Fahrbericht BMW 550i vs. A6 4,2

Audi A6 C6/4F

Nun, ihr habts so gewollt: Meine Erfahrungen als 4F 4,2-Fahrer nach 3 Tagen BMW 550i Limousine.

Zuerst mal vorweg ein kleiner Disclaimer: Ich halte mich zwar für einigermaßen objektiv, aber das folgende gibt in vielen Punkte nur meine Meinung wieder und auch die Wahl der Diskussionsschwerpunkte hat ja schon was subjektives an sich.

Ok, zuerst die allgemeinen Daten: Der 550i war ein paar Monate alt und hatte knapp 6.000 km drauf. Ich war der letzte Kunde bei meiner BMW-Niederlassung, der vor Abgabe des Fahrzeugs an den Käufer auf dem Vorführwagen rumrutschen durfte. Ich bin die drei Tage gemischte Strecken gefahren, also Stadt, Landstaße, Autobahn, Tag und Nacht, trocken, nass, verschneit und vereist, mit und ohne Niederschlag, es war alles dabei.

Mein 4F 4,2 Lim zum Vergleich hat jetzt 50.000 km drauf, aber ich kann mich auch noch sehr gut dran erinnern, was bei 6.000 anders war (nicht viel).

Nun zu den einzelnen Themen:

Karosserie außen: Geschmackssache, positiv beim BMW die Bügelgriffe und eine automatische Kofferraumöffnung, die ohne Änderungen der Federeinstellung immer sofort aufgeht und sich trotzdem noch gut schließen läßt. Den üblichen Außenlampenfirlefanz mit LED etc. haben beide, aber der 5er hat zusätzlich noch ein besseres Rückfahrlicht und zweistufige Bremsleuchten.

Innenraum: Bei beiden gut verarbeitet, aber beim BMW vollkommen frei von störenden Geräuschen, ganz im Gegensatz zum Audi der von Anfang an diverse Klapper- und Knarzgerauche hatte, die die Werkstatt bis heute nicht im Griff hat. Der BMW macht dadurch beim Fahren den deutlich solideren Eindruck. Die Innenraumoptik ist natürlich Geschmackssache, hier gefällt mir der Audi subjektiv besser. Die Bedienung (außer Infotainment) ist bei beiden ähnlich gut.

Sitze: Der BMW hatte die aufpreispflichtigen Komfortsitze mit Aktivfunktion, mein Audi die S-Line-Sportsitze. Die Verstellung ist bei beiden ähnlich gut, aber das Sitzgefühl beim BMW ist um Klassen besser. So einen guten Sitz habe ich bei Audi auch gegen Geld und gute Worte noch nicht entdeckt und auch sonst noch nirgends. Besonders hervorzuheben die Lehnenbreitenverstellung mit Schraubstockeffekt bei extrem sportllicher Fahrweise (zum Aussteigen automatisch öffnend), und die Aktiv-Massagefunktion für lange Strecken. Einfach perfekt, vor allem in Kombibanion mit dem nicht aufpreispflichtigen leicht perforierten rutschfesten Nasca-Leder. Außerdem nimmt die sehr gute Polsterung dem recht straffen und knackigen Fahrwerk seine Härte, insgesamt trotz sehr sportlicher Fahrwerksabstimmung deutlich komfortabler als bei meinem 4F.

Nun zu den Dingen, die einem beim Fahren so auffallen...
Der Antrieb beim BMW ist eine Klasse für sich! Der Motor ist deutlich agiler als der 4,2er Audi, obwohl er nur 10% mehr Leistung hat. Durchzug, Sound, Leistungsverlauf, alles erste Sahne und eine Generation weiter als der 4,2er von Audi. Ich war wirklich überrascht, aber das bessere ist nun mal des guten Feind. Die Automatik schaltet schneller, die Übersetzung ist ähnlich lang und spritsparend wie beim Audi (theoretische Vmax bei Nenndrehzahl bei beiden über 360 km/h) und Wandlerüberbrückung auch in kleinen Gängen haben inzwischen beide.

