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Navi fürs Motorrad?

Themenstarteram 16. Dezember 2009 um 21:18

Hallo,

ich wollte mir evtl für die nächste Saison ein schönes Navi fürs Mopped anschaffen, das ständige verfahren und anhalten zum orientieren beim fahren nach Karte geht mir irgendwie aufn Sack, vor allem wenn einem noch 5 Leute hinterherfahren^^

Das Problem ist nur, dass ich mit sowas keine Erfahrung und erst recht keinen Überblick über das Angebot an tauglichen Produkten hab.

Ich brauch das Teil hauptsächlich für ca 300-500km lange Tagestouren auf deutschen und französischen Straßen.

Was es also können muss:

- ich will damit meine Route vorher am PC planen und aufs Navi laden, das mich dann exakt auf dieser Route führen soll, auch wenns anders irgendwie kürzer, schneller oder sonstwas wär.

- automatische Streckenberechnung sollte trotzdem gehn wenn ich mich doch mal irgendwo verirre oder von irgendwo aus möglichst schnell nach Hause oder das Teil auch mal im Auto benutzen will.

- wär nett wenn eine Motorradhalterung dafür erhältlich wäre, wenn nicht aber auch nicht schlimm, irgendwie krieg ich das schon am Mopped befestigt

- spritzwassergeschützt wäre optimal, aber auch nicht wirklich zwingend, fahre sowieso meist bei schönem Wetter und wenns doch mal pisst kann ichs immernoch in die Kartetasche oder irgendwie in ne Tüte stecken

Offroadnavigation, Höhenmesser, Kompass usw wie die zwar tollen aber auch entsprechend teuren Garmin Teile brauch ich nicht. Stauumfahrung etc genausowenig, solche Probs hab ich mitm Mopped nicht, schon gar nicht auf irgendwelche kleinen Vogesensträßchen.

Am allerwichtigsten ist, dass das mit der vorgeplanten Route anständig funktioniert.

Preismäßig sollte es wenn möglich 200€ nicht allzu weit übersteigen.

Was benutzt ihr so für Geräte, was könntet ihr für mich empfehlen?

Schonmal Danke im voraus

Gruß

wack

Beste Antwort im Thema

Ich hole mal ein bisschen aus, denn das Thema kann man natürlich auf die verschiedensten Arten angehen.

Bei den Navis gibt es drei verschiedene Grundtypen:

1. Handys mit Navi-Software drauf

2. Auto-Navis

3. spezielle Motorradnavis

Wenn Du ein Navi über längere Zeit am Motorrad betreiben willst, dann muss es so angebracht sein, dass Du es während der Fahrt leicht sehen kannst, dass die Stromversorgung gesichert ist, dass es wasserfest ist und dass Du es nicht verlierst. Ansage im Helm ist nett, aber es geht zur Not auch ohne.

Bei den Navi-Softwareherstellern spielt sich das Ganze im Moment weitgehend zwischen Garmin und TomTom ab. Ich persönlich habe die billigste Variante gewählt und mir eine Halterung für mein Smartphone ans Mopped gebastelt. Das ist ein Metallhalter von SW-Motech, oben drauf sitzt eine Tasche von Bags Connection. Die Tasche hat oben eine Plastikfolie drauf, durch die ich das Touch-Display des Handeys bedienen kann. Das ganze hat zusammen rund 60 Euro gekostet. Mein Smartphone ist ein Windows-Mobile5-Gerät, darauf läuft TomTom Mobile Navigator 6. Für die Stromversorgung habe ich mir eine Bordsteckdose eingebaut (ca. 20 Euro), die Software hat rund 60 Euro gekostet. Wenn ich eine Route vorplanen will, dann verwende ich den Motorrad Tourenplaner, der wird im Moment in seiner letzten Version für 'nen Zehner verramscht.

Meine Lösung hat ein paar Nachteile: Die Tasche ist nicht wasserdicht, außerdem sieht die Lösung natürlich ein wenig selbstgezimmert aus, und die Bedienung des Touchscreens durch die Folie ist nicht so toll.

Mein Smartphone hat zwar Bluetooth, gibt aber den Sound über den Kopfhöreranschluss aus, also kann ich nur die Ansagen hören, wenn ich mir einen Kopfhörer in die Ohren stecke. Wenn ich das Smartphone mit einrechne, hat mich meine Lösung über 300 Euro gekostet, viel billiger geht es wohl nicht.

