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e-tron: Eindrücke, Erfahrungen und Probefahrten
Einige von euch konnten durch die „Escape-Room“ Aktion das Fahrzeug schon kennenlernen.
Wie sind eure Eindrücke?
Bilder sind ausdrücklich erwünscht!
Beste Antwort im Thema
Mit dem Etron 55 durch den Balkan nach Griechenland, 2300 km
Übernommen habe ich mein Fahrzeug am 25.März und am 28.April sollte die Reise beginnen.
In diesen ersten 4 Wochen habe ich 3 Mal kleinere Ausflüge gemacht, um das Auto und das Laden kennenzulernen.
Probleme gab es in dieser Zeit nur insofern, als sich der Stecker 2 Mal nur über die Notentriegelung lösen ließ.
Ein weiteres Mal ließ sich der Stecker erst garnicht einführen, weil sich das Plastikteil, welches den Stecker während des Ladens verriegelt, nach vornr geschoben hatte, und dadurch den Stecker blockierte.
Diese Problem ist bei Audi allerdings seit Ende Februar bekann, und man sucht nach einer Lösung.
1. Vorstellung des Fahrzeugs: etron 55, Edition One,bei Übernahme 17 km alt, praktisch ohne Einführung übernommen,
da ich mehr vom Fahrzeug wusste als mein Händler.
Änderungen, die ich am Fahrzeug vornehmen ließ: Die 21-Zoll Reifen wurden ersetzt durch 19-Zoll Winterreifen.
Da ich die Sommerreifen nur bis zum Reifenhändler fuhr, kann ich keine Aussagen machen, inwiefern sich der Ver-
brauch änderte.
2. Vorstellung des Fahrers und des Beifahrers: Ich habe das Auto blind bestellt und musste zur Edition One greifen, weil
ich vor dem 28 April keinen Etron 55 bekommen hätte.
Ich bin kein Beschleunigungsfetischist und auch der Verbrauch ist mir relativ gleichgültig, obwohl im weitern Bericht
doch sehr viel zum Verbrauch und zum Auto selbst zu sagen ist.
Die Beifahrerin: Meine Ehefrau, die sich gottergeben auf dieses Abenteuer mit mir einließ.
Es sollte sich jedoch bald herausstellen, daß sie zur wichtigsten Person wurde, da sie mit einem Smartphone um-
gehen kann, und ohne solch ein Gerät ist solch eine Reise praktisch unmöglich.
3, Vorarbeiten:
a Ladekarten
New Motion
Telekom
Plugsurfing
Audikarte
Chargemap
New Motion wurde von mir bewusst an die erste Stelle gesetzt, weil sie mir am meisten Freude bereitete.
Wenn ich sie einsetzte, hat sie funktioniert, zumindest in Deutschland und in Österreich.
Fazit zu den Ladekarten: Hätte ich nur diese eine dabeigehabt,wäre ich genausoweit gekommen, nämlich bis an die
Grenze zwischen Österreich und Ungarn, da war dann nämlich Schluß mit Lustig.
4. Apps: Von jeder Ladekarte die entsprechende App dazu und noch einige andere mehr. Hätte ich mir aber alles
schenken können, denn nur eine einzige App, nämlich Plugshare, hat uns nie im Stich gelassen und wusste immer
noch eine Ladestelle, die man anfahren konnte.
5. Der Reiseweg: Es gab 3 Möglichkeiten
a Ancona und die Fähre nach Griechenland
Diese Strecke wurde gestrichen, weil in Italien die Schnellladesäulen dünn gesät sind.
b Über Serbien und Mazedonien
Diese Strecke wurde auch gestrichen. Zwar gibt es in Serbien 3 Schnellladestellen (50), aberich konnte nicht
herausbekommen wie sie freigeschaltet werden.
c Es blieb also nur eine Strecke übrig: Ungarn, Rumänien und Bulgarien.
Bevorzugt wurde diese Strecke auch, weil es in Informationen immer wieder hieß, daß man dort bei Kaufland
und Lidl laden könnte.
6. Der Streckenverlauf also: Startpunkt war Weinsberg, dann in Richtung Nürnberg, weiter über Passau, Wien,
Budapest,Timisoara, Sofia.
