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Kaufberatung 190 SL

Themenstarteram 23. April 2018 um 14:15

Hallo liebe 190 SL-Experten,

ich möchte mir in den kommenden Monaten einen Kindheitstraum erfüllen und einen 190 SL erwerben. Vor 3 Jahren bin ich bisher das erste und einzige Mal einen 190 SL, damals über das Wochenende, gefahren. Dennoch oder gerade deswegen kenne ich mich mit den Details, Tricks und Kniffen nicht wirklich aus. Informationen im Internet sind mau. Was ich bisher herausgefunden habe:

- Es gibt US- und EU-Versionen (unterschiedliche Tachos oder auch mehr?)

- Man soll auf "Matching-Numbers" achten - nur Motor und Getriebecode? Was beduetet das genau?

- Die Solex-Vergaser gehen häufig kaputt und Ersatzteile gibt es nicht?

Die Farbkombination Silber außen und Rot innen hat es mir angetan.

- Wo außer mobile.de und autoscout24.de kann ich noch suchen?

- Wie sind die Preise momentan?

- Gibt es Experten, die ich zu einem Kauf mitnehmen kann?

Schöne Grüße

deriden

Beste Antwort im Thema

Aha. Der Krückenmotor macht auf der Autobahn Krach dass einem die Ohren wegfliegen, dabei sitzt man gefühlt mitm Arsch aufm Bodenblech, die Trommelbremsen sind Scheisse, die Lenkung ohne Servo geht viel zu schwer, also wenn ich damit Reisen müsste, ich würde Bahn fahren ^^

... upps - Der Vergleich hinkt wohl etwas. Ich persönlich reise lieber mit dem alten Auto nach Frankreich, Italien oder innerhalb Deutschlands. Da weiß ich das ich ankomme - und vor Allem wann. Bei der Bahn bin ich mir nicht so sicher.

Trotzdem - danke für diesen wertvollen Hinweis. Den Krach habe ich bisher noch nicht mitbekommen werde bei Gelegenheit darauf achten. Bei mir sind Motorhaube und Vorderbau im Innenraum gedämmt, vielleicht liegt es daran. Im Vergleich ist da mein Alfa-Spider (Typ 115) lauter, zumindest subjektiv.

Was Bremsen und Lenkung betrifft waren die damals besser als der "Stand der Technik". So ein Fahrzeug sollte man vorausschauend fahren, denn die Bremswerte wie bei heutigen Fahrzeugen sind damit nicht zu erreichen.

Komisch - auch der 300SL kam mit Trommelbremsen zurecht, selbst bei den harten Panamericana-Touren. Wer möchte, kann den 190SL natürlich auf Scheibenbremsen umbauen. Passende Sätze werden angeboten.

Achso - sensible Menschen können selbstverständlich auch eine Servolenkung nachrüsten. Und ein Windstop. Wird alles gegen Geld angeboten.

Aus meiner Sicht sollten sich solche Leute die Frage stellen, ob ein Oldtimer das Richtige für sie ist und evtl. dann doch lieber am Wochenende mit den für wesentlich weniger Geld erhältlichen Plastikschüsseln herumfahren. Die haben dann meist altersgerechte Sitze und Einstiegsmöglichkeiten, Fahr-Assistenzsysteme, Servolenkung, Automatikgetriebe, Airsafe und und und...

 

Den Oldtimerfahrern und -Besitzern in diesem Forum wünsche ich gute Fahrt und viel Spaß dabei !

sSternchen

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Zitat:

- Wie sind die Preise momentan?

Da mittlerweile viele Interessierte, Fans, Spekulanten oder einfach irgendwelche Spinner entdeckt haben, daß alte Autos einfach mehr Stil haben als der anonyme Plastikmüll von heute - und eben auch Anlagepotential, steigen die Preise seit Jahren, da zahlungkräftige Kundschaft die Preise treibt. Mercedes gehört zusammen mit einer Hand voll anderen (Ferrari, Aston Martin, etc.) an die Spitze dieser exclusiven Nahrungskette.

Die Preise - oder zumindest Richtgrößen - lassen sich in den einschlägigen Portalen recht gut recherchieren.

Ich bezweifle, daß sich die Preise von Portal zu Portal groß unterscheiden. Wenn man einen US-Wagen möchte (der absolute Löwenanteil aller 190 SL ging in den Export, nur weniger als ein fünftel der Produktion blieb in D), gibt es noch die Möglichkeit, bei hemmings.com zu suchen. Das ist die größte US-Oldtimerzeitung.

