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KAUFKRIMI beim Volvo-Händler

Themenstarteram 15. Februar 2007 um 10:21

Ein Fest hätte es werden sollen, die Übernahme meines ersten Volvo S 40 mit anschließender Jungfernfahrt vom Main an die Ruhr, gepflegt über die Autobahn bei geöffnetem Glasdach. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel bei fast frühlingshaften Plusgraden an diesen ersten Samstag in Dezember. Statt dessen war es der Beginn eines Autokaufkrimis, der bis heute andauert.

Nach mehreren Probefahrten und reiflichem Nachdenken, ob es überhaupt statthaft ist, 30 000 Euro (das waren mal 60 000 D-Mark!) für ein Auto auszugeben, hatte die seit meiner Kindheit in mir schlummernde Begeisterung für Fahrzeuge dieser Marke gesiegt und ich hatte das Auto beim Autohaus Günther in Gelnhausen Ende Oktober bestellt. Ende November erhielt ich einen Anruf, das Auto sei eingetroffen. Ich überwies über 90 Prozent des Kaufpreises, so war es in dem Kaufvertrag vereinbart, auf das Konto, das mir genannt worden war, und meine Vorfreude strahlte dem Tag der Übergabe entgegen.

Die Übergabe wurde dann erst mal am Nachmittag des Vortags abgesagt. Die Zulassungsstelle habe verschiedene Dokumente nicht akzeptiert, hieß es. Ich solle mit dem Zug fahren, sämtliche Kosten würden mir erstattet. Am Montag könne die Übergabe endgültig stattfinden.

Das fand sie auch mit allen Begleitheften und Schlüsseln, allerdings wieder ohne Zulassung des Autos und ohne Fahrzeugpapiere. Die Zulassungsdokumente seien noch nicht vollständig vorhanden gewesen, ließ der Juniorchef mich wissen. Ich habe mir immer noch nichts Böses dabei gedacht. Schließlich kaufte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein neues Auto, das ich auch voll bezahlte. Alle anderen vorher waren entweder gebraucht oder geleast. Ich bezahlte also den Restkaufpreis in bar und fuhr als stolzer Volvobesitzer davon.

Die Tage verstrichen, die Kurzzeitkennzeichen wurden dreimal gewechselt, die Ausreden immer sonderbarer, Weihnachten nahte, bis es hieß, bei einer Zulassung nach dem 28. Dezember verlängere VOLVO die Garantie von zwei auf drei Jahre (ich habe das hier auch gepostet). Auch dieser Termin verstrich unzugelassen und mir wurde versprochen, wenn das Auto erst am 2. Januar zugelassen werde, erstatte mir VOLVO die drei Prozent Mehrwertsteuererhöhung, die ich gar nicht zu bezahlen bräuchte, ich bekäme also mit den Autopapieren noch Geld ausbezahlt.

Am Samstag, 30. Dezember, ich fuhr inzwischen mit roten Nummernschildern, platzte dann die Bombe: Per Einschreiben erhielt ich ein Anwaltsschreiben mit der Aufforderung, das Autohaus Untermain in Aschaffenburg sei die rechtmäßige Eigentümerin des Autos, das Autohaus Günther sei nicht berechtigt gewesen, den Volvo an mich zu verkaufen, ich solle das Auto umgehend zurückgeben.

Was sich bis jetzt herausstellte, ergibt aktuell folgendes Bild:

1. Das Autohaus Untermain in Aschaffenburg, vollwertiger VOLVO-Vertragshändler wie das Autohaus Günther in Gelnhausen auch, hat für das Autohaus Günther „meinen“ Volvo bei VOLVO bestellt und bezahlt.

2. Geliefert wurde das Auto aber an das Autohaus Günther, nur der Brief landete beim Autohaus Untermain, welches den Brief auch einbehielt, weil zwischen beiden Autohäusern noch alte Rechnungen zu Lasten des Autohauses Günther offenstanden.

3. Das Autohaus Günther hat in Person des Juniorchefs Paul Günther meine Anzahlung bei der Bank abgehoben und dem Autohaus Untermain nach eigener Aussage bar ausgehändigt und damit ältere Rechnungen bezahlt.

4. Das Autohaus Untermain wusste genau, dass ich der Besteller und Käufer des neu georderten S 40 bin, dass ich vertraglich gebunden bin, den Kaufpreis vor Zulassung an das Autohaus Günther zu bezahlen, dass das Auto mit Schlüsseln und sonstigem Begleitkram zur Auslieferung an mich beim Autohaus Günther bereitstand.

