Fehlkonstruktion 50 Liter Tank
Hallo Community,
Es war fast schon zu ahnen: Die neue E-Klasse bekommt wie der W205 einen Mini-Tank, der Mercedes den Flottenverbrauch drückt.
Klar ist dennoch: ein 50-Liter Tank ist viel zu klein. Mir ist der schon in der B zu schmal, die Reichweite ist mäßig. Mercedes macht es so quasi unmöglich, eine richtige Basis-E zu bestellen. Fahrzeuge mit Mini-Tank werden als Gebrauchte kaum verkäuflich sein.
Unachtsame Käufer könnten eine böse Überraschung erleben. Zu befürchten ist auch, dass die Tankvergrößerung nicht so üppig sein wird.
Gruß Sitzheitzung.
Beste Antwort im Thema
Ne ich nimm immer Punica. Sonst passt der Schlauch nicht rein :D
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315 Antworten
Zitat:
@ichfahrealsobinich schrieb am 25. Mai 2016 um 11:56:02 Uhr:
Entzug ist ein starker Reiz, nimmst du Leuten Anlasskurbel, Reserverad, Bordwerkzeug, Kassettenlaufwerk, CD-Player, Tankvolumen, werden sie aggressiv. Das ist bei geistig beweglichen oder vernunftgesteuerten Menschen weniger ausgeprägt, aber es ist ein Urtrieb. Deshalb ist klar, dass man ihn hier - also in anonymer Umgebung - besonders auslebt und es ist ebenso klar, rationale Argumente laufen komplett ins Leere.
Zum Glück ist das Auto trotz des sehr hohen Preises ein standardisiertes Massenprodukt. Da nehmen einem Entwickler die Entscheidung ab und entrümpeln regelmäßig unter schnell verstummendem Protest das Package. So kann Fortschritt stattfinden ohne dass erst eine Fahrergeneration sterben muss.
Sehr schöner Beitrag, bitte gern mehr von der Sorte!
Meinetwegen sollen sie einen 5-Liter Tank einbauen, wenn das Auto dann damit 800km weit kommt bin ich trotzdem zufrieden.
;)
MFG Sven
Das Problem ist aber, wenn sie anhand des Normtestes kalkulieren dass Du 800 km mit den 5 Liter schaffst, Du aber in der Praxis alle 400 km tanken musst. Dann wäre es sinnvoller gewesen wenn sie einen 10 L Tank verbaut hätten.
Die Tankdiskussion wird nie enden und ich finde zu Recht. Denn das Problem mit dem kleinen Tank ist doch letzten Endes nur exemplaisch für die restlichen Einsparungen gerade an Komfortdetails.
Wenn ich seltener an der Zapfsäule stehe, spare ich Zeit und habe einen Komfortgewinn. Es geht ja dabei auch nicht um die reine kalkulatorische Strecke von München nach Berlin. Es ist doch auch Komfort, wenn ich bei halbvollem Tank morgens losfahren kann ohne zu wissen, dass ich nach 150 km wieder zum Tanken raus muss.
Und wenn man dem Menschen mehr abkassiert und dafür plötzlich weniger gibt, kippt die Stimmung.
Andere kleine Beispiele:
- Scheinwerferreinigunganlage (war mal ein Sicherheitsfeature)
- Lordosestütze bei Seriensitzen
- CD-Player (auch wenn ich das persönlich eher unter Weiterentwicklung verbuche)
- Grunkeil in der Windschutzscheibe
- knarzfreie Cockpits
- Entfall von Holz und Zierelementen bei Modellpflegen
- vollwertige Ersatzräder mit Werkzeug
- inhaltlich brauchbare Betriebsanleitungen
- Apps im Comand online, die plötzlich nicht mehr da sind
- mit Schlüssel schließbare Heckklappe (GLE)
- LED als Serienscheinwerfer (212/213)
- Einheitsbrei-Motoren (Downsizing)
- Direkteinspritzer-Benziner, die nageln und klackern wie kleine Diesel...
usw. usw.. ...
Da kann jeder für sich die Liste noch beliebig weiterführen.
