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Missverständnis Turbo, die downsizing Seuche und wieso ich skyactive toll finde....
Unter dem Schlagwort "downsizing" werden uns mit Höchstdruck aufgeblasene Mikromotörchen mit der zu erwartenden Lebensdauer einer Eintagsfliege aufgeschwatzt.
Das einzige was diese Mikroben von Verbrennungsmotor können, ist einen völlig realitätsfremden Verbrauchszyklus mit Mini-Verbräuchen zu absolvieren, die eine immer größere Differenz zur Praxis zeigen.
Und dann die Bergründungen:
"der Turbo nutzt die noch in den Abgasen enthaltene Energie"
Unsinn !
Ein Hubkolbenmotor hat ein grundsätzliches Problem: eigentlich wäre es energetisch optimal, wenn das Hubvolumen beim Verdichten geringer wäre als beim Expandieren, denn das heiße Gas benötigt deutlich mehr Volumen um auf Umgebungsdruck zu expandieren als kaltes Gas. Weil das mechanisch aber nicht machbar ist, muß zwangsweise das expandierende Gas mit Restdruck in das Abgassystem entlassen werden.
Motoren, die dies durch nur teilweise Füllung beim Ansaugen zumindest abmildern, wurden schon viele entwickelt, das bekannteste Beispiel ist der Miller Motor. Doch schon der ganz normale Sauger hat das quasi systemimmanent eingebaut, weil durch die unvermeidliche Drosselung beim Saugen die Füllen in aller Regel unter 100% liegt.
Ein Turbo verschlimmert die Situation aus zwei Gründen:
a) durch die erzwungene > 100% Füllung wird der Expansionsraum des Motors noch ungenügender
b) seine für eine rotierende Strömungsmaschine sehr ungünstigen Abmessungen (viel zu klein) führt zu einem allen Hubkolbenmotoren stark unterlegenen Wirkungsgrad. Erst deutlich größere Maschinen, die aber für Fahrzeuge indiskutabel hohe Leistungen haben, erreichen mit ach und krach den Wirkungsgrad einer Hubkolbenmaschine.
Hinzu kommt, daß wegen der Klopfneigung bei Benzinmotoren ein Ladeluftkühler erforderlich wird, der die Energiebilanz weiter verschlechtert, weil hier Wärme abgeführt wird, die dann mühsam wieder durch Verbrennen von Kraftstoff erzeugt werden muß.
Die Mikromotörchen brauchen nur deshalb im Verbrauchszyklus weniger, weil sie hier in aller Regel nur sowenig Leistung abgeben müssen (man betrachte nur die lahmarschigen Beschleunigungszyklen der Messung...) daß sie in einem Bereich laufen, der so stark gedrosselt ist, daß der Turbo praktisch keine Wirkung mehr hat und das ganze als Sauger betrieben wird.
Allerdings als Sauger geringen Hubraums und damit geringer interner Reibungsverluste.
Und voila: man hat ein Verbrauchswunder !
(allerdings nur solange man die im Prospekt versprochene Leistung nicht abruft !)
___________________
Schön, daß mit Mazda wenigstens ein Hersteller den Blödsinn nicht mitmacht und einen optimierten klassischen Sauger dem gegenüber stellt.
Und siehe da: dieser verbraucht im unteren Leistungsbereich etwas mehr wie die Mikromotörchen, aber dafür bei mittlerer und hoher Leistung weniger.
Daß das viel praxisgerechter ist, zeigt sich schon daran, daß Mazda der einzige Hersteller ist, dem es gelang, im praxisnahen Test des ADAC WENIGER als der angegebene Normverbrauch zu verbrennen.
Danke Mazda !
Gruß SRAM
P.S.: wer die Thermodynamik dahinter nicht verstanden hat, dem erkläre ich sie gerne. Ich hab sogar alles, was oben steht mal exemplarisch durchgerechnet.
Beste Antwort im Thema
Unter dem Schlagwort "downsizing" werden uns mit Höchstdruck aufgeblasene Mikromotörchen mit der zu erwartenden Lebensdauer einer Eintagsfliege aufgeschwatzt.