Wenn man kein Smartphone hat, kann man grundsätzlich stattdessen auch ein Auto-Navi nehmen, das kostet dann velleicht so 150 bis 200 Euro mit Software. Wenn man wie Du Touren in Frankreich plant, sollte man entweder nach einem Gerät suchen, das die Karten für ganz Westeuropa schon drauf hat oder gleich den Preis für die Frankreich-Erweiterung mitberechnen. Standard ist DACH, also Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei Auto-Navis muss man gucken, die Billigsten können zum Teil keine Routen importieren, dann ist Essig mit der Planerei.

Eine ganze Liga weiter oben angesiedelt sind die dedizierten Mopped-Navis. Da wird der Markt im Moment beherrscht von den Garmin Zumos und dem TomTom Rider. Louis verkauft gerade den TomTom Rider 2 für Preise zwischen 349 und 479 Euro. Die teuerste Variante enthält das Navi, die Software für Mittel- und Westeuropa, eine spezielle Motorradhalterung mit integriertem Stromanschluss, eine zusätzliche Auto-Halterung, ein Bluetooth-Headset für denn Helm und den erwähnten Motorrad-Tourenplaner. Wenn ich noch gar kein Navi-Zeugs hätte, dann würde ich mir wohl das kaufen. Das Teil ist wasserdicht und lässt sich viel besser ablesen und mit Handschuhen bedienen als mein eingepacktes Smartphone. Die Garmins sind im Schnitt deutlich teurer - ich weiß nicht warum.

Kleiner Tipp: Beim TomTom hat man bei der Routenwahl mehrere Optionen, zum Beispiel "schnellste" oder "kürzeste Route". Die Option "Autobahnen vermeiden" hat sich bei mir als Optimum erwiesen, wenn ich ohne großen Planungsaufwand mit dem Mopped irgendwohin will. Da sucht er sich erstaunlich oft schöne Landstraßen aus.

Sampleman

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am 25. Dezember 2009 um 9:30

Zitat:

Original geschrieben von lidskjalfr

... habe ich, bisher, auf einen Navi verzichtet - und ihn niemals wirklich vermisst!

Das ist natürlich, nicht allgemeingültig. Für Manche, mag so Etwas, wichtig sein.

Ist halt wie mit vielen Dingen, z.B. auch Handy. Früher war ich auch nicht zu jeder Zeit erreichbar und es ging auch.

Ich persönlich fahre auch lieber ohne Navi, ist irgendwie entspannter.

Allerdings habe ich durch das Navi auch schon Strecken kennen gelernt, die ich vorher nie gesehen habe. Einfach wahllos unterschiedliche Wegpunkte eingegeben, kürzeste Strecke eingegeben und dann los. Ist schon interessant.:p

Ob´s wichtig ist.:rolleyes:

Lebensnotwendig sicherlich nicht, aber kann auch schonmal hilfreich sein, wenn man z.B. in unbekannten Städten Straßen sucht oder sich vorher die Entfernungen und Fahrzeiten berechnen läßt.:)

Ohne Navi ist entspannter??? Ich unterstelle dir jetzt mal, mit einem Lächeln und ohne das bös zu meinen, du fährst immer dieselbe Strecke die du schon seit Jahren auswendig kennst. :) Klar braucht man da kein Navi. Wer aber gern mal neue Strecken probiert/sucht, fährt mit Navi entspannter. Wurde hier auch schon mehrfach erwähnt. Spätestens nach der 1. Baustelle, Umleitung, Unfall, was auch immer, kannst du dein Roadbook wegschmeißen. Und nur so leidgeprüfte Motorradfahrer wie ich, die die Umleitung in der Umleitung in der Umleitung in der Umleitung, er- und überlebt haben, die aus 15km mal eben 80km gemacht hat, nur solche Leute können ein Navi wirklich zu schätzen wissen. :D

Ich habe kein Navi.

Wenn ich irgendwohin fahre wo ich mich nicht auskenne, suche ich lange oder lande woanders als hingewollt.

Dann kaufe ich Strassenkarten - die Kosten zusammengerechnet reichen auch für ein Navi.

Zitat:

Original geschrieben von 14082008

Ich habe kein Navi.

