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einfach entlacken

VW Käfer, VW
Themenstarteram 10. Juli 2012 um 8:02

Hallo zusammen,

ich denke, es gibt ein einfache Alternative zum Sandstrahlen.

Ich habe am Wochenende colour ex der Fa. Wolf ausprobiert und bin echt beeindruckt. Ich habe eine grundierte und mit 2 Lackschichten versehene Cabrio-Tür mit der gelartigen Masse eingeschmiert, ca. 16 Stunden gewartet und dann den Lack einfach abgezogen (wie die Pelle beim Sonnenbrand). Die Stellen, an denen der Lack nicht entfernt wurde, waren schlichtweg zu dünn eingepinselt. 3 - 4 mm sollten es schon sein, dann pellt sich der Lack und darunter kommt reines Blech zum Vorschein.

Der Lack kann dann mit dem Spachtel entfernt werde, oder mit dem Dampfstrahler. Lackreste dann trocknen lassen und in den Hausmüll.

Das KG kosten 25 € und Herr Wolf meinte, mit 4-5 KG kann man sicherlich einen kompletten Käfer mit Kotflügeln und Hauben entlacken.

 

Gruß

cabrio 1303 df

Colour-ex
Nach-einwirkzeit
Ohne-lack
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18 Antworten

Hallo Cabrio 1303 DF

es ist leider kein Sicherheitsdatenblatt zu finden obwohl im technischen Datenblatt darauf verwiesen wird.

Aus dem technischen Datenblatt:

... durch diverse Glykole, d.h. hochwertige Alkohole einer Hydroxycarbonsäure und einem anorganischen Verdickungsmittel.

... PH-Wert: sauer

Chemisch ist das ein ziemliches Geeier: Alkohole einer Hydroxycarbonsäure sind Glycole. Glycole sind nicht sauer, dafür die Hydroxycarbonsäuren.

Macht aber nichts: Bremsflüssigkeit auf Glycolbasis (DOT3, 4, 5.1) wirkt ebenfalls wie ein Entlacker (Abbeizer). Bremsflüssigkeit ist Tri- und Penta-Glycol-Ether.

Also: es ist kein klassischer, nämlich alkalischer Abbeizer, sondern ein Lösungsmittel der Art:

http://de.wikipedia.org/wiki/Cellosolve (ein klassisches Lacklösungsmittel, Glycol-monoethylether)

 

Roll mal auf der Seite nach unten, begutachte die Symbole am rechten Rand und halte den Mauszeiger über "H 360A" oder "R: 60-61" Das Zeug ist nicht ganz ohne (reproduktionstoxisch und http://de.wikipedia.org/wiki/Teratogen)

 

Das anorganische Verdickungsmittel dürfte Aerosil(r) sein, Siliziumdioxid mit extrem hoher Oberfläche, das für den beschriebenen Zweck in der Lackindustrie eingesetzt wird: um Lacke thixotrop zu machen, d.h. das abfließen von senkrechten Flächen zu verhindern.

Grob zusammengefasst: Der "Entlacker" ist ein Polyglycol-ether, welcher Lack angreift (ähnlich wie Bremsflüssigkeit), der nicht verdunstet und mit einem Stellmittel hochviskos gemacht wurde, damit er nicht abfließt.

Was mich aufmerksam macht: in zahlreichen Foren sind Artikel, die Deinem Start-Thread sehr ähnlich sind, zu finden. Das riecht nach gezielter Werbung.

 

Grüße teasy

 

Themenstarteram 13. Juli 2012 um 8:19

Hallo Teasy,

wow, ich erinnere mich jetzt wieder, warum ich bei Chemie nach dem Periodensystrem der Elemente aufgehört und doch lieber Maschinenbau studiert habe ;).

