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Fehlversuche Kostenexplosion

Themenstarteram 8. April 2013 um 10:55

Hallo liebe User,

Nehmen wir mal an das ich ein Problem mit meinem Fahrzeug habe.

Folgendes Szenario: Fahrzeug fährt nicht schneller als 100km/h.

Ich erteile eine Werkstatt den Auftrag, den Fehler zu suchen und zu beheben.

Die Werkstatt ist mehrere Stunden damit beschäftigt Teile auszutauschen z.B Nockenwelle, luftmassenmesser, Sensoren etc. um den Fehler zu suchen.

Im enddefekt stellt sich heraus das die Zündkerzen Defekt wahren und den Fehler verursacht haben.

Wie sieht es rein Rechtlich aus? Muss der Kunde alle getauschten Teile bezahlen obwohl Sie nicht die Ursache für das Problem waren? :confused:

Dieser Fall ist bei mir zum Glück noch nicht eingetreten. Aber man hört ja sowas ja leider öfters :eek:

Hat jemand damit bereits Erfahrung machen dürfen ?

Beste Antwort im Thema
am 9. April 2013 um 14:50

Zitat:

Original geschrieben von Julomixx

 

Das würde bedeuten, die Werkstätte könnten sogar absichtlich nicht defekte Teile tauschen um daran zu verdienen und man muss als Kunde schön brav zahlen???

Du hast soeben das A.T.U-Prinzip entdeckt.

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13 Antworten

Hallo,

Du hast zwar sehr viele Teile angegeben die getauscht wurden aber

meistens musst du das bezahlen.

Dein Auftrag war ja auch die Fehlersuche.

Seelze 01

Themenstarteram 8. April 2013 um 11:58

Zitat:

Original geschrieben von Seelze 01

Hallo,

Du hast zwar sehr viele Teile angegeben die getauscht wurden aber

meistens musst du das bezahlen.

Dein Auftrag war ja auch die Fehlersuche.

Seelze 01

Das würde bedeuten, die Werkstätte könnten sogar absichtlich nicht defekte Teile tauschen um daran zu verdienen und man muss als Kunde schön brav zahlen???

am 8. April 2013 um 12:09

Zitat:

Das würde bedeuten, die Werkstätte könnten sogar absichtlich nicht defekte Teile tauschen um daran zu verdienen und man muss als Kunde schön brav zahlen???

Theoretisch ja, wobei du dir defekte Teile aushändigen lassen kannst, sofern es keine Tauschteile sind. Praktisch würde ein Gutachter feststellen müssen, ob die Fehlersuche bei den aufgetreten Symptomen korrekt war.

Jein!

Wenn der Auftrag die Fehlerbehebung war und du 3x hin musst, bis der Fehler weg ist, musst du die Arbeitszeit zahlen. Die Materialkosten nur, wenn du den Austausch von Teil X "bestellt" hast. Theoretisch musst du nur das defekte Bauteil bezahlen.

Beide Auftragsformen haben ihre Tücken! Wenn die Werkstatt vor dir den Auftrag der Fehlerbehebung bekommt, kann die Werkstatt sich Zeit lassen. Nutzlos getauschte Teile musst du aber nicht zahlen, da sie nicht die Fehlerursache waren.

Wenn die Werkstatt dir aber im Auftrag schon rein schreibt "Teil XY tauschen", statt "Fehlersuche", musst du dies Teil auch zahlen! Wenn der Kunde dann mit dem Fehler wieder kommt, wird mit "Dann müssen wir Teil CXY auch tauschen" der nächste Auftrag an Land gezogen!

Beide Auftrags-Formen haben Nachteile!

MfG

Themenstarteram 8. April 2013 um 14:42

Du hast recht beide Formen haben Nachteile. Man hat als Kunde also meistens die A...karte :)

Ich denke du hättest gute Chancen wenn du dich an eine Schiedstelle wendest.

Denn vom Ablauf her werden die Kerzen und Zündkabel bei der Fehlersuche ganz am Anfang geprüft und damit ist der rest alles unnötig.

am 8. April 2013 um 20:00

Da dein Fall wie du schon sagst konstruiert ist kann man dazu nichts sagen. Das eine Werkstatt die Nockenwellen tauscht vor den Zündkerzen halte ich für absolut ausgeschlossen.

Was du bezahlen musst sind auf jeden Fall die Arbeitsstunden die anfallen und auch Teile die es hätten sein können, sofern es verschleissteile sind. Wenn du sagst dein Wagen fährt nicht mehr schneller als 100 und die Werkstatt tauscht dir die Reifen musst du das selbstverständlich nicht zahlen.

 

Anders siehts bei (für Fachleute) offensichtlichen Fehlern aus. Gehst du zum Meister und sagst das dein Rad Geräusche macht, er das Radlager wechselt und dir dafür 5h für die Fehlersuche aufschreibt kann da auch was nicht stimmen ;)

Daher ist es wichtig immer zu einer Werke zu gehen der man 100% vertraut.