Endpunkt: Thessalien/Volos/Afissos
Länge: 2300 km
7. Abrp (Abetterrouteplanner)
Vorbereitet hatte ich mich mit diesem Programm, da es mir am Genauesten die einzelnen Ladestellen bis zum Ende
angab. Sauber aufgelistet wurden weiterhin Ladezeit Verbrauch (wahrscheinlich), usw.
Garnichts anfangen konnte ich mit meiner Audinavigation. Die Strecke wurde mir zwar angezeigt, hörte dann aber
in Ungarn auf. In Deutschland wurden mir wahllos viele Stationen angezeigt, in Ungarn nichts mehr.
8. Fahrt
Abfahrt in Weinsberg am 28.April 2019, 14.00 Uhr, Wetter: sonnig, 18 Grad
1. Station: Berg in der Oberpfalz (Vorschlag abrp)
182 km, Tempomat 130, Verbrauch 24,9, Ionitysäule, Standdauer ca, 20 Min, New Motion.
2,Station. Sankt VAlentin in Österreich
Abrp hatte zwar Straubing als nächstes Ziel angegeben, weil das Auto aber so wenig verbrauchte,
wagte ich es die 305 km Nach Sankt Valentin.
305 km, Tempomat 110, Verbrauch 22,1, 4 Ionitysäulen alleine für mich, während alle 8 Teslasäulen belegt
waren.
Mein Audi macht seltsame Dinge. Bei Tempomat 110 fährt er solange ruhig,bis ein schnelleres Auto
an uns vorbeifahren will. Dann aber, wie von einer Tarantel gestochen,beschleunigt es ohne mein
Zutun auf 130. Dann beruhigt es sich wieder,
3.Station Göttelsbrunn
250 km, kein Tempomat, da Wien, Verbrauch 21,9, wieder funktioniert New Motion und das jeweils für
5.86 Euro.
4.Station Abrp schlägt Budapest vor, da man mir aber vorher gesagt hatte,daß die dortigen Taxifahrer die Säulen
blockieren, will ich ausweichen auf Szambek, etwa 20 km vor Budapest.
Dann setzt peitschender Regen ein, die Autobahn steht unter Wasser und mein Verbrauch geht hoch auf
28. Urplötzlich hört der Regen auf, mein Verbrauch sinkt und mich sticht der Hafer. Warum nicht
die 4.Station umgehen und auf Nr. 5 zusteuern, nämlich Kecskemet. Sind ja nur 310 km.
5.Staion Komme mit einer Restreichweite von 45 km an und finde vor dem Hotel Four Points Sheraton eine tolle
schnelle Säule vor. inzwischen ist es 3.30 Uhr.
Nachdem ich mich an der Rezeption angemeldet habe, bezahlt und meinen Pass abgeliefert habe, voller
Freude zurück zum Auto und zum Laden mit einer Freischaltkarte des Hotels. Als ich die Karte vorhalte,
entdecke ich ein Blatt Papier "Out of Order". 3 Stunden lang bleibt mir nur ein Stecker 2 übrig um mich
nach Station 6 zu schleppen, nämlich Szeged: Dort warten 3 Schnelllader auf mich.
6.Station. Szeged
Ankunft 7.30, Verbrauch auf der letzen Strecke 18,7, aber nur weil ich mein Auto "getragen" habe, zwischen
70 und 80km. Ich glaube nicht, daß man den etron mit weniger fahren kann, es sei denn bergab und dann
auch noch hinter einem Bus.
Die erste Säule, die wir ins Navi eingeben, erweist sich als freies Feld, das uns trotz mehrmaligem Anfahren
immer wieder als Ziel angegeben wird. Die Einheimischen wissen nichts.
Säulen Nr. 2 und 3 liegen mitten in der Stadt,teilweise muß man gegen den Verkehr anfahren, und
entpuppen sich als Metallkästen, die keinen Laut von sich geben, geschweige denn Strom. Ein Anruf bei der
Hotline bringt uns zu einem Anrufbeantworter und zum bekannten "Sprechen Sie..."
