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Nürburgring Nordschleife - Meine fünfte Runde mit viel Erfahrung im Simulator

Hallo Zusammen

Letzte Woche bin ich nach jahrelanger Erfahrung im VR-Simulator das erste Mal im realen Leben über die Nordschleife gefahren. Im Video seht ihr meine fünfte Runde.

Nordschleife Onboard BMW 130i E81

Mich würde interessieren wie eure Erfahrungen bei den ersten Runden waren? Kanntet ihr die Strecke auch schon durch Videos oder aus dem Simulator oder habt ihr euch ohne Vorkenntnisse auf die Strecke gewagt?

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3 Antworten

Ich habe die Nordschleife vor dem Simulator gekannt weil es damals noch nichts dergleichen gab. Im Winter vertreibe ich mir aber gelegentlich die Zeit am Simulator. Ich denke gerade bei der Nordschleife können die üblichen 0-8-15 Simulatoren keinsten Falls die G-Kräfte wiedergeben die dort herrschen in alle Himmelsrichtungen (eben nicht nur links und rechts) und auch die reale Topographie der Strecke kommt überhaupt nicht rüber im Simulator. Dadurch dass alles so eng ist und doch relative bis sehr hohe Geschwindigkeiten gefahren werden bei entsprechender Streckenkunde, ist das in Wirklichkeit ganz schön Respekteinflössend.

Gut kann man das feststellen wenn man mal für eine Erste Fahrt ein Beifahrer hat dem der Atem stockt!

Wenn Simulator dann folgendes: http://track-time.de/index.html

Die Dinger sind sensationell aber leider preislich in der Region eines Kleinwagens :(

Zitat:

@KarimK schrieb am 7. September 2020 um 14:29:19 Uhr:

Letzte Woche bin ich nach jahrelanger Erfahrung im VR-Simulator das erste Mal im realen Leben über die Nordschleife gefahren. Im Video seht ihr meine fünfte Runde.

Bei mir war das ganz ähnlich. Der Simulator ist zwar nicht immer präzise darin die richtige Fahrzeugphysik zu vermitteln, aber die Strecken sind ja inzwischen alle laservermessen. Zumindest lernt man die Nordschleife auf diese Weise auswendig. Man weiß welche Kurve als nächstes kommt, und man weiß wo die Kurven sind, wo man Anfangs immer rausgeflogen ist (:D). Das sind nämlich auch die Kurven, wo es auf der realen Strecke Anfänger gerne mal zerlegt.

Insofern befürworte ich es sogar, wenn ein junger Fahrer sich zuerst auf der Konsole vorbereitet, und womöglich noch das eine oder andere Onboardvideo guckt, bevor er sich mit dem eigenen Auto auf die Strecke begibt. Voraussetzung ist natürlich, dass der Fahrer auf der Rennstrecke den Grenzbereich von unten angeht, und nicht meint er wäre jetzt der nächste Schumi...

... und genau das hast Du ja getan. Deine fünfte Runde schaut jedenfalls vorbildlich aus. Natürlich sehr langsam, aber für jemanden der zum ersten Mal dort fährt, genau richtig.

Zitat:

Mich würde interessieren wie eure Erfahrungen bei den ersten Runden waren? Kanntet ihr die Strecke auch schon durch Videos oder aus dem Simulator oder habt ihr euch ohne Vorkenntnisse auf die Strecke gewagt?

Da war ich 18 Jahre jung, kannte die Strecke durch diverse Arcade- und Simulator-Titel und Onboards aus Foren in denen ich regelmäßig schmöckerte (Touristenfahrerforum), Youtube war 2006 ein Jahr alt und in Deutschland noch nicht so verbreitet. Außerdem hatte ich mich insofern vorbereitet, dass ich mich erkundigt habe welche Regeln gelten und wie es versicherungstechnisch aussieht.