Das Handling ist beim BMW besser (wohl wegen der ausgewogeneren Gewichtsverteilung), das optionale Sprtlenkrad ist etwas kleiner als mein S-Line-Lenkrad und hat einen etwas dickeren, extrem griffigen Kranz, also hier für mich Advantage BMW. Der große Wermutstropfen beim Antrieb ist der fehlende Allradantrieb beim BMW, die Traktion ist im Vergleich zum Quattro schlicht eine Katastrophe. Bei meiner Quattro-Standardfahrweise, die zugegebenermaßen nicht auf Materialschonung und Spritsparen ausgelegt ist, schwänzelt das BMW-Heck bei Feuchtigkeit in fast jeder Kurve. Das macht zwar eine Weile richtig Spaß und DSC und Co. fangen alles prima ab, leider wird aber dabei auch die Leistung weggeregelt, sodass man trotz spektakulärer Optik nicht so recht vom Fleck kommt. Dasselbe gilt auch für flotte Ampelstarts, da spielt der Audi dank Quattro in einer andere Liga. Beim BMW: immer gefühlvoll aufs Gas und mit dem Bauchgefühl, dass man die schöne Leistung gar nicht optimal auf die Straße bringt, beim Audi einfach 'pedal to the metal' und das Katapultgefühl geniessen. Das mag mit den etwas breiteren Sommerreifen (beide haben momentan 225er-Winterpneus erster Güte drauf) etwas besser sein, aber der fehlende Allradantrieb ist für mich trotz aller vielen Einzelvorteile des BMW das erste echte KO-Kriterium.

Nun zur Bedienung beim Fahren: beim BMW stören mich fehlende Schaltpaddel und fehlende Ganganzeige im Automatikmodus, dafür hat er eine Super-GRA mit Druckpunkt für Rastung in 10km/h-Schritten, permanenter Anzeige der eingestellten Geschwindigkeit auf einem zweiten Tachoring sowie im Head-Up-Display und automatisches Zurückschalten bergab statt Bremseingriff. Der Tempomat ist bei Audi einfach zwei Generationen zurück, sehr ärgerlich.

Die Anzeigen im BMW sind hervorragend ablesbar, besser als das ergonomisch ungünstige rot im Audi, vor allem bei Dunkelheit. Und der absolute Kick ist das Head-Up-Display: Man sieht die Navi-Hinweise, die aktuelle Geschwindigkeit und die GRA-Geschwindigkeit ständig (abschaltbar) scheinbar am vorderen Ende der Motorhaube gestochen scharf und mehrfarbig eingeblendet. Das Auge muss sich nicht umstellen, es kann auf Fernsicht fokussiert bleiben. Head-up wird beim nächsten Auto für mich ein absolutes Muss. Ich hoffe dass Audi und Co hier bald nachziehen.

Nun aber zum nächsten großen Schwachpunkt im BMW: das I-Drive. Als IT-ler bin ich zwar bei so neumodischem Firlefanz nicht zimperlich, aber das BMW-System hat nicht die Spur einer Chance gegen das Audi-MMI. Die Bedienung ist zwar absolut logisch: Drücken = Auswahl, drehen = blättern in einer Liste, schieben nach recht/links/vorne/hinten = wechseln zu einem anderen 'Frame' innerhalb des Bildschirms. Wenn man's mal kapiert hat eigentlich kinderleicht, nur mit einem gaaaanz großen Haken: Selbst wichtigste Funktionen lassen sich auch nach herausfinden aller Tricks und Shortcuts nur durch mehrfaches drehen, drücken, schieben erreichen und dabei sollte man auch noch möglichst auf das Display schauen, weil das alles kontextabhängig ist und sich das System den letzten Status merkt.

Beispiel: Ich brauche dringend die Navi-Kartenazeige, weil die Kreuzung unaufhaltsam näherkommt und die Fahranweisungen im Audi-FIS bzw. BMW-Headup etwas nebulös sind.

Audi: Nav-Taste, rechte untere innere Taste, bingo. Alles blind und nach 2 Stunden in Fleisch und Blut übergegangen.

BMW: Controller laaaaange nach rechts drücken (ist der der shortcut für Direktverzweigung ins Navi aus jedem Menü, entspricht also der Audi-Nav-Taste), dann schauen in welchem Navi-Untermü man das letzte mal war... Mist, war der Reisebordcomputer, also zwei Rasten nach links drehen, dann das Navi-Untermenu auswählen, dann zweimal den Controller nach hinten schieben, dann Kartenansicht durch drücken aktivieren, dabei immer wieder die sehr zögerlichen Reaktionen des Systems abwarten und sich über das unklare Drück-, Dreh-, und Schiebegefühl des Feedback-Controllers ärgern. In der Zwischenzeit ist man natürlich im Blindflug 3 Kreuzungen oder 2 Autobahnausfahrten weiter, hat aber dafür jetzt endlich die Kartenanzeige, um sich eine schöne Wendemöglichkeit zu suchen🙂

So oder so ähnlich fuktioniert so ziemlich alles im i-Drive, für mich somit das zweite absolute KO-Kriterium trotz ordentlicher Funktionsvielfalt des Infotainmentsystems und sehr schöner Extra-Widescreen-Anzeige. Die Funktionalität an sich ist ok, auch die Bluetooth-Koppelung mit meinem Blackberry und das Telefonieren hat prima gepkappt (besser als beim Audi, da die entgangenen und angenommenen Nummern zuverlässiger funktionieren).

