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Klage gegen Daimler - Mobilo Life Rostgarantie (Durchrostung von innen nach aussen)

Mercedes E-Klasse S210
Themenstarteram 27. Januar 2015 um 21:17

Hallo Leidensgenossen,

ich habe mich sehr intensiv mit der Garantie gegen Durchrostung ( Mobilo Life ) auseinandergesetzt, da ich einfach keine klare Antwort darauf bekommen habe, unter welchen Umständen diese Garantie greift bzw. wie die Garantiebedingungen auszulegen sind. Ich habe letztlich gegen die Daimler AG geklagt. Wie es dazu kam und wie es ausgegangen ist, will ich euch hier berichten.

Ich bin Zweitbesitzer eines Mercedes-Benz E-Klasse Kombi (S210) Baujahr 2000.

Das Auto wurde lückenlos bei Mercedes Werkstätten gewartet.

Ich erwarb den Wagen im Jahr 2011. Es rosteten die verdächtigen Stellen: Radläufe, Türen (unter den Dichtgummis), Kofferraumschloss, Kotflügel etc.

Chronik:

2011:

 

Hinweis auf die Roststellen bei einer Mercedes Fachwerkstatt. Die Werkstatt lehnte eine Behebung der Roststellen ab. Folgende Gründe wurden genannt: „Das Blech müsse in der Mitte beginnen zu rosten, da Kantenrost von der Garantie ausgeschlossen sei; der Rost kommt darüber hinaus nicht von innen nach außen“. Ich habe mich damals mit dieser Aussage abgefunden und ließ einzelne Roststellen auf eigene Kosten beheben.

Im Nachhinein kann ich nun sagen, dass man auf diese Aussagen überhaupt keinen Wert legen darf. Um es mal vorsichtig auszudrücken, handelt es sich hierbei um planloses Geschwätz. Es geht nur darum, Ansprüche abzuwimmeln.

 

2012:

Da der Wagen weiter fleißig rostete und ich nicht bereit war trotz Rostgarantie auch weitere Reparaturen selbst zu tragen, wand ich mich mit einem Brief an das Mercedes-Benz Customer Assistance Center in Maastricht.

Zunächst sagte man mir, dass die Garantie nicht mehr bestünde, da ich die Rostreparaturen nicht bei einem Mercedes Stützpunkt habe durchführen lassen. Unglaublich, aber das haben die wirklich geschrieben. Nicht nur eine Frechheit mir zunächst die Garantie zu verweigern und mir dann vorzuhalten, ich hätte das nur bei Mercedes machen lassen dürfen. Es ist darüber hinaus auch eine glatte Lüge. Denn heute weiß ich, dass Rostreparaturen keinen Einfluss auf die Garantiehaben, solange sie bei einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Als man in Maastricht gemerkt hat, dass man mit dieser Argumentation nicht wirklich weiterkommt, unterstellte man einfach es sei kein Rost von „innen nach außen“, sondern von „außen nach innen“ – der Klassiker in der Argumentation von Daimler/Mercedes. Als das aber auch nicht mehr so plausibel erschien, kam man mit dem Argument der Wagen sei nicht lückenlos bei Mercedes Werkstätten gewartet worden. Drei Lügen hintereinander……

Soviel für euch schon mal vorab: Bei den typischen Unter- bzw. Durchrostungen dieser PKW, handelt es sich zu 99 % um Rost von innen nach außen. Dies bedeutet, dass aufgrund von Konstruktionsmängeln das Blech -ohne äußere Einwirkungen- anfängt zu rosten. Lasst euch auch von dem anderen Gequatsche nicht abwimmeln. Diese Vorgehensweise zieht sich wie ein roter Faden durch die ganzen Instanzen. Man soll nur zermürbt werden, bis man eben irgendwann aufgibt. Traurig aber wahr.