Hat hier jemand Gelder von Brüssel bekommen und leere Kästen hingesetzt?
meine Restreichweite reicht nicht bis Timisoara, wo das "Paradies" beginnt, weil es dort Kaufland und Lidl
gibt und das auch noch kostenlos. Aber wie dorthin kommen. War der etron ein Fehlkauf und ich hätte bei
meinem Q7 mit einer Reichweite von fast 1200 km bleiben sollen. Erste ernsthafte Zweifel
Aber wozu hat man eine Frau. Sie entdeckt eine Boschwerkstatt und dort schnorren wir in 3 Stunden
soviel Strom, daßß es reicht bis Timisoara. Mein allerherzlichster Dank an diese Werkstatt.
8.Station. Timisoara/Rumänien
Ankunft dort nach 24 Stunden ca. 14.00Uhr und sofort den ersten angegebenen Kaufland angefahren, es
ist zwar Ostermontag, aber die großen Kaufhäuser sind offen. Trotz mehrmaligem Umfahren des Park-
platzes ist kein Säule zu finden. Auch die Dame am Informationsschalter weiß von nichts. Plugshare
und meine Frau "mischen" sich wieder ein: ganz kurz um die Ecke sei eine Tritiumsäule und zwar eine
schnelle. Es ist wirklich nur um die Ecke und ein wahres Paradies: eine schnelle und 4!!! langsamere.
Angesteckt - und nichts rührt sich. Also an eine lagsame. Nach 3Stunden und einem Marsch durch
die Stadt -wirklich sehenswert -wieder zurück zum Auto, wo uns eine nette Rumänin anbietet, mi
ihrer Karte die Schnellladesäule freizuschalten. Diesmal reagiert die Säule und teilt uns mit,daß sie
kaputt sei. Die Rumänin sagt uns, daß es in 5 km Entfernung ein Lidlsäule gebe, natürlich schnell, aber
ich traue der Sache nicht und ziehe mich wieder zurück auf den Schnarcher. Um 18.00 habe ich zu 70%
voll, wir fahren weiter und da der angesprochene lidl an unserem Weg liegt, wollen wir schauen, ob es
ihn gibt. 5 km weiter stehen wir vor einem funktioneirenden!!! Triplecharger und laden auf auf 100%
auf.
9.Station:Drobeda Turnu Severin/Eisernes Tor
Hier soll es vor einem Lokal an der Donau einen langsamen Lader geben, aber wir brauchen ihn, um bis
Sofia zu kommen. Inzwischen sind wir 26 Stunden unterwegs, keine Stunde Schlaf und es geht in die
Karpaten bei Nacht.
Ankunft um 21.00 Uhr vor dem Lokal.Verbrauch durch die Karpaten 25. Ermöglicht wird dieser Wert
auch durch eine unheimlich starke Rückgewinng an Strom wenn es aus dem Gebirge herausgeht.
Ansonsten schnurrt der Audi klaglos dahin bis auf ein paar Fehlermeldungen, die immer für Entsetzen
sorgen. Aber alles Lügen -ja der Audi lügt wie gedruckt - keine einzige Fehlermeldung hat gestimmt
und nach kurzer Zeit verschwanden alle wieder.
Und man mag es kaum glauben -fast am Ende der Welt - nicht nur eine,nein gleich 2 Säulen.
Einmal für Tesla und einmal den Rest der Welt, allerdings ohne chademo. Der Audi meint in 6 Stunden sei er
wieder voll. 21.00 Uhr plus 6 Stunden ergibt 3.00 morgens. Ich rufe im Hotel an, um uns anzumelden,
aber wir werden nicht akzeptiert, also die 2. Nacht im Auto.
Um 5.00 Uhr geht es weiter: 320 km nach Sofia ohne Zwischenladung. Auf zum nächsten Kaufland.
Inzwischen scheint das Auto gelernt zu haben, daß wir in einer Gegend sind, wo der Strom rar ist, das
Navi sucht die seltsamste Strecke, aber es sind immer die kürzesten.