Für das Navi selbst kann man das leider nicht behaupten, es ist viel langsamer als das Audi-System und es fehlen einige wirklich nützliche Funktionen wie z.B. automatischer Übersichtszoom und Kreuzungszoom. Außerdem fehlt die 50m-Auflösung und die Straßennamen stehen irgendwo auf der Karte und nicht an der Straße. TP-Memo hab ich auch nicht entdeckt, die Verkehrsinfo-Anzeige ist auch sehr schelcht bedienbar, ebenso ist die Suche nach Sonderzielen beim BMW mega-umständlich, dafür gibts aber Weingüter als POI, das find ich schöner als die Weinhandlungen bei Audi, denn ich kaufe lieber beim Erzeuger🙂. Einstellmöglichkeiten für POIs habe ich auch keine gefunden, man kann sie nur generell ausschalten, was aber kaum nötig ist da eh nicht sehr viele angezeigt werden. Markierung von Autobahnausfahrten ist auch nicht vorhanden. Fazit fürs Navi: Audi ist deutlich besser, da hab ich mir bei BMW mehr versprochen.

Zum Verbrauch lässt sich sagen, dass er im Schnitt ca. 1 bis 1,5 Liter unter dem Audi-Verbrauch liegt, d.h. ich bin bei meiner Standardfahrweise mit 11,5l/100km ausgekommen, beim Audi hab ich normalerweis so 12,8. Für die Fahrleistungen und den Antriebskomfort ist der BMW-Verbrauch ein Traumwert. Beim Landstraßenbummeln war ich teilweise unter 8 Liter!

Nun wirds langsam Zeit für mein Fazit: Wegen der 2 KO-Kriterien i-Drive und no quattro ist der BMW für mich z.Zt. keine Alternative, aber Audi muss ganz schön aufpassen und sollte sich nicht zu sehr auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wenn die beiden BMW-Schwachpunkte ausgemerzt würden, ist der BMW für mich trotz Audi-Freundschaft für mich das bessere Auto, und das zum selben Preis wie der Audi. Respekt!

Wenn jemand Kommentare oder spezifische Fragen hat.... nur zu.

So, wahrschenlich gehe ich jetzt in das Motortalk-Buch der Rekorde für den längsten Einzelbeitrag ein🙂

Grüßle aus Benztown
Selti

Beste Antwort im Thema

Nun, ihr habts so gewollt: Meine Erfahrungen als 4F 4,2-Fahrer nach 3 Tagen BMW 550i Limousine.

Zuerst mal vorweg ein kleiner Disclaimer: Ich halte mich zwar für einigermaßen objektiv, aber das folgende gibt in vielen Punkte nur meine Meinung wieder und auch die Wahl der Diskussionsschwerpunkte hat ja schon was subjektives an sich.

Ok, zuerst die allgemeinen Daten: Der 550i war ein paar Monate alt und hatte knapp 6.000 km drauf. Ich war der letzte Kunde bei meiner BMW-Niederlassung, der vor Abgabe des Fahrzeugs an den Käufer auf dem Vorführwagen rumrutschen durfte. Ich bin die drei Tage gemischte Strecken gefahren, also Stadt, Landstaße, Autobahn, Tag und Nacht, trocken, nass, verschneit und vereist, mit und ohne Niederschlag, es war alles dabei.

Mein 4F 4,2 Lim zum Vergleich hat jetzt 50.000 km drauf, aber ich kann mich auch noch sehr gut dran erinnern, was bei 6.000 anders war (nicht viel).

Nun zu den einzelnen Themen:

Karosserie außen: Geschmackssache, positiv beim BMW die Bügelgriffe und eine automatische Kofferraumöffnung, die ohne Änderungen der Federeinstellung immer sofort aufgeht und sich trotzdem noch gut schließen läßt. Den üblichen Außenlampenfirlefanz mit LED etc. haben beide, aber der 5er hat zusätzlich noch ein besseres Rückfahrlicht und zweistufige Bremsleuchten.

