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Geht euch nicht auch das Sicherheitsgelaber voll auf die Nüsse?
Gestern mal wieder die MO gekauft und was "strahlt" mich von der Rückseite an? Der neue Systemhelm... Wird vermutlich DER Trend der Tittentreiber 2011 (nix persönliches gegen Anwesende ;) )...
Aber geht ja nicht nur um uns Motorradfahrer. Vor ein paar Tagen musste ich ja auch schon im Radio hören das es irgendwelche Experten ja toll finden das inzwischen fast jeder mit Helm Ski fährt... aber man solle doch dem Kind auch einen Helm beim Schlittenfahren aufsetzen weil das doch auch so gefährlich ist... Omg... Klar... Hätt man ja selbst drauf kommen können... Sowas aber auch...
Na dann warten wir mal mit Freude auf den Schlittenairbag, warum hat den denn noch keiner erfunden?
Nicht das ich generell was gegen etwas mehr Sicherheit habe. ABS halte ich ja an sich für nützlich. ESP hat bestimmt auch seinen Nutzen wenn nicht jeder Pappenheimer seine Karre ausreizen würde bis das ESP anschlägt weil man hats ja. Überhaupt wär mehr Hirn statt mehr Airbags vielleicht mal was. Könnte man nicht eine Gleichung aufstellen das mit erhöhter Anzahl an Sicherheitsfeatures die Hirnmasse umgekehrt Proportional abnimmt? Man hat zumindest das Gefühl... Gestern bei Eis auf der Straße mit 60 heim. Im dritten Gang dreht die Karre teilweise noch durch... Trotzdem fahren einige auf 5 Meter auf... Da müssen doch irgendwelche Denkprozesse völlig aussetzen, anders kann ich mirs nimmer erklären... Aber man hat ja ABS und ESP und hassdedichgesehn, die werdens schon richten...
Es prallen also wohl mehrere Welten aufeinander. Leute die mehr Sicherheit brauchen und dafür Gehirn tauschen, Leute die mehr Sicherheit brauchen weil andere ihr Gehirn tauschen und Leute denen der Sicherheitswahn langsam etwas auf den Senkel geht und die wegen den Leuten die das Gehirn eingetauscht haben sich nicht per Vollkörperairbag in Neongelb durch die Straßen und Pisten bewegen wollen... Hmm... Ich glaub ich kauf mir als nächstes einen Lada Niva 4x4. An die Karre kann ich dann wenigstens gleich einen Schneeräumer montieren wofür andere extra ein ATV kaufen...
So... sorry... musste mir mal etwas Luft machen bevor ich einen Schreikrampf bekomm... Winter hängt mir jetzt schon zum Hals raus...
Beste Antwort im Thema
Gestern mal wieder die MO gekauft und was "strahlt" mich von der Rückseite an? Der neue Systemhelm... Wird vermutlich DER Trend der Tittentreiber 2011 (nix persönliches gegen Anwesende ;) )...
Aber geht ja nicht nur um uns Motorradfahrer. Vor ein paar Tagen musste ich ja auch schon im Radio hören das es irgendwelche Experten ja toll finden das inzwischen fast jeder mit Helm Ski fährt... aber man solle doch dem Kind auch einen Helm beim Schlittenfahren aufsetzen weil das doch auch so gefährlich ist... Omg... Klar... Hätt man ja selbst drauf kommen können... Sowas aber auch...
Na dann warten wir mal mit Freude auf den Schlittenairbag, warum hat den denn noch keiner erfunden?
Nicht das ich generell was gegen etwas mehr Sicherheit habe. ABS halte ich ja an sich für nützlich. ESP hat bestimmt auch seinen Nutzen wenn nicht jeder Pappenheimer seine Karre ausreizen würde bis das ESP anschlägt weil man hats ja. Überhaupt wär mehr Hirn statt mehr Airbags vielleicht mal was. Könnte man nicht eine Gleichung aufstellen das mit erhöhter Anzahl an Sicherheitsfeatures die Hirnmasse umgekehrt Proportional abnimmt? Man hat zumindest das Gefühl... Gestern bei Eis auf der Straße mit 60 heim. Im dritten Gang dreht die Karre teilweise noch durch... Trotzdem fahren einige auf 5 Meter auf... Da müssen doch irgendwelche Denkprozesse völlig aussetzen, anders kann ich mirs nimmer erklären... Aber man hat ja ABS und ESP und hassdedichgesehn, die werdens schon richten...