2013:

Ich hatte nun zwei Möglichkeiten, meine Ansprüche geltend zu machen. Entweder zunächst durch ein selbständiges Beweisverfahren oder direkt durch eine Klage. Ich entschied mich für das Beweisverfahren. Hier sollte, durch einen vom zuständigen Gericht beauftragter Gutachter, folgendes festgestellt werden:

Sind die Schäden auf eine selbständige Durchrostung zurückzuführen (von innen nach außen)?

Schädigen die Durchrostungen die Substanz des Fahrzeugs und haben eine Schwächung des Karosserieblechs zur Folge?

Beide Fragen wurden in dem Verfahren wie erwartet mit „Ja“ beantwortet. Die Schadenhöhe wurde auf ca. 10.000 € beziffert.

Wer nun glaubt, dass Daimler nun endlich einlenkt und zu seinem Garantieversprechen steht, hat weit gefehlt. Was nun kommt ist eine wochenlange Verzögerungs- und Hinhaltetaktik, die einfach nur als absurd und unverschämt bezeichnet werden kann. Man besann sich nämlich bei Daimler nun wieder auf die Garantievoraussetzung „lückenlos scheckheftgepflegt bei einem Mercedes Stützpunkt“ und unterstellte mir einfach mal ganz frech, der Wagen sei nicht regelmäßig in Mercedes Werkstätten gewartet worden, obwohl dies schon mehrfach anhand des Scheckheftes nachgewiesen wurde.

Ziemlich unwürdig für die „Marke mit dem Stern“ finde ich. Nach weiteren Wochen mit Unterstellungen, Fristverlängerungen etc. habe ich Klage eingereicht.

2014:

Klage beim Landgericht in Stuttgart

Hier wieder das gleiche Bild in der mündlichen Verhandlung:

Unterstellung der Wagen sei nicht regelmäßig gewartet worden. Als das Scheckhaft dann keine Zweifel mehr zuließ, versuchte man es mit dem Argument die Durchrostung sei noch nicht erreicht. Es handele sich lediglich um eine Unterrostung. Und hier ist eigentlich auch der einzige Knackpunkt der ganzen Thematik. Das Blech sollte nämlich entweder schon eine Durchrostung aufweisen oder kurz davor stehen durchzurosten. Wenn es allerdings schon durchgerostet ist, wird die Beweisführung schwierig, ob der Rost von innen nach außen kommt. Beginnende Durchrostung war bei mir nicht an allen Stellender Fall. Sehr wohl jedoch an etlichen. Als auch das nicht mehr wegzudiskutieren war, behalf man sich mal wieder einer weiteren Variante die Garantieansprüche abzuerkennen.

Nach dem das Scheckheft nicht mehr angreifbar war, von „innen nach außen“ zweifellos festgestellt wurde und die bevorstehende Durchrostung gegeben war, behauptete man, dass Türen, Kotflügel und Kofferraumklappe nicht zur Karosserie gehören und damit nicht von der Garantie umfasst sind (kein Witz, leider brutaler Ernst). Aber da hatte der Richter dann auch keine Lust mehr drauf und drängte auf einen Vergleich. Daimler machte mir letztlich ein Vergleichsangebot, dass ich annahm (mehrere Tausend Euro).

 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Inanspruchnahme:

1) Ab dem 5. Jahr muss der Wagen spätestens alle 2 Jahre bei Mercedes zur Inspektion. Wenn das nicht der Fall ist/war habt ihr keine Chance.

2) Ihr sollte einen langen Atem und eine Verkehrsrechtschutzversicherung haben.

3) Die rostigen Stellen sollten schon einen gewissen „Rostgrad“ erreicht habe. Ein paar kleine Rostbläschen reichen nicht.

4) Macht ein Beweisverfahren, bevor es richtig bröselt, da man euch sonst unterstellt, dass man nicht mehr nachvollziehen kann, ob der Rost nicht doch von außen nach innen kam.

5) Lasst euch nicht erzählen, dass der Rost nicht von der Garantie umfasst ist („innen nach außen“, „Kantenrost“).