Ankunft in Sofia, Kaufland sofort gefunden, Frau findet Ladesäule in entfernter Ecke, Säule funktioniert,
währenddessen unterhalten wir uns mit 2 bulgarischen Stromern. Einziges Zugeständnis vom Staat an die
Stromer: Ein Pickerl für freies Parken in Sofia. Nach eineinhalb Stunden geht es weiter an die vorletzte
Säule vor der griechischen Grenze. Und dann ab ins Niemandland, denn in Griechenland kann man die
Säulen praktisch an einer Hand abzählen.
30 km vor der Grenze landen wir bei einem Kia-Händler, dem man durch die neue Autobahn das
Wasser abgegraben hat, und was hat er im Garten an der Strasse stehen? Eine Schnelle.
Vor lauter Freude vergreife ich mich und habe chademo in der Hand bis mich meine Frau darauf hinweist,
daß es auch CCS gibt. Mein Dank diesem Mann, der uns Stromern einfach einen Lader zur Verfügung
stellt.
20 km weiter dann die Grenze und irgendwo hatte ich gelesen, daß vor einem Finix Casino nochmals
eine Säule stehen sollte. Vor der Grenze dann tatsächlch einFinix, aber keine Ladesäule. Bei mehr-
maligem Rumfahren entdeckten wir, daß wir vor dem Hotel suchten, während wir vor dem Casino
suchen sollten. Dort fanden wir dann auch 2 langsame Säulen, die wir ebenfalls nochmals nutzten, um
ganz voll zu haben.
Danach ab nach Griechenland zum Haus - 395 km -allerdings nur machbar, weil wir von einer Höhe
von ca 600 Metern nach unten rollten bis zum Meer.
Am Haus eingesteckt lud das Auto dann ca 38 Stunden bis zu 422 km.
Fazit: Vor Antritt der Reise wurden wir häufig als blauäugige Abenteurer belächelt. die Fahrt hat jedoch gezeigt
daß sogar der Balkan mit einem Etron zu bewältigen ist.
Allerdings ist eine sehr genaue Planung nötig und bei all den Überraschungen eine gehörige Portion
von Gelassenheit und Flexibilität.
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850 Antworten
Hallo zusammen,
hatte jetzt über Ostern für ca 1,5 Tage einen siambeigen e-tron.
Die Überraschungen:
Positiv:
Die virtuellen Außenspiegel bei Nacht.
Das Tempolimit-abhängige ACC.
Laden bei Ionity.
Schnitt bei meiner Fahrweise auf meinen typischen Strecken bei ca 25 kWh/100km.
Negativ:
2 von 4 Ladevorgängen fehlgeschlagen.
Unzuverlässige Tempolimit-Erkennung.
Helligkeit der virtuellen Außenspiegel bei Tag.
Im Detail:
Da meine einstündige Probefahrt am MUC leider in einem e-tron mit klassischen Außenspiegel war, hatte ich Nachholbedarf bzgl. der virtuellen Außenspiegel, die ich mitbestellt hatte. Da es auf der Buga in Heilbronn nun e-tron per Audi in demand buchbar gibt, habe ich mich spontan entschieden, über Ostern zu buchen.
Neben den virtuellen Außenspiegeln ging es mir auch um den Verbrauch bei meinem persönlichen Fahrprofil. Dh ich wollte zum einen meine tägliche Pendelstrecke zur Arbeit sowie eine Strecke kn die Heimat, die hin und zurück ohne Laden von der Reichweite her grenzwertig ist. Und ich wollte die frisch installierte Wallbox in meiner Garage mal ausprobieren.
Wie schon oft beschrieben hat es eine Weile gebraucht, bis ich mich an die Position der Spiegel-Bildschirme gewöhnt hatte. Danach war es aber kein Problem mehr. Fand super, wie weit der Ausschnitt reicht, dh wenn ich das Heck des Fahrzeugs neben mir noch im Bildschirm sehe, sehe ich gleichzeitig schon die Front des Fahrzeugs im peripheren Gesichtsfeld, wenn ich auf den Bildschirm blicke. Neben dem gelben Warnrand finde ich das bzgl Sicherheit echt einen Fortschritt.
Da es sehr sonnig war, empfand ich die Helligkeit der Bildschirme manchmal nicht ausreichend. Die Helligkeit war im MMI aber schon maximal. Es war aber noch ok. Um es vorwegzunehmen, ich lasse die virtuellen Außenspiegel drin.