Ich war ganz überrascht wie ähnlich es sich im Vergleich zu Gran Turismo 4 angefühlt hat. :D

Ich bin auch den Grenzbereich von unten angegangen, war ziemlich aufgeregt, habe aber Jahre davon geträumt und war auch entschlossen genug es durchzuziehen. Anfangs pochte das Herz sehr schnell, aber das legte sich schnell wieder nachdem ich auf die erste Brücke zufuhr.

Und irgendwann merkte ich, dass ich echt fix unterwegs war, und dass ich selbst mit besseren Fahrzeugen mithalten konnte.

Ich fand es auch ganz interessant hinter anderen herzufahren. Da sah man wie das Fahrwerk beim Vordermann gearbeitet hat und man hat auch ein wenig gelernt wie die das Auto umsetzen, etc.

Bei einem erneuten Besuch auf der Nordschleife kam aber der Dämpfer: Es hat stark geregnet. Ich fuhr aufmerksam, aber zügig. Vor mir in einiger Entfernung am Ausgang der Fuchsröhre ein Honda Integra Type R, und ein Golf 3 VR6. Da packte mich der Ehrgeiz. Ich fuhr damals einen Audi A4 B5 1,8 Turbo mit Frontantrieb (150 PS). Wer die Gewichtsverteilung und das Fahrverhalten von alten Audis kennt (Längsmotor), der kann es vielleicht schon erahnen:

Jedenfalls hatte ich beide Autos kurz nach der Schikane am Adenauer Forst eingeholt und war ganz Stolz als ich an ihnen kurz vor dem Metzgesfeld vorbeizog.

Und damit die auch hinter mir blieben, musste ich das Tempo natürlich aufrecht erhalten. Das war schon viel Druck für einen 18-Jährigen, der da meinte er müsste sich und der Welt was beweisen. :rolleyes:

Und dann kam die Kurve Kallenhard. :D

Natürlich nahm ich die Ideallinie, und nicht die Regenlinie. Auf der Ideallinie ist der Asphalt (zumindest damals) durch die zahlreichen Rennautos komplett glattgerubbelt gewesen und hatte keine Körnung mehr. Das war bei Regen so als ob man auf Schmierseife fuhr.

Ich lenkte sanft in die Rechtskurve ein, und der Audi untersteuerte urplötzlich, als ob man einen Schalter umgelegt hätte. Das kam mir vor wie in Zeitlupe. Ich sah die Leitplanke auf mich zukommen, sah kurz in den Rückspiegel wo ich die Lichter des VR6 Golfs sah, und dann entschied ich mich dazu bei eingelenkten Rädern kurz und heftig auf die Bremse zu treten:

Das Heck kam schlagartig herum, ich betete, dass der Golf und der Integra noch rechtzeitig bremsen und/oder ausweichen konnten. Winkel von 60 Grad zur Fahrtrichtung, enormer Geschwindigkeitsabbau, wildes Gegenlenken, dann kam der Gegenpendler, der mich total überraschte (Gewichtsverteilung!), wieder gegenlenken, wieder Gegenpendler. Mein Gehirn raste. Ich wusste ich musste das Lenkrad im richtigen Moment mittig stellen und den nächsten Gegenpendler erahnen. Ich schaffte es das Auto sehr knapp vor Einschlag noch einzufangen, und fuhr dann mehr oder weniger unbeirrt weiter und hängte den Golf und den Honda ab. Aber ich muss zugeben, das war ein absoluter Schockmoment für mich, und es war absolut unnötig. Auch als ich danach immer noch meinte ich müsste in dem Tempo weiter fahren, während eines Eifeltypischen Starkregens. :rolleyes:

Und es hat mir gezeigt wie gnadenlos so ein Auto mit dem Antrieb an der falschen Stelle reagieren kann, und wie gnadenlos die Nordschleife ist, vor allem wenn man nicht weiß was man tut. Vlt. war etwas Können dabei, aber ich mache mir nix vor: Das war vor allem Glück. :rolleyes: Aber auch das gehört zum Reifeprozess dazu, es hat mich geerdet. Aber selbst erfahrenen Hasen passiert etwas unvorhergesehenes. :(

Es machte jedenfalls Lust auf mehr, und ich wollte besser werden. :)

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