 

Tipp: Spart euch die überteuerten Inspektionen bei Mercedes und investiert das gesparte Geld in die Entrostung eures Autos ;-)

 

Viele Grüße

Tobias

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 27. Januar 2015 um 21:17

Hallo Leidensgenossen,

ich habe mich sehr intensiv mit der Garantie gegen Durchrostung ( Mobilo Life ) auseinandergesetzt, da ich einfach keine klare Antwort darauf bekommen habe, unter welchen Umständen diese Garantie greift bzw. wie die Garantiebedingungen auszulegen sind. Ich habe letztlich gegen die Daimler AG geklagt. Wie es dazu kam und wie es ausgegangen ist, will ich euch hier berichten.

Ich bin Zweitbesitzer eines Mercedes-Benz E-Klasse Kombi (S210) Baujahr 2000.

Das Auto wurde lückenlos bei Mercedes Werkstätten gewartet.

Ich erwarb den Wagen im Jahr 2011. Es rosteten die verdächtigen Stellen: Radläufe, Türen (unter den Dichtgummis), Kofferraumschloss, Kotflügel etc.

Chronik:

2011:

 

Hinweis auf die Roststellen bei einer Mercedes Fachwerkstatt. Die Werkstatt lehnte eine Behebung der Roststellen ab. Folgende Gründe wurden genannt: „Das Blech müsse in der Mitte beginnen zu rosten, da Kantenrost von der Garantie ausgeschlossen sei; der Rost kommt darüber hinaus nicht von innen nach außen“. Ich habe mich damals mit dieser Aussage abgefunden und ließ einzelne Roststellen auf eigene Kosten beheben.

Im Nachhinein kann ich nun sagen, dass man auf diese Aussagen überhaupt keinen Wert legen darf. Um es mal vorsichtig auszudrücken, handelt es sich hierbei um planloses Geschwätz. Es geht nur darum, Ansprüche abzuwimmeln.

 

2012:

Da der Wagen weiter fleißig rostete und ich nicht bereit war trotz Rostgarantie auch weitere Reparaturen selbst zu tragen, wand ich mich mit einem Brief an das Mercedes-Benz Customer Assistance Center in Maastricht.

Zunächst sagte man mir, dass die Garantie nicht mehr bestünde, da ich die Rostreparaturen nicht bei einem Mercedes Stützpunkt habe durchführen lassen. Unglaublich, aber das haben die wirklich geschrieben. Nicht nur eine Frechheit mir zunächst die Garantie zu verweigern und mir dann vorzuhalten, ich hätte das nur bei Mercedes machen lassen dürfen. Es ist darüber hinaus auch eine glatte Lüge. Denn heute weiß ich, dass Rostreparaturen keinen Einfluss auf die Garantiehaben, solange sie bei einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Als man in Maastricht gemerkt hat, dass man mit dieser Argumentation nicht wirklich weiterkommt, unterstellte man einfach es sei kein Rost von „innen nach außen“, sondern von „außen nach innen“ – der Klassiker in der Argumentation von Daimler/Mercedes. Als das aber auch nicht mehr so plausibel erschien, kam man mit dem Argument der Wagen sei nicht lückenlos bei Mercedes Werkstätten gewartet worden. Drei Lügen hintereinander……

Soviel für euch schon mal vorab: Bei den typischen Unter- bzw. Durchrostungen dieser PKW, handelt es sich zu 99 % um Rost von innen nach außen. Dies bedeutet, dass aufgrund von Konstruktionsmängeln das Blech -ohne äußere Einwirkungen- anfängt zu rosten. Lasst euch auch von dem anderen Gequatsche nicht abwimmeln. Diese Vorgehensweise zieht sich wie ein roter Faden durch die ganzen Instanzen. Man soll nur zermürbt werden, bis man eben irgendwann aufgibt. Traurig aber wahr.