Das einzige was diese Mikroben von Verbrennungsmotor können, ist einen völlig realitätsfremden Verbrauchszyklus mit Mini-Verbräuchen zu absolvieren, die eine immer größere Differenz zur Praxis zeigen.
Und dann die Bergründungen:
"der Turbo nutzt die noch in den Abgasen enthaltene Energie"
Unsinn !
Ein Hubkolbenmotor hat ein grundsätzliches Problem: eigentlich wäre es energetisch optimal, wenn das Hubvolumen beim Verdichten geringer wäre als beim Expandieren, denn das heiße Gas benötigt deutlich mehr Volumen um auf Umgebungsdruck zu expandieren als kaltes Gas. Weil das mechanisch aber nicht machbar ist, muß zwangsweise das expandierende Gas mit Restdruck in das Abgassystem entlassen werden.
Motoren, die dies durch nur teilweise Füllung beim Ansaugen zumindest abmildern, wurden schon viele entwickelt, das bekannteste Beispiel ist der Miller Motor. Doch schon der ganz normale Sauger hat das quasi systemimmanent eingebaut, weil durch die unvermeidliche Drosselung beim Saugen die Füllen in aller Regel unter 100% liegt.
Ein Turbo verschlimmert die Situation aus zwei Gründen:
a) durch die erzwungene > 100% Füllung wird der Expansionsraum des Motors noch ungenügender
b) seine für eine rotierende Strömungsmaschine sehr ungünstigen Abmessungen (viel zu klein) führt zu einem allen Hubkolbenmotoren stark unterlegenen Wirkungsgrad. Erst deutlich größere Maschinen, die aber für Fahrzeuge indiskutabel hohe Leistungen haben, erreichen mit ach und krach den Wirkungsgrad einer Hubkolbenmaschine.
Hinzu kommt, daß wegen der Klopfneigung bei Benzinmotoren ein Ladeluftkühler erforderlich wird, der die Energiebilanz weiter verschlechtert, weil hier Wärme abgeführt wird, die dann mühsam wieder durch Verbrennen von Kraftstoff erzeugt werden muß.
Die Mikromotörchen brauchen nur deshalb im Verbrauchszyklus weniger, weil sie hier in aller Regel nur sowenig Leistung abgeben müssen (man betrachte nur die lahmarschigen Beschleunigungszyklen der Messung...) daß sie in einem Bereich laufen, der so stark gedrosselt ist, daß der Turbo praktisch keine Wirkung mehr hat und das ganze als Sauger betrieben wird.
Allerdings als Sauger geringen Hubraums und damit geringer interner Reibungsverluste.
Und voila: man hat ein Verbrauchswunder !
(allerdings nur solange man die im Prospekt versprochene Leistung nicht abruft !)
___________________
Schön, daß mit Mazda wenigstens ein Hersteller den Blödsinn nicht mitmacht und einen optimierten klassischen Sauger dem gegenüber stellt.
Und siehe da: dieser verbraucht im unteren Leistungsbereich etwas mehr wie die Mikromotörchen, aber dafür bei mittlerer und hoher Leistung weniger.
Daß das viel praxisgerechter ist, zeigt sich schon daran, daß Mazda der einzige Hersteller ist, dem es gelang, im praxisnahen Test des ADAC WENIGER als der angegebene Normverbrauch zu verbrennen.
Danke Mazda !
Gruß SRAM
P.S.: wer die Thermodynamik dahinter nicht verstanden hat, dem erkläre ich sie gerne. Ich hab sogar alles, was oben steht mal exemplarisch durchgerechnet.
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4489 Antworten
Zitat:
@CrankshaftRotator schrieb am 14. Oktober 2015 um 15:26:23 Uhr:
Auch Saugmotoren können Dreckschleudern sein, ich erinnere hierbei gerne an den Test des aktuellen Smart, der in einem nicht vor all zu langer Zeit stattgefundenen Test auf der Straße bis zu 93 mg/km Ruß pro Kilometer emittiert hat. Euro 6 - Saugrohreinspritzer ohne Turbolader bei 130 km/h. Richtig ist aber, dass Direkteinspritzer häufiger Probleme mit der Rußemission haben.
