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Freiheit ist immer auch Schuldenfreiheit
Nachdem ich mir hier mal so einige Themen durchgelesen habe, beschleicht mich zunehmend das Gefühl, dass das Thema "Finanzkompetenz" offenbar heute kein Thema mehr ist, das in Elternhäusern oder Schulen noch vermittelt wird.
Wenn ich sehe, mit welchen vollkommen absurden Fahrzeugwünschen hier Lehrlinge unterwegs sind, die offenbar nichts auf der Naht haben, aber partout mit Autos, deren Besitz früher beruflich und finanziell privilegierten Bevölkerungsteilen vorbehalten war, einen auf dicke Hose machen wollen, fällt mir nichts mehr ein. Erst recht, wenn diese Jünglinge für die Realisierung ihrer Hirngespinste noch die finanzielle Zukunft ihrer Eltern aufs Spiel setzen, indem sie deren Unterschrift unter Bürgschaften in Anspruch nehmen.
Das mag alles eine Zeit lang gutgehen, die Erfahrung zeigt aber, dass diese Finanzierungsgebilde häufig beim geringsten Anlass wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Rauswurf aus dem Hotel Mama, unerwarteter Nachwuchs, Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Motorschaden... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und was dann kommt, wird ja ohnehin lieber ausgeblendet: Kreditaufstockungen, Stundungen, Mahnungen, Inkasso, Lohnpfändungen, Fahrzeugsicherstellungen, Privatinsolvenz... Aber das sind ja alles Dinge, die immer nur die anderen betreffen, aber nie einen selbst.
In Zeiten, in denen weite Teile der TV-verblödeten Gesellschaft sich selbst nur noch über den Besitz von Konsumgütern definieren (fette Karre, Markenklamotten, Handys), gibt die junge Generation ja offenbar freiwillig ihre finanzielle Freiheit auf.
Ich habe als Kind noch gelernt, dass ich auf die Erfüllung von Wünschen, für die ich kein Geld habe, verzichten muss. Und ich bin damit bis heute gut gefahren.
Das wollte ich mal loswerden. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere sein Verhalten mal etwas besser reflektiert, anstatt jetzt gleich zum Gegenangriff auszuholen und mich als spaßbefreiten Moralapostel hinzustellen.
Beste Antwort im Thema
Nachdem ich mir hier mal so einige Themen durchgelesen habe, beschleicht mich zunehmend das Gefühl, dass das Thema "Finanzkompetenz" offenbar heute kein Thema mehr ist, das in Elternhäusern oder Schulen noch vermittelt wird.
Wenn ich sehe, mit welchen vollkommen absurden Fahrzeugwünschen hier Lehrlinge unterwegs sind, die offenbar nichts auf der Naht haben, aber partout mit Autos, deren Besitz früher beruflich und finanziell privilegierten Bevölkerungsteilen vorbehalten war, einen auf dicke Hose machen wollen, fällt mir nichts mehr ein. Erst recht, wenn diese Jünglinge für die Realisierung ihrer Hirngespinste noch die finanzielle Zukunft ihrer Eltern aufs Spiel setzen, indem sie deren Unterschrift unter Bürgschaften in Anspruch nehmen.
Das mag alles eine Zeit lang gutgehen, die Erfahrung zeigt aber, dass diese Finanzierungsgebilde häufig beim geringsten Anlass wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Rauswurf aus dem Hotel Mama, unerwarteter Nachwuchs, Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Motorschaden... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und was dann kommt, wird ja ohnehin lieber ausgeblendet: Kreditaufstockungen, Stundungen, Mahnungen, Inkasso, Lohnpfändungen, Fahrzeugsicherstellungen, Privatinsolvenz... Aber das sind ja alles Dinge, die immer nur die anderen betreffen, aber nie einen selbst.
In Zeiten, in denen weite Teile der TV-verblödeten Gesellschaft sich selbst nur noch über den Besitz von Konsumgütern definieren (fette Karre, Markenklamotten, Handys), gibt die junge Generation ja offenbar freiwillig ihre finanzielle Freiheit auf.
Ich habe als Kind noch gelernt, dass ich auf die Erfüllung von Wünschen, für die ich kein Geld habe, verzichten muss. Und ich bin damit bis heute gut gefahren.