Zwei VOLVO-Vertragshändler begleichen auf meine Kosten gegenseitige alte Rechnungen, mit denen ich nichts zu tun habe. Vermutlich kam ich gerade recht, weil so wieder frisches Geld in das Getriebe der beiden Kontrahenten floß. VOLVO hat das Geld für mein Auto bekommen, schaut jetzt tatenlos zu, duldet quasi dieses Vorgehen seiner Vertragspartner.

Selbstverständlich habe auch ich sofort einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Aber was mich neben der juristischen Problematik vor allem interessiert und weswegen ich Euch um Eure - möglichst zahlreichen - Meinungen bitte, ist:

Wie kann VOLVO als sog. Premiummarke ein solches Gebaren quasi „unter seinem Dach“ dulden? Sicher, VOLVO sagt, alle Vertragshändler sind rechtlich komplett selbstständige Einheiten und handeln in eigenem Auftrag und auf eigene Rechnung. Die Geschäftsführung in Köln ist informiert. VOLVO hat auch mit beiden Autohäusern mehrmals gesprochen, leider ohne Ergebnis, wie mir versichert wurde. Aber hat VOLVO nicht auch eine direkte Verpflichtung den Endkunden gegenüber? Können die Vertragshändler im Namen VOLVO machen, was sie wollen? Und VOLVO schaut achselzuckend zu? Oder gar weg? Fordert nicht umgehend einen ausführlichen schriftlichen Bericht? Droht nicht mit dem sofortigen Entzug der Lizenz? Ist den VOLVO-Verantwortlichen egal, wer ihre Autos verkauft und vor allem wie?

Wie seht Ihr das? Ich sehe VOLVO insoweit in der Pflicht, als ich mich in erster Linie als VOLVO-Kunde sehe und nicht als Kunde irgendeines Autohauses. Die Autohäuser sehe ich vornehmlich als Vermittler und direkte Dienstleister vor Ort. Die VOLVO-Garantie ist schließlich auch nicht an einen bestimmten Händler gebunden! Ich habe einen Volvo bestellt, voll bezahlt und letztlich bis heute nicht bekommen! Und VOLVO unternimmt nichts, das zu ändern. Dann kann ich Unterstützung im Garantiefall, sollte ich überhaupt jemals den Brief bekommen und das Auto dann auch behalten, am besten gleich vergessen, oder? :-(

Ich bin gespannt auf Eure Antworten. Vielleicht sind ja auch hilfreiche Tips dabei. Wie seht Ihr das Verhalten der beiden Autohäuser? Das Autohaus Günther in Gelnhausen ist inzwischen in der Insolvenz, das Autohaus Untermain in Aschaffenburg hat dem Vernehmen nach Ambitionen, den Standort Gelnhausen mit zu übernehmen, mit Billigung von VOLVO, versteht sich. Was haltet Ihr davon? Allen Schreibern schon jetzt vielen Dank.

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206 Antworten

Na dann kann man ja nur hoffen, dass es wenigstens zufiedenstellend ausgegangen ist und endlich abgeschlossen wird.

Gruß Heiko

am 25. Juni 2007 um 16:21

Zufrieden dafür dass die Alternative wäre es abzugeben weil es nicht Verkäufer gehörte..., ist er sicher, da freue ich mich auch, aber man einigt sich extremst selten auf 100% wenn man per Urteil sowieso alles gekriegt hätte.

Er hat sicher auf mehr als seine Aufwendungen verzichtet und selbst dabei wäre es schon schlechter gestellt als wäre das alles regulär abgelaufen.

Was lernen wir daraus? Immer ein Nachweis fordern dass der Hädler keine Hehlerware verkauft und mag es auch ein 100 Jahre alter Mercedeshändler in Frankfurt sein... Schon sehr traurig dass es soweit ist.

am 25. Juni 2007 um 18:21

Zitat:

Original geschrieben von wabmann

Ich weiß, Ihr würdet mich am liebsten steinigen, und ich finde es auch höchst unbefriedigend: Die Gerichtsverhandlung letzten Freitag vor dem Landgericht Aschaffenburg hat zu einer Einigung geführt. Zu dieser Einigung gehört auch, dass der Inhalt nicht veröffentlicht wird. Ich bitte wirklich in aller Form um Entschuldigung und vielmals um Verständnis, wenn ich mich daran halte.