2013:

Ich hatte nun zwei Möglichkeiten, meine Ansprüche geltend zu machen. Entweder zunächst durch ein selbständiges Beweisverfahren oder direkt durch eine Klage. Ich entschied mich für das Beweisverfahren. Hier sollte, durch einen vom zuständigen Gericht beauftragter Gutachter, folgendes festgestellt werden:

Sind die Schäden auf eine selbständige Durchrostung zurückzuführen (von innen nach außen)?

Schädigen die Durchrostungen die Substanz des Fahrzeugs und haben eine Schwächung des Karosserieblechs zur Folge?

Beide Fragen wurden in dem Verfahren wie erwartet mit „Ja“ beantwortet. Die Schadenhöhe wurde auf ca. 10.000 € beziffert.

Wer nun glaubt, dass Daimler nun endlich einlenkt und zu seinem Garantieversprechen steht, hat weit gefehlt. Was nun kommt ist eine wochenlange Verzögerungs- und Hinhaltetaktik, die einfach nur als absurd und unverschämt bezeichnet werden kann. Man besann sich nämlich bei Daimler nun wieder auf die Garantievoraussetzung „lückenlos scheckheftgepflegt bei einem Mercedes Stützpunkt“ und unterstellte mir einfach mal ganz frech, der Wagen sei nicht regelmäßig in Mercedes Werkstätten gewartet worden, obwohl dies schon mehrfach anhand des Scheckheftes nachgewiesen wurde.

Ziemlich unwürdig für die „Marke mit dem Stern“ finde ich. Nach weiteren Wochen mit Unterstellungen, Fristverlängerungen etc. habe ich Klage eingereicht.

2014:

Klage beim Landgericht in Stuttgart

Hier wieder das gleiche Bild in der mündlichen Verhandlung:

Unterstellung der Wagen sei nicht regelmäßig gewartet worden. Als das Scheckhaft dann keine Zweifel mehr zuließ, versuchte man es mit dem Argument die Durchrostung sei noch nicht erreicht. Es handele sich lediglich um eine Unterrostung. Und hier ist eigentlich auch der einzige Knackpunkt der ganzen Thematik. Das Blech sollte nämlich entweder schon eine Durchrostung aufweisen oder kurz davor stehen durchzurosten. Wenn es allerdings schon durchgerostet ist, wird die Beweisführung schwierig, ob der Rost von innen nach außen kommt. Beginnende Durchrostung war bei mir nicht an allen Stellender Fall. Sehr wohl jedoch an etlichen. Als auch das nicht mehr wegzudiskutieren war, behalf man sich mal wieder einer weiteren Variante die Garantieansprüche abzuerkennen.

Nach dem das Scheckheft nicht mehr angreifbar war, von „innen nach außen“ zweifellos festgestellt wurde und die bevorstehende Durchrostung gegeben war, behauptete man, dass Türen, Kotflügel und Kofferraumklappe nicht zur Karosserie gehören und damit nicht von der Garantie umfasst sind (kein Witz, leider brutaler Ernst). Aber da hatte der Richter dann auch keine Lust mehr drauf und drängte auf einen Vergleich. Daimler machte mir letztlich ein Vergleichsangebot, dass ich annahm (mehrere Tausend Euro).

 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Inanspruchnahme:

1) Ab dem 5. Jahr muss der Wagen spätestens alle 2 Jahre bei Mercedes zur Inspektion. Wenn das nicht der Fall ist/war habt ihr keine Chance.

2) Ihr sollte einen langen Atem und eine Verkehrsrechtschutzversicherung haben.

3) Die rostigen Stellen sollten schon einen gewissen „Rostgrad“ erreicht habe. Ein paar kleine Rostbläschen reichen nicht.

4) Macht ein Beweisverfahren, bevor es richtig bröselt, da man euch sonst unterstellt, dass man nicht mehr nachvollziehen kann, ob der Rost nicht doch von außen nach innen kam.

