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Kurz mal die Bremsen entlüften

VW Käfer 1300

Guten Abend,

ich wollte dieses Wochenende die Bremsanlage an meine Käfer entlüften, nach vielem hin her Probieren leider immer noch ohne erfolg. Ich bekomme das ding einfach nicht vollständig entlüftet. Ich habe das Gefühl das er noch irgendwo Luft zieht. Ins besondere in der nähe des HBZ. Die hinteren beiden Räder bekomme ich noch gut hin. Aber bei den Vorderen, egal wie oft ich es mache, es kommen jedes mal wieder Luftblasen raus. Bestimmt schon 15 mal probiert. Wenn man dann scheinbar die Luftblasen raus hat und wieder das Entlüftungsventil zu macht "furtzt" HBZ beim nächsten treten und man hat wieder Luft drin. Beim zweiten treten aber nicht mehr. Das Pedal stoppt dann ca. 1cm vor der Stirnwand und fühlt sich sehr weich an.

Beim Entlüften gehe ich so vor. Ich drücke das Bremspedal und arretiere es in der gedrückten Postion mit einem Stück Holz gegen den Sitz, sodass auf der Bremsanlage druck ist. Dann gehe ich zum Entlüftungsventil und mach es kurz auf bis keine Flüssigkeit oder Blasen mehr im Entlüftuntgsschlauch aufsteigen. Dann mache ich es wieder zu und wiederhole den Vorgang. Zuerst hinten rechts dann hinten links dann vorne rechts und dann vorne links.

Die Leitungen habe ich auch alle nachgezogen und auf tropfen abgesucht -> alles trocken auch nach 5 Minuten gedrückten Bremspedal.

Habe Teflonband auf die Gewinde der Entlüftungsventile gemacht, weil ich dachte, dass er da Luft zieht. -> keine Besserung.

Habe die Handbremse vollständig gelöst und dann noch mal alle Bremsbacken am Rad nachgestellt, sodass

sie schleifen aber noch gut von hand drehbar sind. -> leichte Besserung aber das bringt mir nichts wenn ich noch Luft im system habe.

Es handelt sich um eine Einkreisbremsanlage mit Trommeln vorne und hinten.

Alle Teile sind neu. D. h.:

-neuer HBZ

-neue Leitungen (Stahl und Flexibele)

-neue RBZ an allen 4 Rädern

Was ich jetzt noch testen wollte ist, ein paar Blindstopfen zu kaufen und die in den HBZ zu schrauben sodass hinten und vorne rechts tot gelegt sind. So kann man die Sachen ausschließen. So könnte man vielleicht heraus finden von welchem Rad die Luft wieder rein kommt.

Ansonsten habe ich auch noch den Anschluss vom HBZ zum Schlauch des Behälters im verdacht. Da ist ja so ein Plastik- Stutzen in ein Gummi reingedrückt und darunter eine Unterlegscheibe mit einem Langloch.

Weis jemand was die Funktion dieser Unterlegscheibe ist?

Den Behälter habe ich selbstverständlich nie leer gehen lassen beim entlüften.

Ansonsten hat noch jemand einen Tipp für mich nach was ich noch schauen kann oder ob ich irgendwas noch falsch mache?

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69 Antworten

Ich sag es ja normalerweise nicht so, aber das Kunifer kostet eh fast nix.

Moin, ich wollte ein kleines Update zum Thema geben.

Ich habe nun alle Bremsleitungen mit ATE-Material ausgetauscht. (Stahl verkupfert + Kunstoffschicht).

5 Meter davon sind genau genug um einen Käfer komplett neu zu machen. Zu mindest für Einkreis mit Trommelbremsen, falls das einer mal braucht. Und dann noch mit einem ordentlichen Bördelgerät auf DIN F gebördelt mit den korrekten Verbindern dafür.

Danach habe ich das Ganze mit dem Easybleed entlüftet. Also druck 0.5 Bar drauf und in korrekter Reihenfolge alle Räder mehrmals entlüftet bis ich keine Blasen mehr bekommen habe. Die Bremsen waren dabei so eingestellt, dass die Backen schleifen...

Jetzt fühlt es sich schonmal besser an. Ich habe jetzt auch eine kleine Probefahrt gemacht und auch dabei die Räder zum blockieren bekommen.

Da das mein erster Käfer ist bin ich mir jetzt immer noch nicht sicher ob das "Pedalgefühl" so passt. Ich bekomme jetzt im oberen drittel einen Widerstand aber wenn ich mit aller Kraft reintrete komme ich immer noch bis ca. 3cm vor die Stirnwand. Der Stab an der Pedalerie ist auf 143,5 mm eingestellt.

Von einen modernen Auto mit Scheibenbremsen und Bremskraftverstärker kennt man es ja so, dass wenn der Motor aus ist, das Pedal steinhart wird. So hart wird es bei meinem aber nie... Die Frage ist ob das überhaupt so sein muss beim Käfer...

Ich habe auch noch einen Kumpel der auch einen Käfer hat, wo ich vielleicht mal "fühlen" kann. Leider ist das ein 1302 mit Zweikreis und vorne Scheibenbremsen. Da wäre die Frage ob Scheiben und Trommelbremsen ein anderes Pedalgefühl haben.

