deutlich mehr kassieren - Doppelbelastung :rolleyes: ) samt angehängten Bundes- und Landesdiensten.

Wenn in einem Budget einer öffentl. Körperschaft Geld übrig bleibt, wird nicht weniger besteuert, sondern wird ein neuer Subventionsgrund zum Ausgeben des Geldes gefunden.

So, jetzt bin ich mit meinem öffentl. Dienst-Bashing fertig, doch eine Zusammenfassung bleibt: Durch die immens hohe Abgabenbelastung in .de und .at wird jegliche Tätigkeit sehr schnell unrentabel und unterbleibt daher. Wenn wir da etwas ändern können, kann auf einmal die Arbeitslosigkeit sinken, die Wirtschaft in Gang kommen und wir uns alle wieder einen GolfV als Zweitauto leisten.

lg

Dimple, der jetzt wieder Geld verdienen muß

Hallo zusammen,

ich glaube Miketdi hat schon das wesentliche Problem genannt: Vertriebs- und Geschäftspolitik "American Style"!

Die Planungsperioden solcher amerikanisch geführter Unternehmen sind nur noch auf Quartale ausgelegt. Das kann man auch daran sehen, dass kurz vor oder kurz nach Ablauf eines Quartals teilweise sinnloser Aktionismus an den Tag gelegt wird (Bsp.: Opel). Werden die so kurzfristig festgelegten Zahlen nicht erreicht, muss mit Eingriffen simpelster Art reagiert werden, wie Personalentlassunen, Teilstilllegungen etc. Die notwendigen sinnvollen Maßnahmen, wie Investitionen, Modernisierungen zeigen eben in den nächsten 3 Monaten noch keine messbaren Ergebnisse. Hier unterscheidet sich die europäische und vorallem die deutsche Geschäftspolitik. BMW, Porsche und Audi haben bei weitem nicht diesen kurzen Blick und sind deshalb auch erfolgreicher.

Bei Volvo wird es solange zu keinen Problemen kommen, solange die Zahlen stimmen. Im Gegensatz zu GM scheint bei Ford, trotz aller amerikanischer Arroganz, erkannt worden zu sein, dass Europäer den europäischen Markt doch besser kennen als die Konzernspitzen in USA. Deswegen habe ich den Eindruck, dass die dem Ford Konzern zugehörigen Firmen eine etwas größere Mitsprachemöglichkeit haben - aber auch hier müssen die Zahlen stimmen.

Grüße

bkpaul

Nachdem ich nun mal die sehr umfangreichen und gehaltvollen Posts gelesen habe, stelle ich als einzigen Hoffnungsschimmer fest, dass man mit den eigenen Ansichten nicht auf verlorenem Posten steht.

Die Besten (für mich!) hab ich nochmal zitiert:

Zitat:

wir müssen uns gründlich schälen, um wieder frisch zu wirken.

... oder um wieder frisch zu werden

Zitat:

Die neue Generation von Managern und Unternehmensberatern haben zu viel BWL in Ihren Schädeln, der soziale Faktor (und ganz wichtige Aspekt Mensch) wird vernachlässigt und schwindet irgendwelchen Break Even Points und Termsheets.

Eitelkeiten und der eigene Status samt Symbolen werden halt allzugern gepflegt.

Zitat:

Und unsere "ach so offene" Informationgesellschaft nutzt da gar nichts, im Gegenteil, der Mist wird nur schneller und unreflektierter verbreitet.

Medien sind ja ohnehin nie! an irgendwas mitschuldig.

Zitat:

die IG-Metall. Diese Klassenkampfhardliner sind durch ihre Verhandlungen und ihre Mitbestimmungsrechte & Aufsichtsratsmandate min. zu 50 % mitschuldig an der Misere. Aber die Herren Funktionäre sind da wie Politiker - Sie müssen ja nichts persönlich verantworten *was Sie zum Teil gehaltlich und de facto auch mit den Managern gleich haben ......*

Im Grunde fast alles Gesinnungssöldner .. was bitte soll man da erwarten ??

:D

Zitat:

Zur Zeit gleicht die Gesellschaft einem Beamtenmikado - wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Zitat:

Es gibt einfach keine Beständigkeit in den Rahmenbedingungen.

Eine absolute Mehrheit irgendeiner Partei bei der nächsten Wahl, könnte vielleicht ein Anfang sein

Zitat:

Unsere wirkliche Schwäche ist ein mentales Problem

Ich glaube bei uns Deutschen ist das gewollt!