5) Lasst euch nicht erzählen, dass der Rost nicht von der Garantie umfasst ist („innen nach außen“, „Kantenrost“).

 

Tipp: Spart euch die überteuerten Inspektionen bei Mercedes und investiert das gesparte Geld in die Entrostung eures Autos ;-)

 

Viele Grüße

Tobias

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Zitat:

@JoeDreck schrieb am 15. Mai 2021 um 13:07:00 Uhr:

Also hast du bereits vom LG die PKH zugesagt bekommen?

Nimm dich deine Adresse raus aus dem Urteil.

Nein, PKH-Antrag ist beim LG noch nicht entschieden.

Meine Adresse im Beschluss stört nicht weiter, die steht ja auch im Telefonbuch. Wer mag, kann gerne bei mir (in Frieden!) auf´n Bier vorbeikommen und mit mir über die Sache ratsch´n, oder mir auf die Schulter klopfen. ;-))

 

Dann halte uns gern auf dem Laufenden, ob deine Meinung vom LG geteilt wird.

@ Skokosnuss:

Ich möchte dir hiermit auf die Schulter klopfen!

 

Habe allergrößten Respekt vor deiner Beharrlichkeit. Von Äpfeln und Birnen wurde ja schon viel geschrieben.....

Verfolge weiterhin dein Ziel; du bist auf dem richtigen Weg WIRD SCHON KLAPPEN

Wenn du moralische Unterstützung brauchst und zufällig in Norddeutschland bist lade ich dich zum Bier ein.

Danke das du zeitintensiv diese Forum auf dem Laufenden hältst.

Ich würde gern auch in diesem Thread auf eine kleine Umfrage hinsichtlich Kundenzufriedenheit bei Rost an einem Mercedes-Benz PKW aufmerksam machen. Vielleicht hat ja der Eine oder Andere ebenfalls Betroffene noch Lust, seine Meinung/Erfahrung mitzuteilen.

Hier geht´s direkt zur Umfrage:

https://survey.lamapoll.de/Korrosion-bei-PKW-der-Marke-Mercedes-Benz

Und hier zum entsprechenden Thread:

https://www.motor-talk.de/.../...u-rost-bei-mercedes-t7081911.html?...

Gerne auch weiterleiten.

Zitat:

@W-Immer schrieb am 16. Mai 2021 um 14:06:58 Uhr:

@ Skokosnuss:

Ich möchte dir hiermit auf die Schulter klopfen!

 

Habe allergrößten Respekt vor deiner Beharrlichkeit. Von Äpfeln und Birnen wurde ja schon viel geschrieben.....

Verfolge weiterhin dein Ziel; du bist auf dem richtigen Weg WIRD SCHON KLAPPEN

Wenn du moralische Unterstützung brauchst und zufällig in Norddeutschland bist lade ich dich zum Bier ein.

Danke das du zeitintensiv diese Forum auf dem Laufenden hältst.

Danke, sehr nett von Dir. Das Angebot mit dem Bier würde ich gern annehmen, nur leider komme ich nicht mehr so oft nach Nord-D. Umgekehrt kann ich das Angebot aber auch zurück geben: wenn Du mal in den Süden kommst, kannst auch gern klingeln. ;-))

Ich würde zwar gerne an der Umfrage teilnehmen; kann es aber sehr wahrscheinlich nicht, da meine B-Klasse ja BJ und EZ 2010 ist.