Was ich echt krass fand, war der Kontrast der virtuellen Außenspiegel bei Nacht. Fand ich einen echten Gewinn gegenüber automatisch abblendenden klassischen Außenspiegeln. Weiß nicht genau, wie sie die Bilder optimieren, es schien mir aber so, als ob die Scheinwerfer gedimmt und der Rest aufgehellt wird. Beispiel: ich hab im Außenspiegel erkennen können, dass da gleich ein Bentley GT mit seinen vier LED-Ringen an mir vorbeizieht, sowohl an der Kontur des Fahrzeugs als auch an den LED-Ringen selbst.
Bin >90% ACC gefahren. Und da fand ich die automatische Anpassung ans Tempolimit super. Klar, ist jetzt nicht spezifisch für den e-tron, aber wollte es trotzdem mal erwähnen. Nachteil: die Tempolimit-Erkennung war bei meinem drei Jahre alten RS6 deutlich zuverlässiger. Der e-tron hat wiederholt bspw das Tempolimit der Abfahrt auf der Autobahn übernommen, was ich dann immer wieder korrigieren musste. Ich hoffe, das bessert sich noch mit OTA-Updates?!
Beim Laden hatte ich durchwachsene Ergebnisse. Zum Glück war ich nie gezwungen zu laden. Wenn ich es gewesen wäre, hätte ich ein ernsthaftes Problem haben können. Der e-tron kam mit einer e-tron charging service RFID Karte, so dass ich immer kostenlos laden konnte. Sie steckte in einem Serviceheft von Audi in demand. Dabei war eine Servicerufnummer. Die Dame bei der Übergabe meinte, die könne ich anrufen, falls ich Probleme mit dem Laden habe. Die könnten dann die Säule fernfreischalten.
Fortsetzung folgt, muss unterbrechen...
Deckt sich mit meinen ersten Erfahrungen, Autobahn, Landstrasse und Stadtverkehr, hügelig, Baustelle, alles war dabei.
PS. die kleinen Punkte auf dem Bild sind Staubkörner, die Leica Kamera im Huawei zeigt gnadenlos jedes Detail.
Habe heute eine ausgedehnte Probefahrt mit dem Audi e-tron 55 Quattro gemacht und vergleiche ihn mit dem SQ5 Competition den ich seit 2015 fahre wie folgt:
Fahrleistung: Der e-tron liegt für mich gefühlt am selben Niveau wie der SQ5 und geht vom Stand weg definitiv besser (Elektromotor halt). Das ganze halt ohne Lärm, sehr reizvoll ...
Strassenlage: Der SQ5 ist ja auch kein Leichtgewicht, ich war aber positiv überrascht vom Handling und der Strassenlage. Unterschied zum SQ5 ist für mich unwesentlich. Im Vergleich zur Dynamiklenkung die ich im SQ5 habe ist die e-tron Lenkung leichtgängiger (auch im Drive Select Sport Modus) und braucht größere Lenkwinkel.
Komfort: Definitiv besser als im SQ5. Extrem leise und mit dem Luftfahrwerk ein Traum. Auch schön über Drive Select einstellbar.
Größe: Vor meiner Probefahrt hatte ich da Bedenken. Ist aber gefühlt gleich, d.h. alles gut. Fährt sich von der Größe wie der SQ5. Ist etwas länger, merkt man aber nur beim Einparken.
Innenraum: Einige Generationen weiter als der SQ5. Sehr schöner Innenraum. Materialien fühlen sich gut und wertig an. Keine Umstiegprobleme vom alten Fahrzeug, die wesentlichen Bedienelemente sind so wie ich sie in anderen Autos der Marke kenne. Die vielen Touchscreens stören mich nicht, bin selber Ingenieur.
Fussraum hinten bedeutend größer als im SQ5.
Aufladen: Konnte ich bei meinem Vorführer nicht testen weil nicht für Ionity Lader freigeschalten. Die paar Schnellladestationen die ich zum Spass aufsuchte sind allerdings nicht überdacht was bei Regen eigentlich indiskutabel ist. Kann man aber nicht Audi anlasten.