Hat der Smart (forTwo) nicht immer einen Turbomotor?
Zitat:
@GaryK schrieb am 15. Oktober 2015 um 12:33:01 Uhr:
Die Stickoxide sind übrigens nahezu unabhängig von der Feuerungsart, da Erdgas, Kohle/Braunkohle ALLE gemäß TA Luft und anderer kraftwerksrelevanter technischer Regelwerke entsticken. Die NOxe je kWh Strom sind alle im selben Bereich und hängen mehr am Baujahr/Technik als an der Feuerung.
Uns das Beste am deutschen Umweltwahn ist das die Kraftwerksbetreiber gezwungen werden alte unrentable Kraftwerke als Notfallreserve im Leerlauf zu betreiben um Wolken oder Windstille auszugleichen.
Schon interessant wie man umweltfreundliche Energie nur in Kombi mit Dreckschleudern bekommt.
Hätte Mutti als gelernte Physikerin eigentlich besser wissen müssen.
Aber Ich glaube Viele haben ein Problem mit temporärem Alzheimer oder sind zu Jung um noch zu Wissen wie die Luftqualität bis Mitte der 80er war.
Der Niedergang der Ruhrpottindustrie hat mehr für die Luftqualität getan als es ein Verbot aller Verbrennungsmotoren tun würde.
Mittlerweile ist man in der EU so weit Industrie mit überzogenen Vorschriften aus dem Einflussgebiet zu vertreiben, Die dann in weniger kritischen Ländern zum Teil mit dem Umweltstandard arbeiten Der bei Uns vor 1914 üblich war.
Zitat:
@RedRunner10 schrieb am 15. Oktober 2015 um 13:03:29 Uhr:
NOx ist beim Benziner doch kein Problem, denn im Gegensatz zum Diesel kann der Katalysator das NOx in ungefährliche Stoffe umwandeln. Solange der Kat läuft sind die Benziner extrem schadstoffarm und die meisten Schadstoffe werden bei Kaltstart emittiert wenn der Kat noch nicht warm ist.
Trotzdem haben manche Benziner auch mit den Stickoxiden bei höheren Lasten so ihre Probleme, wie ein recht aktueller ADAC - Test eines Ford Focus 1.0 Eco Boost informiert. Kein Magermotor übrigens!
Zitat:
@flat_D schrieb am 15. Oktober 2015 um 14:26:54 Uhr:
Hat der Smart (forTwo) nicht immer einen Turbomotor?
Früher war das so, jetzt nicht mehr. Mindestens der Einstiegsmotor ist ein Sauger.
Zitat:
@Sir Donald schrieb am 15. Oktober 2015 um 15:34:16 Uhr:
Zitat:
@GaryK schrieb am 15. Oktober 2015 um 12:33:01 Uhr:
Die Stickoxide sind übrigens nahezu unabhängig von der Feuerungsart, da Erdgas, Kohle/Braunkohle ALLE gemäß TA Luft und anderer kraftwerksrelevanter technischer Regelwerke entsticken. Die NOxe je kWh Strom sind alle im selben Bereich und hängen mehr am Baujahr/Technik als an der Feuerung.
Uns das Beste am deutschen Umweltwahn ist das die Kraftwerksbetreiber gezwungen werden alte unrentable Kraftwerke als Notfallreserve im Leerlauf zu betreiben um Wolken oder Windstille auszugleichen.
Schon interessant wie man umweltfreundliche Energie nur in Kombi mit Dreckschleudern bekommt.
Hätte Mutti als gelernte Physikerin eigentlich besser wissen müssen.
Aber Ich glaube Viele haben ein Problem mit temporärem Alzheimer oder sind zu Jung um noch zu Wissen wie die Luftqualität bis Mitte der 80er war.
Der Niedergang der Ruhrpottindustrie hat mehr für die Luftqualität getan als es ein Verbot aller Verbrennungsmotoren tun würde.
