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KA adieu – Ford nie wieder ...

Themenstarteram 2. September 2006 um 16:56

Hallo zusammen,

wer meine bisherigen Postings hier gelesen hat weiß, dass wir mit einem rostenden KA zu tun hatten. Hatten deshalb, weil wir ihn – unter Schwacke Wert – verkauft und durch ein anderes Fahrzeug ersetzt haben. Dass es sich trotzdem lohnen kann ...

Im Einzelnen: Zum 5-Jahres-TÜV-Termin machte uns ein freundlicher TÜV-Prüfer darauf aufmerksam, dass wir etwas im Bereich der Schweller unternehmen müssten, weil diese sehr stark rosten würden und die Gefahr der Durchrostung bestünde. Unsere Garantiebedingungen sprachen von einer 6-jährigen Garantie gegen Durchrostung und Schäden, die zu Durchrostung führen können. Damit war dieser Fall klar.

Beim Ford-Händler in der Nähe dann das unfreundliche und wenig geschäftstüchtige Abwinken. Keine Chance, von Ford bekommen Sie nix, das liegt an den Straßenbedingungen hier und am Salz. Hätte der KA etwa kein Auto werden sollen? Mit entsprechendem Nachdruck wurden aber dennoch Fotos von den Schäden vom Fachhändler gemacht und bei Ford eingereicht – allerdings mit vorhergesagtem Ergebnis. Auch eigene Versuche das Problem inkl. der vorhandenen Garantiebedingungen bei Ford schriftlich oder fernmündlich vorzutragen, blieben erfolglos; bei telefonischen Kontakten wurde man ebenfalls unfreundlich und barsch abgewimmelt. Ob die Ford Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wohl wissen, wer ihren Arbeitsplatz bezahlt?

Nach diesen vergeblichen Versuchen war der Gang zum Anwalt klar und führte zu einer Klage gegen Ford. Nachdem das hier zuständige Gericht sich für zuständig erklärte – der Anwalt von Ford hätte gern in Köln verhandelt – wurde gerichtlicherseits ein vereidigter Sachverständiger mit der Begutachtung unseres KAs beauftragt; eine zuvor vorgeschlagene Kostenaufteilung, also jede Partei solle jeweils eine Schweller-Seite zahlen, wurde von uns abgelehnt. Zu diesem Zeitpunkt lag der Schadenswert bei unter 500 €.

Zum Gutachtertermin reiste, quer durch die Republik (einfach ca. 700km), extra ein Ford-Mitarbeiter an, der gern selbst am Fahrzeug gekratzt hätte, dies aber unterließ, nachdem ihm der Gutachter deutlich zu verstehen gab, dass er das Gutachten erstelle.

Begutachtet, dokumentiert und beantwortet wurden neben dem allgemeinen Fahrzeug- und Pflegezustand auch die speziellen, im Auftrag des Gerichts, definierten Punkte und gestellten Fragen. So war im Ergebnis wichtig, ob denn der vorhandene Rost ein Rost 'von außen nach innen' oder von 'innen nach außen' sei. In unserem Fall war es ein Rost von 'innen nach außen' – für den Kunden also ein "guter" Rost, weil der ja nicht durch Lackbeschädigungen entstanden war, sondern dessen Grundlage bereits bei der Herstellung gelegt wurde und er sich unter unbeschädigtem Lack oder in geschlossenen Hohlräumen bildete. Im Ergebnis fand der Gutachter nicht nur Rost im Bereich der Schweller, sondern auch im Bereich der (verschlossenen) Hohlräume per Endoskopie. Soweit war das für uns nicht recht überraschend, wenngleich wir vom Hohlraumrost bis dahin nichts wussten.

Völlig überraschend dagegen, und hier als ein Beispiel von mehreren erwähnt, war die Antwort des Ford-Mitarbeiters gegenüber dem Gutachter, der wissen wollte, ob das, auch bei uns vorhandene, Rostproblem im Bereich des Schlossträgers in der Produktion behoben sei. "Nein", lautete die Antwort, "es sei Aufgabe der Ford-Werkstätten dieses Blech nachzuarbeiten. Der Rost dort entstünde, weil die Grundierung an der Kante herstellungsbedingt meist nicht halte und damit kein Rostschutz gegeben sei". Diese Antwort sollte man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Wie kann diese Vorgehensweise wirtschaftlich sein? Doch nur dann, wenn Ford damit rechnet, dass entsprechend wenige Kunden diesen Rost überhaupt reklamieren und die Werkstätten von sich aus, die Nacharbeitung sicher nicht durchführen – denn dieser Werkstattaufwand müsste Ford ja in Rechnung gestellt werden.