Nein haben sie nicht. Durch die Drehung der Trommel und die Aufhängung der Bremsbacken entsteht bei der Trommelbremse eine Selbstverstärkung der Bremskraft. Kann man an deinem Käfer gut testen. Die Bremsleistung vorwärts ist deutlich besser als rückwärts, da die Vorderachse beim rückwärtsfahren keine Verstärkung, sondern aufgrund der "falschen" Drehrichtung der Trommel eine Veringerung der Bremskraft hat. Die hinter Bremse funktioniert in beide Richtungen gleich.

Die Scheibenbremse hat diesen Effekt nicht.

Außerdem ist deine Bremsanlage "neu" und muß sich erst "einfahren". Dann wird der Druckpunkt noch besser.

Zitat:

@85mz85 schrieb am 25. Dezember 2021 um 13:02:09 Uhr:

Die Bremsleistung vorwärts ist deutlich besser als rückwärts, da die Vorderachse beim rückwärtsfahren keine Verstärkung, sondern aufgrund der "falschen" Drehrichtung der Trommel eine Veringerung der Bremskraft hat.

das stimmt nicht!

der käfer hat hinten und vorne eine simplex bremse.

diese konstruktion hat in beiden fahrtrichtungen eine auflaufende und eine ablaufende

bremsbacke.

anders ist das bei einer duplex bremse; die hat den von dir beschriebenen effekt.

gab es soweit ich weis mal im T1.

Stimmt, sorry mein Fehler.

Zitat:

@murkspitter schrieb am 25. Dez. 2021 um 14:2:02 Uhr:

gab es soweit ich weis mal im T1.

Und im Typ 3.

Um Kupplungs- und Bremspedal in einer Linie nebeneinander zu haben, kann die Position des Bremspedals an der Bremsanschlagplatte eingestellt werden.

Die Bremsdruckstange wird nach VW-Reperaturleitfaden eingestellt:

https://...kswagen-classic-parts.com/.../...typ1_85_seiten_247_294.pdf auf Seite 260. Entlüften ab Seite 272, Einstellung der Bremsbacken auf Seite 262.

Die Steifigkeit des Systems unter Belastung ergibt sich aus

  • Nachgiebigkeit des hydraulischen Systems
  • Nachgiebigkeit der Bremsmechanik.

Eine gut eingestellte und eingelaufene Käfer-Bremse mit Scheibenbremsen vorn kann man vom ersten Widerstand mit kräftigem Treten noch etwa 2 cm weiter durchtreten.

Voraussetzung ist hierbei, dass Bremstrommeln/-Scheiben und Bremsbeläge sich miteinander eingeschliffen haben und auf der gesamten Fläche tragen, sowohl in der Breite als auch am gesamten Umfang.

Auch neue Beläge und Trommeln (oder ausgedrehte Trommeln) haben sich zu Anfang noch nicht gefunden und tragen erst nach ein paar Tausend Kilometern vollständig.

Hinzukommen kann leicht federnder Bremsabrieb auf den Bremsbelägen.

Eine Kontrolle des Tragbildes der Bremsbeläge kann Klarheit schaffen.

Themenstarteram 6. Januar 2022 um 17:14

Hallo nochmals ich habe jetzt noch ein anderes Problem. Bei meinen ganzen Entlüftungsversuchen ist etwas Bremsflüssigkeit auf die Backen gekommen.

Jetzt habe ich ein paar Tipps gelesen dass man die Heiß machen kann, wodurch die Bremsflüssigkeit aus dem Belag "herausschwitzt" und verdampft. Das habe ich mit meiner Lötlampe ausprobiert (schön gleichmäßig erhitzen) und siehe da die Flüssigkeit ist weg und die Beläge sind wieder "hell" und trocken, danach noch etwas mit 80 Papier angeschliffen und die Dinger sehen wieder aus wie neu.

Mach Andere sagen das wäre nicht i. O. und man müsse in jedem Fall die Backen tauschen.

Die Begründung dafür wäre, dass die Bremsflüssigkeit den Kleber angreift, der die Beläge an der Trägerplate hält. So könnten sich die Beläge bei der Fahrt lösen und das Rad zum Blockieren bringen...

Wie seht ihr das?

am 6. Januar 2022 um 18:03

Beim geringsten Zweifel solltest Du neue Bremsbacken nehmen. Sie kosten nicht viel.

Die Standfestigkeit nach der Reinigung auszuprobieren, wäre riskantes Sparen am falschen Ende.

Schlußendlich kannst du demnächst auf einem Bremsenprüfstand feststellen, ob der Belag noch in Ordnung ist.

Da wir nicht wissen, wieviel Flüssigkeit wielange auf welchen Belag (V o. H) eingewirkt hat, ist schwer eine Prognose zu machen. Den Kleber zwischen Backen und Belag wird es eher nicht erwischt haben, aber ein durchfeuchteter Belag hat eben weniger Bremswirkung. Wenn jetzt nach der Erwärmung noch eine ‚Verglasung‘ stattfand, ist allerdings der Belag definitiv fällig für die Tonne.

Da die Beläge ja wohl noch nicht getauscht wurden, ist L & R zusammen zu tauschen. Aufgrund der anfangs geringeren Auflagefläche wird der Pedalweg wieder länger, aber wenigstens muß nimmer entlüftet werden.

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