Unabhängig davon wollte ich einfach mal meine Meinung zu dem Rostproblem von Daimler anno dazumal (großteils 1992-2003; bei den Nutzfahrzeugen sowie A-und B-Klasse glaub bis 2006) nochmals äußern: Ich bin der Ansicht dass das ganze Drama indirekt gewollt war bzw. extrem billigend in Kauf genommen wurde. Das mit der Bakterienverseuchung ist safe korrekt; aber das mit den stumpfen Stanzwerkzeugen (wenn das wirklich so war; was ich extrem stark vermute) und vor allem das mit dem Bonazink-Blech (ich glaub im Herbst 1996 hat Daimler ja bekanntgegeben wie toll dieses „Wundermittel“ ja ist), wo großteils auf Verzinkung verzichtet wurde, hätte imo mit einfachen Mitteln vermieden werden können. Ich finde halt zum Beispiel echt verdächtig, dass der W202 schon so ein krasses Rostproblem hatte, dann im April 2000, also gerade zu dessen Produktionseinstellung, diesbezüglich eine Doktorarbeit veröffentlicht wurde, und dann der einen Monat später eingeführte W203 -oh Wunder-dasselbe Problem vor allem bis BJ 01/2003 wieder hatte. Sorry, aber da muss doch irgendwie System dahinterstecken.

Die 30-jährige-Rostgarantie setzt dem ganzen Debakel natürlich noch die wertvollste Königskrone auf:/.........

 

Mit freundlichen Grüßen

Ff99

Update 10.06.2021

Hallo Leuts,

gute Nachrichten: ich erhalte heute gerade Nachricht vom AG Bad Cannstadt, dass aufgrund meiner Beschwerde beim LG, meinem PKH-Antrag nun doch vollumfänglich stattgegeben wurde. Und meiner Klage damit hinreichend Aussicht auf Erfolg beschieden wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es nun nicht mehr lange dauert, bis ich mein Auto in die Werksatt zu MB bringen kann.

Das Gericht gibt mir nun noch die Möglichkeit zur Konkretisierung des Streitwerts (Rep.-Umfang) vorzutragen. In meinem PKH-Antrag haben wir die Reparatur beider Längsträger mal so grob auf 5.000,- € geschätzt. Ich selber kann dazu nichts Genaueres sagen. Hat jemand von euch Erfahrung was der Austausch beider Längsträger, nebst aller 4 Konsolen, angrenzender Bleche und mindestens der linken Schwellerverkleidung bei MB kosten könnte?

Ist das nicht ein wenig optimistisch? Nur weil die AG dir PKH nach einer Beschwerde beim LG bewilligt, hast Du noch keinen Prozess gewonnen.

Deines Risikos bist Du Dir bewusst? Für alle Kosten auf Seite von MB(Gutachter und Anwälte) müsstest Du aufkommen, wenn deine Klage abgewiesen wird. Die PKH trägt ja nur deine Kosten(Gebühren, Anwalt und Gutachter auf Anordnung des Gerichts). Zudem kannst Du bei einer Verbesserung deiner Einkünfte bis zu vier Jahre noch für diese Auslagen herangezogen werden.

Naja, wenn Du Dir 100%ig sicher bist zu gewinnen, ich bin gespannt.

Wenn die Klage hinreichend Aussicht auf Erfolg hat, dann darf man durchaus auch ein bisserl optimistisch sein. Aber von Dir wären auch keine anderen Kommentare zu erwarten gewesen. Du wirst mir meine gute Laune heute nicht verderben, da kannst Du strampeln wie Du willst.

Ich habe Respekt vor Deiner Beharrlichkeit in der Sache. Wir sind wahrscheinlich alle so infiltriert von der Autoindustrie ,das alles hingenommen wird. Horente Preise für Neuwagen, Inspektionskosten mit Motorölpreisen ab 30,-€ aufwärts, darüber hinaus weitere verheißungsvolle Versprechen die heutzutage bestenfalls die Leasingdauer überstehen. Aber so läuft nun mal das Geschäft solange der Verbraucher mit macht.