Mittlerweile ist man in der EU so weit Industrie mit überzogenen Vorschriften aus dem Einflussgebiet zu vertreiben, Die dann in weniger kritischen Ländern zum Teil mit dem Umweltstandard arbeiten Der bei Uns vor 1914 üblich war.
Ich kann mich noch SEHR gut daran erinnern. War als Kind praktisch dauernd krank, immer irgendwas mit den Atemwegen. Ganz schlimm war es bei Nord- und Ostwind. Nordwind wurde besser, als bei Hüls irgendwas nachgerüstet wurde, Ostwind wurde erträglich nachdem Zollverein schloß. Und als dann noch Hansa dicht machte genas ich plötzlich und wurde niemals wieder krank. (Ok, der letzte Hallbsatz ist jetzt etwas übertrieben.)
Auch toll: Sarajevo im Winter 06/07. Nebel, daß man nicht mehr bis auf die andere Straßenseite schauen konnte. Ach ja, der Nebel war übrigens gelb. Jeder Neuankömmling, mich eigeschlossen, hat den ersten Monat kaum Luft bekommen, Blut gerotzt und war etwas neben der Spur...Zum Glück hatten wir ja genug dienstliche Gründe, zum "Erkunden" auf irgendwelche Berge zu fahren. Sobald man aus dem Talkessel raus war ging's dann allen plötzlich wieder besser. In Sarajevo kam alles zusammen: Talkessel, Inversionswetterlage, und bosnische Mülltrennung (brennt/brennt nicht).
Seitdem weigere ich mich zu glauben, daß wir in irgendeiner deutschen Stadt ein ansatzweise ernstzunehmendes Problem mit der Luftqualität haben. Das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.
Das Blöde am Umweltschutz ist das Luft nicht an Landesgrenzen umdreht, deswegen hat die US-Westküste zb zeitweise Probleme mit stark verschmutzter Luft aus Asien, in Italien haben Sie ein Feinstaubproblem aus der Sahara usw.
Umweltpolitik auf Politikerebene ist als ob ein Wal Kletterkurse geben würde.
Hier wird mit gigantischem Aufwand versucht Verbesserungen zu erzielen die im Bereich der Messgrenzen liegen während man woanders mit minimalem Aufwand Viel erreichen könnte.
Tja, man braucht halt Speicher für die Windstillen Tage. Die Effizienz z.B. bei Wasserstoff ist halt sehr niedrig.
Zitat:
@aero84 schrieb am 15. Oktober 2015 um 19:21:01 Uhr:
Auch toll: Sarajevo im Winter 06/07. Nebel, daß man nicht mehr bis auf die andere Straßenseite schauen konnte. Ach ja, der Nebel war übrigens gelb.
Chemnitz zu DDR Zeiten war das selbe. Tallage, im Tal unten ein "Nahwärme"-Heizkraftwerk. Befeuert mit lokaler Leipziger Braunkohle, die etwa doppelt bis drei mal so viel Schwefel hat wie die "niederrheinische". Dazu: kurzer Schlot, der nicht über die Inversionen hinauskam. Was bei Wintertypischen Inversion (Hochdrucklage) und Nebel in Summe mehr als nur etwas saurer Regen war. Löste locker Kalkstein auf, Lungen ebenfalls. Wieder ein Nachweis, wie man ein gutes Konzept (Nahwärme) durch idiotische Umsetzung ad absurdum führen kann.
Moin
Gary
Zitat:
Bedeutet: die typischen 23 kWh Strom je 100km eines Stromers sind mit statistischem Strom im DE Mix geladen 13.11 kg CO2 je 100km -> 131 g/km CO2 sowie 117 mg Stickoxide. Damit mehr als ein Prüfzyklus-konformes Fahrzeug nach Euro-4 (Otto) bzw. Euro-6 (Diesel) ausstoßen darf.
Zum einen sagen hier verschiedene Studien scheinbar unterschiedliches aus, mir war immer eine Zahl von gut 20 kWh/100km bekannt, welche ich auch immer wieder finde, so auch hier:
http://wupperinst.org/.../Elektromobilitaet_TB_Strommix.pdf
Macht den Kohl aber sicher nicht Fett.