Aber zurück zu deinen Ausführungen. Ich habe noch ein Sicherheitsdatenblatt angefordert, jedoch das Technische Blatt erhalten, allerdings mit einer kleinen, vielleicht feinen Ergänzung, die im Internet nicht zu sehen sind:

Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen

Chemische Charakterisierung: verdicktes organisches Lösungsmittel

Gefährliche Inhaltsstoffe:

Bezeichnung: Gehalt in % Kennz. R-Sätze

Aromatische und aliphatische Alkohole >50 Xn 20/22

Organische Säuren <30 Xi 38/41

Zusatzstoffe <15 ohne

Bringt uns das weiter? Bestätigt das deine Annahmen? Die Ausführungen bei Wikipedia rufen doch mächtig Respekt hervor.

Wenn der Hersteller schreibt, es bestehen keine ökologischen oder toxikologischen Bedenken, würde das ja im glatten Gegensatz zu deinen Beschreibungen stehen. Gerade weil der Hersteller ja damit wirbt, finde/fand (weiß noch nicht so recht) ich das Mittel ja so interessant. Red hatte auf jeden Fall Recht, noch einmal auf das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und Maske hinzuweisen.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt, der natürlich im Vordergrund steht, gab es aber auch noch die Frage, ob das Mittel wohl mit Wasser so weit ausgewaschen/verdünnt werden kann, dass es in Fläzen/Ritzen auch nach dem Lackieren nicht weiter gammelt. Wie ist da deine Meinung?

Beste Grüße

Dirk

Das von mir zitierte 2-Ethoxyethanol ist der gängigste Vertreter der Klasse Glycolether-Alkohole und - wohl auch der schädlichste.

Entweder sind die Produkte von Wolf und Smitec nicht identisch oder einer der Beteiligten versucht das zu verbergen.

Das technische Datenblatt beschreibt die Eignung und erlaubt bei der Zusammensetzung viel Prosa. Das Sicherheitsdatenblatt ist viel strenger, da hier gesetzliche Vorgaben erfüllt werden müssen. Das SDB muß vom Verkäufer VOR dem Kauf zur Verfügung gestellt werden, damit der interessierte, potentielle Käufer den Einsatz der Chemikalie gemäß der Gefahrstoffverordnung prüfen kann. Die zitierten Stellen aus dem TDB helfen nicht besonders.

R 20/22: Gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.

R 38/41: Reizt die Haut / Gefahr ernster Augenschäden.

Säure auf Stahl: Egal ob anorganisch oder organisch: Die Säure muß vollständig abgewaschen werden, sonst bilden sich schnell neue Korrosionsnester. Das ist vor allem in Falzen schlecht, da hier sehr gründlich ausgewaschen werden muß. Eisen ist unedler als Wasserstoff, d.h. solange Wasserstoffionen (H+, Säure) vorliegen, wird Eisen oxidiert werden.

Ökologisch oder toxikologisch unbedenklich ist es bei den genannten R-Sätzen (Risiken) nicht. Das heißt aber nicht, das Kleinmengen nicht in die kommunale Kläranlage gelangen dürfen. Bei hinreichender Verdünnung durch andere Abwässer werden Kläranlagen mit erstaunlich viel "schädlicher" Chemie fertig. Wo die Grenze für die Kleinmenge liegt, ist abhängig von der Größe und der Art der Kläranlage.

Zum Thema Entlacken und Abbeizen: Lack soll den Stahl vor Umwelteinflüssen und chemischen Schädigungen schützen. Das funktioniert oft über Jahrzehnte hervorragend. Warum soll dann ein "Entlacker" harmlos sein? Einem denkenden Menschen müßte hier die Frage aufpoppen: Warum soll eine Chemikalie, die eine schützende Schicht zerstören kann, unbedenklich sein?

Kurzfassung meiner langen Ausführung:

Das Zeug kann sehr wirksam sein.

Es ist vorsichtig und unter Selbstschutz (Handschuhe, Schutzbrille) zu verwenden und danach wirklich gut und vollständig abzuwaschen.

Grüße teasy

Servus,

dass der E1-Entlacker was taugt, ist ja mittlerweile bekannt. Hat aber schon jemand den neuen E2-Abbeizer / Schnell-Entlacker von smitec.de getestet?

https://www.smitec.de/e2-abbeizer.html

Ist aber bestimmt wesentlich aggressiver als der E1. Die Entackzeit ist da mit nur 5 bis 30 Minuten angegeben.

Grüße

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