- Startseite
- Forum
- Auto
- Mercedes
- ML, GLE & GL
- GLE
- Erfahrungsberichte & Fotos von ausgelieferten GLEs
Erfahrungsberichte & Fotos von ausgelieferten GLEs
Hallo zusammen,
auch wenn viele ja noch verzweifelt auf MercedesME starren, die ersten GLE sind ja ausgeliefert. Ich würde mich freuen, wenn die Glücklichen mal berichten (Motor, verbrauch, Musikanlage, etc) und evtl. auch Fotos von unterschiedlichen Farbkombinationen einstellen.
Beim mir dauert es noch... :)
Viele Grüße!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@svotec schrieb am 6. Mai 2020 um 16:02:24 Uhr:
Schon irgendwie seltsam wie viel Geduld man bei den aktuellen Mercedes braucht.
Ich habe ziemlich zeitgleich einen Astra K Diesel als “Ist mir egal” Auto und den GLE53 gekauft.
Der Astra macht das was er soll und ist vernünftig verarbeitet. Massage funktioniert gut und alle Systeme funktionieren zuverlässig.
Der GLE ist schlecht verarbeitet und zickt seit der ersten Minute. Die Motorkontrolleuchte geht immer wieder mal an. Die Massagefunktion auf der Fahrerseite führt ein eigenleben und die Klimaautomatik hat ihren Namen nicht verdient.
Ich bin gespannt was Mercedes sich einfallen lässt um die verärgerten Kunden wieder positiv zu stimmen.
Früher gab es mal bei uns einen Spruch: "Es isch halt en Mercedes." Das war im Schwäbischen sprichwörtlich die Anerkenntnis von Qualität und Zuverlassigkeit. Leider ist das nicht mehr so. Ich habe gestern beim Händler mein Auto abgegeben. Am Annahmeschalter hat die Mitarbeiterin den KM-Stand (1.098) abgefragt und zusammengefasst:
1. Navi-Update machen
2. Massage-Funktion der Sitze geht nicht
Ich wiederum -> Nein, wie telefonisch bereits durchgegeben ist folgendes zu tun:
1. Navi nach fehlgeschlagenem Update außer Funktion. System meldet fehlendes Kartenmaterial.
2. Massage-Funktion in der Lehne des Fahrersitzes geht nicht. Im Sitzkissen und am Beifahrersitz geht es.
3. Aktiver Verkehrszeichenassistent stürzt laufend ab.
Am nächsten Schalter Ersatzwagen abgeholt. Die Mitarbeiterin dort erklärt mir, was der Ersatzwagen pro Tag und km kostet. Auf meinen Einwand, warum ich bei Garantiearbeiten an meinem Wagen den Ersatzwagen bezahlen soll, bekam ich als Antwort: "Das ihr Auto wegen Garantiearbeiten hier ist, hätten Sie meiner Kollegin am Annahmeschalter sagen müssen."
Ich habe dann freundlich darauf hingewiesen, das die Kollegin bei einer Erstzulassung am 16.04.2020 und dem KM-Stand von 1.098 km da durchaus selbst drauf kommen könnte.
Die Antwort war dann, das ich den Ersatzwagen wahrscheinlich aber bezahlen müsste, da Ersatzfahrzeuge erst ab einem Zeitaufwand von 25 AW (Arbeitswerte) kostenfrei sind. Aha, dachte ich...die Frau kann hellsehen. Sie weiß ohne Dialogannahme und Prüfung des Fahrzeugs durch die Werkstatt jetzt schon, wie hoch der Arbeitsumfang ist. Nicht schlecht für eine Mitarbeiterin, die den ganzen Tag Autos an Kunden ausgibt.
Als Ersatzwagen habe ich einen nagelneuen A 200 d in weiß mit AMG-Paket und ziemlich viel Schnickschnack bekommen. An sich ein schönes Auto. Aber wie auch beim GLE gehen die Türtaschen aus recycelten Tubber-Schüsseln gar nicht. Dachhimmel ist aus Karton mit schwarzem Strumpfhosenstoff hergestellt. Bereits nach 2 km kam mein Lieblings-Popup im Display: Verkehrszeichenassistent ohne Funktion. Aber auf der Bahn lief die Kiste flott und mit 4,1 Litern echt sparsam. Die Geräuschkulisse finde ich aber erschreckend. Man sollte MB vielleicht mal die Kontaktdaten einer Dämmstofffirma geben. Zuhause angekommen meint meine Frau dann noch: Hey, schönes Auto...viel besser als deine dicke Karre. Ok, der Abend war gelaufen. Hab meinen Sohn und zwei Bier geschnappt und auf der Gartenbank den Frust runter gespült.