Aber eines macht ihn Fett, der Vergleich von dir bezieht sich auf (PKW) Prüfabgas, wo insbesondere auch gerne bei einem Porsche 911 Carrera Verbräuche von 7,4-8,3 LItern raus kommen, er in der Realität aber gerne mit 2-3 Litern mehr gefahren wird, der Elektrowagen aber mit Abgaswerten gemessen wird, welche offiziell nachgemessen wurden, Betonung liegt hier auf NACH, da die Abgase tatsächlich in den jeweiligen Jahren gemessen wurden, zum anderen, gleiches Problem, vergleichst du Prüfnormverbräuche mit real erfahrenen Verbräuchen von E-Fahrzeugen.
Also, um hier dann vom Stammtisch weg zu kommen, müßtest du auch reale Abgaswerte und Verbräuche der Verbrennerfahrzeuge mit den eben realen Werten von Elektrofahrzeugen vergleichen. (Leider vergleicht auch der Bericht oben den Prüfwert von Verbrennern mit Realwerten der Elektrofahrzeuge, nur kommen diese bei WelltoWheel schon auf fast gleiche Werte) (Im Bericht wird ein Polo Bluemotion 1,2 tdi genommen, welcher im Mix mit 3,3 Litern angesetzt wird. Laut Spritmonitor aber wird dieser Wagen mit 4,5 Litern im Schnitt gefahren, was schon 36% mehr Abgas entspricht als angenommen.
Leider konnte ichdes weiteren im Text eines nicht so ganz rauslesen, oder anders, aus eigener Erfahrung nicht teilen. Es scheint als würde tatsächlich nur die Stromproduktion betrachtet. Die Wärmenutzung wird als Abfall angesehen, ihr Einspareffekt an Brennstoff nicht weiter einberechnet.
Auf diese Ansicht kommt ich, da die Biomasse mit einem Wirkungsgrad von 24% angesetzt wird, wir hier aber, dank Wärmenutzung, deutlich darüber liegen, im Winter bei ungefähr 80%. (Mehr geht nicht, Kraftstoffverbrauch Fahrzeuge, Energieverbrauch Elektromotoren von Rührwerken und Pumpen, Eigenbedarf an Prozesswärme.) Im Sommer natürlich weniger, aber deutlich über 24%.
Diese Abfallenergie muß man natürlich mit rein rechnen, sonst wird es wieder Stammtisch.
Moin
Björn
Moin
Sir Donald
Zitat:
Uns das Beste am deutschen Umweltwahn ist das die Kraftwerksbetreiber gezwungen werden alte unrentable Kraftwerke als Notfallreserve im Leerlauf zu betreiben um Wolken oder Windstille auszugleichen.
Schon interessant wie man umweltfreundliche Energie nur in Kombi mit Dreckschleudern bekommt.
Na ja, stimmt so ja nun nicht. Zum einen verbraucht ein im Leerlauf arbeitendes Kraftwerk deutlich weniger Energie als eines unter Last. Aber das nur am Rande.
Wichtiger ist, niemand zwingt sie
Zitat:
alte unrentable Kraftwerke
am laufen zu halten. Richtig ist dass sie eine Leistungsreserve bereithalten müßen, dies müßen sie aber schon seit anbeginn der modernen Energieerzegung, denn jedes Kraftwerk kann jederzeit abschalten, und wenn ein AKW Notabschaltet, dann geht dort deutlich schneller Energie vom Netz, als wenn eine Wolke übers Land zieht, und auch dies mußte schon lange vor den Erneuerbaren abgefangen werden. Auch wird diese Reserve schon seit ewigen Jahren durch den Kunden mitbezahlt, darüber gejammert wird aber erst seit 10 Jahren.
Das die Betreiber aber ihre
Zitat:
alte unrentable Kraftwerke
weiterbetreiben, als Notreserve, das hat mehrere Gründe. Der eine ist Geld. Denn das
Zitat:
alte unrentable Kraftwerk
ist zwar alt, aber vor allem eines, es ist abbezahlt. Strom aus so einem Kraftwerk kostet quasie nichts mehr als die Lohn und Energiekosten.