Wir geben viel Geld aus und wollen dafür einen Mehrwert und Komfort. Wir bekommen zwar durch die technische Entwicklung immer mehr aber bemerken daran auch, dass Mercedes (wie die anderen auch) mit uns in erster Linie Rendite machen muss und hofft, dass wir das neben dem ganzen Marketing-Wahn nicht merken. Stattdessen werden wir immer mehr von überteuerten Dekoelemten und Bling-Bling-Optik abgelenkt.
Kleiner Joghurtbecher-Motor, innen karge Ausstattung und außen das prollige AMG-Exterieur... Sowas verkauft sich in unserer werteschwindenen Gesellschaft eben besser als richtige Qualität mit nachhaltigen Werten.
Zitat:
@ichfahrealsobinich schrieb am 25. Mai 2016 um 11:56:02 Uhr:
Entzug ist ein starker Reiz, nimmst du Leuten Anlasskurbel, Reserverad, Bordwerkzeug, Kassettenlaufwerk, CD-Player, Tankvolumen, werden sie aggressiv. Das ist bei geistig beweglichen oder vernunftgesteuerten Menschen weniger ausgeprägt, aber es ist ein Urtrieb. Deshalb ist klar, dass man ihn hier - also in anonymer Umgebung - besonders auslebt und es ist ebenso klar, rationale Argumente laufen komplett ins Leere.
Zum Glück ist das Auto trotz des sehr hohen Preises ein standardisiertes Massenprodukt. Da nehmen einem Entwickler die Entscheidung ab und entrümpeln regelmäßig unter schnell verstummendem Protest das Package. So kann Fortschritt stattfinden ohne dass erst eine Fahrergeneration sterben muss.
Mich würde nun noch interessieren, was genau z.B. an einem fehlenden Reserverad (oder gar der Mulde) und damit der zwangsweisen Nutzung des Flicksets oder eines zu kleinen Tanks fortschrittlich sein soll. Könnte es sein, dass hier ein Definitionsproblem vorliegt und alles Neue automatisch als fortschrittlich bezeichnet wird, einerseits, um Kritiker im Keim zu ersticken, andererseits aber auch, um keine Kritik am Hersteller ausüben zu müssen?
Zitat:
@georgemb schrieb am 26. Mai 2016 um 11:00:49 Uhr:
Die Tankdiskussion wird nie enden und ich finde zu Recht. Denn das Problem mit dem kleinen Tank ist doch letzten Endes nur exemplaisch für die restlichen Einsparungen gerade an Komfortdetails.
Wenn ich seltener an der Zapfsäule stehe, spare ich Zeit und habe einen Komfortgewinn. Es geht ja dabei auch nicht um die reine kalkulatorische Strecke von München nach Berlin. Es ist doch auch Komfort, wenn ich bei halbvollem Tank morgens losfahren kann ohne zu wissen, dass ich nach 150 km wieder zum Tanken raus muss.
Das ist sicherlich zutreffend und beim Golf GTI, der auch bei normaler, humaner Fahrweise 9-10 Liter benötigt, hat mich der 50-Liter-Tank richtig genervt. Ja, das ist eine völlig andere Fahrzeugklasse, aber meine Ansprüche an die Fahrzeuge sind eigentlich klassenunabhängig, wobei ich natürlich für jeden Fall relativiere. Ich erwarte keinen S-Klasse-Komfort in einer A-Klasse zum Beispiel (oder keine A-Klasse-Agilität in einer S-Klasse), aber auch die kleinen Fahrzeuge sollten sich gut für Strecken um oder unweit über 500 km eignen können. Das war eben beim Golf VII GTI CS (DSG) nur mit starken Einschränkungen möglich und übertragen auf den W213 - um wieder zum Thema zu kommen - werden die 50/66 Liter bei einem größeren Benziner mit etwas schwererem Gasfuß auch zu einem Problem. Der kleine Benziner E 200 liegt mit etwas Spaß auf der Bahn auch schon bei über 10 Litern, mit viel Vollgas (dann rennt er aber auch tatsächlich bis zu Tacho 250, GPS 244 km/h) sind es dann auch mal 14-15 Liter (Schätzwert). Die V6- und V8-Benziner erfordern bei gleichem Tempo nicht zwingend mehr Kraftstoff - ich kenne bislang aber leider nur die beiden Einstiegsmodelle E 200/E 220d. Es ist beim starken E-Klasse-Benziner aber noch längst nicht so ekelhaft wie in einem M5 E60/E61, der es nach spätestens 350 km erforderlich macht, eine neue Tankstelle aufzusuchen. Da lacht der (baldige) W213 E 63 AMG-Besitzer nur darüber, trotz des nicht gerade riesigen Tanks...