Innenraum: Bei beiden gut verarbeitet, aber beim BMW vollkommen frei von störenden Geräuschen, ganz im Gegensatz zum Audi der von Anfang an diverse Klapper- und Knarzgerauche hatte, die die Werkstatt bis heute nicht im Griff hat. Der BMW macht dadurch beim Fahren den deutlich solideren Eindruck. Die Innenraumoptik ist natürlich Geschmackssache, hier gefällt mir der Audi subjektiv besser. Die Bedienung (außer Infotainment) ist bei beiden ähnlich gut.

Sitze: Der BMW hatte die aufpreispflichtigen Komfortsitze mit Aktivfunktion, mein Audi die S-Line-Sportsitze. Die Verstellung ist bei beiden ähnlich gut, aber das Sitzgefühl beim BMW ist um Klassen besser. So einen guten Sitz habe ich bei Audi auch gegen Geld und gute Worte noch nicht entdeckt und auch sonst noch nirgends. Besonders hervorzuheben die Lehnenbreitenverstellung mit Schraubstockeffekt bei extrem sportllicher Fahrweise (zum Aussteigen automatisch öffnend), und die Aktiv-Massagefunktion für lange Strecken. Einfach perfekt, vor allem in Kombibanion mit dem nicht aufpreispflichtigen leicht perforierten rutschfesten Nasca-Leder. Außerdem nimmt die sehr gute Polsterung dem recht straffen und knackigen Fahrwerk seine Härte, insgesamt trotz sehr sportlicher Fahrwerksabstimmung deutlich komfortabler als bei meinem 4F.

Nun zu den Dingen, die einem beim Fahren so auffallen...
Der Antrieb beim BMW ist eine Klasse für sich! Der Motor ist deutlich agiler als der 4,2er Audi, obwohl er nur 10% mehr Leistung hat. Durchzug, Sound, Leistungsverlauf, alles erste Sahne und eine Generation weiter als der 4,2er von Audi. Ich war wirklich überrascht, aber das bessere ist nun mal des guten Feind. Die Automatik schaltet schneller, die Übersetzung ist ähnlich lang und spritsparend wie beim Audi (theoretische Vmax bei Nenndrehzahl bei beiden über 360 km/h) und Wandlerüberbrückung auch in kleinen Gängen haben inzwischen beide.

Das Handling ist beim BMW besser (wohl wegen der ausgewogeneren Gewichtsverteilung), das optionale Sprtlenkrad ist etwas kleiner als mein S-Line-Lenkrad und hat einen etwas dickeren, extrem griffigen Kranz, also hier für mich Advantage BMW. Der große Wermutstropfen beim Antrieb ist der fehlende Allradantrieb beim BMW, die Traktion ist im Vergleich zum Quattro schlicht eine Katastrophe. Bei meiner Quattro-Standardfahrweise, die zugegebenermaßen nicht auf Materialschonung und Spritsparen ausgelegt ist, schwänzelt das BMW-Heck bei Feuchtigkeit in fast jeder Kurve. Das macht zwar eine Weile richtig Spaß und DSC und Co. fangen alles prima ab, leider wird aber dabei auch die Leistung weggeregelt, sodass man trotz spektakulärer Optik nicht so recht vom Fleck kommt. Dasselbe gilt auch für flotte Ampelstarts, da spielt der Audi dank Quattro in einer andere Liga. Beim BMW: immer gefühlvoll aufs Gas und mit dem Bauchgefühl, dass man die schöne Leistung gar nicht optimal auf die Straße bringt, beim Audi einfach 'pedal to the metal' und das Katapultgefühl geniessen. Das mag mit den etwas breiteren Sommerreifen (beide haben momentan 225er-Winterpneus erster Güte drauf) etwas besser sein, aber der fehlende Allradantrieb ist für mich trotz aller vielen Einzelvorteile des BMW das erste echte KO-Kriterium.

Nun zur Bedienung beim Fahren: beim BMW stören mich fehlende Schaltpaddel und fehlende Ganganzeige im Automatikmodus, dafür hat er eine Super-GRA mit Druckpunkt für Rastung in 10km/h-Schritten, permanenter Anzeige der eingestellten Geschwindigkeit auf einem zweiten Tachoring sowie im Head-Up-Display und automatisches Zurückschalten bergab statt Bremseingriff. Der Tempomat ist bei Audi einfach zwei Generationen zurück, sehr ärgerlich.