Erschreckend finde ich, das wir (mich eingeschlossen) beim Thema "eigenes Auto" völlig irrational und entgegen jeglichem unternehmerischen Verständnis, das hier sicher bei den meisten Teilnehmern dieses Forums vorhanden ist, handeln. Es gibt durchaus Hersteller, die ein wesentlich besseres Preis/Leistungsverhältnis und hohe Qualität bieten. Hier möchte ich gerne John Rushkin nochmals zitieren: "Qualität ist kein Zufall; sie ist immer das Ergebnis angestrengten Denkens."
@CyberMousy zitiert gerne den MB-Slogan "Das Beste oder Nichts". Der Spruch ist richtig, sollte aber durch den Zusatz "...für mein Geld" ergänzt werden. Was einen dann in logischer Konsequenz zu der Schlussfolgerung "Das Beste bietet vielleicht nicht Mercedes" oder "Für mein Geld nicht das Beste erhalten" bringen sollte.
Wie einige wissen, arbeite ich als Prokurist in einem kleinen Speditionsunternehmen mit ca. 60 LKW, die bisher zu 99% von Mercedes waren. Wir haben in den letzten 20 Jahren an die 100 LKW von MB gekauft. In den letzten 5-6 Jahren gab es keinen MB-LKW, an dem nicht mehrfach die Abgasnachbehandlung, die Ausrücklager oder der Retarder defekt waren. Vor 3 Jahren haben wir zwei Volvo bestellt, die im Doppelschichtbetrieb laufen und bisher je Fahrzeug ca. 650.000 km gelaufen sind. Beide waren je nur 1x wegen Kleinigkeiten außerplanmässig in der Werkstatt. Da auch alle anderen Parameter wie Verbrauch, Bedienfreundlichkeit, Ersatzteilversorgung, Notdienst, Werkstattnähe und Qualität stimmen, haben wir jetzt wieder 3 Volvo und keine Mercedes bestellt.
So...ich glaube, ich hab mich zum Thema Mercedes und Qualität erstmal genug ausgeko... :)
Mal sehen, wann ich mein Auto wieder bekomme.
Gruß Arno
Ähnliche Themen
4655 Antworten
@kollf
Glückwunsch zum neuen Auto! Das Leder an den Fahrersitzlehnen sieht wirklich schlimm aus und die Ölmeldung auf der Heimfahrt hätte mir schon einigen Spassam neuen Auto versaut. Tank war ja wohl nur bis Reserve gefüllt (eigentlich frech) - wie sieht es denn mit dem Akku aus bei Auslieferung?
Was hat es in dem "Nebel" auf der AR Kamera auf sich?
Kannst Du auf dem Foto vom Scheinwerfer mal den Kratzer markieren? Ich seh da nix...
Zitat:
@LegeinEi schrieb am 10. November 2020 um 20:47:10 Uhr:
@kollf
Glückwunsch zum neuen Auto! Das Leder an den Fahrersitzlehnen sieht wirklich schlimm aus und die Ölmeldung auf der Heimfahrt hätte mir schon einigen Spassam neuen Auto versaut. Tank war ja wohl nur bis Reserve gefüllt (eigentlich frech) - wie sieht es denn mit dem Akku aus bei Auslieferung?
Da ist Mercedes wirklich spendabel, 100% :)
Zitat:
@mitch2000 schrieb am 10. November 2020 um 09:36:33 Uhr:
D.h. bei denen mit Dritter Sitzreihe ist das mittlere gurtschloss der zweiten Sitzreihe anders als bei denen ohne dritte Sitzreihe?
Korrekt
Bei den Fotos des letzten Erfahrungsberichtes ist übrigens die Lösung zu sehen, die auch bei mir vorliegt. Gurtschloss ab einer Schraube fixiert, so dass man das Schloss hoch und runterdrehen kann...