Die neuen, Umweltschonenden, leider nicht rentableren, GuD Kraftwerke werden hingegen stillgelegt. Diese müßen sich noch teuer abschreiben, diese machen den Strompreis teuer, das will kein Aktionär, und damit auch nicht der Vorstand eines Energieerzeugungsunternehmen. Ergo: Neu, effektiv, modern, sauber aber teuer wird abgeschaltet für alt, ineffektiv, altmodisch, dreckig, aber eben billig.
Und warum sind die so billig? Weil Abgas in der Industrie nichts kostet. CO2 Zertifikate kostet weniger als Nichts, wenn wir unseren PKW danach besteurn würden, es würde niemand einen sparsamen Wagen kaufen.
Solange sich daran nichts ändert, solange bleiben alte Kraftwerke am Netz und werden neue abgeschaltet.
Moin
Björn
Das Problem ist das die Kraftwerksbetreiber früher Pumpspeicher-und Gaskraftwerke als schnelle Reserve nutzten.
Blöderweise müssen die Pumpspeicherkraftwerke Heute die Schwankungen im Wind und der Sonneneinstrahlung ausgleichen und müssen deswegen auch Tagsüber Teuer befüllt werden, machte man vor dem Energiewahnsinn Nachts mit überschüssiger Grundlast.
Ein Kohlekraftwerk das als Grundlastkraftwerk gebaut wurde, um Spitzen abzufedern viel zu träge, als Reserve laufen zu lassen ist so ziemlich die größte Umweltsauerei die die Energiewende ausgelöst hat. Denn wenn das Teil Tagelang im Leerlauf ist haut Es massig Schadstoffe raus aber keinen Strom, Umweltverschmutzung ohne Nutzen.
Die Einzigen die von unserer Energioewende profitieren sind die Länder die sich dafür bezahlen lassen den überschüssigen Strom abzunehmen.
Auch bringt es nichts wenn Wind und Sonne theoretisch den Energiebedarf abdecken können, Anfangs der Woche war die Sonne vom Hochnebel verdeckt und es war Windstill = Nix los mit den Erneuerbaren.
Ergo muss man die nötige Kapazität fast Doppelt vorhalten, wie man an der Stromrechnung sieht Geldverschwendung, und zwar Meins wird verschwendet!
Zitat:
@Friesel schrieb am 16. Oktober 2015 um 18:21:18 Uhr:
Zum einen sagen hier verschiedene Studien scheinbar unterschiedliches aus, mir war immer eine Zahl von gut 20 kWh/100km bekannt, welche ich auch immer wieder finde, so auch hier:
US Zyklen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chevrolet_Volt 22.4 kWh für den Chevy Volt und der Model-S Tesla 22-24, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Model_S .. deckt sich mit den Praxisangaben von 20-25 des Ampera aus http://www.derwesten.de/.../...lektrohybrid-opel-ampera-id6790840.html sowie den Daten eines Arbeitskollegen. Die 17 des NEFZ sind kaum praktisch erreichbar. Somit find ich 23 kWh als Kalkulationsbasis erst mal real.
NOx geht beim Otto und Last eher runter (der fettet an, was NOx drückt und CO(HC erhöht). Beim Diesel ist es leider anders, da geht NOx hoch. Real World Emissions der Ottos liegen dicht am Prüfzylus, behauptet jedenfalls die Literatur nebst ICCT, siehe http://www.theicct.org/.../...eal-world-discrepancies-nox-emissions-eu ... 0.06 gemessen, 0.05 g/km ist das "limit". Das ist ausreichend dicht dran und nicht ein Wolfburger "quasi eingehalten". Es geht auch beim Diesel, jedenfalls zeigen das andere Hersteller, aber bei weitem nicht alle. 0.06 g/km NOx ist jedenfalls besser als die NOx aus 23 kWh Strom unseres DE Strommix.