Das wollte ich mal loswerden. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere sein Verhalten mal etwas besser reflektiert, anstatt jetzt gleich zum Gegenangriff auszuholen und mich als spaßbefreiten Moralapostel hinzustellen.
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658 Antworten
Zitat:
@Jupp78 schrieb am 14. Juni 2016 um 20:54:07 Uhr:
Zitat:
@Fressnapf1907 schrieb am 14. Juni 2016 um 20:34:49 Uhr:
Wie gesagt jeder gibt sein Geld anders aus ...
Nur um den kleinen Punkt einmal mehr rauszugreifen:
Ja, jeder darf SEIN Geld ausgeben, für was er will. Aber hier geht es um die, die FREMDES Geld ausgeben. Das ist der riesen Unterschied!
Wer sagt, dass das fremdes Geld ist? Dann ist geliehenes Geld, dass ich nicht geschenkt bekommen habe, sondern es in einigen Monaten wieder auf Raten zurück zahle. Das ist ein Unterschied! Und wie BMWRider schon sagte, haben die Händler/Banken ja noch dein Brief und können einem das Auto entziehen, bei nicht bezahlten Raten o.Ä.
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Angesichts der Tatsache, der häufig Jobwechsel und der Wahrscheinlichkeit eines erneuten Hausverkaufs sind die 10% Nebenkosten schnell mal wieder weg und somit auch fehl investiert wie die Kaltmiete. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise viel zu hoch sind und es somit bei einem Zinsanstieg alles zusammen fallen kann. Dann wäre der Verlust bei einem Verkauf noch höher. Wenn jmd eine Immobilie noch für einen halbwegs erträglichen Kurs findet (seit mind. 12 Monaten unwahrscheinlich) und im Rentenalter noch immer da drin wohnt, ist die Entscheidung richtig. Gehört auch Glück dazu.
... wer beruflich bedingt, häufig den Job wechselt, für den ist eine eigengenutzte Immobilie nichts. Keine Frage. Aber meist sind das auch Karrieremenschen, die entsprechend gut verdienen. Dann wäre eine Sachwertanlage wie ein Immobilie umso wichtiger. Dann kauft man eben was zum Vermieten, ist steuerlich ohnehin interessanter, weil man die Zinsen und die AfA von der Steuer absetzen kann.
Wenn man dann man sesshaft wird, kann man dort einziehen, das Ding verkaufen oder weiter vermietet lassen.
Natürlich sollte man versuchen, den Zins langfristig, optimalerweise über die gesamte Laufzeit festzuschreiben. Dazu braucht man aber eben auch ein gewisses Eigenkapital, weil zum Einen dadurch der Zinssatz niedriger wird und zum Anderen der Tilgungszeitraum kürzer.
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Haha. Ja, wenn die Leute 20-30% Kapital hätten... viele finanzieren aber auf einer Basis, die bei höheren Zinsen gar nicht mehr finanzierbar wäre. Hier besteht also das nächste Problem, wenn nur eine kurze Zinsbindung abgeschlossen wurden.
Das ist Quatsch, hatte ich aber auch geschrieben.
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Des Weiteren denken viele, dass eine abgezahlte Immobilie kostenfreies wohnen bedeutet. Neben den höheren Nebenkosten im vgl zu einer Mietwohnung kommen meist Renovierungskosten von Heizung, Dach, usw. hinzu.
Nun ich hatte geschrieben, dass man in der eigenen Immobilie günstiger wohnt nicht kostenlos. Gerade bei einer Eigentumswohnung (ein Haus ist im Alter IMHO ohnehin nicht mehr optimal) werden Instanhaltungsrücklagen über Jahre gebildet und wenn größere Dinge wie Dach oder Heizung anstehen, dann zahlt man eben nur anteilsmäßig, für solche Dinge wird meist ein Teil aus der Instanhaltungsrücklage verwendet und ein Rest über eine Sonderumlage nach Anteil auf die Eigentümer verteilt. Je nach Größe der Wohnanlage fallen dann für eine Heizung vielleicht noch 1.000 € pro Wohnung an.
Weißt Du wo in in 25 Jahren die Mietpreise stehen in einer Zeit, in der Millionen von Neubürgern nach Deutschland strömen, die ihre Familien noch nacholen möchten (dies schreibe ich ausdrücklich ohne jegliche Wertung!!!) und die Regierung bisher jedes nur ansatzweise helfendes Wohnungsbauprogramm vermissen läßt?