Aber man muss ja auch nicht immer hetzen und bei so vielen Tempolimits und Baustellen ist die E-Klasse dank der passend lang abgestuften 9G-Tronic in ihrem Element. Der Momentanverbrauch bei Tacho 120 (GPS 117 km/h) lag beim nicht gerade lahmen E 200 W213 (ich fand ihn durchaus ausreichend motorisiert, 0-100 in ca. 7,5 Sekunden gemessen) bei 5 Litern/100 km, bei 80 km/h sind es nicht viel weniger. Man kommt also einigermaßen flott und dabei sehr spritsparend von A nach B. Hetzen will im E 200 sowieso niemand. Für die größeren, stärkeren Modelle möchte ich an dieser Stelle mangels Erfahrung noch nicht urteilen. E 200 und E 220d werden aber bei den Verkaufszahlen einfach den Löwenanteil ausmachen, daher wird sich die Masse nicht großartig über 50/66 Liter beschweren. Ich denke, darauf zielt Mercedes auch ab. Kunden, die die größeren Motorisierungen erwerben, kaufen durchaus auch mit genug Leidenschaft - und da zählt "Leiden" mit dazu. ;) [/ironie]
Ich fahre sehr gerne lange Distanzen und freue mich natürlich, wenn ich Reichweiten von 1200-1400 km schaffen kann. Andererseits ist die Relevanz relativ niedrig, ein Tankvorgang kostet nicht viel an Zeit und mindestens einmal am Tag sind die Tankstellenpreise niedrig. Als jemand, der auf Langstrecken ungern Pausen macht, kommt so ein Zwangsstopp dann doch nicht ganz ungelegen nach einiger Zeit. Es kommt doch eher selten vor, dass man am Tag mehr als 1000 km fährt. Beim Golf GTI musste ich an einem Tag leider auch zwei Mal tanken, das hat schon genervt. So schlimmt ist es bei der E-Klasse aber mit Sicherheit nicht - dort gibt es sparsamere Triebwerke und den optional größeren Tank, der sowieso (dank sicherlich oft geordertem Business-Paket) in den meisten Modellen verbaut sein wird.
Zitat:
@georgemb schrieb am 26. Mai 2016 um 11:00:49 Uhr:
Andere kleine Beispiele:
- Scheinwerferreinigunganlage (war mal ein Sicherheitsfeature)
- Lordosestütze bei Seriensitzen
- CD-Player (auch wenn ich das persönlich eher unter Weiterentwicklung verbuche)
- Grunkeil in der Windschutzscheibe
- knarzfreie Cockpits
- Entfall von Holz und Zierelementen bei Modellpflegen
- vollwertige Ersatzräder mit Werkzeug
- inhaltlich brauchbare Betriebsanleitungen
- Apps im Comand online, die plötzlich nicht mehr da sind
- mit Schlüssel schließbare Heckklappe (GLE)
- LED als Serienscheinwerfer (212/213)
- Einheitsbrei-Motoren (Downsizing)
- Direkteinspritzer-Benziner, die nageln und klackern wie kleine Diesel...
usw. usw.. ...