Es prallen also wohl mehrere Welten aufeinander. Leute die mehr Sicherheit brauchen und dafür Gehirn tauschen, Leute die mehr Sicherheit brauchen weil andere ihr Gehirn tauschen und Leute denen der Sicherheitswahn langsam etwas auf den Senkel geht und die wegen den Leuten die das Gehirn eingetauscht haben sich nicht per Vollkörperairbag in Neongelb durch die Straßen und Pisten bewegen wollen... Hmm... Ich glaub ich kauf mir als nächstes einen Lada Niva 4x4. An die Karre kann ich dann wenigstens gleich einen Schneeräumer montieren wofür andere extra ein ATV kaufen...
So... sorry... musste mir mal etwas Luft machen bevor ich einen Schreikrampf bekomm... Winter hängt mir jetzt schon zum Hals raus...

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304 Antworten
Quod erat demonstrandum - die Reaktionen sind so, wie sie zu erwarten oder besser zu befürchten waren. Es zeigt sich wenig Verstand, aber viel Aggression.
Wer z. B. als Radfahrer auf eine vernünftige, dem Verkehr und der Gefahr angemessene Ausrüstung setzt und einen Helm trägt, der muß sich nicht selten rechtfertigen und wird dafür oft noch verhöhnt (wie auch hier geschehen; meinen Dank an kandidatnr2, der sich freiwillig als schlechtes Beispiel zur Verfügung stellte). Wer mich kennt, der weiß, daß ich auf so ein dummes Gelaber nichts gebe und schon seit vielen Jahren schon als Vorbild für meine Kinder auf dem Fahrrad einen Helm trage, aber ich kenne auch in meinem direkten Umfeld viel zu viele Leute, die sich abhalten lassen - und das finde ich schlimm. Es gibt viele Leute, die einen Helm tragen würden, wenn sie nicht das Gefühl hätten, sich dem Spott preiszugeben. Und da kommt der Schwanz der Schlange: Gäbe es den Druck nicht, würden diese unsicheren Leute Helme tragen und es wäre der Normalfall, wodurch der Anti-Helm-Druck entfallen würde. Es gibt ihn aber und fertig ist der fatale Kreislauf.
Gerade beim Fahrradhelm, aber auch bei bestimmten Freizeitaktivitäten wie etwa dem Wintersport halte ich gesetzliche Regelungen daher für überfällig. Die jahrzehntelange Erfahrung zeigt, daß die Dummheit regiert - und so lange man sie lässt, wird sie das tun. Freiwillig werden sich Helme weder auf dem Fahrrad, noch auf Skiern oder Snowboards & Co. durchsetzen. Beim Wintersport sind sie im Grunde nur aus einem Grunde schon recht verbreitet: Sie schützen auch gut gegen Wind und Wetter.
Eine gesetzliche Tragepflicht würde sehr vielen Menschen sehr viel Leid ersparen und würde das leidige Imageproblem beheben und damit solche dumme Sprüche wie die von kandidatnr2 unmöglich machen. Positiver Nebeneffekt: Die Zahl der Unfälle mit tödlichen Folgen oder "nur" Schädel-Hirn-Traumata würde massiv sinken. Man spart nicht nur Leid, sondern auch Geld.
Dieser Schwachsinn mit der persönlichen Freiheit ist ja nicht neu: Schon bei der Gurtpflicht im Auto und der Helmpflicht für das Motorrad und später den leichteren motorisierten Zweirädern war es doch nicht anders; was wurde da gegen die Begrenzung der Freiheit der Menschen gewettert! Eigentlich war ja schon das der Untergang des Abendlandes! Es ist aber nicht untergegangen und sowohl Gurt, als auch Motorradhelme sind längst völlig selbstverständlich geworden. Und haben einen großen Anteil an der Senkung der Zahl der Verkehrstoten!