Erfahrungen mit dem GLE 350de nach 4.300km und Vergleich mit Volvo XC90
Optik:
Der Wagen sieht toll aus, nicht so elegant wie der Volvo XC90, eher bulliger, zumal mit AMG-exterieur-Paket, Diamant Kühlergrill, Verbreiterungen und Mischbereifung 21“. Fast schon ein bisschen zu bullig, gerade wenn man vom eher elegant gestylten Volvo kommt. Das Mojave-Silber gefällt mir immer noch sehr gut, insbesondere in Kombination mit den Chrom-Applikationen ohne Night-Paket.
Motor:
Diesel: Der Diesel (193PS) ist schwächer als der D5 mit 235PS, dabei aber etwas brummiger und präsenter im Ton. Im Volvo hatte ich aber auch das Akustik-Paket im GLE hat es leider nicht mehr ins Budget gepasst. Daher hörte man im Volvo beim Fahren eher die Reifen und die überragende Bowers&Wilkens-Anlage, im Mercedes den Motor und leichtes Wind-Säuseln. Das ist aber nicht laut, so dass man sich bei mittleren Geschwindigkeiten gut unterhalten oder Musik hören kann. Reichweite selbst nur mit Diesel ohne elektrische Unterstützung ist sehr gut.
Elektrisch: Der Wagen fährt bei mir ca. 80km elektrisch, das macht Spaß und ist vom Beschleunigen bei der Autobahnauffahrt und Losfahren für mich komplett ausreichend. Es macht das Fahren sehr leise und angenehm und ich fahre jetzt gerne elektrisch mit 110km/h zur Arbeit und höre dabei Musik. Hatte mir zwar bei der von mir gefahrenen Geschwindigkeit (110km/h auf der Landstraße) höhere Reichweite vorgestellt, ist für mich aber noch akzeptabel. Ohne DC-Laden lädt er mit max. 7,4kW und benötigt dann 3h15 bis die Batterie voll ist. Damit fährt er dann ca. 80km, der Strom kostet ca. 7,15 EURO, ist damit also teurer(!) als eine gleich weite Fahrt mit Diesel.
Reichweite elektrisch ist akzeptabel, die Vorstellung mit 50km nach NEFZ, wie VOLVO, AUDI oder BMW ist lächerlich, da man dann ja aus dem Laden nicht mehr herauskommt. Der GLE hat keinen Charge-Modus. Effektiv lädt er sich also nur über die Steckdose und ein bisschen Rekuperation. Keine Möglichkeit ihn ansonsten mit dem Motor zu laden, wie es viele Geschäftswagenfahrer ja wollen und auch tun.
Licht.
Das Activ Multi Beam-Licht ist hervorragend, die meisten entgegenkommenden Autos werden gut ausgeschnitten, dennoch gibt es ab und zu aber Lichthupe der entgegenkommenden. Das war bei Volvo überhaupt nicht mehr der Fall, der Lichtausschnitt bei Volvo war aber zwar größer, was praktisch aber keinen Unterschied für mich als Fahrer darstellte.
Komfort
Trotz 21“-Räder mit 315er-Bereifung ist der Komfort in Ordnung, die Luftfederung (Airmatic) scheint etwas besser zu sein als beim Volvo mit 20“-Rädern. Aber der Volvo machte einen dynamischeren, flinkeren Eindruck in Kurven oder auf kurvigen Strecken, er wirkte insgesamt leichter, was er ja auch ist. Bei Schlaglöchern oder Bodenwellen zeigt der GLE doch sein Gewicht und schwankt trotz Airmatic ein wenig nach.
Sitze (Multikontur) sind sehr bequem, ich habe mit 1,94m genug Platz. In der zweiten Reihe auch viel Platz. Im Gegensatz zum Volvo kann die zweite Reihe weder verschoben werden, noch die Lehnenneigung beeinflusst, wenn man keine elektr. Sitzverstellung für die Fondsitzbank genommen hat.
Der Kofferraum ist kleiner, bzw. kürzer, es passen 3 Grünabfallboxen hinein, beim Volvo locker 4, ohne die Rückbank nach vorne zu schieben. Beim Volvo gab es trotz 7-Sitzer unter dem Kofferraumboden ein großes Fach, da sind beim GLE die Batterien drin. Die Ladekabel, Verbandskasten und das Kleinzeugs (f)liegen daher im Kofferraum rum, was ihn noch kleiner macht.