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Meistens wird aufgrund der Immobilie bei der Altersvorsorge oder anderer Absicherungen gespart, ob das wirklich die sinnvollere Lösung ist?
Mal ganz ehrlich, was glaubst Du, wird in den nächsten 25 - 30 Jahren seinen Wert besser erhalten? Ein gänzlich oder fast unverzinster Euro in der Altersvorsorge, deren Auszahlung man womöglich noch versteuern muss, oder eine Immobilie?
XF-Coupe
Zitat:
@XF-Coupe schrieb am 14. Juni 2016 um 22:02:46 Uhr:
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Angesichts der Tatsache, der häufig Jobwechsel und der Wahrscheinlichkeit eines erneuten Hausverkaufs sind die 10% Nebenkosten schnell mal wieder weg und somit auch fehl investiert wie die Kaltmiete. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise viel zu hoch sind und es somit bei einem Zinsanstieg alles zusammen fallen kann. Dann wäre der Verlust bei einem Verkauf noch höher. Wenn jmd eine Immobilie noch für einen halbwegs erträglichen Kurs findet (seit mind. 12 Monaten unwahrscheinlich) und im Rentenalter noch immer da drin wohnt, ist die Entscheidung richtig. Gehört auch Glück dazu.
... wer beruflich bedingt, häufig den Job wechselt, für den ist eine eigengenutzte Immobilie nichts. Keine Frage. Aber meist sind das auch Karrieremenschen, die entsprechend gut verdienen. Dann wäre eine Sachwertanlage wie ein Immobilie umso wichtiger. Dann kauft man eben was zum Vermieten, ist steuerlich ohnehin interessanter, weil man die Zinsen und die AfA von der Steuer absetzen kann.
Wenn man dann man sesshaft wird, kann man dort einziehen, das Ding verkaufen oder weiter vermietet lassen.
Natürlich sollte man versuchen, den Zins langfristig, optimalerweise über die gesamte Laufzeit festzuschreiben. Dazu braucht man aber eben auch ein gewisses Eigenkapital, weil zum Einen dadurch der Zinssatz niedriger wird und zum Anderen der Tilgungszeitraum kürzer.
Zitat:
@XF-Coupe schrieb am 14. Juni 2016 um 22:02:46 Uhr:
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Haha. Ja, wenn die Leute 20-30% Kapital hätten... viele finanzieren aber auf einer Basis, die bei höheren Zinsen gar nicht mehr finanzierbar wäre. Hier besteht also das nächste Problem, wenn nur eine kurze Zinsbindung abgeschlossen wurden.
Das ist Quatsch, hatte ich aber auch geschrieben.
Zitat:
@XF-Coupe schrieb am 14. Juni 2016 um 22:02:46 Uhr:
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Des Weiteren denken viele, dass eine abgezahlte Immobilie kostenfreies wohnen bedeutet. Neben den höheren Nebenkosten im vgl zu einer Mietwohnung kommen meist Renovierungskosten von Heizung, Dach, usw. hinzu.
Nun ich hatte geschrieben, dass man in der eigenen Immobilie günstiger wohnt nicht kostenlos. Gerade bei einer Eigentumswohnung (ein Haus ist im Alter IMHO ohnehin nicht mehr optimal) werden Instanhaltungsrücklagen über Jahre gebildet und wenn größere Dinge wie Dach oder Heizung anstehen, dann zahlt man eben nur anteilsmäßig, für solche Dinge wird meist ein Teil aus der Instanhaltungsrücklage verwendet und ein Rest über eine Sonderumlage nach Anteil auf die Eigentümer verteilt. Je nach Größe der Wohnanlage fallen dann für eine Heizung vielleicht noch 1.000 € pro Wohnung an.
Weißt Du wo in in 25 Jahren die Mietpreise stehen in einer Zeit, in der Millionen von Neubürgern nach Deutschland strömen, die ihre Familien noch nacholen möchten (dies schreibe ich ausdrücklich ohne jegliche Wertung!!!) und die Regierung bisher jedes nur ansatzweise helfendes Wohnungsbauprogramm vermissen läßt?
Zitat:
@XF-Coupe schrieb am 14. Juni 2016 um 22:02:46 Uhr:
Zitat:
@SGSII schrieb am 14. Juni 2016 um 19:50:18 Uhr:
Meistens wird aufgrund der Immobilie bei der Altersvorsorge oder anderer Absicherungen gespart, ob das wirklich die sinnvollere Lösung ist?