Zu guter Letzt meinte der Ford-Mitarbeiter noch auf die Garantiebedingungen im Kaufvertrag hinweisen zu müssen – allerdings unnötig, da wir einerseits den Kaufvertrag noch hatten und dort, wie üblich, nichts über die Werksgarantien nachzulesen ist.

Soweit, so gut. Das Gutachten bestätigte also 'Rost von innen nach außen' sowohl im Bereich der Schweller als auch im Bereich der Hohlräume usw. unseres Fahrzeugs und eine, auch auf das Herstellungsjahr bezogen, "nicht dem Stand der Technik" entsprechende Rostvorsorge (siehe auch: http://www.autobild.de/suche/artikel.php?artikel_id=4739 oder http://www.motor-talk.de/t1172828/f281/s/thread.html oder ...). Eine komplette Rostbeseitigung sei zwar nicht mehr möglich, aber der Aufwand die wesentlichen Rostbeschädigungen zu beseitigen, Hohlräume nachträglich zu versiegeln usw. wurde mit gut 3.000 € veranschlagt. Dies führte zu einer Klageerweiterung gegen Ford.

Nach ca. 1,5 Jahren, nachdem weitere Fragen durch den Gutachter geklärt wurden (Hinhalte- und Verzögerungstaktik), das Gericht dem Wunsch seitens Ford nach einem zusätzlichen Gutachten nicht nachkam, wurde ein Verhandlungstermin anberaumt.

In der Verhandlung wurde seitens Ford erneut die Qualifikation des diplomierten und gerichtlich vereidigten Sachverständigen angezweifelt. U.a. damit, dass der wiederum anwesende Ford-Mitarbeiter behauptete, er habe noch nie Nacharbeiten im Schadbereich des Fahrzeugs wegen Rost genehmigt ("ob seine Kollegen dies schon getan hätten, wisse er allerdings nicht" (!)) und es seien auch keine 'Rostprobleme' bei KAs bekannt. Im Übrigen seien die Straßen hier ja wirklich in einem schlechten Zustand und Schäden an den Schwellern evtl. auch auf falsche Bereifung zurück zu führen. (Dumm nur, dass bei weniger als 60.000 km, nur Ford-Pneus angeschraubt waren. Zudem und zur Erinnerung, auch der Rost im Schwellerbereich kam von 'innen nach außen'.)

Weitere Ausführungen zur Qualität der Aussagen des Ford-Mitarbeiters möchte ich mir an dieser Stelle sparen.

Kurzum, das Gericht ließ keinen Zweifel an seiner Entscheidungstendenz. Für uns ein wenig problematisch war lediglich die Frage in welchem Umfang unsere Klageerweiterung berücksichtigt werden würde. Und da wir ja auf 'Schadensbeseitigung' geklagt hatten, schien uns ein Angebot akzeptabel, welches sich in Höhe des 4,5-fachen der ursprünglichen Gesamtschadenssumme bewegte.

KA adieu, war nunmehr klar, weil der erzielbare Verkaufswert plus Entschädigung von Ford deutlich mehr Wert war, als der aktuelle Schwacke-Wert des Fahrzeugs – womit sich auch der Gang zum Anwalt und zu Gericht gelohnt hatten. Ein weiterer KA konnte es aber aufgrund der Gesamtumstände nicht mehr werden. Denn selbst wenn man ihn nur ein paar Jahre fährt, ist er danach, real gesehen, aufgrund seines 'täglich zu studierenden optischen Verfalls' (Zitat aus "Die Leiden des jungen KA" aus obigem Link http://www.autobild.de/suche/artikel.php?artikel_id=4739) kaum noch etwas Wert. Darüber sollten auch Ford-Händlerpreise nicht hinweg täuschen, die für KAs Bj. '98 teilweise noch bis zu 4.900 € (= 9.583 DM) haben wollen. Auch Argumente wie 'was will man zum Preis eines KAs erwarten', gelten sicherlich nicht. Denn Ford war im Rahmen der Schriftsätze sehr wohl in der Lage Kosten beispielsweise für eine nachträgliche Hohlraumversiegelung zu nennen; Kosten die nahe legen, dass eine Hohlraumversiegelung inkl. entsprechender Rostvorsorge im Produktionsprozess mit weniger als 50 € zu Buche geschlagen hätte.