Ich sehe das ganz pragmatisch: Die Freiheit des einzelnen Menschen endet da, wo die der anderen beginnt. Im Augenblick wird noch immer auf eine dominante, laute Minderheit Rücksicht genommen. Freiheit statt Sicherheit - so ein Schwachsinn! Wie sieht es denn aus? Ich habe z. B. im letzten Jahr mal eine sicher nicht repräsentative, aber doch typische Straßenumfrage gesehen, bei der sich die überwältigende Mehrheit der Leute für ein generelles Tragen von Fahrradhelmen aussprach. Sie selber wollten damit aber erst beginnen, wenn alle einen Helm trügen... Die oben schon genannte Spirale der Dummheit. Manchmal muß man die Leute eben auch zu ihrem Glück zwingen.
Ich bin und bleibe daher für eine Helmpflicht auf dem Fahrrad und auf der Skipiste. Es ist mir klar, daß ich sehr viele Leute mit meinem Appell NICHT erreichen kann, aber evtl. bringe ich den einen oder anderen ja doch zum Nachdenken. Mehr wollte ich nicht erreichen.
Gruß Michael
P.S.: @Haminze: Das Gegenteil ist der Fall: In meiner Kindheit konnte ich wegen des geringen Verkehrs noch fast überall mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen relativ gefahrlos herumgurken. Meine Kinder konnten das bereits nicht mehr. Fahrradhelme waren angesichts des enorm gestiegenen Verkehrs eine Möglichkeit, das Risiko auf ein vertretbares Maß zu senken und den Kindern zumindest weitgehend die Freiheit zu gewähren, die wir noch hatten. Die Ablehnung von Sicherheit durch Leute wie Dich mindert für die breite Masse das letzte bißchen Freiheit, die wir noch haben oder zumindest haben könnten. Du schützt nicht die Freiheit, Du zerstörst sie.
Du hast eindeutig ein Problem mit Deinem Selbstbewusstsein. Du kannst nicht argumentieren, ohne fremde Meinungen dabei nieder zu machen.
Bleib wie Du bist.
Zitat:
Ich sehe das ganz pragmatisch: Die Freiheit des einzelnen Menschen endet da, wo die der anderen beginnt.
Stimmt. Da gebe ich dir recht.
Allerdings frage ich mich, inwiefern ich andere Menschen in ihrer Freiheit einschränke, wenn ich ohne Schutzkleidung fahre?
Die Konsequenzen dafür trage doch ich ganz alleine und niemand anderes. Ich sitze dann als sprachbehinderter, querschnittsgelähmter Krüppel im Rollstuhl und keine andere Person.
Erspare ich anderen Leuten Leid, wenn ich mit Schutzkleidung unterwegs bin? Erleiden diese Personen in irgendeiner Weise einen körperlichen Schaden?
Ich denke nicht.
Jeder ist doch für sich selbst verantwortlich.
Ich möchte selbst die Entscheidung treffen, ob ich für einen Kilometer zum Bäcker am frühen Morgen einen Helm aufsetze, sofern ich das Fahrrad nehme. Meine Meinung ist, dass jeder selbst entscheiden sollte, wie er sich selbst schützt.
Anders sehe ich das bei Aspekten, welche Unbeteiligte schützt.
Beispiel "ABS": Hier bin ich der Meinung, dass das eine sinnvolle Pflicht bei Motorrädern wäre. Wenn ich mein Vorderrad überbremse, und mein Motorrad in eine Mutter mit Kinderwagen rutscht, dann erleiden beide Personen einen körperlichen Schaden bzw. könnten dabei ums Leben kommen.
ABS hätte verhindert, dass Unbeteiligte/Unschuldige einen Schaden erlitten haben. Die Unbeteiligten trifft ja in diesem Fall keinerlei schuld, wohingegen ein Motorradfahrer mit kurzen Klamotten selbst schuld ist, wenn er Verbrennung des 4653469 Grades hat, sofern er sich hinpackt.