Assistenten
Der Volvo Baujahr 2017 hatte nicht merklich schlechtere Assistenzsysteme. Der Lenkassistent beim Volvo hat mir besser gefallen, war in Kurven besser und man konnte mind. 15 Sek. die Hände vom Lenkrad lassen. Beim MB eher weniger. Das Wackeln am Lenkrad konnte beim Volvo ganz dezent erfolgen, beim MB muss man fester hin- und herwackeln.
Der Spurhalteassistent war beim Volvo zumeist ok, manchmal etwas sensibel, der beim GLE schleudert einen geradezu wieder auf die Fahrbahnmitte, manchmal auch, wenn man nur mit Blinker nach dem Überholen wieder auf die rechte Fahrspur zurück will.
Die Distronic bremst selbständig bei Geschwindigkeitsbeschränkungen und vor Kurven und Kreisverkehr. Sie hat aber häufiger als beim Volvo falsche Anzeigen und bremst dann abrupt ab, wenn z. B. auf einer Landstraße die Abzweigungen eine 60er-Bergrenzung hat oder scharf um die Ecke geht, obwohl man eigentlich gerade aus fährt. Das ist für den Fahrer aber auch für die folgenden Autos absolut ärgerlich. Viel häufiger als beim Volvo werden falsche Verkehrszeichen erkannt, bzw. die digitalisierten Geschwindigkeitsdaten aus dem Navi sind dann einfach Quatsch.
MBUX/Multimedia
Die kleine Burmesteranlage ist nicht schlecht, kann jedoch bei weitem nicht der Transparenz der B&W-Anlage im Volvo mithalten. Die große Burmester, aber auch die B&W-Anlage aktuell sind aber m. E aktuell viel zu teuer.
Telefonieren über Bluetooth-Anbindung funktioniert hervorragend, iPhone 11Pro hat eine tolle Tonqualität. Apple Carplay funktioniert nur mit Kabel.
Habe kein HUD; aber das große Display entschädigt ein bisschen dafür. Ich würde aber wahrscheinlich zukünftig statt der 21“-Räder nur die AMG-20“-Räder nehmen und dafür HUD.
Sprachsteuerung ist deutlich besser als bei Volvo, Naviansagen oder Fragen nach dem Wetter funktionieren hervorragend, wo die Volvo Sprachbedienung manchmal absolut begriffsstutzig war.
Das MBUX ist auch optisch sehr schön, Einstellungsmöglichkeiten für mich umfangreich und recht einfach zu bedienen (wenn man vom Volvo kommt und Wischen und Tipppen kennt). Digitale Anzeigen im Fahrer-Display sind übersichtlich. Die Anzahl der Themes wie bei Volvo seltsamerweise sehr stark eingeschränkt (4). Die Auswahl der drei Anzeigenbereiche vor dem Lenkrad ist super und für jemanden, der auf den kleinen Lenkradtouchflächen wischen und drücken kann komfortabel. Das Ambientelicht ist hervorragend.
Navigation: Navigation ist schnell. Die Anzeige von Alternativrouten besser als im Volvo, noch besser wäre, wenn ich diese Anzeige in der Anzeigedauer verlängern könnte. Seltsamerweise zeigt er andere Staus an, als z.B. Google Maps. Meistens passt es aber auch mit der geschätzten Ankunftszeit. Die automatische Zoomfunktion ist meistens ganz nett, aber manchmal nervt, dass man nicht schnell die ganze Strecke oder einen größeren Überblick auf Dauer sehen kann.
Verarbeitungsqualität/Probleme
Eigentlich in Ordnung, bis auf die Sitze. Die Nähte der Ledersitze sehen aus wie selbstgenäht, die Sitzfüllung ist zum Teil zu schwach. Insgesamt absolut inakzeptabel für ein 100.000€ Auto. Selbst beim halben Preis hätte ich reklamiert. Manche Nähte sehen aus, als wären sie jetzt schon ein wenig ausgerissen, das bereits bei Fahrzeugübergabe. Ein Teil der Sitze und Bezüge (Beifahrersitz, Fondsitzbank) werden auf Garantie erneuert. Ansonsten knistert und knarrt aber bisher nichts. Mittleres Gurtschloss hinten verschwindet bei falscher Bedienung in einer Lücke in der Sitzbank und ist nur mit Mühe wieder hervorzuzaubern, da heißt es Aufpassen.