Die Anzeigen im BMW sind hervorragend ablesbar, besser als das ergonomisch ungünstige rot im Audi, vor allem bei Dunkelheit. Und der absolute Kick ist das Head-Up-Display: Man sieht die Navi-Hinweise, die aktuelle Geschwindigkeit und die GRA-Geschwindigkeit ständig (abschaltbar) scheinbar am vorderen Ende der Motorhaube gestochen scharf und mehrfarbig eingeblendet. Das Auge muss sich nicht umstellen, es kann auf Fernsicht fokussiert bleiben. Head-up wird beim nächsten Auto für mich ein absolutes Muss. Ich hoffe dass Audi und Co hier bald nachziehen.

Nun aber zum nächsten großen Schwachpunkt im BMW: das I-Drive. Als IT-ler bin ich zwar bei so neumodischem Firlefanz nicht zimperlich, aber das BMW-System hat nicht die Spur einer Chance gegen das Audi-MMI. Die Bedienung ist zwar absolut logisch: Drücken = Auswahl, drehen = blättern in einer Liste, schieben nach recht/links/vorne/hinten = wechseln zu einem anderen 'Frame' innerhalb des Bildschirms. Wenn man's mal kapiert hat eigentlich kinderleicht, nur mit einem gaaaanz großen Haken: Selbst wichtigste Funktionen lassen sich auch nach herausfinden aller Tricks und Shortcuts nur durch mehrfaches drehen, drücken, schieben erreichen und dabei sollte man auch noch möglichst auf das Display schauen, weil das alles kontextabhängig ist und sich das System den letzten Status merkt.

Beispiel: Ich brauche dringend die Navi-Kartenazeige, weil die Kreuzung unaufhaltsam näherkommt und die Fahranweisungen im Audi-FIS bzw. BMW-Headup etwas nebulös sind.

Audi: Nav-Taste, rechte untere innere Taste, bingo. Alles blind und nach 2 Stunden in Fleisch und Blut übergegangen.

BMW: Controller laaaaange nach rechts drücken (ist der der shortcut für Direktverzweigung ins Navi aus jedem Menü, entspricht also der Audi-Nav-Taste), dann schauen in welchem Navi-Untermü man das letzte mal war... Mist, war der Reisebordcomputer, also zwei Rasten nach links drehen, dann das Navi-Untermenu auswählen, dann zweimal den Controller nach hinten schieben, dann Kartenansicht durch drücken aktivieren, dabei immer wieder die sehr zögerlichen Reaktionen des Systems abwarten und sich über das unklare Drück-, Dreh-, und Schiebegefühl des Feedback-Controllers ärgern. In der Zwischenzeit ist man natürlich im Blindflug 3 Kreuzungen oder 2 Autobahnausfahrten weiter, hat aber dafür jetzt endlich die Kartenanzeige, um sich eine schöne Wendemöglichkeit zu suchen🙂

So oder so ähnlich fuktioniert so ziemlich alles im i-Drive, für mich somit das zweite absolute KO-Kriterium trotz ordentlicher Funktionsvielfalt des Infotainmentsystems und sehr schöner Extra-Widescreen-Anzeige. Die Funktionalität an sich ist ok, auch die Bluetooth-Koppelung mit meinem Blackberry und das Telefonieren hat prima gepkappt (besser als beim Audi, da die entgangenen und angenommenen Nummern zuverlässiger funktionieren).

Für das Navi selbst kann man das leider nicht behaupten, es ist viel langsamer als das Audi-System und es fehlen einige wirklich nützliche Funktionen wie z.B. automatischer Übersichtszoom und Kreuzungszoom. Außerdem fehlt die 50m-Auflösung und die Straßennamen stehen irgendwo auf der Karte und nicht an der Straße. TP-Memo hab ich auch nicht entdeckt, die Verkehrsinfo-Anzeige ist auch sehr schelcht bedienbar, ebenso ist die Suche nach Sonderzielen beim BMW mega-umständlich, dafür gibts aber Weingüter als POI, das find ich schöner als die Weinhandlungen bei Audi, denn ich kaufe lieber beim Erzeuger🙂. Einstellmöglichkeiten für POIs habe ich auch keine gefunden, man kann sie nur generell ausschalten, was aber kaum nötig ist da eh nicht sehr viele angezeigt werden. Markierung von Autobahnausfahrten ist auch nicht vorhanden. Fazit fürs Navi: Audi ist deutlich besser, da hab ich mir bei BMW mehr versprochen.