Wenn ich irgendwohin fahre wo ich mich nicht auskenne, suche ich lange oder lande woanders als hingewollt.

Dann kaufe ich Strassenkarten - die Kosten zusammengerechnet reichen auch für ein Navi.

Naja, Navis an Motorrädern haben natürlich auch ihre Nachteile: Man muss in der Regel eine Stromversorgung drandengeln, und die Halterung sieht oft auch nicht so toll aus. Dann muss man das Ding eigentlich bei jeder Pause abbauen und mitnehmen, sonst sind am Ende zwei dran :eek:

Eine Straßenkarte im Tankrucksack oder ein selbstgebasteltes Roadbook klaut Dir so schnell niemand. Man müsste mal mit diesen Akku-Extendern experimentieren, die die Ladung eines Handys vervierfachen. dann könnte man sich wirklich ein navi-Handy in die Jacke stecken und nach Ansage fahren;-)

Sampleman

Stimmt.

Das und der Umstand, dass die Navis nur den schnellsten und den kürzesten, nicht aber den schönsten Weg kennen, hat mich bisher davon abgehalten eines zu kaufen.

Aber die hohen Preise für gute Strassenkarten nerven mich schon - auf einer längeren Tour kommen die Kosten schon in den Bereich eines Billig-Navis und da ich nicht immer dahin fahren möchte wo ich schon gewesen bin (und die Karten habe) schnell auch mehr.

Zitat:

Original geschrieben von 14082008

Stimmt.

Das und der Umstand, dass die Navis nur den schnellsten und den kürzesten, nicht aber den schönsten Weg kennen, hat mich bisher davon abgehalten eines zu kaufen.

Aber die hohen Preise für gute Strassenkarten nerven mich schon - auf einer längeren Tour kommen die Kosten schon in den Bereich eines Billig-Navis und da ich nicht immer dahin fahren möchte wo ich schon gewesen bin (und die Karten habe) schnell auch mehr.

Siehst Du, das erste ist schon mal falsch, denn auch eine Karte kennt nicht automatisch den schönsten Weg, genausowenig, wie ein Navi nur den schnellsten oder kürzesten kennt. Da gibt's, bessere Navi's vorausgesetzt, div. Wahlmöglichkeiten, um für die richtige Routenwahl zu sorgen (Mautstraßen raus/rein, Fähren raus/rein, Schotterstraßen raus/rein usf.).

Nicht zuletzt gehört (wie schon erwähnt, bessere Navis vorausgesetzt;)) eine hervorragende Software zum Lieferumfang, die ein komplettes Planen der zu befahrenden Route (und Anschauen derselben in GE) erlaubt. Bis zum kleinsten Abzweig planbar, mit (geräteabhängig) 250 Wegpunkten dürfte das wohl eher kein Problem darstellen (eine Richtung 164km Kundenausfahrt 2009 waren 14 Wegpunkte durch's Weserbergland, über kleine Straßen, selbst mit 'ner Enduro über die Waldwege hätten 250 Pkte locker gereicht:D). Da hätte also auch ein "kleines" Garmin 60CSx locker mithalten können (absolut geiles Gerät, wenn man auf Bluetooth, MP3 u. ä. Späße verzichten will u. kann), mit immerhin 50Pktn/Route (aber es gibt ja auch 276/278/2620/2720/2820/Zumo550/~600....;) und nat HansHans etc.).

Was die hohen Preise für gute Straßenkarten angeht, hast Du teilw. recht. Sowie mehr als die reine Straßeninfo (von A nach B) gefragt ist, haben die Dinger ihren Preis, nochdazu sie immer u. immer wieder neu gekauft werden müssen (ich denke mit Grauen an die nicht mehr ganz neuen Bundesländer, die Straßen verzeichnet hatten, die's gar nicht mehr gab, dafür solche nicht, die tats. vorhanden waren:mad:). Und die ganz alten Bundesländer, deren jedes popelige Dorf innerhalb kürzester Zeit (gab wohl Zuscheiße ähhh ~schüsse vom Bund:rolleyes:) mindestens am Ortseingang u. ~ausgang einen sogenannten Kreisel aufzuweisen hat, manchmal auch in der Ortsmitte noch min. einen, ....).