Beim 190 SL ist z.B. bei Mobile.de folgendes zu sehen:

Rohkarosse/Bastelbude/Teilehaufen: ab etwa 30.000 Euro

Restaurierungsbedürftig/nicht fahrbereit: ab etwa 50.000 Euro

Kauf in USA/US-Restaurierung/US-Überraschungspackung: 50-80.000 Euro

Fahrbereites Fahrzeug mit europ. Historie, evtl auch restauriert: 100-150.000 Euro

Mercedes-Benz Werksrestaurierung Neuwagenzustand: um 200.000 Euro

Da ich mit Mercedes ansonsten nicht viel am Hut habe, kann ich u den anderen Sachen nichts sagen.

Denkbar schlechter Zeitpunkt für den Kauf eines 190 SL. Die meisten Marktkenner prognostizieren deutlich fallende Kurse, genau wie sie sich gerade beim 911 abzeichnen. Wer jetzt kauft, dem ist nicht zu helfen. Warte lieber noch ein paar Jahre, bis der heißgelaufene Markt sich wieder normalisiert hat.

Zitat:

@deriden schrieb am 23. April 2018 um 14:15:41 Uhr:

Hallo liebe 190 SL-Experten,

ich möchte mir in den kommenden Monaten einen Kindheitstraum erfüllen und einen 190 SL erwerben. Vor 3 Jahren bin ich bisher das erste und einzige Mal einen 190 SL, damals über das Wochenende, gefahren. Dennoch oder gerade deswegen kenne ich mich mit den Details, Tricks und Kniffen nicht wirklich aus. Informationen im Internet sind mau. Was ich bisher herausgefunden habe:

- Es gibt US- und EU-Versionen (unterschiedliche Tachos oder auch mehr?)

- Man soll auf "Matching-Numbers" achten - nur Motor und Getriebecode? Was beduetet das genau?

- Die Solex-Vergaser gehen häufig kaputt und Ersatzteile gibt es nicht?

Die Farbkombination Silber außen und Rot innen hat es mir angetan.

- Wo außer mobile.de und autoscout24.de kann ich noch suchen?

- Wie sind die Preise momentan?

- Gibt es Experten, die ich zu einem Kauf mitnehmen kann?

Schöne Grüße

deriden

Bei manchen (nicht allen, aber vorwiegend Amerikanischen) Herstellern werden im Werk bei Originalauslieferung spezifische Nummern in den Motor bzw. das Getriebe gegossen oder gestanzt. Man kann dann hinterher die FIN entschluesseln und fest stellen, welcher Motor dort genau in dem Exemplar verbaut sein sollte. Es gilt als Wertsteigerung, wenn ein Oldtimer den originalen Antriebsstrang besitzt und dies laesst sich mit den matching numbers (zu dt. uebereinstimmende Nummern) beweisen.

Vergaser, besonders Solex Vergaser, sind der letzte Schrott. In dem 190SL sollten 44PHH Registervergaser vor sich hin werkeln. Generell kann man sagen, dass Registervergaser anfaelliger und schwieriger einzustellen sind und die Ersatzteile Versorgung mitunter katastrophal ist. Ich hatte in einem anderen Leben mal einen Satz Soelx ADDHE Registervergaser und habe diese entsorgt, weil defekte Einzelteile nicht aufzutreiben waren. Wir sprechen von 40+ Jahre alter mechanischer Regelungstechnik.

Falls es das Auto mit irgendeiner semi-abentuerlichen Einspritzanlage gab (Bosch L-Jet, D-Jet zum Beispiel) wuerde ich dazu raten. Schau mal bei uns in Kalifornien, da kann ich mir kaum vorstellen, dass die Dinger mit Vergaser ausgeliefert wurden.