Ford nie wieder ... liegt aber mehr an der dort offensichtlich vorhandenen Unternehmenskultur, die scheinbar von ganz oben bis in die Werkstätten reicht. Einer Kultur, in der entweder nicht mehr richtig gerechnet oder nicht mehr wirtschaftlich gehandelt wird – und falls doch, dann allenfalls zu Lasten der Kunden, von denen bzw. von deren Geld Ford doch eigentlich lebt.

Vielleicht sollten auch Manager mal darüber nachdenken, ob ein aktuell guter Aktienkurs mit entsprechend vollem eigenen Geldbeutel mehr Wert sein kann, als ein langfristig wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit entsprechenden Arbeitsplätzen – von sozialer Verantwortung, damit vorhandenen Käuferschichten für die eigenen Produkte usw. mal ganz zu schweigen. Aber vielleicht schlägt hier der von Vielen kritiklos gewollte und gewünschte Amerikanismus durch – ein anderer Autokonzern aus diesem Land hat das zumindest schon mal erlebt.

In diesem Sinne viel Erfolg mit Euren KAs; sei es, dass Ihr ein nicht rostendes Exemplar erwischt habt oder sei es auf dem Weg, Eure mit dem Kauf bereits bezahlten Garantieleistungen zu bekommen.

 

Ein allgemeines PS: Leider weiß man häufig erst hinterher, ob der Kauf eines Produktes wirklich gut war. Allerdings gibt es ein paar relativ neutrale Indizien, mit denen man eine Qualitätseinschätzung vornehmen kann. Beispielsweise über die Garantiedauer. Gibt ein Hersteller nur 6 Jahre Garantie auf Durchrostung für sein Produkt und andere 10 oder gar 12 Jahre, sollte man davon ausgehen, dass dies bei vorhandenem Wettbewerb einen guten Grund hat. Ein weiterer Punkt könnten – unter vergleichbaren Fahrzeugen und Versicherungsleistungen – auch die Kosten für eine 'Neuwagenanschlussgarantie'-Versicherung sein. Fallen diese Kosten hoch aus, wird wohl der Hersteller / die Versicherung von entsprechend vielen oder teureren Reparaturen ausgehen, als das Vergleichsprodukt. Auch die Frage mit welchem Alter oder bis zu welchem Fahrzeugalter eine solche Versicherung angeboten wird.

 

"Die Leiden unseres KA" (unfallfrei, 60.000 km, 7 Jahre alt): Rost an beiden Schwellern, in den Hohlräumen, an den B-Säulen (dies sei übrigens ein bekanntes Design-Problem, welches aber mit Schutzfolien abgestellt worden sei), am Schlossträger (Blech im Motorraum vorn), um die Tankklappe, unter dem Dichtungsgummi der Heckklappe mittig unten, ...

Reparaturen: Undichte Servolenkung, 3 von 4 Radfedern, Radlager, Bremsen vorn (mehrfach weil fest sitzend) und hinten, Stabilisatorstangen, Uhr, viele Maßnahmen gegen Quietschen und Knarzen, usw.

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6 Antworten

Bezgl. Deiner Ausführungen, gerade die Kosten für adäquate Rostvorsorge noch WÄHREND der Produktion betreffend, kann ich nur sagen: Sag ich ja (siehe meine Beiträge!).

Danke für Deine ausführliche Schilderung!

Ich wundere mich aber ein wenig, dass die hier (von Ford?) amtlich bestellten Ford-Hardcore-Fans (Bochslep etc.) noch nicht aufgeschrien, Dich und Deinen Beitrag zerissen und diesen als übelste Stimmungsmache gegen Ford gegeißelt haben!

Manche WOLLEN eben nicht sehen, obwohl sie gucken können!

Das ist aber eigentlich auch gut so - für die Vielfalt, für die Hersteller, für die Werkstätten und für die Besserwisserei vieler hier, die´s besser wissen wollten und mit geradezu hanebüchenen SCHEINargumenten alles schönreden wollten und dieses noch immer tun!

Solche Kunden wünscht sich JEDER Hersteller!

Merke:

Die jährliche Rostbeseitigung und anschließende Fahrzeugvoll-Neu-Lackierung gehört doch zum normalen Pflegeaufwand, den man nun mal betreiben muss, will man werterhaltend Auto fahren.

Das weiß man doch! :-)

Rost am Ka

 

Das der Ka viel rostet kann ich bestätigen. Mein Ka, Bj. 2000 war nach 5,5 Jahren an beiden Schwellern durchgerostet. Ford hat allerdings ohne zu mucken die Reparatur übernommen. Beide Schweller wurden erneuert.

Trotzdem, Ka fahren ist teuer und nicht zu empfehlen. Habe schon meinen zweiten Ka,....und letzten.