Zum Verbrauch lässt sich sagen, dass er im Schnitt ca. 1 bis 1,5 Liter unter dem Audi-Verbrauch liegt, d.h. ich bin bei meiner Standardfahrweise mit 11,5l/100km ausgekommen, beim Audi hab ich normalerweis so 12,8. Für die Fahrleistungen und den Antriebskomfort ist der BMW-Verbrauch ein Traumwert. Beim Landstraßenbummeln war ich teilweise unter 8 Liter!

Nun wirds langsam Zeit für mein Fazit: Wegen der 2 KO-Kriterien i-Drive und no quattro ist der BMW für mich z.Zt. keine Alternative, aber Audi muss ganz schön aufpassen und sollte sich nicht zu sehr auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wenn die beiden BMW-Schwachpunkte ausgemerzt würden, ist der BMW für mich trotz Audi-Freundschaft für mich das bessere Auto, und das zum selben Preis wie der Audi. Respekt!

Wenn jemand Kommentare oder spezifische Fragen hat.... nur zu.

So, wahrschenlich gehe ich jetzt in das Motortalk-Buch der Rekorde für den längsten Einzelbeitrag ein🙂

Grüßle aus Benztown
Selti

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Zitat:

Nun wirds langsam Zeit für mein Fazit: Wegen der 2 KO-Kriterien i-Drive und no quattro ist der BMW für mich z.Zt. keine Alternative, aber Audi muss ganz schön aufpassen und sollte sich nicht zu sehr auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wenn die beiden BMW-Schwachpunkte ausgemerzt würden, ist der BMW für mich trotz Audi-Freundschaft für mich das bessere Auto, und das zum selben Preis wie der Audi. Respekt!

Sehr interressanter Bericht aber das Fazit ist doch wirklich lächerlich. Wie du selber schreibst ist der BMW fast in allen wichtigen und entscheidenden Punkten überlegen, (Fahrkomfort, Motor, Verbrauch usw. usw.) aber für dich ist er wegen den 2 KO-Kriterien keine Alternative ?

Dein Fazit ist nach deinem eigenen Bericht absoluter Quatsch und wohl eher auf deine

Zitat:

Audi-Freundschaft

zurück zu führen.

Den BMW gibt es auch als Allrad und somit bleibt nur das Navi ? So schlecht kann das Navi doch garnicht sein, daß ich auf all die anderen (wichtigeren) Punkte verzichten würde oder den BMW nicht wenigstens als Alternative in Betracht ziehen müsste.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich habe selber jahrelang einen A6 gefahren und ich war mit dem Fahrzeug keines Falls unzufrieden. Audi baut tolle Autos und das ist auch gut so aber das Fazit ist einfach nur Käse, sorry.

Zitat:

Original geschrieben von smirnoff01


[...] Den BMW gibt es auch als Allrad ... [...]

Ohne Öl ins Feuer zu gießen und ohne eine lange Diskussion zu entfachen, aber in den bisherigen Tests ist der BMW Allradantrieb nicht wirklich der Bringer ... Gefahren bin ich allerdings noch keinen BMW-X.

Somit bleibt es u.U. für Selti bei diesem KO-Kriterium.

Zitat:

Original geschrieben von smirnoff01


Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich habe selber jahrelang einen A6 gefahren und ich war mit dem Fahrzeug keines Falls unzufrieden. Audi baut tolle Autos und das ist auch gut so aber das Fazit ist einfach nur Käse, sorry.

Wieso ist das Fazit Käse? Das hängt doch von den eigenen Anforderungen und dem eigenen Geschmack ab.

Manche erheben hier nicht vorhandene mp3-Tauglichkeit zum KO-Kriterium. Das muss man sich nicht zu eigen machen, aber deshalb ist selbst das noch kein Käse.

Ich fahre zwar als Dienstwagen einen 4F, bin aber auch sehr regelmäßig mit dem E60 und dem W211 unterwegs. Alle drei sind ohne Zweifel gute Autos und die Unterschiede zeigen sich eher im Detail. Da sind sie dann aber deutlich vorhanden.

Selti bewertet aus meiner Sicht schon positiv für BMW. Zumindest in den von mir gefahrenen Motorisierungen (177 bis 231 PS) sehe ich den Audi in mehr Punkten vorne. Er ist einfach der Oberklasse näher, der 5er mehr "straßenorientiert".