Mit jedem Modellwechsel wollen die Hersteller nicht nur Gutes tun, sondern vor allem Kosten reduzieren und Kaufbegeisterung wecken - im Idealfall eben beides. Der milliardenschwer entwickelte OM 654 klingt nach rausgeschmissenem Geld, aber diese Kosten werden sich vermutlich bezahlt machen, zumal man nunmehr moderne Diesel (auch in Bezug auf den Flottenverbrauch!) dringend braucht. Die serienmäßigen Halogenscheinwerfer sind ein Armutszeugnis, da stimme ich überein. Dafür sind am anderen Ende nunmehr die guten Multibeam-LED dazu gekommen. Die Sinnhaftigkeit von SRA stelle ich ein wenig in Frage. Cool sahen sie vor allem beim W124 schon aus, aber der Designer und Controller würde heute lieber auf sie verzichten. Tirefit-Systemen kann ich auch nicht viel abgewinnen. Der Downsizing-Wahnsinn ist der EU und dem NEFZ zu verdanken. Aber wer kann es verübeln, wenn ein Hersteller Kosten soweit optimiert, dass er mehrere Leistungsstufen aus einem Motor generiert? Es steht dem Kunden frei, ob er Geld sparen will und das Einstiegsmodell wählt, oder ob er den großen Motor nimmt und dabei im gleichen Zug an Hubraum, Klang und Verbrauch (bei ökonomischer bis normaler Fahrweise) spart. Der M 274 Vierzylinder-Otto klingt im kalten Zustand von außen wirklich leicht nagelig, aber das bekommt man im Innenraum dank guter Dämmung praktisch nicht mit - es ist ein himmelweiter Unterschied zum BMW N43/N53-Direkteinspritzer, der wirklich stark nagelte. Der OM 654 klingt dafür kaum noch nach Diesel, ihm wurde das Nageln ziemlich gut abtrainiert.
Im W213 wird es ja schon keinen E 500 (4,7 Liter) mehr geben, der AMG E 43 wäre demnach ein schwacher Ersatz. Da hilft nur: Tolerieren oder zur Konkurrenz gehen. Und wenn die Konkurrenz diese V8-Motoren auch nicht mehr anbietet, bleibt nur noch Tolerieren oder der AMG E 63. ;) Früher war ja alles besser...
Nur als kleiner Hinweis: laut Bedienungsanleitung, S. 433 kommt der E400 4MATIC mit 66 oder 78 l. Der E300 kommt mit 66 l, alle anderen Modelle mit 50 oder 66 l. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen...
Zitat:
@gendel2 schrieb am 26. Mai 2016 um 20:00:45 Uhr:
Nur als kleiner Hinweis: laut Bedienungsanleitung, S. 433 kommt der E400 4MATIC mit 66 oder 78 l. Der E300 kommt mit 66 l, alle anderen Modelle mit 50 oder 66 l. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen...
(bedankt)
Das passt doch! :cool: Die Bedienungsanleitung hatte ich leider nicht aufgeschlagen, in die sämtlichen neuen Funktionen des W213 bin ich auch ohne Hilfe gut durchgekommen. Und ich bin eher der Typ "Learning by doing". :D
Der E 400 4MATIC wird als V6 mit Allradantrieb von Natur aus etwas mehr verbrauchen, aber dafür sind dann auch 12 Liter mehr im Tank (bzw. 16 Liter bei der sicherlich seltenen Standardkonfiguration). Der E 300 sollte mit etwas Talent und Disziplin ebenso sparsam zu bewegen sein wie der E 200, da es sich grundlegend um den gleichen Motor handelt. Mit dem E 200 hatte ich wie gesagt keine Probleme auf der Langstrecke, da wollte er nur 5,8 Liter/100 km (berechnet) verbrauchen (inkl. Stadtanteil, E-Modus, V-Schnitt 117 auf der Autobahn). Da sich theoretische und praktische Reichweite aber immer unterscheiden, schreibe ich jetzt nicht den theoretischen Wert dazu. Die üblichen Entfernungen bei mir (ca. 500 km) spult so ein E 200/E 250/E 300 überraschenderweise also mehr als zufriedenstellend ab und es reicht dann sogar noch für den Rückweg.
Zitat:
@georgemb schrieb am 26. Mai 2016 um 11:00:49 Uhr:
......
Kleiner Joghurtbecher-Motor, innen karge Ausstattung und außen das prollige AMG-Exterieur... Sowas verkauft sich in unserer werteschwindenen Gesellschaft eben besser als richtige Qualität mit nachhaltigen Werten.