Übrigens denke ich nicht, dass cng-lpg hier andere Meinungen niedermachen will.
Ich habe mir mal ein, zwei Gedanken gemacht, warum er diesen Thread wieder hochgezaubert hat. Irgendwo kann ich mir vorstellen, dass er anderen Leuten ein gewisses Leid ersparen will. In seinem Fall ist es so, dass ihm die Schutzkleidung sehr viel weitergeholfen hat und er seine Erfahrungen vielleicht einfach an andere weitergeben will.
Die Art und Weise mag bei einigen Usern vielleicht nicht gut ankommen; auch ich hatte damit so meine "Probleme". Manchmal muss man einfach etwas weiter vorausdenken und nicht sofort die Oberfläche (in dem Fall die Formulierung) betrachten, sondern viel mehr das, was hinter der Oberfläche (die Beweggründe des Beitrags) steckt.
Zitat:
Original geschrieben von Martin P. H.
So wie ich den Eingangspost verstanden habe, ging es Marodeur damals nicht per se gegen Sicherheit (oder irgendwelche Accessoires zur Erhöhung der Sicherheit), sondern eher um die Leute, die ihr Hirn ausschalten, weil sie ja meinen, ihnen kann nix passieren, sie hätten ja schließlich sämtliche Sicherheitsfeatures, die die heutige Technik so bietet, in ihrem Fahrzeug drin.
Ich hab' mir das Eingangsposting nochmal angesehen, und so 100% würde ich dir da bei deiner Einschätzung nicht zustimmen. Es gibt sicherlich Leute, die glauben, wenn sie alles kaufen, wo irgendwie "sicher" draufsteht, dann ist gut und es kann ihnen nix mehr passieren. Allerdings gehen mir viel mehr die Leute auf die Nüsse, die immer den Bundesbedenkenträger raushängen lassen und von anderen Leuten das Ergreifen aller möglicher Sicherheitsvorkehrungen fordern. Totschlagargument: Wer das nicht tut, ist ein Sozialparasit.
Was mir als BMW-Fahrer allerdings auch auf die Nüsse geht, das ist das nicht minder planfreie Geätze von selbsternannten Helden, die sich über Leute lustig machen zu müssen meinen, die für sich selbst ein anderes Sicherheitsniveau definieren. Gern kommen dann Stichworte wie "Leuchthelm" und "ABS" in einem Atemzug mit Attributen wie "fett" und "alt". Abgesehen davon, dass die unter 40-Jährigen auf zwei Rädern ja inzwischen doch stark in der Minderheit sind - und dass sie vielleicht ja auch mal alt werden: Magere Schmachthaken sind nur zu doof zum Essen und können sich auch mal eine fangen, wenn sie zu blöd daherreden.
Ich würde mir insgesamt wünschen, dass viel weniger Motorradfahrer ihre Identität daraus beziehen, dass sie andere Motorradfahrer dissen. Und wir sollten erstens - ohne falsch verstandenen Heldenmut - Sicherheitsfeatures auf ihren tatsächlichen Nutzen abklopfen und zweitens es jedem selbst überlassen, wie viel Sicherheit er haben will. Ist ja schließlich sein Arsch, nicht meiner.
Zitat:
Original geschrieben von CalleGSXF
Anders sehe ich das bei Aspekten, welche Unbeteiligte schützt.
Beispiel "ABS": Hier bin ich der Meinung, dass das eine sinnvolle Pflicht bei Motorrädern wäre. Wenn ich mein Vorderrad überbremse, und mein Motorrad in eine Mutter mit Kinderwagen rutscht, dann erleiden beide Personen einen körperlichen Schaden bzw. könnten dabei ums Leben kommen.
ABS hätte verhindert, dass Unbeteiligte/Unschuldige einen Schaden erlitten haben. Die Unbeteiligten trifft ja in diesem Fall keinerlei schuld, wohingegen ein Motorradfahrer mit kurzen Klamotten selbst schuld ist, wenn er Verbrennung des 4653469 Grades hat, sofern er sich hinpackt.