Mal ganz ehrlich, was glaubst Du, wird in den nächsten 25 - 30 Jahren seinen Wert besser erhalten? Ein gänzlich oder fast unverzinster Euro in der Altersvorsorge, deren Auszahlung man womöglich noch versteuern muss, oder eine Immobilie?
XF-Coupe
du gehst von absoluten Idealbedingungen aus, dass ist alles richtig so, aber bei den meisten sind die Bedingungen nicht gegeben und das halte ich für viel gravierender, wie bereits geschrieben. Ein Auto ist relativ schnell verkauft, eine Immobilie hingegen nicht. Du kannst nicht die Lehrlinge mit Wunsch nach einem AMG und Gutverdiener mit viel Eigenkapital und guter Beratung gegenüber stellen. Das sind beides Extreme.
Die Altersvorsorge kann man so nicht beantworten, am Ende hängt es davon ab, wie lange die Person lebt. Gehen wir ml davon aus, die Medizin schreitet fort und er wird 100 Jahre alt. Mit der gesetzlichen Rente von vllt 40% vom vorhigen Netto wird es bei den meisten schwer die Immobilie zu halten, wenn nicht überwiegend viele Rücklagen gebildet sind. Hiet tritt doch der Effekt der Immobilienfinanzierung ein, nämlich der Zwang und Konsumverzicht zugleich, gleiches wie bei der Altersvorsorge. Wenn die Personen sich nicht weiterhin absichern, kann auch schnell mal eine längere Erkrankung alles in Frage stellen. Damit will ich sagen, wenn man so etwas macht, steckt deutlich mehr Aufwand und mehr Risiken als bei einem Auto.
Ob wir in 25 Jahre noch den Euro haben, wir 100 Mio Einwohner haben oder Sonstiges, weiß niemand. Vielleicht haben wir soviele Tornados wie in den USA und wir wohnen in günstigen Blockhütten. Oder eine Vielzahl an Häuser steht leer, weil alle wieder in der Stadt wohnen wollen, weil Autofahren zum Luxus wird. Man weiß es alles nicht :)
Edit: ich beziehe mich auf XF-Coupe:
Weißt du, wo in 25 Jahren die Immobilienpreise stehen? Gerade da jetzt angesichts der Niedrigzinsen viele bauen, die vor 10 Jahren nicht daran gedacht haben und die bei der Anschlussfinanzierung in 10 Jahren je nach Zinsentwicklung vllt ein langes Gesicht machen?
Es gab schon manche Blasen. Sei es IT oder auch Immobilien z.B. beim großen Bruder. Als sicher würde ich derzeit nichts ansehen.
Sicher ist für mich, dass mittel- bis langfristig nichts sicher ist. Dazu ist die Welt derzeit zu sehr im Wandel.
Nein ich weiss es nicht, aber ich weiss, dass ich in der eigenen Immobilie mietfrei (nicht nebenkostenfrei) wohnen kann.
Ansonsten stimme ich Dir zu, dass derzeit nichts sicher ist. Und gerade deshalb bin ich absoluter Sachwert-Junkie ;)
Und letztendlich sagt eine alte Kaufmannsregel "im Einkauf liegt der halbe Gewinn".
Wer jetzt in den überteuerten Boomregionen kauft, kauft zu teuer, keine Frage. Wer insbesondere zur Vermietung Neubau kauft, hat schon mal eine deutlich schlechtere Rendite und einen anfänglichen Wertverlust. Hier bei uns im ländlichen Raum (10 kEinwohner-Stadt) konnte man bis vor kurzem, bei guter Marktbeobachtung und schneller Entscheidung noch schöne Schnäppchen machen. Da waren einige Wohnungen (90er Baujahre solide Substanz) zwischen 700 und 1000 € pro qm dabei, die sich für 4 - 5 €/qm vermieten lassen.
Wer sich nichts ansieht, ist auch nicht in der Lage, ein Schnäppchen zu erkennen, wenn es ihm vor die Füße fällt ...
Weißt, das ist ähnlich wie bei den Autos, die Leute wollen häufig alles gleich und können/wollen nicht warten. Da wird entweder neu gebaut, oder was Gebrauchtes gekauft und auf Pump gleich noch top saniert.