Deshalb solltest Du m. E. Seltis Sicht respektieren und sie als durchaus wohlwollend gegenüber BMW verstehen.

Zitat:

Ohne Öl ins Feuer zu gießen und ohne eine lange Diskussion zu entfachen, aber in den bisherigen Tests ist der BMW Allradantrieb nicht wirklich der Bringer ... Gefahren bin ich allerdings noch keinen BMW-X.

Auch das lasse ich mir ja noch eingehen, aber es bleibt bei meiner Meinung, daß das Fazit nicht zu seinem Bericht passt. Er muß ja nicht gleich den BMW empfehlen aber als Alternative hätter er ihn nach den von ihm selber aufgezählten Vorteilen gegenüber dem A6 mindestens durchgehen lassen müssen.

Außerdem Frage ich mich, wo er den 550i zum selben Preis bekommt ? Für mich ist das Fazit alles andere als neutral und basiert evtl. doch ein klein wenig auf Neid.

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Eigentlich hatte ich ja eher Schelte von den Audi-Fans erwartet. Dass mir jetzt jemand Bevorzugung von Audi vorwirft, verblüfft mich daher etwas.

Welche Kriterien für mich maßgeblich sind, um eine persönliche Kaufentscheidung zu fällen, möchte ich eigentlich gerne alleine entscheiden. Und als Vielfahrer und 'Bei-jedem-Wetter-Fahrer' ist mir ein gutes Navi und Allrad eben sehr wichtig.

Außerdem ist der eine oder andere Nachteil der beiden Wettbewerber 4,2 und 550i auf einem generell sehr hohen Niveau (z.B. Motorisierung, Getriebe, Fahrverhalten, Verarbeitung) eher zu verschmerzen als ein Nachteil der Art 'alles oder nichts' wie z.B. beim Allrad. Und den 550i gibts nun mal eben NICHT mit Allrad und mein BMW-🙂 sagt mir auch klar, dass keiner geplant ist, nicht mal eine Sperre a la M5.. Hier wäre ein höheres Informationsniveau des einen oder anderen Diskussionsteilnehmers hilfreich, bevor auf unvollständigem Wissen basierende Kommentare abgegeben werden.

Zum Thema Preis: ich habe die Listenpreise 4,2 und 550i genannt. Die Basisausstattung ist auf ähnlich hohem Niveau (Leder, Autimotak etc. Serie).

Von Neid kann übrigens keine Rede sein... Ich kann mir meine Autos in dieser Leistungsklasse selbst aussuchen und mache mir die Wahl jedes mal wieder aufs neue sehr schwer. Meine bishereige Historie der letzten 25 Jahre zeigt das auch: VW Passat Variant, Audi 100 CD 5E, Audi 100 CD 5E, Opel Omega 3000, Opel Omega 3000 24V, BMW 328i, BMW 520 i touring, BMW 528i, BMW 328 i Cabrio (parallen Partnerin mit Golf G60 fürs Grobe), MB C230 Carlsson Sportcoupe, Audi A6 4,2.

Und als nächstes hole ich mir ganz neidfrei, was zum Wechselzeitpunkt schönes da ist. Momentan würde ich zwischen S6, M5 und Alpina B5 schwanken. Aber meine Ablösung ist erst nächstes Jahr, da gibts schon wieder andere Sachen.

Im Übrigen finde ich Worte wie 'lächerlich', 'Quatsch' oder 'Käse' als Ausdruck für eine abweichende Meinung in diesem Umfeld nicht ganz angebracht, wir wollen doch hier ein Niveau halten, das zu dem unserer Autos (BMW wie Audi) passt, oder?

Also, in diesem Sinne und nix für ungut...

Selti

So soll es sein, es sollte ja auch keine Schelte sein. Für mich ist es einfach nur etwas unverständlich, daß MP3

Zitat:

Manche erheben hier nicht vorhandene mp3-Tauglichkeit zum KO-Kriterium

oder Navi wichtiger sind wie Motor, Fahrkomfort, Verbrauch usw. aber das muß ich wohl akzeptieren und das ist hiermit auch geschehen.

.

Zitat:

Original geschrieben von smirnoff01


 

Sehr interressanter Bericht aber das Fazit ist doch wirklich lächerlich.

[...]

Dein Fazit ist nach deinem eigenen Bericht absoluter Quatsch und wohl eher auf deine zurück zu führen.

[...]