Ich sehe die ABS-Pflicht ganz pragmatisch: Für mich überwiegt der Nutzen von ABS weit seine Nachteile, und das einzige, was mich an ABS stört, das ist, dass es viele leckere Moppeds gibt, die ich gern hätte, die aber kein ABS haben. Ich freue mich deshalb auf die zwangsweise Einführung von ABS, weil dann das Angebot an Motorrädern, die ich mir kaufen kann, deutlich steigt. Und wie man an Moppeds wie der Honda NC 700 oder der Yamaha MT-07 sehen kann, müssen ABS-Moppeds noch nicht einmal teuer sein.
Der Schutz unbeteiligter Verkehrsteilnehmer mag eine Rolle bei der Einführung der ABS-Pflicht gespielt haben. Mit einer nicht getragenen Protektorenkombi schädigt man im Ernstfall nur seine eigene Gesundheit und nicht die anderer Leute.
Zitat:
Original geschrieben von cng-lpg
In meiner Kindheit konnte ich wegen des geringen Verkehrs noch fast überall mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen relativ gefahrlos herumgurken. Meine Kinder konnten das bereits nicht mehr. Fahrradhelme waren angesichts des enorm gestiegenen Verkehrs eine Möglichkeit, das Risiko auf ein vertretbares Maß zu senken und den Kindern zumindest weitgehend die Freiheit zu gewähren, die wir noch hatten.
Das ist für mich ein Beispiel falsch verstandenem Sicherheitsdenkens. Es gibt meines Wissens keine seriöse Studie, die die Schutzwirkung von Fahrradhelmen nachweist. Wer einen Fahrradhelm trägt, mag sich sicherer vorkommen, er ist es aber nicht. Und wenn ich diese lächerlichen Styroporhüte mit einem ordentlichen ECE-22.05-Integralhelm vergleiche, dann halte ich eine Christopherus-Plakette am Lenker für deutlich sinnvoller.
Vermutlich würden Radfahrer ihr Verletzungsrisiko viel deutlicher senken, wenn sie Handschuhe mit Handballenschutz und ein Protektorenhemd tragen würden anstatt solch ein Schaumstoffmützchen.
Zitat:
Original geschrieben von X_FISH
Daher eine Bitte an alle lieben »Hauptsache was geschrieben«-Schreiberlinge: Sucht euch doch die Marke aus, welche euch am wenigsten gefällt. Dann ab bei MT ins entsprechende Board und in möglichst jeden Thread im Board ein entsprechender Kommentar.
Das ist doch in den Automobilforen längst Standard.
Gruß
Michael
Zitat:
P.S.: @Haminze: Das Gegenteil ist der Fall: In meiner Kindheit konnte ich wegen des geringen Verkehrs noch fast überall mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen relativ gefahrlos herumgurken. Meine Kinder konnten das bereits nicht mehr. Fahrradhelme waren angesichts des enorm gestiegenen Verkehrs eine Möglichkeit, das Risiko auf ein vertretbares Maß zu senken und den Kindern zumindest weitgehend die Freiheit zu gewähren, die wir noch hatten. Die Ablehnung von Sicherheit durch Leute wie Dich mindert für die breite Masse das letzte bißchen Freiheit, die wir noch haben oder zumindest haben könnten. Du schützt nicht die Freiheit, Du zerstörst sie.
Entschuldige bitte, aber das ist bullshit. Kinder auf dem Fahrrad stürzen nicht öfter, weil mehr Verkehr ist. Auch gibt es heutzutage nicht mehr Bordsteinkanten oder Steine auf die man mit dem Kopf knallen kann.
Und wieso zerstöre ich die Freiheit, weil ich nicht für eine Helmpflicht bin? Das heißt nicht, dass ich meinen Kindern keinen anziehe. Das tu ich sehr wohl, weil ich es sinnvoll finde. Aber ich mag mir nicht vorschreiben lassen, was ich für sinnvoll zu erachten habe.