Zitat:

Was wir in der Tat brauchen ist eine Revolution im Denken und damit mehr Unternehmerkultur - aber die steht in vollem Gegensatz zum Sicherheits- und Besitzstandsdenken

… leider gibt’s das mentale Problem …

Zitat:

Was unsere Gesellschaft erstickt, ist die riesige Masse jener, die von den in der Privatwirtschaft Tätigen miternährt werden muß.

Wie pflegt der Kabarettist Volker Pispers zu sagen: Wir brauchen nicht mehr Arbeitsplätze, sondern nur mehr Geld !!!

am 15. Oktober 2004 um 9:45

@hjp xc70

"Wann kommt der Tag, an dem im fernen Detroit - da sitzt doch Ford oder - beschlossen wird, in Köln oder in Gent oder Göteborg...."

Der kann schon bald kommen. Ford Deutschland hat mE die gleichen grundsätzlichen Probleme wie Opel. Haben ja auch praktisch die gleichen Produkte. Auch die Luxussparte von Ford (also Volvo etc) ist finanziell nicht allzu erfolgreich. Sollten FordUSA bzw GM tatsächlich die vermuteten Probleme mit ihren Pensionfonds bekommen kann das für die Filialen in Übersee (also Europa und Asien) ganz schnell ganz bitter werden. Und Europa als kleiner, teurer, verlustbringender Markt muss dann wohl zuerst dran glauben. Wie sich das auf den Arbeitsmarkt insgesamt auswirkt bleibt offen. Werden statt Astra Golf verkauft ändert sich nicht viel da die meisten ja in der Zuliefererindustrie beschäftigt sind. Erfolgt der wechsel vom Astra zum Kia sieht es anders aus.

@emkay

"Von der Technologie her könne unsere am. Freunde jenseits des Atlantik nur eins besser : Waffen bauen."

Nein, was sie mE vor allem besser können ist Technologie anwenden und vermarkten.

"Konzerne mit ihren Söldnermanagern"

Bin zwar nur Freiberufler und nicht Manager aber den Söldnerspruch muss ich mir auch dauernd anhören. Dieser negativ besetzte Ausdruck zeigt - sorry für die harte Ausdrucksweise - die beschränkte Sichtweise in .de. Ich bekommen für meine Arbeit Geld (lies: ich erbringe eine Dienstleistung) und wenn die Arbeit getan ist gehe ich wieder. Warum ist das sooo schlecht? Warum ist es moralisch(!) so viel besser als Festangestellter seinen Arsch auf dem Stuhl breitzudrücken auch wenn der Arbeitgeber gerade keine Aufträge hat?

Was hat das mit dem "Wert" der abgelieferten Arbeit zu tun? Oder damit ob die Leistung "ihren Preis wert ist"? Nichts. Man muss immer einzeln entscheiden ob eine Person "ihr Geld wert ist" und ob man bessere Alternativen hat, ob es Sinn macht Änderungen vorzunehmen, ob das Engagement ein Fehler war, ob die Person vielleicht jetzt nicht mehr die richtige ist. Das ist nichts anderes als wie wenn man vor jedem neuen Autokauf überlegt ob es das richtige Modell ist. Das Problem im Topmanagement erscheint mir eher, dass die (Erfolgs-)Kontrolle der Eigentümer von Aktiengesellschaften in Deutschland sehr schwach ausgeprägt ist und sich auch hier ein gewisses Beharrungsvermögen entwickelt hat (um es vorsichtig auszudrücken). Jaja, auch in anderen Ländern gibt es so Firmen

 

Wie immer - nur meine Meinung

Rapace - der jetzt sein Söldneroutfit im V70 2.4T Premiumausstattung zur Reinigung bringt.

@ rapace

Bist nicht zufällig Unternehmensberater?

an den "Södnern" ist nix schlecht, wenn sie unter der richtigen Vorgabe arbeiten.

Die bestimmt der Auftraggeber und heißt eher "Gewinnmaximierung um jeden Preis (weil der Ami-Mutterkonzern mich sonst fallen läßt)"

als

"Kostenkontrolle und Wirtschaftlichkeit von oben nach unten" (nicht umgekehrt)

Was bringt uns denn zum "jammern"?

