Fehlkauf BMW - Umstieg auf Phaeton?
Liebe Forumsgemeinde,
Schweren Herzens trage ich mich mit der Entscheidung meinen im Oktober letzten Jahres erworbenen BMW wieder abzugeben. Es handelt sich um einen 525xd F10 Limo, BJ 2012, R4 Biturbo TDI.
Der Kauf war ein klassischer Schnellschuss. Ich habe den Wagen gesehen und wollte ihn haben, da gingen die Emotionen mit mir durch. Nach wie vor gefällt er mir unheimlich gut, außen wie innen.
Nun habe ich aber das Problem, dass ich mit den Sitzen absolut nicht klarkomme (Ledersportsitze). Das Problem hat sich leider erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert, auch wenn ich sie von Anfang an nie so richtig bequem fand. Jedenfalls finde ich auch nach über 8.000 KM keine bequeme Sitzposition, bekomme nach spätestens 10 Minuten Fahrt Rückenschmerzen (ich hatte nie Probleme mit den Sitzen in keinem anderen Auto) und bin am Ende meiner Geduld. Komfortsitze für 3.000 € nachzurüsten ist keine Option, zumal nicht wenige auch mit diesen Probleme hatten, eine bequeme Sitzposition zu finden.
Zudem habe ich zunehmend von mehr 525d Fahrern von Problemen mit dem kleinen Biturbo Diesel gehört. Scheinbar fliegen einem wenn es ist meist beide Turbos auf einmal um die Ohren und dann wird es richtig teuer, ohne Kulanz (wobei BMW gott sei Dank meist großzügig ist) wäre das ein Desaster.
Vorab vielleicht noch kurz zu meiner Situation. Ich pendle derzeit ca. 50 km (einfache Strecke) zur Arbeit, ca 80% BAB, 20% Stadt und wolllte in erster Linie ein bequemes Auto, dass mich innerhalb der nächsten 5 Jahre (Dauer der Finanzierung) und über mindestens 125.000 km zuverlässig begleiten wird. Von daher habe ich im Bereich BJ ab 2012, Kilometerstand maximal 50.000 KM gesucht. Komfort ist mir wichtig, ich bin kein Heizer und möchte in erster Linie entspannt ankommen. Meine Cruise Geschwindigkeit auf der BAB liegt bei 130 bis maximal 150 km/h. Meine Anforderung Nummer eins waren Xenon, PDC hinten/vorne und bequeme Sitze.
Letzteres habe ich mal odentlich vergeigt und könnte mich selber schwarz ärgern. Selbes gilt dafür, dass ich mich im Vorfeld nicht ordentlich mit der Zuverlässigkeit der verschiedenen Motoren auseinandergesetzt habe. Das kann man getrost unter jugendlichem Leichtsinn verbuchen und jetzt hab ich eben den Salat. Was soll ich sagen - War doof, hinterher ist man immer schlauer, die Frage ist: Was nun?
Letztens habe ich meinen Onkel besucht und mal kurz in seinem Phaeton platzgenommen (ca. 10 Jahre alt, genaues Modell weiss ich leider nicht). Was soll ich sagen, ich war hellauf begeistert. Ein unvergleichlicher Komfort, so bequem bin ich das letzte Mal im Bentley unseres Nachbarn gesessen. Daraufhin bin ich einmal um den Block gefahren und die Begeisterung setzte sich fort. Der kultivierte, seidenweiche und flüsterleise V6 TDI (ganz im Gegensatz zu meinem brummigen, bockigen R4), ein Federungskomfort, bei dem selbst mein 5er im Comfort + Modus (habe die dynamische Dämpferkontrolle) noch BOCKHART ist! Eine Ruhe im Innenraum, einfach nur toll.
Jetzt trage ich mich mit der Entscheidung evtl. meinen BMW in Zahlung zu geben und nach einem äquivalenten Phaeton zu gucken (nicht mehr als 50 tkm, BJ ab 2011, die 18-Wege Sitze und ACC wären mir wichtig). Der Mehrverbrauch um ca 1,5-2 Liter (nach Internetrecherche) und die geringfügig teurere Versicherung sind mir ehrlich gesagt inzwischen ziemlich egal, wenn ich dafür ein zuverlässiges Fahrzeug bekomme, was meinen Vorstellungen entspricht.
Ist eben die Frage wieviel finanziellen Verlust ich dadurch machen würde und ob es überhaupt zu realisieren ist. Letztlich würde ich diesen aber wahrscheinlich eher in Kauf nehmen als für ein Heidengeld Sitze nachzurüsten und mit einem weniger langlebigen Motor zu leben.
Alternativ sitze ich die Sache eben aus und bleibe bei meinem BMW samt seinen Sitzen und muss das ganze eben unter dem Punkt Lebenserfahrung verbuchen und daraus lernen.
Letztlich bin ich in einem Zwiespalt, ich liebe das Design, Interieur und Exterieur sowie Infotainment System von BMW. Von dem Motor bin ich ernüchtert, vom Fahrkomfort ebenso.
Ich möchte jetzt schonmal jedem danken, der sich die Zeit genommen hat diesen ganzen Text zu lesen und wäre über praktische Ratschläge sehr dankbar.
- War jemand von euch schonmal in einer ähnlichen Situation?
- Wie sind eure Langzeiterfahrungen mit dem Phaeton (150 tkm +)?
- Auf welche Kriterien sollte ich beim Kauf primär achten?
- Gibt es von VW eine Gebrauchtwagengarantie wie EuroPlus bei BMW?
Besten Dank und einen schönen Restsonntag!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@MV12 schrieb am 23. Februar 2016 um 00:32:13 Uhr:
Den Phaeton solltest du aber trotzdem ausprobieren; ich denke du wirst schnell merken ob er dir liegt, zweifelsohne ein Tolles Auto; aber lass dich nicht zu Schnellschüssen verleiten.
Wer den Phaeton ausprobiert, hat schon verloren. Noch nicht einmal Wayatt Earp schoss schneller 😁
LG
Udo
30 Antworten
ich bin vor meinem Phaeton ein E-500 T 4 matic gefahren und habe den Umstieg auch nach 2,5 Jahren nicht bereut,weine meinem Mercedes auch keine Träne mehr nach.
Mir persönlich würde der 1.Phaeton am besten gefallen,aber das ist natürlich Geschmacksache....
grüsse