Als ich unser ehemaliges Wohnhaus 1989 gekauft hatte, war das Ding 10 Jahre alt. Da wurde vor dem Einzug einmal gründlich durchgeputzt, gestrichen und die Teppichböden (soweit vorhanden) professionell gereinigt. Dann habe ich alle finanzielle Kraft in die Tilgung gesteckt und als das erledigt und wieder etwas Geld angespart war (ca. 15 Jahre später), wurde es genauso top saniert, wie wir es haben wollten. Heute lebt meine Ex-Frau noch drin und ich bin froh, dass ich mich nicht mehr um Rasen, Schneeräumen usw. kümmern muss ...
XF-Coupe
P.S.: Zur Immo-Blase in den USA, das war im Grunde eine Finanzblase. Da wurden Immokredite sogar an Mittellose vergeben. Das war auch kein Problem, da die Immopreise regelmäßig jedes Jahr gestiegen sind, konnten sogar die Zinsen aufs Darlehen draufgepackt werden, teilweise konnten die Leute sogar noch Kredit für ein Auto aufnehmen, weil ja der Wert der sichernden Immobilie immer höher wurde. Und immer mehr Banken sind aufgesprungen und das Rad drehte sich immer schneller. Das mußte irgendwann platzen.
Hier in Deutschland hatten wir genau das Gegenteil. Denn in Deutschland gab es 1994 die Schneider Immobilienpleite bei der die Banken Milliarden verloren haben. Infolgedessen wurden Immokredite sehr vorsichtig vergeben. Da reichte es nicht mal das beide Arbeit hatten, es wurde auch die Branche beachtet, in der die Leute tätig waren. Ich erinnere mich an einen Fall, war so 2005 oder so, da habe ich ein Reihenhaus an eine Familie verkauft, sie war Beamtin und er in einem Baustoffhandel beschäftigt. Die Baubranche lief damals nicht und so mußten die beiden einige Wochen um die Kreditzusage bangen.
Und auch selbst heute, ist die Kreditvergabe in D nicht mit dem zu vergleichen, was damals in den USA passiert ist. Wie das dann weiterging mit dem Verkauf der Kredite und Bündelung in Wertpapiere, wissen wir ja alle ...
Zitat:
@BMWRider schrieb am 14. Juni 2016 um 21:01:20 Uhr:
Jetzt mal unter uns: Geliehenes Geld ("Fremdes" klingt arg negativ und ergaunert) auszugeben ist völlig ok, solange man die Verbindlichkeiten bedient.
Und bei einem Kfz-Kredit gibt es ja eine pfändbare Sicherheit im Gegensatz zu einem Kredit, der z.B. für eine Reise aufgenommen wurde. Das sehe ich dann auch kritisch, wenn selbst sowas finanziert wird.
Mir ist schon klar, dass das durchaus etwas überspitzt war, aber durchaus mit Absicht etwas negativ klingen sollte.
Es sollte nicht in Richtung ergaunert klingen, aber es sollte zeigen, dass hier Konsum vorgezogen wird (und ja, ein Auto ist keine Investition, sondern Konsum), der oft hinterher sehr schmerzlich wird.
Denn insbesondere beim Konsum sollte man eben nicht auf Pump leben, denn das geht selten lange gut.
Zum Immobilienkauf:
Echte Risiken gibt es sowohl bei der Miete, wie auch beim Kauf. Bei letzterem eben vor allem dann, wenn hohe Kredite aufgenommen werden müssen.
Dort besteht das Risiko vor allem in den aktuell schon sehr hohen Preisen (ja, man hätte vor ein paar Jahren kaufen sollen, aber das Argument bringt nicht weiter ... hinterher ist man immer schlauer). Wenn hier einige hunderttausend Euro an Schulden aufgenommen werden, dann tut der Zins aktuell zwar nicht sonderlich weh, aber allein der Preis will eben auch irgendwann getilgt werden. Wenn das nur in Minischritten geschieht, dann besteht eben das Risiko, dass in 10 Jahren der Zins wieder wo anders steht, die Verbindlichkeiten aber kaum geschrumpft sind.