Der Ka ist halt die mit abstand größte Krücke von Ford. Aber deswegen sind ja nicht gleich alle Autos von Ford schlecht.

Ich bin mit meinem Mondi zufrieden. :D

Gruß

Zitat:

Original geschrieben von Daggobert

Der Ka ist halt die mit abstand größte Krücke von Ford. Aber deswegen sind ja nicht gleich alle Autos von Ford schlecht.

Gruß

Und genau das hat ja hier niemand behauptet, noch nicht mal ich!

Ganz im Gegenteil: Als gebürtiger Wolfsburger verstehe z.B. ich nicht, warum Ford nicht 50 oder 100 EUR mehr investiert hat, um diese Macken auszumerzen!

Der Ka bleibt ein kleines Raumwunder, ist ein schnurriges Auto für die Stadt und Überland und hat z.B. richtig gute Bremsen (ich war bei Erneuerung der vorderen Beläge u. Scheiben höchst überrascht und erfreut!).

Meine Frau liebt ihn, weil sie eigentlich gar nicht mehr Auto will und braucht - und hasst ihn wegen der ständigen Defekte.

Ich habe im übrigen gar nix gegen Ford.

Viele der jüngeren Typen gefallen mir rein optisch (Fiesta, S-Max), aber das Vertrauen in diese Marke wächst natürlich nicht gerade nach unseren Erfahrungen mit dem KA, auch und obwohl man weiß und unterstellen darf, dass teurere Ford-Typen auch weniger dieser typischen Ka-Macken (vor allem: Rost) aufweisen und Bauteile generell mit mehr konstruktiver Sicherheit ausgelegt sein dürften...

Ich kann es nur nicht leiden, wenn vorbehaltlos alles gut geredet wird.

Das gilt übrigens genauso auch für Fahrer mit VW-Brille...!

Leider scheint das Thema Auto ein höchst emotionales zu sein, obwohl sich dieses gerade aufgrund meßbarer Größen sehr für eine sachliche Diskussion eignen sollte...

Zitat:

Original geschrieben von Taubitz

Ganz im Gegenteil: Als gebürtiger Wolfsburger verstehe z.B. ich nicht, warum Ford nicht 50 oder 100 EUR mehr investiert hat, um diese Macken auszumerzen!

Ganz einfach,weil in Detroid und/oder Köln irgendein Pfennigfuchser mit spitzem Bleistift gerechnet hat.gehen wir mal von den 50 Euros aus.50 Euro mal ca 300000 Autos/jährlich = 15.000.000 Euro im Jahr die gespart werden.jetzt ziehen wir noch grob geschätzte 50% Garantie-und kulanzkosten ab bleiben immer noch 7,5 Millionen Euro übrig die Gewinn sind! Du kannst ja mal versuchen auszurechnen wieviele Autos verkauft werden müssen um diesen Gewinn zu erzielen.

Leider vergessen diese Pfennigfuchser dabei das ein verlorener Kunde teurer kommt und es wird sich auch kaum einer finden der die Pfennigfuchser von ihren Spartouren zurückhält.In einer Branche die bei Zulieferern um zehntel Cent pro Teil streitet wird man es nicht schaffen Mehrkosten von 50 Euro pro Auto so einfach durchzusetzen.Das müsste von ganz oben kommen und von da kommt der Sparzwang.Ausserdem ist es schwer zu beweisen das man mehr verdient wenn man das Produkt qualitativ hochwertiger macht.Dieser Mehrverdienst kommt erst nach Jahren und die Kosten hat man sofort während man bei einsparungen das Ersparte sofort sieht und die Kosten die dadurch entstehen erst nach Jahren auftauchen.

Themenstarteram 17. September 2006 um 16:02

PS: Ungeachtet vieler - sicherlich auch teilweise subjektiver - Meinungen zur Qualität des Ford KA, kommt, laut einer überregionalen Zeitung, der GTÜ in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass sich der Ford KA als "Mängel-Riese" entpuppt (Passauer Neue Presse (PNP), Wirtschaft, 'Zehn Millionen "rollende Zeitbomben"' vom Mittwoch, dem 13.09.2006).

Da kaum anzunehmen ist, dass ausgerechnet KA-Besitzer, im Vergleich zu anderen Kleinwagen-Besitzern, recht sorglos oder gar unverantwortlich mit notwendigen Reparaturen und Wartungen umgehen, scheint sich die eher mangelnde Qualität des KA hier nieder zu schlagen; vielleicht gepaart mit relative häufigen und / oder teuren Ersatzteilen und Reparaturen.

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