Heckklappe öffnet nicht, weder per Schlüssel noch durch den Schalter an der Heckklappe
Vorgeschichte:
Letztes Wochenende haben wir uns irgendwie ausgesperrt. Meine Frau hat die Tasche mit dem Komfortschlüssel auf dem Beifahrersitz liegen gelassen, was bislang nie ein Problem gewesen ist. Ich bin auf der Fahrerseite raus, habe den Kofferraum auf- und zugemacht und sie ist an der Beifahrerseite ausgestiegen. Was in welcher Reihenfolge, darauf haben wir nicht geachtet. Wir wollten an einem anderen Fahrzeug einen Reifenschaden durch eine eingedrungene Schraube in Augenschein nehmen. Wir haben uns darüber geärgert und wenig nachgedacht. Als ich nach ca. 1-2 min. zum Auto auf der Beifahrerseite zurückkam und den Griff anfasste, verriegelte sich der Wagen. Da der Zweitschlüssel aktuell Zuhause nicht auffindbar ist, haben wir den ADAC gerufen. Der probierte mit seinem Spezialwerkzeug am Schloss eine halbe Minute und dann war die Tür aufgepickt.
Nun kommt meine Frau nach Hause und berichtet von kuriosen Fehlermeldungen und dass die Heckklappe bei diesem Sportback nicht mehr zu öffnen sei. Es poppen auf als erstes Kennzeichenlampe defekt, Blinker links /rechts defekt je nachdem welchen man betätigt, Rücklicht defekt etc.
Die Kennzeichenleuchten sind komplett aus und irgendwie sind die äußern Leuchten außerhalb der Heckklappe deutlich heller als die in der Hecklappe, gleiches gilt für die Blinker. Als würden sämtliche LEDs in der Heckklappe mit nur noch 50-60% Intensität leuchten. Beim Blinken flackern auch die Standlichter. Betätige ich den Griff an der Heckklappe, blinkt der Schlüssel einmal und man Staune, so lange man den Taster an der Heckklappe betätigt leuchten nur die äußeren Standlichter blinkend auf ca. 2x pro Sekunde. Versuche ich die Heckklappe über den Funkschlüssel zu entriegeln, blinkt es drei Mal
1. die äußeren und inneren Blinker blinken einmal hell
2. die Blinker blinken dann einmal dunkler, die inneren sowieso dunkler und
3. es blinken zuletzt die äußeren Standlichter auf.
Nach dem Motto das erste Blinken sieht gut aus, wie immer, das zweite dunklere signalisiert, dass da etwas nicht stimmt und das blinkende Standlicht sagt: „Ätschibätsch, Du kommst hier nicht rein!“
Man könnte meinen, dass hier durch das "gewaltsame" eindringen in das Fahrzeug über das Schlosspicking, der Bordcomputer so programmiert wurde, dass eine Öffnung ohne Schlüsselsignal und RFID einen Autodiebstahl erkennt und die gesamte Heckpartie mit ausgeschalteten Kennzeichen -LEDs, dem kuriose Blinkverhalten und dem meines Erachtens simulierten Massefehler auf sich Aufmerksam machen soll, damit die Polizei den Wagen anhält.
Was habe ich unternommen um dem Fehler auf den Grund zu gehen?
Ich habe über OBD sämtliche Fehler gelöscht. Fahrzeug aus, einmal komplett ausgestiegen und dann wieder entriegelt und mit dem Startknopf gestartet. Fehler sind weiterhin dar. Kennzeichenleuchte defekt etc.
Ich habe einmal die Batterie ganz abgeklemmt. Danach blinken die Fehler wie ein bunter Weihnachtsbaum. Kurze Strecke gefahren alle Fehler gelöscht. Das Problem besteht weiterhin.
Baue ich die Kennzeichen LEDS aus, dann leuchten die Standlichter außen ohne Geflacker. Aber das Innenteil ist weiterhin deutlich dunkler.
Die Kennzeichen LEDS habe ich dann Zuhause an 12 V angeschlossen und siehe da, beide funktionieren einwandfrei. Also wieder eingebaut und auf Standlicht gestellt, plötzlich leuchtet alles in voller Helligkeit, die Kennzeichen LEDs, die Standlichter außen und innen in der Heckklappe. Ich dachte wunderbar, Fehler endlich beseitigt. Kaum hatte ich den Motor gestartet, zeigten sich alle Symptome wieder und die Kennzeichen LEDs gingen wieder aus. Es ist zum Verzweifeln.