Darunter leiden zwar die elektronischen Maps auch, aber die Updaterate hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und Angebote wie Lifetime-Update (bis zu viermal/p.a.) für Neugeräte zum Preis von nur 29.95€, 129€ für ältere Geräte, sind echte Preisknüller gemessen am Preis von Papierkarten (die ich zum Einzeichnen abgefahrener Touren immer noch verwende, und eine Karte mit großem Maßstab/Übersicht meiner Tour habe ich auch immer noch dabei, nur eben nicht die 5-7 kleinmaßstabigen Michelinkarten für die Südfrankreichtour).

Wer's mit Navis genau wissen möchte, braucht aber auch noch Topokarten (gibt's, für gute Navis ;)). Und dann relativiert sich der Preis auch wieder.

Andererseits lassen sich (immer noch gute Navis vorausgesetzt:rolleyes:) auch bis zu 10tsd Trackpunkte aufzeichnen, das reicht auch für einen ganzen Endurourlaub in den Alpen, um sich das später am PC anschauen zu können, oder es einfach den Kumpels zur Verfügung stellen zu können. Sowas möchte ich mal von reinen "Kartennutzern/Naviverächtern" sehen:p.

Grüße

Uli (der immer noch mit Kompass, Navigationsbesteck u. Karte navigieren kann, aber die unbestreitbaren Vorzüge eines Navis zu schätzen gelernt hat).

@Brummer Willy & sampleman:

Das wollte ich ausdrücken: Alles, hat Vor- und Nachteile!

Schließlich, sollte Jeder, genau abwägen, was für seine Rahmenbedingungen, Intentionen, und Prioritäten, sinnvoller ist!

Der blinde Glaube, Alles was neu ist, sei plötzlich, unverzichtbar, ist, nach meiner Meinung (Siehe: Artikel 5 GG), genau so naiv, wie die Aussage: "Früher war Alles besser." (Die ja, der Eine oder Andere, einem gerne voreilig unterstellt).

Um mal ganz tief in die Sprüchekiste zu greifen:

1. Nichts wird so heiß gegessen, wie es auf den Tisch kommt

und

2. Die Wahrheit liegt in der Mitte

Ach ja, noch einen dritten:

3. Der Teufel liegt im Detail

Was will uns der Autor damit sagen?

Zu 1.: Ja, veraltete Navi-Daten sind ärgerlich. In der Lüneburger Heide kenne ich eine Kreisstadt, bei der sie eine Ortsdurchfahrtstraße gesperrt haben, das ist jetzt gefühlt fünf Jahre her. Mein Navi (Kartenmaterial von 2008) will mich da immer noch durchlotsen. Allerdings muss man zwei Dinge bedenken: Erstens sind viele Starßenkarten auch nicht aktueller als die Navi-Daten. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sich die Aktuaisierungsrate von Print-Karten in Zukunft deutlich verschlechtern dürfte, weil davon zunehmend weniger verkauft werden. Und natürlich ist es auch lustig, wenn sich eine Kreuzung als Kreisel entpuppt - wobei die wenigsten Straßenkarten so genau sind, dass man überhaupt sehen kann, ob eine Kreuzung eine Kreuzung oder ein Kreisel ist. Grundsätzlich gilt für mich, dass ein Navi für mich eine von mehreren Orientierungshilfsmitteln ist. Wenn ich etwa auf dem kürzesten Weg in einen Ort oder zu einer Sehenswürdigkeit will, dann fahre ich im Zweifel eher den Wegweisern nach als dem Navi, wenn welche da sind. Und solche Schoten, dass ich in einen Bach fahre, weil das Navi eine Fähre mit einer Brücke verwechselt hat, das passiert mir nicht - und wohl in der Praxis auch niemandem sonst. Und eins darf man auch nicht vergessen: Selbst wenn einen das Navi einmal irgendwo hinschickt, wo man nicht durchfahren kann, dann kann man immer noch ein paar Kilometer frei Schnauze fahren und sich dann vom Navi weiterleiten lassen.

Zu 2: Auch mit dem tollsten Navi an Bord ist eine Karte im Gepäck nicht doof. Und sei es nur als Hilfsmittel zur Routenplanung unterwegs, zum Asprechen von Touren am Frühstückstisch etc. Sie ist gelegentlich auch nicht schlecht als Reality Check. Wenn man etwa in Bayern nach Haag, Ried oder Neufahrn fahren will, dann wird man schnell feststellen, dass es Dutzende davon gibt. Da ist eine Karte ganz hilfreich, um zu sehen, ob sich das das Navi nicht einen rechten Quatsch zusammengeplant hat. Natürlich aus als Backup, falls die Elektrokiste kaputt/geklaut/sonstwas...

