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Einen Pkw per Funksignal knacken heißt nicht, ihn aufzubrechen.

Themenstarteram 25. Oktober 2020 um 23:03

Wenn dann aus dem Fahrzeug Dinge geklaut werden, bleibt man auf dem Schaden sitzen.

https://www.sueddeutsche.de/.../...ignal-versicherung-urteil-1.5084514

Beste Antwort im Thema

Das amtsgerichtliche Urteil erging zu den Versicherungsbedingungen der Hausratsversicherung. Ob sich dessen Ansicht dauerhaft durchsetzen wird, das bleibt abzuwarten. Der Diebstahl des Kfz unterfällt der Teilkasko. Dort genügt die Entwendung des verschlossenen Kfz.

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Das amtsgerichtliche Urteil erging zu den Versicherungsbedingungen der Hausratsversicherung. Ob sich dessen Ansicht dauerhaft durchsetzen wird, das bleibt abzuwarten. Der Diebstahl des Kfz unterfällt der Teilkasko. Dort genügt die Entwendung des verschlossenen Kfz.

Wird sich vermutlich dahingehend ändern, dass einige Versicherungen in Zukunft das fremde Öffnen per Funk ausdrücklich mit versichern, aber auch einen Nachweis haben wollen. Was in der Praxis wohl in vielen Fällen unmöglich ist.

Wenn also die Scheibe eingeschlagen wird oder mit der Brechstange der Kofferraum aufgehebelt wird, dann wird bezahlt. Bei der eleganten Lösung, wo wenigstens am Auto kein Schaden entsteht, da wird nicht bezahlt. Das soll Gerechtigkkeit sein?

Zitat:

Im allgemeinen Sprachgebrauch, aber und auch laut Duden sei "aufbrechen" mit Gewalt verbunden.

Nach meinem Verständnis ist auch das unbefugte öffnen per Funk eine Form von Gewalt. Denn der Täter setzt sich über den Willen des Besitzers hinweg. Ich kann die Auslegung des Gerichts nicht verstehen.

Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, dann wird auch die reine Bedrohung als Gewalt ausgelegt. Er wird bestraft, auch wenn die Frau es gewaltlos über sich ergehen lässt.

In beiden Fällen handelt der Täter gewaltlos gegen den Willen des Opfers.

Der reißerische Titel des Threads bezieht sich aber wie gesagt auf die Hausrat des Klägers.

Mein Auto wurde leider auch schon per Funksignal über den Komfortzugang aufgebrochen und das Navi entwendet. Die Teilkasko hat anstandslos bezahlt (Schaden von 6.000€, BMW verbaut ja wie allseits bekannt vergoldete Navis :rolleyes: ), obwohl ich keinen Nachweis darüber hatte, daß Fahrzeug abends zuvor ordentlich verriegelt zu haben.

Was der Pilot hier von seiner Hausrat wollte ist mir nicht klar. Doppelt kassieren?

Themenstarteram 26. Oktober 2020 um 7:08

Zitat:

@Gurkengraeber schrieb am 26. Oktober 2020 um 07:01:47 Uhr:

Der reißerische Titel des Threads bezieht sich aber wie gesagt auf die Hausrat des Klägers.

Was ist daran reißerisch? Wenn man nicht nur den Titel liest, liest man "Wenn dann aus dem Fahrzeug Dinge geklaut werden, bleibt man auf dem Schaden sitzen." Sachen, die im Fahrzeug liegen, sind nun mal nur über die Hausratversicherung versichert.

Zitat:

@Gurkengraeber schrieb am 26. Oktober 2020 um 07:01:47 Uhr:

… Navi entwendet. Die Teilkasko hat anstandslos bezahlt … Was der Pilot hier von seiner Hausrat wollte ist mir nicht klar. Doppelt kassieren?

Ein Navi liegt normalerweise nicht so rum im Auto, sondern ist eingebaut und fest mit dem Fahrzeug verbunden. Ob das bei dir auch so war, weiß ich aber nicht.

Bei dem Fall geht es aber um einen Reise- und einen Pilotenkoffer, nicht um fest verbaute Dinge. Wie sollte der Pilot doppelt kassieren wollen, wenn das Gepäck nur über die Hausrat und nicht über die Teilkaskoversichert ist?

Da muss ich birscherl bestätigen. Der Titel ist nicht reißerisch, sondern gibt das Urteil wieder.

Und für das eingebaute Navi und für Gepäck im Auto sind zwei verschiedene Versicherungen zuständig, einmal die Kasko und einmal die Hausrat. Da kann man nichts doppelt kassieren.

Zitat:

@Bulwey schrieb am 26. Okt. 2020 um 06:21:22 Uhr:

Wenn also die Scheibe eingeschlagen wird oder mit der Brechstange der Kofferraum aufgehebelt wird, dann wird bezahlt. Bei der eleganten Lösung, wo wenigstens am Auto kein Schaden entsteht, da wird nicht bezahlt. Das soll Gerechtigkkeit sein?

Nein. Das ist die Regelung im Versicherungsvertrag, die das Amtsgericht ausgelegt hat. Offenbar hat es der Versicherer auch so gesehen, sonst hätte er gezahlt und der Geschädigte hätte nicht klagen müssen.

Mit dieser, m. M. n. vertretbaren engen Auslegung des Wortes "aufbrechen" hat der Versicherer sein Risiko begrenzt. Dass ein Auto durch Manipulation des Funksignals wieder geöffnet wurde, um dann daraus Sachen zu entwenden ist nicht nachweisbar. Der Versicherte kann auch vergessen haben, das Auto zu verschließen oder der Schließvorgang hat nicht funktioniert.

Ich habe übrigens noch nie gelesen, dass Diebe diese Technik einsetzen, nur um Sachen aus Pkws zu stehlen. Erscheint mir im Verhältnis zur erwartbaren Beute sehr aufwendig.

 

Grüße vom Ostelch

Etwas OT: Die Hausratversicherung, immer für Überraschungen gut.

Vor Jahren wurde meine Mutter beraubt (ihr wurde die Handtasche entrissen), und was sie nicht wusste war, dass in diesem Fall die Hausrat zahlt. Tasche mitsamt Inhalt wurden ihr ersetzt.

Zitat:

@Ostelch schrieb am 26. Oktober 2020 um 07:36:59 Uhr:

........ Ich habe übrigens noch nie gelesen, dass Diebe diese Technik einsetzen, nur um Sachen aus Pkws zu stehlen. Erscheint mir im Verhältnis zur erwartbaren Beute sehr aufwendig.

Grüße vom Ostelch

Doch, meinem Sohn vor einigen Jahren in Bratislava passiert.

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