Zitat:
Original geschrieben von cng-lpg
P.S.: @Haminze: Das Gegenteil ist der Fall: In meiner Kindheit konnte ich wegen des geringen Verkehrs noch fast überall mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen relativ gefahrlos herumgurken. Meine Kinder konnten das bereits nicht mehr. Fahrradhelme waren angesichts des enorm gestiegenen Verkehrs eine Möglichkeit, das Risiko auf ein vertretbares Maß zu senken und den Kindern zumindest weitgehend die Freiheit zu gewähren, die wir noch hatten.
Der Fahrradhelm hat nur sehr begrenzt etwas mit dem Verkehrsaufkommen zu tun. Gerade beim Fahrrad sind hier die Alleinunfälle - also das klassische "Auf die Fresse fallen" - doch das, was schon immer im Vordergrund stand. Gefahrlos bist Du als Kind ebenso wenig herumgefahren wie Deine Kinder das heute ohne Helm tun würden (nicht mal mit).
Ich sehe immer mehr Vorschriften und Reglementierungen sehr kritisch. Da muss schon der Nutzen derart dominant sein, dass man das rechtfertigen kann und bei Fahrradhelmen sehe ich das nicht so.
Die ABS-Pflicht ist wieder eine ganz andere Geschichte: Hier hat der Verbraucher wenig Auswahl und wird durch Einsparungen der Hersteller teilweise genötigt, auf längst bewährte Sicherheitstechnik zu verzichten. Das ist auch ein Thema der Produktsicherheit, die ich auch in dem Bereich sehe. Das unterbindet nun die Richtlinie, besser wäre nur noch gewesen, den Herstellern das Angebot von ABS optional bei jedem Modell vorzuschreiben. Dann könnte jeder selber wählen, ob er das will oder nicht.
Gruß
Michael
Zitat:
Original geschrieben von CalleGSXF
Allerdings frage ich mich, inwiefern ich andere Menschen in ihrer Freiheit einschränke, wenn ich ohne Schutzkleidung fahre?
Die Konsequenzen dafür trage doch ich ganz alleine und niemand anderes.
Radio Erwiwan: Im Prinzip ja, aber...
Erst einmal gibt es einen volkswirtschaftlichen Schaden, den wir alle tragen. Also ganz so persönlich ist das Schicksal dann doch nicht. Aber es dreht sich um etwas anderes: Aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen war und ist es immer cooler, auf möglichst wenig Sicherheit zu setzen. Das liegt wohl am Bild des taffen Kerls, dem eh nichts passieren kann und der daher natürlich keine Sicherheitsausrüstung braucht.
Sehr viele Leute würden aber gerne in vernünftigem Umfang Sicherheitsausrüstungen verwenden, machen das nur nicht, weil das gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Ich kämpfe und argumentiere eigentlich nur für diese Anerkennung: Würden diese Leute nicht verlacht und würde man sie Helm & Co. so nutzen lassen, wie sie das gerne tun würden, dann bräuchte man auch keine Pflicht.
Im Augenblick wird also ohne die gesetzliche Pflicht der breiten Masse die Freiheit genommen, sich zu schützen!
Ich kenne das auch aus der Arbeitssicherheit: Offen gibt das natürlich keiner zu (da wird mit der Masse gespottet, daß die geforderte Arbeitssicherheit, speziell die PSA (persönliche Schutzausrüstung) lächerlich und überflüssig sei), aber hinter vorgehaltener Hand schon - viele wünschen sich mehr Sicherheit. Ich wurde schon im Vertrauen um offizielles Eingreifen gebeten, da sich der Betreffende anders einfach nicht traute, sich so zu verhalten, wie er es gerne machen wollte. Schließlich war das ja uncool mit der Sicherheit. Droht der Chef allerdings, dann haben sogar die lästernden Kollegen Verständnis: Der arme Kollege macht das ja nicht freiwillig mit der Schutzausrüstung... Ich finde es traurig, daß es immer so verlogen abgehen muß!
Der Mechanismus ist überall derselbe: Wer Sicherheit will, der ist ein Weichei, unfähig oder wenigstens uncool. Entweder schafft man es, den negativen Ruf der Sicherheit zu ändern (in meinen Augen unmöglich!) oder man gibt mittels einer gesetzlichen Pflicht der Mehrheit die Möglichkeit, die verfügbare Sicherheitsausrüstung zu nutzen, ohne sich dem Spott preisgeben zu müssen.