 

Vorab ich bin kein Liebhaber der Marke Mercedes Aber in den 1965 Jahren habe ich solch ein Auto auch mit roten Sitzen als kaputt nicht fahrbar gekauft für 800 DM war einfach verliebt in dieses Auto. Es war damals ein groschengrab sei es der Motor und die angesprochenen Fehler mit Vergaser. er war mehr am Wochenende reparaturbedürftig Gut es kann die Ausnahme gewesen sein aber Antriebsstrang war auch so ein Thema. Mercedes hatte damals aber alle Ersatzteile relativ preiswert. Danach habe ich mir eine Isabella Coupe gekauft auch mit weissen Lenkrad und rot weissen Sitzen. Rost war kein Thema jedenfalls kann ich mich nicht erinnern. Der neue Besitzer hat dann einen anderen Motor eingebaut. Das tolle war damals, er hatte Chrom Liegesitze. Aber man muss seinen Traum leben und wenn man das Geld und die fachlichen Qualitäten hat warum nicht wir leben nur einmal. Ich restauriere auch gerade eigentlich ein Schlachtauto eine DS aber langsam wird Sie die Göttin.Sie sollte eigentlich nur ein Ersatzteilträger sein. Nun muss Sie noch lackiert werden.

Man sollte sich n fertiges Auto kaufen, oder ne Basis zum Restaurieren und dann restaurieren lassen.

Wenn so ne Kiste unten mit Unterbodenschutz zugekleistert ist, würde ich die Finger davon weg lassen (wenn jemand das als fertig definiert) denn meistens müssen die dann nochmal restauriert werden.

USA Autos würde ich grundsätzlich nicht kaufen, wiel die alle durch sind und gerade Karosseriemäßig idr. sehr übel zusammengespaxxt sind.

Matching Numbers kannste gucken, aber idr. matchen die spätestens beim zweiten Blick nicht mehr...

Vergaser sollten die originalen Solex drauf sein, Ersatzteile gibt es, alles kein Problem, oft wurden die Autos aber grade in der USA auf Weber DCOE umgebaut und dass funktioniert nicht richtig...

Das Problem bei den Vergasern ist, dass es explizit die für den 190er sein müssen, wenn Ersatz her muss. Fast die gleichen Dinger würden woanders noch verbaut, unterscheiden sich aber durch eine Bohrung, die man von der Flanschseite aus sehen kann. Die falschen Gasfabriken sehen ansonsten identisch aus und heißen auch gleich; nur dass das Auto damit nicht vernünftig läuft. Und jetzt ratet mal, welche die teuren sind! Zumal der Motor eh nicht die gemeinhin anerkannten Manieren an den Tag legt. Das Ding kommt noch aus dem Ponton und so eine Laufkultur legt er auch an den Tag.

Ebenso kann ich mich erinnern, dass die Originaluhr in Deckel vom Handschuhfach mit Gold aufgewogen wird.

https://www.classic-trader.com/.../mercedes-benz-190-sl-kaufberatung

https://www.auto-motor-und-sport.de/.../

https://www.carsablanca.com/.../Kaufberatung-mercedes-190-sl

http://190sl-club.mercedes-benz-clubs.com/home/

Vor allem an den Club wenden.

Gute Autos gehen unter der Hand weg, die tauchen nicht bei mobile und Konsorten auf.

Dort gibt es auch einen Typreferenten, der dir weiterhelfen kann.

Das Problem des 190 SL?

Er ist neben Porsche 956 und frühen 911 DAS Spekulationsobjekt per excellence geworden.

Gute Autos gibts schon lange nicht mehr unter 100.000 €, und auch dafür wird es langsam knapp.

Eher 125.000 kannst Du für ein direkt fahrbereites und halbwegs gut restauriertes Fahrzeug rechnen.

Unrestaurierte 'Fahrzeuge existieren praktisch nur noch als US Modell.

Dort generell für etwas weniger Geld als hier, aber dann ist das Fzg. noch nicht in D und zugelassen.

Zudem gibt es dort viele Blender, denn über den Erhaltungszustand und die damit einhergehende Fahrzeugbeschreibung gibt es in D und in den USA manchmal sehr unterschiedliche Auffassungen.

Billig wirds so oder so nicht, aber das ist dir ja klar.

Ich beschäftige mich schon lange mit diesem Fahrzeug, auch mein Jugendtraum ist der 190 SL.

Ich hätte einen kaufen sollen, als die Preise noch in meiner Reichweite lagen.

Jetzt isses (für mich) de facto vorbei.

Versuche, einen 190 SL von privat zu bekommen, der in den 80er/90er Jahren gekauft und restauriert wurde. Viele dieser Fahrzeugbesitzer sind heute hoch betagte Senioren, die Auto immer noch haben, aber nicht mehr fahren. Im Internet tauchen solche Fahrzeuge meist nicht auf. Eine Suchanzeige in einem "altmodischen Medium" (z.B. in einer Oldtimerzeitung) wäre Erfolg versprechender.