Den Fehler, dass es laut an der Vorderachse knackt, wenn ich stark einlenke, habe ich auch.
Es waren die falschen Kabel (4m spiralisiert) statt der bestellten (8m glatt) beigelegt, auch da fragt man sich ob die Qualitätskontrolleure wg. Corona im Home-Office waren.
Der Wagen hat bereits einige kleine Softwareupdates erhalten und wird noch einmal welche bekommen, wenn die Sitze umgebaut werden.
Fazit
Ein sehr schönes, komfortables Auto, wie gewünscht schöne Abwechslung nach dem Volvo, das elektrische Fahren/Gleiten macht mehr Spaß als erwartet. Durch die Kombination mit dem sparsamen Diesel ein Multi-Purpose-Vehicle und durch die halbe Dienstwagenbesteuerung mit Sparpotenzial von ca. 3.000,00€ für mich persönlich bisher Genuss ohne Reue und bei ca. 4.300km bisher nur ca. 160L Diesel dafür aber oft Strom getankt, sowie lokal emissions- und beinahe geräuschfrei kann sich ja auch sehen lassen.
Moin,
nachdem ich gestern bei der Ndl. Stuttgart in der Werkstatt war, läuft die Scheibe der Fahrertüre wieder, wie sie soll. Hier nochmal Beschreibung des Problems: Scheibe nimmt Dichtgummi mit
Es wurden der äußere und innere Dichtgummi getauscht und die Scheibenführung neu justiert. Als Ersatzwagen gab es einen nagelneuen GLC 300 d mit 84 km auf der Uhr.
Morgens Auto auf dem Weg zur Arbeit abgegeben und abends auf dem Heimweg wieder geholt. Die Dame an der Annahme als auch der Serviceberater waren superfreundlich und alles hat hervorragend geklappt.
Zitat:
@Langer02 schrieb am 11. November 2020 um 11:06:54 Uhr:
Erfahrungen mit dem GLE 350de nach 4.300km und Vergleich mit Volvo XC90
Optik:
Der Wagen sieht toll aus, nicht so elegant wie der Volvo XC90, eher bulliger, zumal mit AMG-exterieur-Paket, Diamant Kühlergrill, Verbreiterungen und Mischbereifung 21“. Fast schon ein bisschen zu bullig, gerade wenn man vom eher elegant gestylten Volvo kommt. Das Mojave-Silber gefällt mir immer noch sehr gut, insbesondere in Kombination mit den Chrom-Applikationen ohne Night-Paket.
Motor:
Diesel: Der Diesel (193PS) ist schwächer als der D5 mit 235PS, dabei aber etwas brummiger und präsenter im Ton. Im Volvo hatte ich aber auch das Akustik-Paket im GLE hat es leider nicht mehr ins Budget gepasst. Daher hörte man im Volvo beim Fahren eher die Reifen und die überragende Bowers&Wilkens-Anlage, im Mercedes den Motor und leichtes Wind-Säuseln. Das ist aber nicht laut, so dass man sich bei mittleren Geschwindigkeiten gut unterhalten oder Musik hören kann. Reichweite selbst nur mit Diesel ohne elektrische Unterstützung ist sehr gut.
Elektrisch: Der Wagen fährt bei mir ca. 80km elektrisch, das macht Spaß und ist vom Beschleunigen bei der Autobahnauffahrt und Losfahren für mich komplett ausreichend. Es macht das Fahren sehr leise und angenehm und ich fahre jetzt gerne elektrisch mit 110km/h zur Arbeit und höre dabei Musik. Hatte mir zwar bei der von mir gefahrenen Geschwindigkeit (110km/h auf der Landstraße) höhere Reichweite vorgestellt, ist für mich aber noch akzeptabel. Ohne DC-Laden lädt er mit max. 7,4kW und benötigt dann 3h15 bis die Batterie voll ist. Damit fährt er dann ca. 80km, der Strom kostet ca. 7,15 EURO, ist damit also teurer(!) als eine gleich weite Fahrt mit Diesel.