Sonstiges: Im Moment gibt es für den Kofferraum kein Schienenfixierset. Habe es im SQ5 und möchte es nicht mehr missen (jammern auf hohem Niveau).
Verbrauch: Wenn man den e-tron so fährt wie den SQ5 kommt man ca. 200 km weit, d.h. weniger als halb so weit wie mit dem SQ5. Stört mich weniger weil ich das Auto meistens nur Kurz- und Mittelstrecke bewege und im Büro einen CCS Lader habe.
Wenn man gemütlich fährt kommt man natürlich weiter.
Fazit: Der e-tron ist für mich definitiv eine Alternative und ist in allen Belangen (bis auf die Reichweite) dem SQ5 ebenbürtig oder überlegen.
Zitat:
@chris_d77 schrieb am 22. April 2019 um 10:48:47 Uhr:
Hallo zusammen,
hatte jetzt über Ostern für ca 1,5 Tage einen siambeigen e-tron.
Die Überraschungen:
Positiv:
Die virtuellen Außenspiegel bei Nacht.
Das Tempolimit-abhängige ACC.
Laden bei Ionity.
Schnitt bei meiner Fahrweise auf meinen typischen Strecken bei ca 25 kWh/100km.
Negativ:
2 von 4 Ladevorgängen fehlgeschlagen.
Unzuverlässige Tempolimit-Erkennung.
Helligkeit der virtuellen Außenspiegel bei Tag.
Im Detail:
Da meine einstündige Probefahrt am MUC leider in einem e-tron mit klassischen Außenspiegel war, hatte ich Nachholbedarf bzgl. der virtuellen Außenspiegel, die ich mitbestellt hatte. Da es auf der Buga in Heilbronn nun e-tron per Audi in demand buchbar gibt, habe ich mich spontan entschieden, über Ostern zu buchen.
Neben den virtuellen Außenspiegeln ging es mir auch um den Verbrauch bei meinem persönlichen Fahrprofil. Dh ich wollte zum einen meine tägliche Pendelstrecke zur Arbeit sowie eine Strecke kn die Heimat, die hin und zurück ohne Laden von der Reichweite her grenzwertig ist. Und ich wollte die frisch installierte Wallbox in meiner Garage mal ausprobieren.
Wie schon oft beschrieben hat es eine Weile gebraucht, bis ich mich an die Position der Spiegel-Bildschirme gewöhnt hatte. Danach war es aber kein Problem mehr. Fand super, wie weit der Ausschnitt reicht, dh wenn ich das Heck des Fahrzeugs neben mir noch im Bildschirm sehe, sehe ich gleichzeitig schon die Front des Fahrzeugs im peripheren Gesichtsfeld, wenn ich auf den Bildschirm blicke. Neben dem gelben Warnrand finde ich das bzgl Sicherheit echt einen Fortschritt.
Da es sehr sonnig war, empfand ich die Helligkeit der Bildschirme manchmal nicht ausreichend. Die Helligkeit war im MMI aber schon maximal. Es war aber noch ok. Um es vorwegzunehmen, ich lasse die virtuellen Außenspiegel drin.
Was ich echt krass fand, war der Kontrast der virtuellen Außenspiegel bei Nacht. Fand ich einen echten Gewinn gegenüber automatisch abblendenden klassischen Außenspiegeln. Weiß nicht genau, wie sie die Bilder optimieren, es schien mir aber so, als ob die Scheinwerfer gedimmt und der Rest aufgehellt wird. Beispiel: ich hab im Außenspiegel erkennen können, dass da gleich ein Bentley GT mit seinen vier LED-Ringen an mir vorbeizieht, sowohl an der Kontur des Fahrzeugs als auch an den LED-Ringen selbst.
Bin >90% ACC gefahren. Und da fand ich die automatische Anpassung ans Tempolimit super. Klar, ist jetzt nicht spezifisch für den e-tron, aber wollte es trotzdem mal erwähnen. Nachteil: die Tempolimit-Erkennung war bei meinem drei Jahre alten RS6 deutlich zuverlässiger. Der e-tron hat wiederholt bspw das Tempolimit der Abfahrt auf der Autobahn übernommen, was ich dann immer wieder korrigieren musste. Ich hoffe, das bessert sich noch mit OTA-Updates?!