190 SL sind problemlos, wenn sie vernünftig gemacht wurden. Dazu gehören auch ausgebuchste Drosselklappenwellen-Durchgänge der Vergaser. Wenn die Vergaser fachmännisch überholt wurden, sind die Originalvergaser top. An 190 SL muss man nur dann ständig schrauben, wenn die Autos früher mal in den Händen von Sparfüchsen oder Ahnungslosen oder Schnellrestaurierern waren.

Wenn Du statt eines fertigen Wagens lieber ein Restaurierungsobjekt willst, solltest Du ein "Fahrauto" nehmen - also eines, das immer gefahren wurde - und danach für viele Jahre abgestellt. Ein Auto, an dem noch nichts verbastelt ist. Sowas kostet heutzutage ungefähr 55-60. Im Internet sucht man sowas vergebens. Bei einer Suchanzeige in klassischen Altmedien ist die Chance höher.

Das mit dem “Altmedium“ kann ich bestätigen. Meinen Oldie habe ich damals per Suchanzeige in der OM gefunden.

Jop, wenn Vergasermäßig alles richtig ist, sind die Vergaser Problemlos. Drosselklappen einmal gemacht halten auch wieder ewig. Nur, wenn falsche Vergaser drauf sind, kostet Ersatz im 4-5 stelligen Bereich...

Wenn die Autos technisch fit sind, laufen sie problemlos. Abgesehen davon halt, dass sie scheisse fahren, weil es im Prinzip im Ganzen ne Tiefgelegte Ponton-Limousine ist. Nix anderes...

Ja, früher waren 190 SL Neubesitzer nach 1-2 jähriger Restauration in Eigenregie oft enttäuscht, weil das Fahrgefühl völlig anders war als erwartet.

Das sportliche Aussehen des 190 SL lässt vermuten, dass man damit im heutigen Straßenverkehr zumindest einigermaßen mithalten kann.

Das ist nicht so. Sogar Kleinwagen hängen einem auf der Stoßstange, wenn man anfährt. Es dauert ne Weile, bis das Teil in Bewegung kommt.

Ah wo, Leistung um im Straßenverkehr mit zu fahren hat das Auto dicke, dass man damit nicht von der Ampel weg kommt, tja, Autofahren lernen hilft. Der lässt sich auch durchaus ein wenig sportlich bewegen, dass ist nicht das Problem... Nur, um gescheit und souverän zu fahren fehlen dem Baby SL die 2 Zylinder die ne Pagode mehr hat.

Das fährt eher wie ne Ponton Limousine, ist auch die gleiche Technik, da helfen die Vergaser/Nockenwelle/Zündung in "SL Ausführung" nicht weiter... Von der Schaltung angefangen, der fehlenden Servolenkung, dem Fahrwerk bis hin zu den Trommelbremsen fährt das halt alles wie ne Pontonlimousine, bei der man mitm Arsch aufm Boden sitzt und übern Scheibenrahmen guckt, wenn man n bisschen Größer ist... Von Sportwagen hat das nicht viel, ist nur schön an zu gucken...

Die 300er sind vom Motor her schön, aber auf der Vorderachse irre schwerfällig, aber da gehts mehr um Design, Immage, ist halt ne andere Hausnummer, und ja auch finanziell ne 0 weiter...

Gut und brauchbar fahren tun eigentlich erst die Pagoden...

107er sind wiederum irgendwie schwerfällig, aber noch OK und R129 ist wieder alles Mist...

Zitat:

@Taxifan schrieb am 26. April 2018 um 05:53:27 Uhr:

Ja, früher waren 190 SL Neubesitzer nach 1-2 jähriger Restauration in Eigenregie oft enttäuscht, weil das Fahrgefühl völlig anders war als erwartet.

Das sportliche Aussehen des 190 SL lässt vermuten, dass man damit im heutigen Straßenverkehr zumindest einigermaßen mithalten kann.

Das ist nicht so. Sogar Kleinwagen hängen einem auf der Stoßstange, wenn man anfährt. Es dauert ne Weile, bis das Teil in Bewegung kommt.

Was erwartet man denn bei 105 PS aus 1,9 literchen ? Hinzu kommt wahrscheinlich, daß sich der neue Eigentümer nach 2 jähriger Restaurationszeit nicht traut, den Pinsel richtig runter zu drücken. Es könnte ja was kaputt gehen. Bei der hohen Investition hat er wahrscheinlich auch Recht.

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