Geht es einer Firma schlecht, sind alle Arbeitnehmer auch bereit zusammenzurücken. ABER nur, wenn das Management es vorlebt und nicht die Pistole rausholt um den letzten Cent zu kassieren.

Das ist der Unmut, mit dem wir zu kämpfen haben werden. Ein Ende ist da gerade nicht in Sicht.

Grüße an alle miketdi

@ rapace

- ich durfte das sagen - bin selber freiberuflich tätig.

Das mit der Kontrolle hast Du korrekt dargestellt - aber das gezeigte (Söldnerverhalten - ich meine die Negativvariante : jeder für sich - Gott für uns alle) ist immer noch erst einmal das Ergebnis der eigenen Persönlichkeit / Einstellung. Und auch da sehe ich Defizite in erheblichem Umfang ..... .

Viel besser wäre ein sichtbares Vorbildverhalten dieser sog. "Führungselite" *(nicht nur in den Konzernen - das sind auch noch Politik, Verbände, Gewerkschaften e.t.c.* - und da kann man in vielen Fällen leider nur ein völliges Versagen attestieren.

Ansonst - ja tut wirklich gut festzustellen, daß man nicht alleine ist .......

eMkay

P.S. @ MikeTDI - quasi ein Söldner-Doppelposting :)

am 15. Oktober 2004 um 11:10

Zitat:

Original geschrieben von cayos

......

Wie pflegt der Kabarettist Volker Pipsers zu sagen: Wir brauchen nicht mehr Arbeitsplätze, sondern nur mehr Geld !!!

Jetzt ohne Quatsch, den gleichen Satz habe ich letzten Samstag von einem 21jährigen Auszubildenden auf einer Privatfete gehört, und der war kein Kabaretist sondern meinte das ernst, das man einfach mehr Geld drucken sollte. :D

Ach die "Jugend" von heute: So unbekümmert!

Seh' gerade einen Rechtschreibfehler bei mir:

Volker Pispers!

Die sarkastische Wahrheit

 

Zitat:

Original geschrieben von cayos

Ich glaube bei uns Deutschen ist das gewollt!

Wir brauchen nicht mehr Arbeitsplätze, sondern nur mehr Geld !!!

Darauf haben wir doch alle gewartet oder?

DA nämlich sehe ich den Knackpunkt der Misere, die uns Deutschen jetzt überrollt hat! Bisher wurde es immer so gehandhabt, daß wenn die Gewerkschaften auf mehr Lohn plädierten die Oberen der Autokonzerne gerne Ja und Amen sagten. Und warum? Weil ja genug an Kapazitäten vorhanden war, also es an der Ausschöpfung an Geld nicht gespannt hat.

Früher konnte man auch keinen Khia, Subaru, Toyota kaufen, der Deutsche fuhr doch lieber Deutsche Qualität, sprich "Deutsche Wertarbeit" - ein Slogan, der jedem noch im Ohr klingt. Heute ist das ganz anders, Khia und Konsorten sind gleichwertige Autos geworden, die durchaus attraktiv genug sind um sie zu kaufen!

Guckt man sich auf unseren Straßen um, so stellt man fest, daß immer mehr neue Fabrikate auf unserem Markt vertrieben werden. Preisgünstigere!

Wenn ich mir das Ganze so durchdenke, stelle ich fest, daß ein Leiharbeiter z.B., der in unserer Firma von einer Leihfirma für Bürotätigkeiten uns zur Verfügung gestellt wird, auch Anlernkräfte, zwischen

6 und 7 Euro/ Stunde erhält und eine Anlernkraft

bei Daimler z.B. 15 Euro pro Stunde erhält, fasse

ich mir an den Kopf. Wo ist da bitte die Gerechtfertigung? Und die Leiharbeiter müssen sogar noch mehr arbeiten, für weniger Geld!

Bedeutet für mich: Größerer Konzern - mehr Kapazität an Löhne - so nach dem Motto: "Wir habens ja"?!

Der springende Punkt ist eindeutig: Die Löhne sind zu hoch und werden immer höher - das ist das Übel und bedeutet ein AUS für noch weitere Unternehmen hier in Deutschland!

Für die Beschäftigten von Opel in Bochum und Rüsselsheim tut es mir sehr leid, wer ist am Ganzen schuld? Darüber kann sich jeder seine eigene Meinung bilden......

Wie auch bei meinen Vorpostern geschrieben - das ist meine Meinung!

Gruß

Funky

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