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Hilfe! Disasterkauf.

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 10:00

Am 29.01.2020 habe ich im Kundenauftrag ein Fahrzeug gekauft von einem Autohändler.

Im Kaufvertrag wurde festgehalten: kein Rahmenschaden, lediglich nachlackiert und 12 Monate Gewährleistung, sowie 30 tsd km Laufleistung.

Am 03.02.2020 Wollte ich das Fahrzeug zulassen, was nicht möglich war, da die Zulassungsstelle festgestellt hat, dass noch ein Rückruf fehlt. (verschwiegen vom Händler)

Am 04.02.2020 Auf dem Heimweg mit dem Auto merkte ich, dass das Navigationsgerät nicht funktionierte. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass die GPS Antenne des Fahrzeuges defekt war.

Ich habe den Händler darauf hingewiesen, dieser meinte ich solle in seine Werkstatt kommen (340 km hin und zurück). Dies tat ich, er schickte mich allerdings einfach wieder nach Hause, ohne das Fahrzeug zu reparieren, da er keine Ersatzteile gekauft hatte. Eine Woche später trafen wir uns und er gab mir ein Ersatzfahrzeug.

Durch die entstandenen Extrakosten bzw. zusätzlichen Aufwand (mehrmalige Fahrt nach Hannover) einigten wir uns auf 300 Euro, die er mir erstatten wollte. Diese Zahlung steht bis heute aus.

Am 16.02.2020 leuchtete die Motorkontrollleuchte auf. Ich informierte den Händler, er reagierte nicht.

Am 23.02.2020 meldete sich der Händler schließlich, versprach einen Termin bei einer Werkstatt zu machen, tat dies aber nicht. Stattdessen fuhr ich selbstständig zu Mercedes und ließ den Fehler beheben.

Am 06.04.2020 startete das Fahrzeug morgens plötzlich nicht mehr, woraufhin ich dem Händler ein Video schickte Dieses ignorierte er.

Am 09.04.2020 informierte ich den Abschleppdienst, auf Anraten meiner Versicherung. Der Abschlepper fand einen Marderschaden im Motorraum, Es lag sogar noch ein Schraubendreher im Motorraum und die Frontscheibe wurde seiner Meinung nach schon einmal getauscht.

Ich bat den Händler daraufhin darum, mir den Kaufpreis vollständig zu erstatten, was er verweigerte.

Am 09.05.2020 holte der Händler das Fahrzeug ab, seitdem warte ich. Der Händler behauptet entgegen der Meinung des Abschleppers (der mit einem Gerät die Spannung ausgemessen hat), dass das Zündschloss defekt ist.

Ich bin zu der Person gefahren, die eigentlich im Kaufvertrag steht bzw. für die der Kundenauftrag ausgeführt wurde. Und habe mit Erstaunen an der Klingel festgestellt, dass der Händler mit dieser Person in einem Haushalt wohnt.

Was mir ein Rätsel ist wieso bietet der Händler Gewährleistung an wenn er im Kundenauftrag verkauft, das tut man doch eigentlich um diese zum umgehen.

Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen.

Beste Grüße

103 Antworten

Hallo@Julia94 , meine besten Wünsche, das Dir vielleicht

ein Rechtsanwalt zu Deinem Geld verhelfen kann.

Geheilt bist ja mit Sicherheit..Alles Gute...........

Was ist das überhaupt für ein komisches Geschäft.

Verkauft im Kundenauftrag (Das machen Händler normal um sich vor Gewährleistung zu drücken) und gibt dann doch 12 Monate Gewährleistung.

Steht das explizit so im Vertrag, ist dieser sowieso nicht gültig und du kannst diesen über einen Anwalt anfechten und für nichtig erklären lassen.

Alternativ hast du in den ersten 6 Monaten keinerlei Beweispflicht, dein Händler muss sich in dem Fall um alles kümmern. Da wir die 6 Monate bald erreicht haben, kehrt sich die Beweislast bald um. Halte deine Mängel also alle schriftlich fest.

Folgendes vorgehen würde ich dir dringend empfehlen.

Sende deinem Händler, noch heute per Einschreiben folgendes zu.

1.) Auflistung aller Mängel

2.) Fordere Ihn auf sämtliche Mängel zu beseitigen

3.) Setze eine knappe frist, allerdings nicht zu knapp. 7-14 Tage sollten i.O. sein

Parallel suche dir schonmal einen Anwalt für Vertragsrecht und mache dein Erstgespräch. Den Vertrag den ihr da habt würde ich stark anzweifeln und notfalls vor Gericht für nichtig erklären lassen.

Ja, im Zweifelsfall Anwalt.

Gibt es eine Rechtsschutzversicherung?

Wenn ja, dann zuerst die informieren und um Kostenübernahme für eine erste Beratung beim Anwalt fragen.

Bei diesem und bei den nächsten Fahrzeugen noch viel Glück.

Zitat:

@TommmmeZ schrieb am 20. Mai 2020 um 10:13:55 Uhr:

Was ist das überhaupt für ein komisches Geschäft.

Verkauft im Kundenauftrag (Das machen Händler normal um sich vor Gewährleistung zu drücken) und gibt dann doch 12 Monate Gewährleistung.

Steht das explizit so im Vertrag, ist dieser sowieso nicht gültig und du kannst diesen über einen Anwalt anfechten und für nichtig erklären lassen.

Alternativ hast du in den ersten 6 Monaten keinerlei Beweispflicht, dein Händler muss sich in dem Fall um alles kümmern. Da wir die 6 Monate bald erreicht haben, kehrt sich die Beweislast bald um. Halte deine Mängel also alle schriftlich fest.