Zu 3: Der Teufel liegt im Detail, und deshalb hätte ich es sinnvoller gefunden, keinen Grundsatzthread über "Navi ja oder nein?", sondern einen über "Welches Navi?" zu führen. Bei meinem TomTom Navigator 6 ist zum Beispiel die Karten-Update-Funktion ausgelaufen. Um neue Karten zu kaufen, brauche ich eine neue TomTom-Version, die läuft aber nicht mehr auf meinem Smartphone. Es gibt Navis die sind klein, handlich und schick, aber man kann keine Routen vom PC draufladen - Mift! Und wenn ich mir vorstelle, mein Navi hätte keine automatische Lautstärkenregelung, dann könnte ich das gleich ganz vergessen, denn dann würde ich entweder bei 80 km/h keine Ansage mehr hören oder es würde mir im Stand an der Ampel das Trommelfell rausblasen;-)

Rutschfreien Rutsch wünscht

Sampleman

Zitat:

Original geschrieben von Uli G.

Siehst Du, das erste ist schon mal falsch, denn auch eine Karte kennt nicht automatisch den schönsten Weg, genausowenig, wie ein Navi nur den schnellsten oder kürzesten kennt.

In meinen Augen gibt es eigentlich zwei Extreme: Entweder weiß ich vor Fahrtantritt exakt, wo genau ich langfahren möchte - und plane die Route entsprechend vor, also mit einem Navi, einer Karte oder einem Roadbook. Oder ich weiß nicht genau, wo ich gern langfahren möchte, sondern eigentlich nur, wohin. In diesem Fall kann einen ein navi durchaus auch mal überraschen. Vorgestern war ich in der Nähe von Feldkirchen-Westerham und bin da mit meiner Frau spazieren gegangen. dann wollten wir (mit dem Auto) zurückfahren und meine Frau schlug vor, doch einmal eine andere Strecke zu nehmen. Also setzte ich das Navi auf irgendein Kaff entlang der B304 an und ließ es navigieren, option "Kürzeste Strecke". Das war total klasse, das Gerät hat mich über kleine und kleinste Sträßchen durch die Pampa geleitet, das war wie ein Wandertag. Von allein wäre ich im Leben nicht darauf gekommen nun genau dort langzufahren. Leider fehlt meinem Navi eine Tracking-Funktion, sonst wäre ich gern die eine oder andere Passage nochmal mit dem Motorrad nachgefahren.

Ansonsten hat sich für mich die Routing-Option "Autobahnen vermeiden" als guter Kompromiss zwischen "schön fahren" und "zügig vorankommen" erwiesen.

Sampleman

Gibt es denn mittlerweise Navis die sowas wie die "schönste" Route berücksichtigen können ? Gab es da nicht mal Ansätze eine touristische Routenberechnung durchzuführen ?

Definier doch mal "schön" so, dass eine Maschine es versteht. ;)

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Definier doch mal "schön" so, dass eine Maschine es versteht. ;)

Na, das ist so eine Sache...

Beim Motorrad-Tourenplaner sind zum Beispiel landschaftlich schöne Strecken grün markiert. Wobei es natürlich für Motorradfahrer einen Unterschied gibt zwischen "schöne Aussicht" und "schöne Strecke".

Grundsätzlich ist ja so ein Navi-Routing relativ simpel: Erfasst werden von jedem Straßenabschnitt die Länge, die weiterführenden Optionen am Ende des Abschnittes und die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der der Abschnitt befahren werden kann. Daraus berechnet das Navi dann die günstigste Strecke. Genauso wie man manche Strecken mit einem Attribut belegen kann wie "Maut", könnte man natürlich auch Strecken mit dem Attribut "schön" belegen und ihnen zum Beispiel dadurch einen Bonusfaktor geben.

Die Navis basieren ja auf Kartenmaterial, welches im Grunde aus derselben Quelle kommt wie das Material für Landkarten. Und auch bei Landkarten hat ja irgendwann mal jemand festgelegt, welche Strecken jetzt grün gekennzeichnet sind und welche nicht. ich weiß auch nicht, nach welchen Kriterien da die Kartenverlage vorgehen.