Reichweite elektrisch ist akzeptabel, die Vorstellung mit 50km nach NEFZ, wie VOLVO, AUDI oder BMW ist lächerlich, da man dann ja aus dem Laden nicht mehr herauskommt. Der GLE hat keinen Charge-Modus. Effektiv lädt er sich also nur über die Steckdose und ein bisschen Rekuperation. Keine Möglichkeit ihn ansonsten mit dem Motor zu laden, wie es viele Geschäftswagenfahrer ja wollen und auch tun.
Licht.
Das Activ Multi Beam-Licht ist hervorragend, die meisten entgegenkommenden Autos werden gut ausgeschnitten, dennoch gibt es ab und zu aber Lichthupe der entgegenkommenden. Das war bei Volvo überhaupt nicht mehr der Fall, der Lichtausschnitt bei Volvo war aber zwar größer, was praktisch aber keinen Unterschied für mich als Fahrer darstellte.
Komfort
Trotz 21“-Räder mit 315er-Bereifung ist der Komfort in Ordnung, die Luftfederung (Airmatic) scheint etwas besser zu sein als beim Volvo mit 20“-Rädern. Aber der Volvo machte einen dynamischeren, flinkeren Eindruck in Kurven oder auf kurvigen Strecken, er wirkte insgesamt leichter, was er ja auch ist. Bei Schlaglöchern oder Bodenwellen zeigt der GLE doch sein Gewicht und schwankt trotz Airmatic ein wenig nach.
Sitze (Multikontur) sind sehr bequem, ich habe mit 1,94m genug Platz. In der zweiten Reihe auch viel Platz. Im Gegensatz zum Volvo kann die zweite Reihe weder verschoben werden, noch die Lehnenneigung beeinflusst, wenn man keine elektr. Sitzverstellung für die Fondsitzbank genommen hat.
Der Kofferraum ist kleiner, bzw. kürzer, es passen 3 Grünabfallboxen hinein, beim Volvo locker 4, ohne die Rückbank nach vorne zu schieben. Beim Volvo gab es trotz 7-Sitzer unter dem Kofferraumboden ein großes Fach, da sind beim GLE die Batterien drin. Die Ladekabel, Verbandskasten und das Kleinzeugs (f)liegen daher im Kofferraum rum, was ihn noch kleiner macht.
Assistenten
Der Volvo Baujahr 2017 hatte nicht merklich schlechtere Assistenzsysteme. Der Lenkassistent beim Volvo hat mir besser gefallen, war in Kurven besser und man konnte mind. 15 Sek. die Hände vom Lenkrad lassen. Beim MB eher weniger. Das Wackeln am Lenkrad konnte beim Volvo ganz dezent erfolgen, beim MB muss man fester hin- und herwackeln.
Der Spurhalteassistent war beim Volvo zumeist ok, manchmal etwas sensibel, der beim GLE schleudert einen geradezu wieder auf die Fahrbahnmitte, manchmal auch, wenn man nur mit Blinker nach dem Überholen wieder auf die rechte Fahrspur zurück will.
Die Distronic bremst selbständig bei Geschwindigkeitsbeschränkungen und vor Kurven und Kreisverkehr. Sie hat aber häufiger als beim Volvo falsche Anzeigen und bremst dann abrupt ab, wenn z. B. auf einer Landstraße die Abzweigungen eine 60er-Bergrenzung hat oder scharf um die Ecke geht, obwohl man eigentlich gerade aus fährt. Das ist für den Fahrer aber auch für die folgenden Autos absolut ärgerlich. Viel häufiger als beim Volvo werden falsche Verkehrszeichen erkannt, bzw. die digitalisierten Geschwindigkeitsdaten aus dem Navi sind dann einfach Quatsch.
MBUX/Multimedia
Die kleine Burmesteranlage ist nicht schlecht, kann jedoch bei weitem nicht der Transparenz der B&W-Anlage im Volvo mithalten. Die große Burmester, aber auch die B&W-Anlage aktuell sind aber m. E aktuell viel zu teuer.
Telefonieren über Bluetooth-Anbindung funktioniert hervorragend, iPhone 11Pro hat eine tolle Tonqualität. Apple Carplay funktioniert nur mit Kabel.
Habe kein HUD; aber das große Display entschädigt ein bisschen dafür. Ich würde aber wahrscheinlich zukünftig statt der 21“-Räder nur die AMG-20“-Räder nehmen und dafür HUD.
