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Firmenwagen GWV - Schlechterstellung bei Einzelbewertung und Abgabe des Fahrzeugs unter dem Jahr?

Themenstarteram 30. Oktober 2020 um 8:52

Hallo zusammen,

ich hab mal eine etwas speziellere Frage zum Thema Geldwerter Vorteil vom Firmenwagen bei der Einzelbewertung.

Generell gilt ja erstmal Folgendes:

  • Pauschalbewertung: 1% + 0,03% * <Entfernungskilometer> * BLP (Bruttolistenpreis)
  • Einzelbewertung: 1% + 0,002% * <Tage an erster Tätigkeitsstätte> * <Entfernungskilometer> * BLP

Die Einzelbewertung ist zunächst mal vorteilhaft wenn man <=15 Tage/Monat (bzw. <= 180 Tage/Jahr) an der ersten Tätigkeitsstätte arbeitet

-> 15 * 0,002% = 0,03% - das würde dann der Pauschalbewertung entsprechen.

Nun gibt es eine Regel, die eine Schlechterstellung in der Einzelbewertung ggü. der Pauschalbewertung verhindern soll - siehe Haufe

Zitat:

Wird im Lohnsteuerverfahren die Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angewendet, muss die Begrenzung auf maximal 180 Fahrten jahresbezogen vorgenommen werden. Eine Begrenzung des geldwerten Vorteils auf 15 Fahrten im einzelnen Monat ist nicht zulässig.

Damit soll erreicht werden, dass der Einzelnachweis nie zu einem höheren geldwerten Vorteil führt als die Monatspauschale von 0,03 %, für die sich beim Tagessatz von 0,002 % 15 Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte pro Monat mit dem Dienstwagen berechnen. Die jahresbezogene Begrenzung auf 180 Fahrten bewirkt, dass in einzelnen Monaten beim Lohnsteuerabzug mehr als 15 Fahrten der Dienstwagenbesteuerung unterliegen können und erst ab dem Monat eine Kürzung der tatsächlich geführten Fahrten erfolgt, ab dem die Höchstgrenze von 180 Tagen erreicht ist.

Das bedeutet also, dass im Falle der Einzelbewertung, erstmal alle Fahrten gezählt werden, auch wenn man damit in der Lohnsteuer am Ende vom Monat erstmal schlechter gestellt wird (also bei >15 Fahrten).

Dies geht solange, bis man die 180 Tage "aufgebraucht" hat - danach zahlt man für den Rest vom Jahr quasi nur noch die 1%. (also z.B. 9 Monate á 20 Fahrten und dann werden die folgenden drei Monat keine Fahrten mehr gezählt...).

Nun zu meiner Frage:

Angenommen man verwendet die Einzelbewertung und will/muss den Firmenwagen in der Mitte vom Jahr abgeben (z.B. Wechsel der Firma).

Weil man schlecht geplant hat, fährt man bis dahin aber 20 Tage/Monat an die erste Tätigkeitsstätte.

Das bedeutet zwischen Januar und Juni zahlt man mehr GWV im Monat als bei der Pauschalregelung.

Da man aber ab Juli keinen Firmenwagen mehr hat, kann sich das aufs Jahr gesehen ja nicht mehr ausgleichen.

Natürlich hat man immer die Möglichkeit im Folgejahr bei der Einkommenssteuererklärung das Ganze auf die Pauschalbewertung zu ändern, aber gibt es abseits davon noch irgendwie eine Regelung? Oder ist es tatsächlich so, dass man in diesem Falle dann "zu viel" gezahlt hat und es sich nur über die Einkommenssteuer zurück holen kann?

Viele Grüße

 

 

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7 Antworten

Gegenfrage: Zuviel bezahlte Steuer bekommt man in der Regel immer wann?

Themenstarteram 30. Oktober 2020 um 11:34

Mir ist zwar klar, dass das eine rhetorische Frage sein soll, aber ich versteh nicht ganz worauf du abzielst.

Ich hatte ja schon geschrieben, dass man theoretisch in der Einkommenssteuererklärung auf die Pauschalbewertung wechseln kann und damit dann eben entsprechend eine Rückzahlung bekommt.

Zitat:

Natürlich hat man immer die Möglichkeit im Folgejahr bei der Einkommenssteuererklärung das Ganze auf die Pauschalbewertung zu ändern, aber gibt es abseits davon noch irgendwie eine Regelung

Mich würde aber interessieren, wie das abseits davon ist? Oder um es auf deine Rückfrage umzumünzen - ist es denn überhaupt so, dass man aus steuerrechtlicher Sicht zuviel bezahlt hat?