Audi baut tolle Autos und das ist auch gut so aber das Fazit ist einfach nur Käse, sorry.

Wie gut, dass jeder seine eigenen Prioritäten setzt und letztendlich selber bestimmen (und auch äußern) kann, was ihm gefällt... grundsätzlich finde ich sogar, dass es mir, dir, uns... ziemlich egal sein kann warum wer welches Auto fährt und warum für jemanden ein anderes Auto keine Alternative darstellt...

Begriffe wie "lächerlich", "Käse" und "Quatsch" finde ich in diesem Kontext unpassend und angesichts des meines Erachtens sehr liebevollen Berichts auch mehr als undankbar -denn von solchen(!) Beiträgen lebt das Forum...

Herzlichen Dank nochmals für den tollen Erfahrungsbericht!

Edit:
@selti: lustig, eine fast identische Formulierung... sorry: hab keinesfalls abgeschrieben, sondern (gepackt von der "Wut"😉 erst geantwortet und in der Folge deinen letzten Beitrag erst später gelesen... 😉

sorry, ich bin vielleicht tatsächlich nur ein einfacher Junge und nicht auf euerem Niveau.

Zitat:

wir wollen doch hier ein Niveau halten

Ich weiß aber wirklich nicht, was an Worten wie Quatsch und Käse schlimm sein soll. Man kann auch alles einwenig übertreiben, den Begriff "lächerlich" hätte ich mir zugegeben sparen können und nun diskutiert schön weiter aber nicht über Quatsch und Käse, dann das ja bekanntlich nicht euer Niveau oder ?

Ach und übrigends, den Beitrag fand ich genauso interressant, daß habe ich auch schon geschrieben. Ich habe nur das Fazit kritisiert, auf diesem Neveau sollte man eigendlich lesen können.

Zitat:

Original geschrieben von Selti


Zum Thema Preis: ich habe die Listenpreise 4,2 und 550i genannt. Die Basisausstattung ist auf ähnlich hohem Niveau (Leder, Autimotak etc. Serie).

 

automatik kostet beim 550i 2100€ aufpreis und allrad ist weder serie noch als extra zu bekommen, sonst aber sicher ein sehr gutes auto

Zitat:

Original geschrieben von smirnoff01


Ach und übrigends, den Beitrag fand ich genauso interressant, daß habe ich auch schon geschrieben. Ich habe nur das Fazit kritisiert, auf diesem Neveau sollte man eigendlich lesen können.

Es ist halt immer eine Gratwanderung. Unter Niveau fand ich Deinen Beitrag nicht, da gibt es hier weitaus niveauloseres. Du hast nur nicht berücksichtigt, dass man ganz andere Prioritäten setzen kann. Bei mir waren MMI und DVD-Navi ebenfalls Schwergewichte bei der Entscheidung und diese Prioritätensetzung ist aus meiner Sicht heute noch richtig.

Wonach man noch alles "sein" Auto auswählen kann, da lerne ich hier regelmäßig dazu. Der eine will einen schwebenden C6, der andere einen individuellen V70, der nächste einen mp3-tauglichen 607.

Will sagen, wenn man die Marken und Modelle jenseits von Audi, BMW und Mercedes als daseinsberechtigt anerkennt, dann braucht man innerhalb der Premiumgruppe hinsichtlich der Gesamtbewertung nicht groß zu streiten. Bei mir wäre es auch fast der 530d A geworden (da gab es gerade ein extrem günstiges 530dA-Limo-Angebot). Daher kann ich verstehen, dass Du Deinen 530d toll findest, und zwar obwohl (oder weil) mir der A6 besser gefällt und ich mit meiner Entscheidung zufrieden bin. Wenn MB seine Leasingraten dem Wettbewerb angeglichen hätte und der neue 280 CDI verfügbar gewesen wäre, dann hätte ich vielleicht sogar die E-Klasse gewählt.

Ich denke, es gibt schlimmeres, als innerhalb der Premiumgruppe die "falsche" Wahl zu treffen. 😉

dem ist nicht`s hinzuzufügen !

hallo zusammen,

bin grad zufällig hier reingestolpert🙂

@ selti

du warst sehr bemüht um objektivität in deinem bericht, ist dir meiner meinung nach ansatzweise gelungen😉
gott sei dank auch!🙂 bist ja auch ein mensch mit sinnen und gefühlen, herz und bauchverstand. und keine stupide maschine die nur objektiv urteilen kann.
obwohl! it-ler sind das noch menschen? 😉

servus

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