@SirDonald: Der größte Blödsinn ist, dass Pumpspeicherkraftwerke eine EEG Umlage bezahlen müssen. "Methanizer" aus Power2Gas müssen ebenfalls eine EEG Umlage berappen. Das heißt, dass Anlagen, die Lastspitzen ausgleichen bzw. Öko-Überangebote nutzen die Öko-Umlage bezahlen. Sehr sinnvoll. Auf sowas kommen manche nicht mal besoffen. Aber hauptsache, wir zahlen jährlich etwa 9 Mrd Euro per EEG Umlage für unseren Solarscheiß. Das mit weitem Abstand teuerste Geschenk, was eine Partei jemals an die eigene Klientel durchgewunken hat. Da wird selbst die FDP gelb vor Neid.
Was glaubt Ihr denn, wie die Atomkraft (und vor allem ihr Rückbau) bezahlt wird? Die tragen sich zum Teil auch nicht selbst!
Zitat:
@GaryK schrieb am 15. Oktober 2015 um 12:33:01 Uhr:
Du darfst. Und du solltest nicht jeden Stammtisch-Scheiß glauben. Eine Raffinerie hat etwa 90-94% Effizienz bei der Ölausbeute. Ein Supertanker verfeuert etwa 60t Heavy Fuel Oil je Tag. Auch bei 30 Tage Reisezeit ists quasi nichts gemessen am Inhalt.
Stickoxide: Ingoldstadt (Umweltbilanz veröffentlicht) hat bei 3.8 Millionen Tonnen Rohöl 700t NOxe emittiert. Etwa 160 ppm bezogen auf die Kohlenwasserstoff-Massen. 10l/100km Verbrauch an Otto-Kraftstoff wären etwa 7,5 Kilo Brennstoff / 100km und damit 16 mg NOx je km. Die Streuung zwischen Fahrzeugen der gleichen Bauart und Abgasnorm ist größer, von den mehrere hundert Milligramm je km "Betrugsdieseln" bei VW ganz zu schweigen.
Zum Thema Stickoxide und Energie: https://www.umweltbundesamt.de/.../...in_deutschland_1990_-_2012_0.pdf
Die Energiewirtschaft hatte 2012 360 Mt CO2 produziert und 329 kt NOx produziert. Strommenge 2012: 629 TWh laut (Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung). Das sind etwas über 570g / kWh CO2 (incl. Sonne/Wind/Atom, deckt sich mit allen offiziellen Zahlen), daher sind 0.9 Promille der CO2 Masse am Ende die Stickoxide.
Bedeutet: die typischen 23 kWh Strom je 100km eines Stromers sind mit statistischem Strom im DE Mix geladen 13.11 kg CO2 je 100km -> 131 g/km CO2 sowie 117 mg Stickoxide. Damit mehr als ein Prüfzyklus-konformes Fahrzeug nach Euro-4 (Otto) bzw. Euro-6 (Diesel) ausstoßen darf.
Die Stickoxide sind übrigens nahezu unabhängig von der Feuerungsart, da Erdgas, Kohle/Braunkohle ALLE gemäß TA Luft und anderer kraftwerksrelevanter technischer Regelwerke entsticken. Die NOxe je kWh Strom sind alle im selben Bereich und hängen mehr am Baujahr/Technik als an der Feuerung.
Hast du noch andere Stammtischparolen, die sich ähnlich leicht entkräften lassen? Du solltest was anderes als die BILD lesen. Alle Zahlen sind öffentlich zugänglich und mehr als den "Dreisatz" brauchts nicht um diese in sinnvolle Zusammenhänge zu stellen.
Ich lege Dir Deinen eigenen Ratschlag ans Herz, schalte mal Deine Stammtischparolen ab, mach die Augen auf und denke mal nach was um uns herum passiert. Die Mogelnummer CO2 Emissionen gegen erhöhte NOx und Partikelemissionen auszutauschen war schon länger bekannt.
Partikelinteressen im Zielkonflikt
Benziner verursachen mehr Feinstaub als Diesel
Durch den Diesel Gate Skandal ist zwischenzeitlich die Frage aufgekommen, wie realistisch überhaupt die Prüfzyklen und Tests für das Erreichen der Grenzwerte sind. Da fallen bei den Minimotoren auch die größten Unterschiede auf, wie im Artikel der Welt bereits geschrieben wurde.