Ich habe den Schlüssel dann synchronisiert, öffnen drücken, dann im Schloss nach links drehen und auf dem Schlüssel schließen drücken. Es hilft aber nichts, alles beleibt beim Alten.
Dann bin ich in den Kofferraum gekrochen und öffnet die Heckklappe über die Notentriegelung. Es flackerte kurz und dann war alles in voller Pracht an: Kennzeichen LEDS, Rücklichter, Blinker innen und außen, alle LED-Lampen leuchteten in normaler Helligkeit. Sobald ich aber die Heckklappe ins Schloss fallen lasse, das Auto einmal verriegle und entriegle, fängt der ganze Mist von neuem an: Eine Art Simulation lauter defekter Leuchten.
Ich frage mich, ob das Audi-Standard ist, oder ein überpfiffiger Vorbesitzer sich so etwas programmiert hat, denn immerhin hat er auch den OBD Anschluss so modifiziert, dass dieser an einer anderen Stelle verbaut wurde und nur über einen separaten Adapterstecker angesteuert werden kann.
Vermutlich muss ich damit zu Audi, aber leider ist dort innerhalb der nächsten 2 Wochen aufgrund der Ferien in Niedersachsen (Hannover) kein Termin zu bekommen. Ob freie Werkstätten damit umgehen können, wage ich zu bezweifeln.
Völlig blöd ist der verriegelte Kofferraum. Meine Frau ist Krankenschwester und hat dort Verbandmaterial und andere Mittel zur Patientenversorgung gelagert.
Hat irgendein VCDS-Spezialist einen guten Rat dazu oder kann dieser ggf. auch gegen ein Entgelt helfen?
Ähnliche Themen
2 Antworten
An alle die vielleicht auch so ein doofes Problem haben:
Ursache für alle Symptome war eine Kabelbruch am Übergang zwischen Heckklappe und Fahrzeug, wofür Audi nun rund 650 € abrechnen wollte, mit den Hinweis, dass der ganze Kabelbaum sonst 7800 € kostet, ...Audi: "Aber das wollen wir Ihnen nicht antun." Als ich dann hinterfragte, was denn am Löten des Kabels so kompliziert sei, dass das immer noch 650 € kosten soll, hieß es, dass ja die Verkleidung abgebaut werden muss, die genaue Stelle muss auch man noch finden und da sind ja viele Drähte...
Den Wagen habe ich ja schon mit ausgebauter Heckklappe abgegeben (abgerechnet wurde aber aus und Einbau der Verkleidung) und wo ist das Problem 10-20 cm vor und hinter der Bruchstelle einen Draht zwischen zu löten. Audi: "Oh so einfach ist das nicht, wie sie sich das vorstellen."
Ich signalisierte, dass ich nicht bereit bin für einen Aufwand von vielleicht 1 maximal 1,5 Stunden 650 € zu investieren, auch wenn ich mich über dieses Problem schon sehr ärgere. Ich war drauf und dran den Wagen wieder mitzunehmen. Plötzlich könnte man ja etwas Rabatt für "ältere Fahrzeuge" einräumen. Am Ende hat man mit Rabatt 437,44 € abgerechnet. Immer noch viel zu teuer. Reparatursätze gibt es zwischen 25 € und 75 €, also rund 362 € fürs überbrücken eines Kabelbruchs. Und bei mir wurde auch gar keine kein Reparatursatz bestellt, sondern einfach nur ein Draht überbrückt. Das wäre doch was für die AutoDoktoren. Warum habe ich das Gefühl jedes Mal in der Werkstatt übers Ohr gehauen zu werden. Die brachen sich dann nicht wundern, wenn ich mir die Autoteile, Ölt und Bremsen online bestelle und entweder selbst Hand anlege oder mir eine günstigere Lösung in einer Bastelwerkstatt suche. Geiz Frist Hirn - einmal abgezockt dafür einen potenziellen Stammkunden mit mehreren Fahrzuegen nicht gewonnen.
Danke für die Rückmeldung.
Ich kann das bestätigen, für die Versorgung älter werdender Autos ist die Audi-Werkstatt nicht der richtige Ort.
Ein guter freier Schrauber, ein bisschen selber kümmern mit Hilfe der Reparaturleitfäden, ein VCDS und ein Multimeter… dad wird noch eine Weile hinreichen. Seit Audi mir für reichlich Schotter und bei ewiger Wartezeit eine neue Kamera einbauen wollte, diese garnicht kaputt war und ich für kleines Geld dem Quatsch reparieren konnte, frage ich die nicht mehr.