Ich verstehe umgekehrt natürlich, wenn Ihr mein Schweigen hier vielleicht kritisch diskutiert, ich bin auch bereit, mich dieser Kritik zu stellen, bevor ich dieses Thema hier demnächst schließen werde.

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, das ist völlig ok, IVCh hoffe nun ist bei dir alles klar und es gibt nicht noch einen PRozeß wg Nutzungsausfall oÄ. Aber so wie sich dein Posting liest ist diese "Einigung" ja nun hoffentlich endgültig.

Tja, beim Rechtssystem ist man immer mehr auf dem basar. Kein Wunder, wenn es immer komplizierter wird.

Rapace

am 26. Juni 2007 um 7:33

@wabmann: Tja, so ist das bei Vergleichen in der Regel. Beide Seite vereinbaren Stillschweigen: Die eine Seite, weil Sie was verbockt hat (Volvo/Autohaus), die andere Seite, weil dadurch endlich Rechtssicherheit geschafften werden kann. Daher kommt auch von mir sicherlich kein Stein. Ich will lieber sagen können "Sie war's... ähm, er war's!" :p

Aber eine Frage habe ich doch noch und hinsichtlich dieser Frage wirst Du wohl auch nicht zur Veschwiegenheit verpflichtet sein: Hat sich Volvo eigentlich noch in irgendwie ernsthaft bemüht gezeigt oder hat es Volvo gereicht, dass wieder ein Auto (an wen auch immer) verkauft worden war - und alles andere ist ja schließlich egal?

Es wäre schön, wenn Du nach dem völlig blamablen und sehr peinlichen Auftreten von Volvo hier noch etwas Ehrenrettung betreiben könntest. [/rant=on]Sonst ist das wieder nur ein Punkt mehr in der Begründungsliste, dass man Volvo Deutschland wegrationalisieren könnte: Um Kunden im Regen stehen zu lassen, braucht man nicht soviele Mitarbeiter.[/rant=off]

Gruß

xc90er

...der Dir wünscht, dass jetzt wirklich Ruhe eintritt, auch wenn sie im Kompromiss erkauft wurde.

am 26. Juni 2007 um 12:27

Zitat:

Original geschrieben von xc90er

[BAber eine Frage habe ich doch noch und hinsichtlich dieser Frage wirst Du wohl auch nicht zur Veschwiegenheit verpflichtet sein: Hat sich Volvo eigentlich noch in irgendwie ernsthaft bemüht gezeigt oder hat es Volvo gereicht, dass wieder ein Auto (an wen auch immer) verkauft worden war - und alles andere ist ja schließlich egal?

Welche Antwort willst Du darauf erhalten?

Ich finde, man sollte jetzt den Deckel drauf machen und Wabmann nicht durch die "Hintertür" ;) noch zu Äußerungen veranlassen, die nachher Konsequenzen nach sich ziehen.

Ich persönlich könnte über´nen halbes Dutzend Varianten spekulieren: könnte ja sein, das Autohaus will (wie bereits geschrieben) den Bock nicht zugeben; könnte ja sein, Wabmann musste Zugeständnisse machen; könnte ja sein, Volvo Deutschland trägt den Schaden, will es aber nicht an die große Glocke hängen, um daraus keinen Präzedenzfall ableiten zu lassen; könnte ja sein ... könnte ja sein ...

Wichtig ist, dass Du, Wabmann mit diesem Ergebnis zufrieden bist:

und dann auch meinen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Volvo.

 

Gruß

V40-MW Martin

am 26. Juni 2007 um 13:05

Zitat:

Original geschrieben von V40-MW

Welche Antwort willst Du darauf erhalten?

Hmm, wie wär's mit der Wahrheit? :)

Nein, ich hoffe, dass sich das ärmliche Auftreten von Volvo noch irgendwie in einem besseren Licht betrachten lässt. Wäre doch schön zu wissen, wenn bei Volvo irgendwann doch noch der gesunde Menschenverstand eingesetzt hat.

Und, "Hintertür": So wie ich wabmann im Fernsehen gesehen habe, ist er ein "großer Junge", der hier ganz sicher nicht versehentlich gegen die Verschwiegenheit verstoßen wird. Und, wenn ich hier keine Antwort bekomme, dann weiß ich, dass eine Antwort wohl doch unter das Schweigegelübde fiel :)

Gruß

xc90er

...der über das Spekulieren schon längst hinaus ist :p

am 26. Juni 2007 um 13:12

Wabmann war im TV mit der Geschichte???