Folgendes vorgehen würde ich dir dringend empfehlen.

Sende deinem Händler, noch heute per Einschreiben folgendes zu.

1.) Auflistung aller Mängel

2.) Fordere Ihn auf sämtliche Mängel zu beseitigen

3.) Setze eine knappe frist, allerdings nicht zu knapp. 7-14 Tage sollten i.O. sein

Parallel suche dir schonmal einen Anwalt für Vertragsrecht und mache dein Erstgespräch. Den Vertrag den ihr da habt würde ich stark anzweifeln und notfalls vor Gericht für nichtig erklären lassen.

Gute Vorgehensweise. Der Anwalt wäre jetzt tatsächlich ein guter Schritt... :(

Marderschaden fällt nicht unter die Gewährleistung.

Zitat:

@seahawk schrieb am 20. Mai 2020 um 10:50:27 Uhr:

Marderschaden fällt nicht unter die Gewährleistung.

Das wäre ein Punkt der zu klären ist. Trotzdem ist das Thema hier ein Fall für Anwälte.

Zitat:

@Julia94 schrieb am 20. Mai 2020 um 10:00:09 Uhr:

Am 06.04.2020 startete das Fahrzeug morgens plötzlich nicht mehr, ...

Am 09.04.2020 informierte ich den Abschleppdienst, auf Anraten meiner Versicherung. Der Abschlepper fand einen Marderschaden im Motorraum, Es lag sogar noch ein Schraubendreher im Motorraum und die Frontscheibe wurde seiner Meinung nach schon einmal getauscht.

...

ein NEUER Marderschaden?

oder wurde dieser bereits notdürftig/amateurhaft geflickt - und hat sich z.B. eine Lüsterklemme oder nur von Isolierband zusammengehaltene Drahtenden gelockert?

Zitat:

@TommmmeZ schrieb am 20. Mai 2020 um 10:13:55 Uhr:

Verkauft im Kundenauftrag (Das machen Händler normal um sich vor Gewährleistung zu drücken) und gibt dann doch 12 Monate Gewährleistung.

Steht das explizit so im Vertrag, ist dieser sowieso nicht gültig ...

Alternativ hast du in den ersten 6 Monaten keinerlei Beweispflicht,

1. Warum soll der Vertrag DESWEGEN ungültig sein?

MEHR Gewährleistung zu geben als gesetzlich vorgeschrieben ist immer zulässig ;)

2. WENN formal ein Kauf von privat vorliegt, dann entfällt die Beweislastumkehr --> d.h. der Käufer hätte nachzuweisen, dass ein Mangel bereits beim Kauf vorlag!

(die komfortable Variante gibt nur bei gewerblichen Verkäufern!)

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 11:05

Ich habe einen Anwalt eingeschaltet und eine Professorin für Recht,befragt und deren Meinung sind unterschiedlich. Ich habe hier im Forum nochmal gefragt, weil ich schon sehr nützliche Sachen gelesen habe die manche Anwälte nicht auf dem Schirm haben. Zum Beispiel, den Vorbesitzer zu kontaktieren und nach Schäden zu fragen.

 

Mein Anwalt rät mir zur DEKRA zu fahren und ein Gutachten fertigen zu lassen. Sonst soll ich das Auto einfach weiterverkaufen. (Ich will niemanden das Fahrzeug aufdrücken)

 

Die Professorin hingegen meinte ,dass es sich um einen Agenturvertrag oder sowas ähnliches handelt und der Händler aber als Vertreter auftritt und nicht als Vermittler. Es wurde zwar im Kundenauftrag verkauft, jedoch ist der Verkäufer für den der Händler agiert nicht im Fahrzeugbrief eingetragen.

 

Der Händler der den Kundenauftrag durchführt, behauptet die Partei für die er handelt wäre ein Händler.

 

Jetzt bin ich mir unsicher ob das relevant ist, da ich vermute, dass als Händler nicht notwendig wäre sich im KFZ Brief eingetragen zu werden. Aber ist es ein Privatverkauf oder nicht? Muss die Person im KFZ Brief eingetragen sein, wenn es kein Privatverkauf war?

 

Vielen Dank für eure Hilfe!

Hier liegt aber wohl Gewährleistungsbetrug vor.

So einfach geht das nicht das ein Händler über seinen Hof von Dritten ein Auto verkauft der zu seinem Haushalt gehört.

Hat er Garantie oder tatsächlich extra Gewährleistung gegeben?

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 11:06

@camper0711 Der Maderschaden ist nicht neu. Es lag sogar ein Schraubenschlüssel noch im Motorraum.

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 11:09

@KapitaenLueck

Er hat 12 Monate Garantie gegeben. Deshalb verstehe ich nicht wieso er es überhaupt im Kundenauftrag verkauft hat. Ich vermute damit er die Schäden notdürftig in Polen flicken kann(er fährt selbst ein Fahrzeug mit polnischen Kennzeichen) aber ich nicht den Kaufpreis erstattet bekomme.

Zitat:

@Julia94 schrieb am 20. Mai 2020 um 11:06:45 Uhr:

@camper0711 Der Maderschaden ist nicht neu. Es lag sogar ein Schraubenschlüssel noch im Motorraum.

Und was hat der Schraubenschlüssel mit dem Marderschaden zu tun? Marder benutzen üblicherweise keine Schraubenschlüssel...

Zitat:

@Julia94 schrieb am 20. Mai 2020 um 11:06:45 Uhr:

@camper0711 Der Maderschaden ist nicht neu. Es lag sogar ein Schraubenschlüssel noch im Motorraum.

von WELCHER Reparatur?

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