Sprachsteuerung ist deutlich besser als bei Volvo, Naviansagen oder Fragen nach dem Wetter funktionieren hervorragend, wo die Volvo Sprachbedienung manchmal absolut begriffsstutzig war.
Das MBUX ist auch optisch sehr schön, Einstellungsmöglichkeiten für mich umfangreich und recht einfach zu bedienen (wenn man vom Volvo kommt und Wischen und Tipppen kennt). Digitale Anzeigen im Fahrer-Display sind übersichtlich. Die Anzahl der Themes wie bei Volvo seltsamerweise sehr stark eingeschränkt (4). Die Auswahl der drei Anzeigenbereiche vor dem Lenkrad ist super und für jemanden, der auf den kleinen Lenkradtouchflächen wischen und drücken kann komfortabel. Das Ambientelicht ist hervorragend.
Navigation: Navigation ist schnell. Die Anzeige von Alternativrouten besser als im Volvo, noch besser wäre, wenn ich diese Anzeige in der Anzeigedauer verlängern könnte. Seltsamerweise zeigt er andere Staus an, als z.B. Google Maps. Meistens passt es aber auch mit der geschätzten Ankunftszeit. Die automatische Zoomfunktion ist meistens ganz nett, aber manchmal nervt, dass man nicht schnell die ganze Strecke oder einen größeren Überblick auf Dauer sehen kann.
Verarbeitungsqualität/Probleme
Eigentlich in Ordnung, bis auf die Sitze. Die Nähte der Ledersitze sehen aus wie selbstgenäht, die Sitzfüllung ist zum Teil zu schwach. Insgesamt absolut inakzeptabel für ein 100.000€ Auto. Selbst beim halben Preis hätte ich reklamiert. Manche Nähte sehen aus, als wären sie jetzt schon ein wenig ausgerissen, das bereits bei Fahrzeugübergabe. Ein Teil der Sitze und Bezüge (Beifahrersitz, Fondsitzbank) werden auf Garantie erneuert. Ansonsten knistert und knarrt aber bisher nichts. Mittleres Gurtschloss hinten verschwindet bei falscher Bedienung in einer Lücke in der Sitzbank und ist nur mit Mühe wieder hervorzuzaubern, da heißt es Aufpassen.
Den Fehler, dass es laut an der Vorderachse knackt, wenn ich stark einlenke, habe ich auch.
Es waren die falschen Kabel (4m spiralisiert) statt der bestellten (8m glatt) beigelegt, auch da fragt man sich ob die Qualitätskontrolleure wg. Corona im Home-Office waren.
Der Wagen hat bereits einige kleine Softwareupdates erhalten und wird noch einmal welche bekommen, wenn die Sitze umgebaut werden.
Fazit
Ein sehr schönes, komfortables Auto, wie gewünscht schöne Abwechslung nach dem Volvo, das elektrische Fahren/Gleiten macht mehr Spaß als erwartet. Durch die Kombination mit dem sparsamen Diesel ein Multi-Purpose-Vehicle und durch die halbe Dienstwagenbesteuerung mit Sparpotenzial von ca. 3.000,00€ für mich persönlich bisher Genuss ohne Reue und bei ca. 4.300km bisher nur ca. 160L Diesel dafür aber oft Strom getankt, sowie lokal emissions- und beinahe geräuschfrei kann sich ja auch sehen lassen.
Super, vielen Dank dir für den ausführlichen Bericht. Da auch ich vom XC90 komme und die B&W aktuell noch drin habe, noch eine Frage zur kleinen Burmester im GLE.
Wie ist denn der Vergleich im Bassbereich mit der B&W? Deutlich schwächer oder vielleicht doch ähnlich? Die B&W hat ja einen Maximalpegel, den man kaum hören will, so laut ist das. Ist auch bei der kleineren Burmester einigermaßen lautes Musikhören möglich oder regelt die schnell runter? Ein bekannter hatte das mal bei seiner C-Klasse erwähnt...
Vielen Dank schonmal für die Antwort.
Also ich habe derzeit B&O im A4 un und bei meiner Probefahrt des GLE war das kleine Burmeister verbaut. Für mich ist das B&O gerade vom Bass absolut überlegen. Der Bass vom Burmester ist leider ein Witz... aber ich habe es dennoch auch aus optischen Gründen genommen. Da der XC90 in Sachen Musik ja der Primus ist, denke ich ist der A4 sicherlich dem XC 90 um Welten unterlegen...