Man möge es mir nachsehen, das ich nicht den gesamten Thread gelesen habe und für den Fall, das ich etwas wiederhole, bitte ich darum, nicht gleich erschossen zu werden:
Ich vermute, dass hier wirklich (ernst gemeint) jede Menge Finanzkompetenz schreibt, die auch schon den einen oder anderen Batzen Geld erspart hat und nach Anlagemöglichkeiten sucht, um sein Vermögen zu vergrößern und sein Geld nicht nicht in 10 jährige Bundesanleihen mit Minusverzinsung parken zu müssen :)
Auf der anderen Seite habt (mit Sicherheit einige von Euch) ihr alles was ihr braucht. Wozu auch auf Pump irgendeinen Käse kaufen. Stimmt's? Immobilien halt, ist ja der Klassiker. Ist jemand eigentlich mal auf die Idee gekommen, dass den Banken das Geschäftsmodell wegbricht, weil es viele Menschen gibt die, wie hier der eine oder andere, sehr darauf bedacht sind sparsam und risikoarm zu leben? Die guten Firmenkunden brechen weg, da die Ihr Geld mit einem Minuszins als Anleihe von der EZB kriegen. Diejenigen Privatkunden, die einen Schufaeintrag oder dergleichen haben, die kriegen eh keinen Kredit. Da bleibt nur noch eine kleiner werdende Anzahl von Konsumenten, die den Ertrag generieren sollen, den Ihr zu erwirtschaften gedenkt (In Form von Dividenden, Zinsen usw..) Auf der einen Seite beschreibt man also Sodom und Gomorrha, weil die Menschen genau das machen was sie sollen, auf der anderen Seite wird auf sie heruntergeschaut, während man die Erträge einstreicht. Das das eigene Handeln völlig von dem abgekoppelt wird, was da gerade passiert, kann ich nicht so ganz verstehen.
Versteht mich nicht falsch: Ich gönne jedem einen fetten Ertrag. aber IRGENDWOHER muss das Geld doch kommen! Und je größer mein Gewinn ist, desto größer ist nun mal auch mein Risiko. Und das ist auch richtig!
Diese Form von ... ich sag mal Dualismus findet man doch ganz häufig. Diese Widersprüche braucht es zum Teil auch.
Wer was werden will im Leben, hat die besten Chancen wenn der Berufsabschluss so hoch wie möglich ist. Also rät man natürlich jedem dazu. Dieser Logik nach hieße das, dass wir irgendwann promovierte Bauhelfer beschäftigen.
Die Leute schließen fondsbasierte Altersvorsorge ab, die aber nur was abwerfen kann, wenn die Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Das tun sie unter anderem in dem sie Personalkosten senken. Im schlimmsten Fall erhält man die Kündigung, damit die eigene Altersvorsorge noch Rente auszahlen kann.
Die Leute sollen weniger rauchen, um die Krankenkassen zu entlasten, gleichzeitig wird auf der anderen Seite Tabakanbau subventioniert und brechen Steuereinnahmen weg.
Die Leute kaufen Telekomaktien und wechseln dann den Anbieter, weil der günstiger ist
und und und
Was getan werden sollte ist immer eine Frage des Standpunktes und der Interessen des fordernden.
Vielleicht sollte man nicht nur die Hausfinanzierung an sich kritisch sehen, sondern den Standort. Wieviele der schönen "Eigenheimchen" werden draußen vor dem Stadttor auf der grünen Wiese errichtet? Ohne nennenswerte gewachsene Infrastruktur wie Schulen/Läden/ÖPNV drumherum. Geschweige denn ein halbwegs vernünftig großes Grundstück.
Bei der Weiterbildung ist es doch ähnlich ... man muss sich nicht unbedingt weiterbilden. Alleine die Tätigkeit, mal etwas mehr als die Mindestanforderung zu leisten, tut es auch. Wieviele Mitarbeiter tun denn nur genau so viel, damit sie keinen Ärger wegen zuwenig Leistung bekommen. Aber wehe es geht darüber hinaus ... natürlich soll man nicht zig Überstunden für umsonst buckeln, denn jeder ist sich noch selbst der nächste. Aber wenns drauf ankommt, mal mehr leisten und bspw. anderweitig mal Zeit absetzen. Oder sich mal freiwillig für eine Herrausforderung melden ...