Gruß Michael
Zitat:
Sehr viele Leute würden aber gerne in vernünftigem Umfang Sicherheitsausrüstungen verwenden, machen das nur nicht, weil das gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Ich kämpfe und argumentiere eigentlich nur für diese Anerkennung: Würden diese Leute nicht verlacht und würde man sie Helm & Co. so nutzen lassen, wie sie das gerne tun würden, dann bräuchte man auch keine Pflicht.
Aha, aber wäre es dann nicht sinnvoller, am Selbstbewusstsein dieser Leute zu arbeiten? Man kann doch nicht alle zu etwas verpflichten, weil manche keinen Arsch in der Hose haben zu dem zu stehen, was sie für richtig halten?
Ich muss dir leider sagen, dass ich schon mehrfach volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet habe,
- wenn ich mich gekloppt habe
- beim Fußball verletzt wurde, sodass ich ebenfalls ins KH musste
oder
- als ich mir mein Schlüsselbein angeknackst habe
Also bei dem volkswirtschaftlichen Schaden kann ich dir irgendwie nicht so ganz beipflichten.
Dafür bin ich nämlich unterdurchschnittlich krank und gehe erst zum Arzt, wenn ich fast zusammenbreche.
Zitat:
Original geschrieben von cng-lpg
Erst einmal gibt es einen volkswirtschaftlichen Schaden, den wir alle tragen. Also ganz so persönlich ist das Schicksal dann doch nicht.
Und als Nächstes verbieten wir dann das Rauchen, das fette Essen, das Sonnen und jeglichen gefährlichen Sport.
Zitat:
Original geschrieben von cng-lpg
Sehr viele Leute würden aber gerne in vernünftigem Umfang Sicherheitsausrüstungen verwenden, machen das nur nicht, weil das gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Ich kämpfe und argumentiere eigentlich nur für diese Anerkennung: Würden diese Leute nicht verlacht und würde man sie Helm & Co. so nutzen lassen, wie sie das gerne tun würden, dann bräuchte man auch keine Pflicht.
Das halte ich für sehr konstruiert. Wer als Erwachsener sich so vom Umfeld beeinflussen lässt, ist eine Flasche. Und wenn ich im Sommer die ganzen Typen mit kurzen Hosen auf ihren Mopeds sehe, dann bezweifle ich sehr stark, dass die das aufgrund Deiner Logik tun.
Zitat:
Original geschrieben von cng-lpg
Im Augenblick wird also ohne die gesetzliche Pflicht der breiten Masse die Freiheit genommen, sich zu schützen!
Diese Logik ist vollkommen absurd.
Gruß
Michael
Zitat:
Original geschrieben von pibaer
Ich sehe immer mehr Vorschriften und Reglementierungen sehr kritisch. Da muss schon der Nutzen derart dominant sein, dass man das rechtfertigen kann und bei Fahrradhelmen sehe ich das nicht so.
Habe ich Deine etwas umständlich Formulierung dahingehend richtig verstanden, dass Du den Nutzen eines Fahrradhelmes nicht als so bedeutsam erachtest, dass man ihn vorschreiben sollte ?
Richtig, pibaer!
Ich fahre im Sommer auch mit normalen Klamotten. Also Jeans und T-Shirt/Pullover.
Grund dafür ist, dass ich es nicht einsehe für den Stadtverkehr meine volle Montur anzuziehen, sofern 70% des Arbeitsweges aus Stop&Go besteht.
Mein Ausbilder sieht das allerdings nicht gerne, wenn ich nur in Helm und Handschuhen ins Büro gestapft komme.
Ich sehe auch nicht ein mich auf Arbeit umzuziehen, denn meines Erachtens zählt das nicht zu meiner Arbeitszeit. Außerdem müsste ich mich auf der Toilette umziehen, wo ich wiederum nicht unfallversichert bin. :D