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Kürzung Nutzungsausfall nach Haftpflichtschaden durch Versicherung legal?

Themenstarteram 10. Mai 2022 um 8:06

Guten Morgen,

ich habe schon etwas recherchiert, bin aber nicht so recht schlau daraus geworden.

Situation: Haftpflichtschaden am 16.12.2021, Rangierunfall mit PKW Anhänger a Kastenwagen, stehendes, geparktes Fahrzeug hinten rechts getroffen, Leuchte defekt, Seitenteil eingedrückt, Wasser läuft ins Fahrzeug.

Am 18.12.2021 dem Schädiger angeboten, ihm das Fahrzeug zur Reparatur zu überlassen oder es in seine betreuende Werkstatt zu bringen. Wollte der Schädiger nicht.

Am 23.12.2021 alles dem Anwalt übergeben, Totalschaden wahrscheinlich.

Erst am 03.01.20222 ging die Kostenzusage der Versicherung ein, Begutachtung erfolgte am gleichen Tag, Gutachtenfertigstellung 5 Tage nach Auftragserteilung. Reparaturdauer 3 Tage, wie vermutet Totalschaden.

Reparatur erfolgte mit Gebrauchtteilen in Eigenregie mit Unterstützung eines befreundeten Kfz Meisters. So weit, so gut. Schaden wurde bezahlt, abzüglich Restwert und Mehrwertsteuer.

Wertminderung gab es nicht, Auto ist 11 Jahre alt. Nutzungsausfall nur 3 Tage und 2 Stufen geringer, 29 €. Meines Erachtens nach passt das vorn und hinten nicht, ich bin der Schadenminderungspflicht nachgekommen in dem ich dem Geschädigten anbot, dass Auto in die Werkstatt zu überführen die seine Firmenwagen repariert.

Wenn die Versicherung 14 Tage aufgrund der Feiertage Weihnachten und Jahreswechsel braucht, eine Kostenzusage zuzuschicken kann ich nichts dafür. Auch nicht, dass das Gutachten 5 Tage bis zur Fertigstellung benötigt, weil das Auto i der Restwertebörse war.

Gelesen habe ich, dass nach verschiedenen Urteilen die Herabstufung nicht nur nach dem Alter des Fahrzeuges erfolgen kann. Tatsache ist das ich mein Auto nach Kauf (war 8 Jahre alt) aufwändig nach- und aufgerüstet habe, ein Octavia Diesel. Ich habe Tempomat, Standheizung, Recaro Ergomed ES mit Klimapaket, Lederlenkrad, 2 DIN Radio mit Navigation, Freisprecheinrichtung, Anhängerkupplung sowie Parkpilot hinten nachgerüstet. Das Auto ist techn zu 100 % i.O; es gibt keinen Reparaturstau, optisch inzwischen fast neuwertig (war beim Kauf eine Baustellenhure im Straßenbau) und aus 1. Hand.

Meinem Gefühl nach ist die Herabstufung um 2 Gruppen unangemessen, weil die Ausstattung zum Teil sogar höherwertiger ist wie jetzige Neufahrzeuge. Außerdem glaube ich, dass ich der Schadenminderungspflicht nachgekommen bin. In jedem Fall wollte ich die Gutachterkosten nicht vorstrecken, der Schädiger übrigens auch nicht. Ich brauche bitte eure Einschätzung.

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30 Antworten

ist das selbe Schaden, wie in deinem anderen Thread? (nur rein interessehalber)

Zitat:

@HolderA28 schrieb am 10. Mai 2022 um 08:06:38 Uhr:

Am 23.12.2021 alles dem Anwalt übergeben, Totalschaden wahrscheinlich.

Was sagt dein Anwalt dazu?

Der wird doch dafür bezahlt, dir hier fachkundige Auskunft zu geben!

Zitat:

@HolderA28 schrieb am 10. Mai 2022 um 08:06:38 Uhr:

Reparaturdauer 3 Tage, wie vermutet Totalschaden.

 

Auto ist 11 Jahre alt. Nutzungsausfall nur 3 Tage und 2 Stufen geringer, 29 €. Meines Erachtens nach passt das vorn und hinten nicht,

Reparaturdauer laut Gutachten : Drei Tage und die werden ja auch bezahlt.

Ob die Einstufung zwei Klassen niedriger als von dir vermutet passt,

könntest du gerichtlich klären lassen.

Das macht aber keinen Sinn, weil die dafür entstehenden Kosten

mit Sicherheit ein Vielfaches des Streitwerts ausmachen.

Es geht hier um maximal 60,-€ gesamt: dreiTage mal 20,-€.

Selbst eine Rechtschutzversicherung wird dir nichts nützen,

weil die, meiner Meinung nach, keine Deckung zusagen dürfte.

Und genau DAS hat dein Anwalt dir schon gesagt.

Themenstarteram 10. Mai 2022 um 8:46

Nein, es geht um die 14 Tage bis Kostenzusage und 2 Tage bis zur Gutachtenerstellung.

Nein, der Schaden mit der Anwaltshaftung ist 2 Jahre her. Ist also nicht der gleiche.

Hättest du gleich am 16.12. den Schaden der Versicherung gemeldet, einen Gutachter beauftragt und diesem eine Abtretung unterschrieben, hättest du mit der Reparatur sofort beginnen können, ohne für die Gutachtenkosten in Vorleistung gehen zu müssen.