Gibt's den Bericht irgendwo zum download?

Wuerde ich ja gerne mal sehen... wusste das gar nicht.

@ wabmann: boese wird dir hier keiner sein.

Eine gerichtlich getroffene Vereinbarung ueber Stillschweigen sollte man nun wirklich befolgen.

Wie hier schon geschrieben wurde, Vermuten laesst sich hier viel und wenn die Verschwiegenheitsverpflichtung nicht von wabmann kommt [ und das habe ich mal so verstanden dass dem nicht so ist ] ist mir persoenlich der Grund schon klar.... aber das soll dem 'guten' ausgang, von dem ich mal ausgehen, sonst haette wabmann sich nicht darauf eingelassen, keinen abbruch tun...

Ich freu mich fuer Dich wabmann, dass du diese Geschichte endlich vom Tisch hast ! Glueckwunsch !

am 26. Juni 2007 um 13:34

Zitat:

Original geschrieben von peeckst

Gibt's den Bericht irgendwo zum download?

"Bericht" im Internet? Ja, hier (hr-online, mex, "Volvo ignoriert Kunden"). Ob jemand das Video bei den allgemeinen Verdächtigen (youtube, myvideo, etc.) eingestellt hat, weiß ich leider nicht.

Gruß

xc90er

...der aber auch nicht gesucht hat.

am 26. Juni 2007 um 14:14

Zitat:

Original geschrieben von xc90er

Hmm, wie wär's mit der Wahrheit? :)

Die Wahrheit nimmt man irgendwann (hoffe Wabmann hat dafür noch viel viel Zeit) mit in´s Grab. ;)

Zitat:

Original geschrieben von xc90er

Nein, ich hoffe, dass sich das ärmliche Auftreten von Volvo noch irgendwie in einem besseren Licht betrachten lässt. Wäre doch schön zu wissen, wenn bei Volvo irgendwann doch noch der gesunde Menschenverstand eingesetzt hat.

Als Außenstehender ist es immer leicht, auf andere einzudreschen, denn für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, wird auch viel hinter den Kulissen entschieden.

Mir sind nur wenige Fakten dieser Angelegenheit bekannt. Jedoch - zum Beispiel- bleibt mir aus eigener Erfahrung mit dieser Firma immer in Erinnerung, dass sich Volvocars Germany in einer außergerichtlichen (und ohne Rechtsantwalt) Auseinandersetzung mir gegenüber vor 7 Jahren sehr kulant und fair verhalten hat und ich zumindest noch einen riesen Vorteil aus der Geschichte hatte.

Ich habe allerdings aus diesem Grunde damals auch ein Schweigegelübde über die Hintergründe abgelegt.

 

Außerdem halte ich es mit einem alten Mafia- Gesetz: Es ist selten gut, wenn man zuviel weiß.

Gruß

 

V40-MW

Martin

am 26. Juni 2007 um 14:50

Zitat:

Original geschrieben von V40-MW

Als Außenstehender ist es immer leicht, auf andere einzudreschen

Sorry, ich wusste nicht, dass Du bei der Volvo Car Germany GmbH arbeitest :p :) :p

Nein, belassen wir es dabei. Volvo hätte hier taktisch klüger handeln können, selbst wenn sich am Ende herausstellt, dass sie selber nichts verschuldet haben.

Gruß

xc90er

...der lange genug solche Fälle selber bei einem größeren Unternehmen bearbeitet hat und die Karte "Nicht mein Tisch" nie gespielt hat.

am 7. Juli 2009 um 12:11

Sorry, dass ich diesen alten Fred nochmal ausbuddle, aber hier war doch aktuell das Thema, was einem passieren kann, wenn man einen Volvo nicht beim Volvo-Händler kauft ("fehlende Extras"). Daher wollte ich nochmal an diesen Fred erinnern, der zeigt, was einem passieren kann, auch wenn man beim Volvo-Händler kauft.

Gruß

xc90er

Ei ei ei, was lese ich denn hier?

Ist eine üble Geschichte, welche ich hier lese. Zumal ich mit dem Volvo-Günther (das Gebäude steht übrigens seit der Insolvenz leer, das AH Untermain hat es demnach wohl nicht übernommen) keine schlechten Erfahrungen gemacht habe.

Ich hoffe, dem (ehemaligen Senior-) Geschäftsführer geht es gut, das wünsche ich ihm sehr.

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