Komme vom XC90 mit dem B&W zum kleinen Burmester und es ist nicht zu vergleichen. Ich ärgere mich, dass ich nicht das große genommen habe....
Das Grinsen das ich beim Xc90 im Gesicht hatte, kommt im GLE nicht auf (zumindest nicht durch Musik, Motor ja)
In der Probefahrt hatte ich das Burmester nur im CLS gehört und dann klang es ok. Aber natürlich ist das Auto auch viel kleiner.
Das ist ein riesen Nachteil zum XC90.
Mein GLE ist nicht voll ausgestattet aber immerhin auch weit über 100K teuer und ich hätte einige Extras im Nachhinein weglassen können und dafür das große System nehmen sollen.
Aber wie gesagt, ich bin das kleine System deshalb extra Probegefahren und habe es für gut befunden. Nur leider im falschen Auto. Den GLE gab es damals noch nicht....
Komme vom B&W im XC90 nun zum kleinen Burmester.
Die Aussagen von Langer02 kann ich unterschreiben, dennoch hatte ich nach den Aussagen im Forum weniger vom Burmester erwartet. Es reicht nicht an den Olympus, ist aber der Standardausrüstung bei weitem überlegen.
Laut hören konnte ich gut! Die Töne bleiben trennscharf. :-) Habe aber auch das Akustik-Paket. ;-)
Zitat:
@Langer02 schrieb am 11. November 2020 um 11:06:54 Uhr:
Es waren die falschen Kabel (4m spiralisiert) statt der bestellten (8m glatt) beigelegt, auch da fragt man sich ob die Qualitätskontrolleure wg. Corona im Home-Office waren.
Ich habe auch für Schuko und AC ganz gezielt die glatten 8 m Kabel bestellt. Wie bist Du mit der Falschlieferung umgegangen? Hast Du reklamiert? Wird getauscht?
Wie fühlt sich die Kraftentfaltung bei Diesel + E-Motor an?
Wo verstaut ihr die "Essentials", also Warndreieck, Verbandskasten, Warnwesten und Ladekabel?
Ach komm, beim Hybrid gibt es keinen Platz für Warndreick und Verbandskasten??? Das liegt doch nicht einfach im Kofferraum rum...
Ich fand im XC90I die Dynaudio in Richtung Bässe sensationell, da haben ja die Hosenbeine gewackelt. Die Stärke im XC90II mit B&W eher die überragende Transparenz und Offenheit im Klang. Es gab ja einige, die fehlenden Bumms im Bass trotz Subwoofer bemängelt hatten. Die Burmester hat (eigentlich!) für das normale Hören selbst bei Bass +1 schon einen doch recht präsenten Bass. Die Enthusiasten müssen natürlich die große Burmester nehmen, wenn es auf Bitraten, mp3, AAC, FLAC, Datenübertragung und Qualität des Musikprogramms ankommt, darüber braucht man nicht diskutieren.
Warndreieck ist bei mir bei den Sicherungen im rechten Fach. Da ist aber sonst kein Platz mehr. Verbandskasten, Kompressor mit Dichtmittel und Ladekabel fliegen bei mir im Kofferraum rum. Habe mir jetzt so ne kleine Box für den Kofferraum bestellt, dass es etwas ordentlicher wirkt.
Kraftentfaltung von Diesel und E-Antrieb habe ich noch nicht so getestet, da ich noch in der Einfahrphase (erste 1000km) bin.
Ich habe den Verbandskasten in das Fach der Fahrertür gesteckt. Warndreieck kann man auch irgendwo in den Türen verstauen. Im Kofferraum muss also nur das Ladekabel rumliegen. Dann sind die Ablagefächer zwar knapp, aber es geht schon. Dafür hat man halt den ganzen Kofferraum und eine halbwegs vernünftige Hybridreichweite...
Kraftentfaltung ist sehr gleichmäßig. Die 700Nm sind auch schon ein Wort. Ist schon eine ganz ordentliche Beschleunigung, trotz des Grüße. Natürlich wird aus dem GLE kein Sportwagen, aber man fühlt sich eigentlich in keiner Verkehrssituation untermotorisiert.