Service A und B ist zurzeit im Angebot, Mercedes nennt es alte Liebe rostet nicht :D :D :D

Da musste schon lachen und dann fragen sie nach dem Modell, meinte ich die alte Liebe die so rostet, ein 210er :´D

125 Taler, naja, fahr ich jetzt ne Weile und dann wechsel ich wieder auf mein Mobil1.

Zitat:

@wevi85 schrieb am 11. Juni 2021 um 13:48:38 Uhr:

Service A und B ist zurzeit im Angebot, Mercedes nennt es alte Liebe rostet nicht :D :D :D

Da musste schon lachen und dann fragen sie nach dem Modell, meinte ich die alte Liebe die so rostet, ein 210er :´D

125 Taler, naja, fahr ich jetzt ne Weile und dann wechsel ich wieder auf mein Mobil1.

Ja geil!!! Stimmt das wirklich, ich war schon lange nicht mehr beim KD. Na, wenn das so ist, mach ich doch gleich mal einen "Alte-Liebe-Rostet-Nicht-Kundendienst" und steige damit gleich wieder in die mobilo-life ein. Man kann ja nie wissen, am Ende stimmt das ja gar nicht, von wegen dass die alten Liebe nicht rosten würde und dann ist ja immer gut, abgesichert zu sein. (ich hau mich weg vor lachen ;-)))))) ).

Hast Du zu so einer Werbung eventuell was Nachvollziehbares, das würde ich dann nämlich gleich ans Gericht weiterleiten, die haben sonst ja auch nicht viel zu Lachen in ihrem Job.

Meine obige Frage nach einer Kostenschätzung für die Längsträgerrep. hat sich auch erledigt. Ich hab von einer Fachwerkstatt einen qualifizierten 4-seitigen KV bekommen: 11.000,- €

Zitat:

@CE333 schrieb am 10. Juni 2021 um 20:51:59 Uhr:

Ich habe Respekt vor Deiner Beharrlichkeit in der Sache. Wir sind wahrscheinlich alle so infiltriert von der Autoindustrie ,das alles hingenommen wird. Horente Preise für Neuwagen, Inspektionskosten mit Motorölpreisen ab 30,-€ aufwärts, darüber hinaus weitere verheißungsvolle Versprechen die heutzutage bestenfalls die Leasingdauer überstehen. Aber so läuft nun mal das Geschäft solange der Verbraucher mit macht.

Das wird immer funktionieren wenn es so weiter geht, da die meisten Menschen in ihrem täglichen Hamsterrad nicht darüber nachdenken, auch dafür gar keine Zeit haben, was mit ihnen durch Werbung und gesellschaftlichem Druck passiert, wie sehr sie sich abhängig von Dingen machen und dabei durch das süße Gift der Werbung mehr und mehr zu Leibeigenen werden, die nur noch für die Glaspaläste, die Jachten und was auch immer, von ein paar Wenigen schuften gehen. Ich bin aus diesem Hamsterrad ausgestiegen und kämpfe eben an anderen Fronten um mein Überleben. Das ist der Vorteil wenn man arm ist, da hat man die Möglichkeiten, aber auch die Zwänge, über sowas nachdenken zu können/müssen. Ich hab früher, als ich noch in dem Hamsterrad war, auch anders gedacht.

am 11. Juni 2021 um 14:46

In irgendeinem Hamsterrad stecken wir doch alle, auch wenn wir nicht mehr für unser Überleben gesellschaftlich arbeiten müssen.Selbst als ein sich selbst versorgender Einsiedler (wenn's das wirklich real geben sollte) bleiben wir soziale Wesen und als solche auch sozial abhängig. Kann man beispielsweise bei jeder schweren Erkrankung, die die Möglichkeiten der Selbsthilfe übersteigt, bequem nachvollziehen. Nicht die Abhängigkeit im Grundsatz ändert sich, nur Form umd Ausmaß.

Zitat:

@dickschiffsdiesel schrieb am 11. Juni 2021 um 14:46:45 Uhr:

In irgendeinem Hamsterrad stecken wir doch alle,

Das stimmt schon. Die Frage ist nur: wer wen antreibt? Das Rad den Menschen, oder der Mensch das Rad? Ich für meinen Teil würde behaupten, dass ich jetzt mein Rad antreibe und selber (weitgehend) bestimmen kann, wie schnell es sich dreht.

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