Aus Sicht der Einzelbewertung passt ja alles (6 Monate á 20 Fahrten und dann hat man halt den Wagen abgegeben).

Ich mein wenn die Antwort ist "Ja das geht dann nur durch einen Wechsel zurück zur Pauschalbewertung in der Einkommenssteuererklärung" ist das auch okay für mich ... aber deshalb frage ich ja.

Ich verstehe das Problem nicht. Du kannst die Einzelwertung doch sowieso nur in der Steuererklärung geltend machen, wie soll das denn monatlich funktionieren?

 

Es sei denn, Du hast festgelegte Bürotage, so dass der AG das bereits bei der monatlichen Abrechnung berücksichtigen kann. Ich z.B. weiß zu Monatsbeginn nicht, an wie vielen Tagen ich ins Büro fahren werde.

Themenstarteram 30. Oktober 2020 um 12:10

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 30. Oktober 2020 um 11:37:59 Uhr:

Ich verstehe das Problem nicht. Du kannst die Einzelwertung doch sowieso nur in der Steuererklärung geltend machen, wie soll das denn monatlich funktionieren?

Es sei denn, Du hast festgelegte Bürotage, so dass der AG das bereits bei der monatlichen Abrechnung berücksichtigen kann. Ich z.B. weiß zu Monatsbeginn nicht, an wie vielen Tagen ich ins Büro fahren werde.

Bei meinem AG wird das vom Lohnbüro übernommen und quasi einen Monat verzögert in der Lohnabrechnung eingepflegt. Dafür geben wir jeden Monat eine Liste mit den gemachten Fahrten des aktuellen Monats ab.

Vielleicht bin ich da so ein bisschen Firmenblind - ist es denn üblicherweise so, dass es bei der Einzelbewertung ohnehin erst in der Einkommenssteuer richtig gerade gezogen wird?

Zitat:

@Flipp87 schrieb am 30. Okt. 2020 um 12:10:42 Uhr:

Vielleicht bin ich da so ein bisschen Firmenblind - ist es denn üblicherweise so, dass es bei der Einzelbewertung ohnehin erst in der Einkommenssteuer richtig gerade gezogen wird?

So kenne ich das. In der Monatsabrechnung wird pauschal besteuert, in der Steuererklärung dann mit den tatsächlichen Bürotagen gerechnet.

 

Hat auch für den AG den Vorteil, dass er für die Angaben des AN in der Steuererklärung nicht haftet, für seine Angaben in der Lohnabrechnung aber unter Umständen schon.

Zitat:

@Flipp87 schrieb am 30. Okt. 2020 um 12:10:42 Uhr:

Bei meinem AG wird das vom Lohnbüro übernommen und quasi einen Monat verzögert in der Lohnabrechnung eingepflegt. Dafür geben wir jeden Monat eine Liste mit den gemachten Fahrten des aktuellen Monats ab.

Das ist bei mir ähnlich. Ich gebe bis zum 25. die Liste mit Tagen im Büro ans Lohnbüro, dann wird damit die Abrechnung für den laufenden Monat gemacht. Klappt aber auch nur, weil ich bis zu dem Tag weiß ob ich z.B. am 28. nochmal ins Büro fahre oder nicht und einen flexiblen kleinen AG habe.

 

Die meisten AG machen das Spiel aber gar nicht mit, da wird dann pauschal versteuert und fertig. Wenig Arbeit, kein Risiko.

Der AN kann sich das Geld teilweise über die Steuererklärung holen (das gilt aber nur für Steuern, nicht SV-Abgaben).

 

Zu deiner eigentlichen Frage:

Blöder Fall. Ich denke, die einzige Möglichkeit ist wie du sagst der Wechsel zur pauschalen Versteuerung bei der Steuererklärung (oder wenn der AG mitspielt, per Rückrechnung alle Lohnabrechnungen aus dem Jahr korrigieren und auf Pauschal umstellen).

Die Festlegung zur Versteuerung der Einzelfahrten mit 0,002% oder pauschal mt 0,03% erfolgt zu Beginn des Kalenderjahres. Ein Wechsel im laufenden Jahr ist nicht möglich. Der Arbeitgeber darf die Lohnabrechnungen nicht rückwirkend ändern. Wenn keine arbeits- oder dienstrechtlichen Bestimmungen dagegen sprechen, muss der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers die Einzelfahrtbewertung vornehmen.

Gruß Jerry

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