Das ist wie in der Medizin - die Dosis macht den Unterschied zwischen Gift und Medikament. Und ein gewisses Maß an fremdfinanzierten Käufen mag ja zu vertreten sein. Setzt in meinen Augen aber immer voraus, dass ich die Belastung auch locker tragen kann. Einige Autos habe ich in meinem Leben auch nicht bar bezahlt, sondern geleast. Auch meine Altersversorgung in Immobilien wurde zunächst fremdfinanziert. War einfach sinnvoller.
Und ja, den Standort der Immobilie muss man (eigentlich) kritisch sehen. Und leider hab ich bisher bei jedem Immo-Verkauf meinen Einstandspreis nicht erzielt. Wertzuwachs auf dem Dorf = null, dazu gibt's dort zu viele Grundstücke preiswert zu kaufen. Aber versuch mal zentral in einer Kleinstadt ein Grundstück zu bekommen und dann auch noch zu bezahlen. Ich wohne lieber 20 Jahre da, wo ich möchte und akzeptier beim Verkauf den Verlust, als mich 20 Jahre lang über meine Wohnlage zu ärgern, damit ich beim Verkauf vielleicht einen Gewinn mache.
Aber kann mir jemand den Sinn erklären, ein Smartphone zu finanzieren, einen Kredit für den Jahresurlaub aufzunehmen, als Azubi sein gesamtes, frei verfügbares Einkommen für einen PKW zu verplanen? Aus diesem Teufelskreis kommt man nur sehr schwer wieder raus.
Für die kleineren Ausgaben des Lebens (Smartphone, TV, Waschmaschine usw., so bis vielleicht 2-3.000,- €) sollten Rücklagen vorhanden sein. Wenn ich nicht in der Lage bin, von meinem Einkommen regelmäßig einen kleinen Teil zu sparen, bin ich doch auch nicht in der Lage, von meinem Einkommen regelmäßig kleine Raten zu leisten.
Ich sehe das ähnlich wie PeterBH, solange man als Kreditnehmer die monatliche Belastung einer Finanzierung vernünftig tragen kann, ohne bei anderen Sachen wie der Lebenshaltung zurückstecken zu müssen und nebenher noch einen kleinen Teil des Einkommens sparen kann, ist es doch kein Problem, sein Auto nicht bar zu bezahlen, zumal man besonders bei einem Neuwagen damit auch enorm viel Geld verbrennt.
Man muss bei der ganzen Sache auch bedenken, dass sich in den letzten Jahren ein enormer Markt bei den Konsumentenkrediten gebildet hat. Klar wünschen sich auch viele Geringverdiener oder auch junge Leute einen gewissen Lebensstandard und die Banken haben mit diesen Kreditangeboten auf die gestiegenen Bedürfnisse reagiert. Die Konsumenten werden durch diese Angebote von den "geringen" Monatsraten geblendet, sodass plötzlich der Eindruck entsteht, man kann es sich leisten.
Kritisch sehe ich auch die Finanzierung von Elektronikgeräten oder sogar Urlauben, denn hier sollte man schon in der Lage sein, einen gewissen Teil des Einkommens gerade für solche Dinge zur Seite zu legen.
Dennoch sollte man nicht alle Finanzierungen über einen Kamm scheren, denn besonders die Automobilindustrie würde ohne derartige Angebote gar nicht exisitieren, denn mittlerweile sind 3/4 der Autos auf den deutschen Straßen fremdfinanziert.
Zitat:
@rOobinL schrieb am 15. Juni 2016 um 19:21:57 Uhr:
Ich sehe das ähnlich wie PeterBH, solange man als Kreditnehmer die monatliche Belastung einer Finanzierung vernünftig tragen kann, ohne bei anderen Sachen wie der Lebenshaltung zurückstecken zu müssen und nebenher noch einen kleinen Teil des Einkommens sparen kann, ist es doch kein Problem, sein Auto nicht bar zu bezahlen, zumal man besonders bei einem Neuwagen damit auch enorm viel Geld verbrennt.
Ich bin dabei, wenn man die Raten wirklich gut tragen kann. Nur ist das leider eher der Ausnahmefall, denn in solchen Fällen ist meist das Geld da.
Davon abgesehen gehe ich mit dem letzten Teilsatz eben genau nicht mit. Denn das ist das, was in die Hose geht. Ein Neuwagen wird nicht billiger, nur weil man ihn finanziert. Das Problem ist an der Stelle, dass ein Neuwagen viel Geld verbrennt und das wird nicht besser durch eine Finanzierung, die kaschiert es bestenfalls.