Der Motorrad-Tourenplaner bietet zum Beispiel die Möglichkeit, automatisch eine Tour zu errechnen. Man gibt den Startpunkt und die Länge vor und dann lässt man die Kiste machen. Ich hatte allerdings bei meinen Versuchen den Eindruck, dass das Programm recht konventionelle Vorschläge macht, die auch einem Autofahrer gut gefallen würden. So ist zum Beispiel die B11 von München nach Innsbruck insgesamt eine landschaftlich sehr schöne Straße. Aber sie ist auch eine Bundesstraße, die mit dem Mopped über weite Teile einfach sehr langweilig zum Fahren ist.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass Web-2.0-Ansätze da revolutionäre Möglichkeiten bieten: Stell Dir mal vor, Du lädtst Routen, die Du gefahren bist, in ein System wie Google Maps hoch (wie das ja heute schon viele machen). Und nun will ich - ebenso wie Du - von A nach B fahren. Daraufhin meldet mir mein Navi: "Wollen Sie die kürzeste/schnellste Route oder eine Route, die von einem anderen Nutzer vorgeschlagen wurde?" Wenn ich die vorgeschlagene Route wähle, bekomme ich die Route eingespielt, die Du hochgeladen hast. Am Ende der Fahrt werde ich gebeten, die Route zu bewerten. Wenn da genügend Leute mitmachen, werden automatisch motorradtouristisch schöne Strecken bekannt. Das Ganze ließe sich natürlich noch beliebig weiter steigern: Man könnte ein Fahrerprofil von sich hinterlegen, so dass Chopperfahrer bevorzugt Routen gezeigt bekommen, die von Chopperfahrern hochgeladen wurden etc.

Technisch ist das IMHO keine große Sache, und wenn Ihr mich fragt, dann kommt das auch irgendwann mal.

Sampleman

@sampleman:

Naja, ganz so unterschiedlich, sind unsere Ansichten, ja doch nicht (siehe, Punkte 1 - 3).

Verlasse mich eben, am liebsten auf mich und meine Machwerke, als auf Andere.

(Übrigens; Auch ein Grund, warum ich am liebsten, alte Kisten fahre; um sie, auch unter widrigen Umständen, unterwegs, selbst zurecht flicken zu können.)

Auch, wenn es vielleicht überlesen wurde; ich lehne Navis, ja nicht grundsätzlich ab! Eine extrem kritische Prüfung von mir, muss so ein Gerät eben stand halten.

Das, mit der Lautstärke-Regelung und Routen vom PC raufladen, sind, z.B., schon Punkte, die für mich, auch eine Rolle spielen würden. Wasserfestigkeit, Robustheit, etc, nicht zu vergessen (Halterung würde ich mir eh, selbst bauen)).

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Definier doch mal "schön" so, dass eine Maschine es versteht. ;)

Dazu müssten erst einmal wir Affen uns einig werden, was "schön" ist. Ansonsten ist das nicht unmöglich. Autobahnen sind sowieso nicht "schön". Nicht für Autofahrer, nicht für Fußgänger, nicht für Radfahrer und nicht für Motorradfahrer. Einzig der ein oder andere "Trucker" wird wohl etwas für die Ästhetik der Autobahn übrig haben :D Und Landstraßen kann man auch beim Zusammenstellen der Geo- Daten mit einem Rating versehen. Ähnlich wie es im MOTORRAD- Tourenplaner und in den meisten motorradspezifischen Karten ja schon gemacht wurde/wird - da haben die "schönen" Straßen ne grüne Markierung.

//Edit

Na, da war der sampleman deutlich schneller... Ich lass mein Posting trotzdem mal stehen.

Die grünen Strecken stehen für landschaftliche Schönheit, nicht für maximiertes Kurvenerlebnis.

Meist sind die grünen Strecken auch mit Dosen und Tempolimits reich "gesegnet".

Man könnte es mathematisch angehen und das Navi nach einer Route mit möglichst vielen Höhenmetern und einem möglichst kleinem Quotienten aus Luftlinie/Streckenlänge zum Ziel suchen lassen. Das funktioniert aber nur in bergigen Regionen. Für die norddeutsche Tiefebene eher unbrauchbar.

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