Richtige Qualität mit nachhaltigen Werten wie z.B. beim W123, der hier so oft als Maß der Dinge aus der guten alten Zeit verklärt wird?
Die Motoren waren nicht klein, aber elend lahm: 200D, 220D, 240D, 300D. Schlaftabletten auf Rädern.
Karge Innenausstattung? getönte Scheiben, Zentralverriegelung, Servolenkung, rechter Außenspiegel, fünfter Gang - alles Sonderausstattung.
Da finde ich die aktuelle E-Klasse schon ganz ordentlich. Werteschwund kann ich da nicht erkennen.
Zitat:
@gendel2 schrieb am 26. Mai 2016 um 20:00:45 Uhr:
Nur als kleiner Hinweis: laut Bedienungsanleitung, S. 433 kommt der E400 4MATIC mit 66 oder 78 l. Der E300 kommt mit 66 l, alle anderen Modelle mit 50 oder 66 l. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen...
Dann wird es mit Sicherheit irgendwann auch den 78 l Tank für den E200 oder E220d geben, was meint Ihr? 78 l wäre wieder perfekt, ich finde den 80 l Tank genial. Einmal in Österreich getankt und dann Italien hin und zurück. Ich finde das herrlich, nicht immer wieder tanken zu müssen und bei leerem Tank freut sich doch jeder Tankwart.
Zitat:
@gendel2 schrieb am 26. Mai 2016 um 20:00:45 Uhr:
Nur als kleiner Hinweis: laut Bedienungsanleitung, S. 433 kommt der E400 4MATIC mit 66 oder 78 l. Der E300 kommt mit 66 l, alle anderen Modelle mit 50 oder 66 l. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen...
Interessante Info. Im Klartext bedeutet das: Es ist Platz im W213 für knapp 80 Liter und die kleineren Volumina dienen nur dazu, die Kassen mit Dingen klingeln zu lassen, welche eigentlich selbstverständlich sind.
Genau. Das Hauptproblem wird der Gebrauchtwagenkauf werden: Nicht wenige Erstbesitzer werden das mit dem kleinen Serientank beim Bestellen gar nicht bemerken, und als Gebrauchtkäufer kann man sich dann zwangsläufig mit der geringen Reichweite herumärgern.
Langsam ist es wirklich mehr Schein als Sein.
MFG Sven
Zitat:
@georgemb schrieb am 26. Mai 2016 um 11:00:49 Uhr:
Die Tankdiskussion wird nie enden und ich finde zu Recht. Denn das Problem mit dem kleinen Tank ist doch letzten Endes nur exemplaisch für die restlichen Einsparungen gerade an Komfortdetails.
Wenn ich seltener an der Zapfsäule stehe, spare ich Zeit und habe einen Komfortgewinn. Es geht ja dabei auch nicht um die reine kalkulatorische Strecke von München nach Berlin. Es ist doch auch Komfort, wenn ich bei halbvollem Tank morgens losfahren kann ohne zu wissen, dass ich nach 150 km wieder zum Tanken raus muss.
Und wenn man dem Menschen mehr abkassiert und dafür plötzlich weniger gibt, kippt die Stimmung.
Andere kleine Beispiele:
- Scheinwerferreinigunganlage (war mal ein Sicherheitsfeature)
- Lordosestütze bei Seriensitzen
- CD-Player (auch wenn ich das persönlich eher unter Weiterentwicklung verbuche)
- Grunkeil in der Windschutzscheibe
- knarzfreie Cockpits
- Entfall von Holz und Zierelementen bei Modellpflegen
- vollwertige Ersatzräder mit Werkzeug
- inhaltlich brauchbare Betriebsanleitungen
- Apps im Comand online, die plötzlich nicht mehr da sind
- mit Schlüssel schließbare Heckklappe (GLE)
- LED als Serienscheinwerfer (212/213)
- Einheitsbrei-Motoren (Downsizing)
- Direkteinspritzer-Benziner, die nageln und klackern wie kleine Diesel...
usw. usw.. ...
Da kann jeder für sich die Liste noch beliebig weiterführen.