Ansonsten muss man ein wenig hinsehen, wenn man über den deutschen Neuwagenmarkt redet.
Im gewerblichen Bereich ist eine Fremdfinanzierung (z.B. Leasing) eine andere Hausnummer als bei Privatkäufen. Dort macht die einfach in viel mehr Fällen Sinn und deshalb sind dort auch fast alle Fahrzeuge fremdfinanziert.
Hier aber reden wir von privaten Fahrzeugen und da sieht die Geschichte schnell anders aus.
Zitat:
@rOobinL schrieb am 15. Juni 2016 um 19:21:57 Uhr:
Ich sehe das ähnlich wie PeterBH, solange man als Kreditnehmer die monatliche Belastung einer Finanzierung vernünftig tragen kann, ohne bei anderen Sachen wie der Lebenshaltung zurückstecken zu müssen und nebenher noch einen kleinen Teil des Einkommens sparen kann, ist es doch kein
Problem, sein Auto nicht bar zu bezahlen, zumal man besonders bei einem Neuwagen damit auch enorm viel Geld verbrennt.
... Ein Neuwagen verbrennt das Geld, wenn Du die Schilder dransteckst, egal ob er cash bezahlt ist, oder finanziert.
Der Unterschied liegt darin, dass er beim bar bezahlten Auto, das Geld verbrennt, das sich der Käufer schon mühsam beiseite gelegt hat und das tut weh, wenn man sich das vor Augen führt. Beim Finanzieren ist der Verlust genauso da, aber die Rate bleibt über die Laufzeit gleich, da fällt es nicht so auf.
Daher tendieren viele Barkäufer, wie auch ich, zum jungen Gebrauchten. Der verbrennt zwar auch noch viel Geld, aber der erste große Batzen ist weg. Und z.B. so ein Werksdienstwagen befindet sich in Fast-Neuwagenzustand, hat eine geringe Laufleistung, durch die Gebrauchtwagengarantie genausolang Garantie wie ein Neuwagen und liegt preislich je nach Marke und Modell zwischen 30 und 45% unter dem Listenneupreis.
Natürlich wird auch der Listenneupreis nicht bezahlt, das ist klar, aber etliche Tausend Euro sind es doch, die man hier noch sparen kann, bzw. die in diesem Fall auf dem Konto bleiben.
XF-Coupe
Zitat:
@XF-Coupe schrieb am 15. Juni 2016 um 20:07:28 Uhr:
Daher tendieren viele Barkäufer, wie auch ich, zum jungen Gebrauchten. Der verbrennt zwar auch noch viel Geld, aber der erste große Batzen ist weg.
Das Extreme ist, greift man sich mal drei Punkte raus und unterstellt ein Auto nicht aus dem günstigen Segment (Klein(st) wagen), welches auch halbwegs bewegt wird, dann ergeben sich massive Unterschiede.
Damit meine ich Punkt eins = Neuwagen, Punkt zwei = 3 Jahre alt, Punkt drei = 10 Jahre alt.
Nehmen wir z.B. 4 Jahre Haltedauer an, dann ist der Neuwagen exorbitant teurer als die anderen beiden und im Vergleich sind die Kostenunterschiede zwischen den anderen beiden nur noch marginal.
Einen (kleinen) Teil des Nettoeinkommen zu Seite legen... genau das tun viele, bzw. alle Konsumenten. Die Klugen tun es vorher und kaufen sich dann etwas Außergewöhnliches, wenn das Geld dafür gespart wurde. Der Lohn des Sparers, des Fleißigen, sozusagen.
Der Dumme Teil der Menschheit konsumiert zuerst und legt dann einen größeren Teil des Nettoeinkommens für die Tilgung zur Seite. Vor der Differenz der beiden Beträge, also der Kreditzinsen, erhält der Kluge seinen Zins, der Banker seinen Lohn. So easy. That´s Bankwirtschaft für Einsteiger. Dem produzierenden Gewerbe ist es doch egal, ob der Kluge oder der Andere kauft. Er muss so oder so produzieren und das Geld kommt: aus dem Geldbeutel des einen oder von der Bank des anderen. Die Industrie forciert dieses Bankgeschäft mit einen Banken, z.B. BMW-Bank, Volkswagenbank, usw. damit sie selbst die Spielregeln ein wenig festlegen kann.