Themenstarteram 8. April 2013 um 21:01

Ich habe diese Frage ganz bewusst gestellt, da ich letzte Zeit irgendwie das Gefühl habe, dass unsere Werkstätte verlernt haben systematisch Fehler zu suchen.

Die Fehlersuche von heute sieht doch so aus: Mögliches Teil tauschen und mal schauen ob's funktioniert, wenn nicht das nächste Teil tauschen usw..

Ganz nebenbei wird damit noch richtig Geld verdient. Es ist sicherlich nicht bei jeder Werkstatt der Fall, aber halt oft. Dies habe ich in meiner Werkstatt zwar noch nicht erlebt, aber ich habe halt Bekannte und Freunde die sowas schon durchgemacht haben.

Zitat:

Ich habe diese Frage ganz bewusst gestellt, da ich letzte Zeit irgendwie das Gefühl habe, dass unsere Werkstätte verlernt haben systematisch Fehler zu suchen.

Mit der Werkstatt ist es wie mit einem Arzt. Man muss Vertrauen haben, ansonsten geht man zur nächsten Werkstatt. Sicherlich gibt es Fehler, die sehr schwer zu finden sind und wo stundenlang gesucht werden kann und wo letztenendes der Fehler ein 1-Euro-Bauteil war. Bei der Komplexität der heutinge Fahrzeuge wunderts mich auch nicht.

Wie schon gesagt sollte im Reparaturauftrag genau definiert werden, was gemacht werden soll. Aber auch dann wird schwer, schließlich will man sein PKW ja repariert haben.

Wenn man bedenkt, das der Umsatz heute mit dem Service gemacht wird und der Neuwagenverkauf nur noch ein lästiges Beiwerk ist, wundert mich auch nicht, dass es viele scharze Schafe gibt. Mit fällt da spontan eine deutsche Kfz-Service-Kette ein, denen ich pauschal alles zutraue.

Die Reparaturwirtschaft funktioniert nur so. Anders gehts nicht, denn keiner kann bei den manigfaltigen Fehlermöglichkeiten alles ausschliessen, nur das eine, richtige nicht.

Es entspricht nur nicht der menschlichen Vorstellung für etwas zu bezahlen was keinen Erfolg brachte.

Nun kann aber jeder Arbeitgeber genau so denken - und schon ist mancher Erwerbstätige in Hartz4.:p

Die Angabe von expliziten Fehlern mit Ursachenangabe, um eben diese unnötigen Kosten zu eliminieren, führt aber dazu, das man immer, in jedem Bereich des täglichen Lebens, selbst unfehlbarer Fachmann ist.

 

 

Zitat:

Original geschrieben von flatfour

Die Angabe von expliziten Fehlern mit Ursachenangabe, um eben diese unnötigen Kosten zu eliminieren, führt aber dazu, das man immer, in jedem Bereich des täglichen Lebens, selbst unfehlbarer Fachmann ist.

Nicht nur das, man ist dann auch verantwortlich fuer den Ausgang. Meist wie beim Hornberger Schiessen. :D

am 9. April 2013 um 14:50

Zitat:

Original geschrieben von Julomixx

 

Das würde bedeuten, die Werkstätte könnten sogar absichtlich nicht defekte Teile tauschen um daran zu verdienen und man muss als Kunde schön brav zahlen???

Du hast soeben das A.T.U-Prinzip entdeckt.

Normalerweise gibt es nach Herstellerangaben Fehlersuchpläne.

Wenn sich die Werkstatt an den Plan gehalten hat und hat z.B. festgestellt, dass die Nockenwelle eingelaufen ist, der Luftmassenmesser defekt ist, ein Sensor defekt ist und eine Zündkerze, dann ist die Reparatur natürlich korrekt, auch wenn das Auto vieleicht nur mit einer Zündkerze oder einer Nockenwelle wieder schneller als 100km/h gefahren wäre.

Wenn die Nockenwelle natürlich im Sollbereich liegt, der Luftmassenmesser nur falsche Werte ausgegeben hat weil die Zündkerze defekt war und selbiges mit dem Sensor passiert ist, dann ist die Frage, ob man dies über die allgemein anerkannten Diagnosewege hätte so heraus finden können.

Wenn eine Diagnose nach Herstellervorgabe den Schluss vorlegt, Luftmassenmesser & Lambdasonde defekt, dann ist es richtig, dass beide Teile getauscht werden wenn nur eins kaputt ist.

Wenn der Fehlerspeicher das sagt und beides wird getauscht, weil man nicht in der Lage ist zu messen und nur der Luftmassenmesser defekt ist, muss die Lambdasonde nicht zwingend mit bezahlt werden.

Anders ist dies, wenn z.B. das seperate Prüfen den Teilepreis übersteigen würde.

Das ist alles Einzelfallabhänig.

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