Und schon sind wir wieder beim Thema: realistischere Test bei zukünftigen Homologationen im Ausland zusammen mit strengeren Abgasgrenzwerten, und die Downsizing Seuche kann ohne Zusatzaufwand zur Abgasreinigung samt und sonders einpacken.
Moin
Gary
Du nimmst einen, bekanntermaßen, schlechten Ampera, und ein absolutes Spitzenmodell von Tesla als Maßstab?
Die beiden E-Fahrzeuge in meinem Dunstkreiss fahren, abseits aller Nefz, real mit um 15 kWh. Der Schnitt von 17 kWh kommt aus der benannten Studie, und wird immer wieder von E-Fahrzeugnutzern bestätigt.
Unter anderem bestätigt dies ein Tesla Roadster Fahrer, welcher ihn eigentlich nur zur Promotion nutzt, und dabei gerne und oft voll drauf latscht. Dennoch liegt auch er unter 20 kWh im Schnitt. Ich werde ihn mal fragen was ihr neuestes Kind nachher im Schnitt nimmt, bei über 1000 PS Spitzenleistung.
Also nochmals, du nutzt NEFZ Werte der Verbrenner und vergleichst sie mit Realwerten der E-Fahrzeuge. Sowohl beim Verbrauch als auch beim Abgas. Stammtisch.
Und da du nicht darauf Antwortest, bei den Kraftwerken wird scheinbar tatsächlich nur die reine Stromproduktion genommen und gegen die Abgase gerechnet, die Wärme wird unterschlagen. Noch mehr Stammtisch. Sorry.
Moin
Björn
Moin
Sir Donald
Gaskraftwerke stehen zum Teil still. Grund: Zu teuer. Darum werden Kohlekraftwerke am Netz gelassen, Gewinne maximieren. Würden die CO2 Zertifikate funktionieren, es wäre anders.
(Und nochmals, Leerlauf verbraucht deutlich weniger als Vollast.)
Das diese laufen bleiben ist tatsächlich eine rießen Sauerei, daran ist aber nicht die erneuerbare Energie Schuld, sondern die Gesetzgeber, welche allesamt von tuten und blasen keine Ahnung haben.
Wären die AKWs auch nur im Ansatz so gut versichert, wie es bei den erneuerbaren Energien Pflicht ist, dann wären auch sie unrentabel. Schau dir nur an was die Engländer für den Strom aus ihrem neuesten AKW verlangen wollen.....
Das Geld zum Rückbau der erneuerbaren Energien liegt fest auf einer Bank. Das ist so in der baugenehmigung festgelegt, und aus eigener Erfahrung, das Geld reicht, schon nach wenigen Wochen kann am ehemaligen Standort einer WKA wieder Ackerbau betrieben werden.
Das die AKWs nicht genug Geld liegen haben, das sieht man an der derzeitigen Bemühung der EVUs die AKWs in eigenstädnige Gesellschaften zu schieben. Die gehen dann halt Pleite, der Steuerzahler zahlt den Rest.
Ich hätte kein Problem damit das wir für unseren Müll selber zahlen müßen, wenn nicht vorher irgendwelche Aktionäre Milliarden aus den AKWs an Gewinnen abgezogen hätten.
Über diese Milliarden beschwert sich übrigens keiner, über die gleichen Milliarden an erneuerbare Energien aber schon. Komisch, wohin ich meine 100 Euro zahle ist doch egal, ich zahle sie.
Die EVUs haben die erneuerbaren komplett verschlafen. Darum soll derzeit auch keine Leitung in den Süden entstehen, es soll keine Grundlast durch Erneuerbare erzeugt werden können, zumindest soll das nicht gefördert werden. Zunächst müßen die Erneuerbaren zurück in die Hände der großen 4, dann kann alles andere gemacht werden, denn dann laufen die Gewinne wieder in die richtige Richtung.
Den Ausblick hingegen, den behalten die Menschen vor Ort.
Im Ernst, der Stammtisch hier wird mir zu Bierschwanger.
Moin
Björn