 

Es ist kein Nachkommen der Schadenminderungspflicht, dem Unfallverursacher die Beseitigung des Schadens anzubieten und zudem ziemlich weltfremd. Warum sollte der es auf eigene Kosten mit daraus erwachsender Gewährleistungspflicht übernehmen, wenn er mit einer verhältnismäßig geringen Hochstufung nach Übernahme der Kosten durch seine Versicherung aus allen Risiken raus ist.

 

Hättest du ein neues Fahrzeug beschafft, müsste die Versicherung bis zu 14 Tage Nutzugsausfall zahlen. Hast du nicht, also gilt die Reparaturdauer.

Und dort aufgrund der Eigenreparatur ohne Nachweis ein gekürzter Satz.

 

Weise der Versicherung die erfolgreich durchgeführte Reparatur nach - mit Fotos mit aktueller Tageszeitung oder Nachbegutachtung - und fordere die Differenz zur ausgewiesenen Nutzungsausfallentschädigung nach. Das sollten die dann unter den Voraussetzungen zahlen.

 

Übrigens: auch durch aufwändige Einbauten wird das Fahrzeug keine Klasse höher bewertet.

Geh zum Amtsgericht und erhebe bei der Rechtsantragsstelle entsprechende Klage gegen die Versicherung.

Themenstarteram 10. Mai 2022 um 9:40

Die fachgerechte Reparatur wurde seitens des Sachverständigen mit Datum und Fotos nachgewiesen. Nur der Hinweis, dass eine entsprechender Argumentation "Minderung durch Komfortgewinn" neuerer Fahrzeuge eben nicht gegeben ist.

Berlin Paul, dass hab´ ich auch schon überlegt. Danke.

War das Fahrzeug in der Zeit zwischen Unfall und Reparatur laut Gutachten noch verkehrssicher fahrfähig?

Zitat:

@WWiesel schrieb am 10. Mai 2022 um 10:20:46 Uhr:

War das Fahrzeug in der Zeit zwischen Unfall und Reparatur laut Gutachten noch verkehrssicher fahrfähig?

Da wird's langsam interessant. Da war eine Leuchte defekt, nach obiger Frage wäre dann interessant ob mit Notreparatur sprich neuer Leuchte das Auto verkehrssicher wäre. Dann könntest du zuätzliche Kosten der Notreparatur geltend machen, aber nicht den langen und sorry, selbtsverschuldeten, Verzug mit Nutzungsausfall abrechnen. Danach entscheidet sich ob dir überhaupt mehr als die Reparaturdauer an Nutzungsausfall zusteht und wenn ja wie viel.

Ja, es ist ein Restrisiko. Aber als Geschädigter musst du weder auf Antworten vom Schädiger noch der Versicherung warten, du bist Herr des Verfahrens und der Unfallgegner hat Schadenersatz zu leisten, nicht mehr und nicht weniger.

Um das Gutachten wärst du so oder so nicht herumgekommen, du bist als Geschädigter halt verpflichtet deinen Schaden nachzuweisen, wenn Totalschaden im Raum steht halt inkl. WBW und Restwert.

5 Tage für's Gutachten ist schon recht lang, Versicherungsgutachter oder eigens beauftragter?

Wer hat die Nutzungsausfallklasse runtergestuft, die Versicherung oder der Gutachter?

Ansonsten halt ganz einfach: Anwalt, Kanzlei anrufen, Telefontermin ausmachen, Fragen da stellen. Der ist dafür zuständig deine Ansprüche durchzusetzen, nicht wir. Also ich ruf wohl bei der Versicherung an und erzähl denen am Telefon was sie für A... und P... sind und ungerechtfertigt kürzen, aber ich glaube das nutzt dir nix :p :D

5 Tage fürs Gutachten mögen lang sein, sind aber dem TE nicht anzulasten.

Und eine Rückstufung wird für Fahrzeuge älter als 5 Jahre und eine weitere älter als 10 Jahre vorgenommen.

es soll auch freiberuflich tätige Sachverständige geben, die nicht nur am Telefon sitzen und auf einen Aufrag warten.....:rolleyes:

5 Tage Bearbeitungsdauer für ein Gutachten sind daher nicht so skandalös....

Ach, da fällt mir noch ein: Wie lange darf den der Versicherer brauchen, bis er den Schaden reguliert?

6 Wochen sind da doch wohl eher Standart, man munkelt, das es auch auch mal 3 Monate dauern kann, bis ein Schaden reguliert wird.

Sory, ich kann nicht mehr schreiben jetzt, breche gerade in Mitleitstränen aus.......:(

Delle? Meinst Du die Zeit bis die VS den Schaden mit Kürzungsarien reguliert hat oder bis man vollumfänglich nach Recht und Gesetz entschädigt wurde... ich frage für meine Freundin :D

Zitat:

@HolderA28 schrieb am 10. Mai 2022 um 08:06:38 Uhr:

Am 23.12.2021 alles dem Anwalt übergeben, Totalschaden wahrscheinlich.

hast du denn deinen anwalt dazu befragt und falls ja, was sagt der dazu? falls nicht, aus welchem grund nicht?

"6 Wochen sind da doch wohl eher Standart, man munkelt, das es auch auch mal 3 Monate dauern kann, bis ein Schaden reguliert wird."

Drei Monate? Ich lach mich weg, heute ist endlich die Überweisung eingegangen, Unfall war am 08.09.2021 in den Niederlanden. Da hat es bereits Monate gedauert, bis endlich die Versicherung bekannt war. Der Unfallgegner hatte vollkommen falsche Angaben im Protokoll gemacht und sich danach nicht mehr gerührt. Der dt. Regulierungsbeauftragte hat dann viermal im Monatsrhythmus die Zahlung aus den Niederlande angemahnt.

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