Wir geben viel Geld aus und wollen dafür einen Mehrwert und Komfort. Wir bekommen zwar durch die technische Entwicklung immer mehr aber bemerken daran auch, dass Mercedes (wie die anderen auch) mit uns in erster Linie Rendite machen muss und hofft, dass wir das neben dem ganzen Marketing-Wahn nicht merken. Stattdessen werden wir immer mehr von überteuerten Dekoelemten und Bling-Bling-Optik abgelenkt.
Kleiner Joghurtbecher-Motor, innen karge Ausstattung und außen das prollige AMG-Exterieur... Sowas verkauft sich in unserer werteschwindenen Gesellschaft eben besser als richtige Qualität mit nachhaltigen Werten.
Nahezu vollständige Zustimmung. Thema Motoren ist wohl aber leider der Politik geschuldet.
Ich kann (als DAIMLER-Aktionär oder wirtschaftlich handelnder und denkender Mensch) sogar verstehen, dass man die Margen erhöhen oder halten möchte, man profitabel sein will...
Wenn ich mir deine (bei weitem nicht vollständige) Liste betrachte, so ärgert mich vor allem eines bei Mercedes: Es war (i.d.R.) immer etwas teurer einen Mercedes zu fahren (Vergleich AUDI / BMW) - vor 20 oder mehr Jahren sogar eindeutig mit erfahrbarer und erlebbarer Begründung. Heute sind die Fahrzeuge so dicht beeinander, dass das nicht mehr so eindeutig ist, dennoch ist das Mercedes-Gefühl (für mich) noch immer ein besonderes. Es könnte aber noch immer deutlich ausgeprägter sein.
Statt Innovationen und Features wieder wegzusparen oder wegzuMOPFEN, fänd ich es besser, wenn man die Fahrzeuge teurer machen würde.
Ich meine, dass deine obere Liste völlig unnötig wäre, wenn man das Fahrzeug einfach tausend Euronen teurer machen würde. Da setzt bei mir das Verständnis aus. Warum verkaufe ich ein weniger perfektes Produkt, wenn es mit etwas Aufwand (den mir der Kunde in 90% der Fälle bezahlen würde) doch viel besser sein könnte.
Ich behaupte ganz sicher nicht, dass ich einen Konzern besser lenken könnte als Dr. Z - manche Entscheidungen kann ich aber nicht nachvollziehen...
Aber ich schweife ab, sorry
Ö.
Zitat:
@Daimler201 schrieb am 27. Mai 2016 um 06:06:29 Uhr:
Genau. Das Hauptproblem wird der Gebrauchtwagenkauf werden: Nicht wenige Erstbesitzer werden das mit dem kleinen Serientank beim Bestellen gar nicht bemerken, und als Gebrauchtkäufer kann man sich dann zwangsläufig mit der geringen Reichweite herumärgern.
Vor dem Bestellen gibt es immer noch denjenigen, der die Bestellung durchführt und durchaus Interesse hat, 1. einen zufriedenen Kunden zu generieren und 2. den Kunden zu mehr Optionen zu bewegen. Und da das passend geschnürte Business-Paket für viele Leasing- und Geschäftsmodelle dann wohl auch schon dabei ist (vgl. Leasingsangebote E 220d/Geschäftsleasing), mache ich mir um die Anzahl der W213 mit 50-Liter-Tank auf dem Gebrauchtwagenmarkt wenig Gedanken...
Zitat:
@CrankshaftRotator schrieb am 27. Mai 2016 um 00:31:18 Uhr:
... Im Klartext bedeutet das: Es ist Platz im W213 für knapp 80 Liter und die kleineren Volumina dienen nur dazu, die Kassen mit Dingen klingeln zu lassen, welche eigentlich selbstverständlich sind.
Ist es nicht so, dass auch Emmissionstests (NEFZ?) mit einem zu X% gefüllten Tank gefahren werden? Ich meine dies mal gelesen zu haben. Das bedeutet, kleinere Tanks helfen den Herstellern die Normen zu erreichen und die Werte niedrig zu halten. Ein Schelm, der Böses denkt... ;)
Ciao