Beim Laden hatte ich durchwachsene Ergebnisse. Zum Glück war ich nie gezwungen zu laden. Wenn ich es gewesen wäre, hätte ich ein ernsthaftes Problem haben können. Der e-tron kam mit einer e-tron charging service RFID Karte, so dass ich immer kostenlos laden konnte. Sie steckte in einem Serviceheft von Audi on demand. Dabei war eine Servicerufnummer. Die Dame bei der Übergabe meinte, die könne ich anrufen, falls ich Probleme mit dem Laden habe. Die könnten dann die Säule fernfreischalten.
Fortsetzung folgt, muss unterbrechen...
Fortsetzung:
Erster Ladeversuch an einer AC-Ladesäule von "entega" lief ohne Probleme. Hat sich auf Anhieb verbunden und geladen. Da ich mir nicht sicher war, ob der Rest-SOC für die Rückfahrt sicher reicht, wollte ich an einer nahe gelegenen Autobahnraststätte noch einmal mit 50 kW DC nachladen. Der Ladepunkt war sowohl auf der Audi e-tron charging service Website als auch im Navi unter "Laden schnell" verzeichnet. Auf der Website stand, man könnte mit RFID oder QR-Code den Ladevorgang starten.
Dort angekommen war gleich die erste Hürde, dass die Ladesäule, in der Typ2-AC, CCS-DC und Chademo in einer Säule integriert waren, auf der rechten Seite mit einem SmartED belegt war, der an Typ2-AC hing. Ich wollte ja CCS-DC, also eigentlich kein Problem. Mit dem Ladeport beim e-tron vorne links, dann aber leider doch, da das DC-Kabel relativ kurz war und weder bis auf die linke Seite des Fahrzeugs bei vorwärts Einparken auf der linken der beiden Parkflächen, noch bei rückwärts einparken bis an den vorderen Radkasten reichte. Also, musste ich noch weiter zurücksetzen bis über den Gehweg an eine Böschung heran, um überhaupt den Ladeport zu erreichen. Objektiv ein Unding, aber wohl momentan noch "normal".
Zweite Hürde war dann der Start des Ladevorgangs. Wie gesagt, hieß es seitens Audi man könne die RFID-Karte nutzen. Es handelte sich um eine Ladesäule von "e-on Drive". Es gab zwar einen RFID-Scanner, aber es hieß auf dem extrem schlecht abzulesenden Bildschirm, man könne nur per e-on-App starten. Da wollte ich mich jetzt nicht extra anmelden usw. Also an den Spruch von der Audi-Dame bei der Übergabe erinnert, ich solle in solchen Fällen die Service-Hotline im Audi-on-Demand-Service-Heft anrufen. Gesagt, getan. Doch dort hieß es dann, dafür wären sie gar nicht zuständig. Sie könnten mir lediglich weiterhelfen, indem sie mir irgendeine Notfallnummer raussuchen und durchsagen. Mehr könnten sie nicht tun. Danke fürs Gespräch.
Wieder an den Zielort meiner Ausfahrt gefahren und dort die nächstgelegene AC-Säule gesucht, um wenigstens noch ein, zwei Stunden AC zu nuckeln. Das war wieder eine entega-Säule. Doch dort wollte man die Audi-Karte nicht mehr akzeptieren, Authorisierung fehlgeschlagen. Bin mir nicht sicher, aber kann es sein, dass nicht grundsätzlich alle Ladesäulen eines Anbieters in diesem charging-service-Netzwerk vertreten sind, sondern je nach geographischer Lage nur bestimmte, um eine möglichst gute Abdeckung zu erreichen? Vielleicht hatte die Säule auch einfach ein grundsätzliches Problem. Keine Ahnung
Naja, später wieder an den Heimatort zurückgefahren und mit knapp 60 km Restreichweite angekommen. Also doch kein Problem gewesen, wie ursprünglich vermutet. Die Reichweitenanzeige war da doch erstaunlich zuverlässig schon bei Abfahrt.
Abends wollte ich dann noch mal bei Nacht die Spiegel usw. testen. Kurz nach der nächstgelegenen Autobahnauffahrt liegt eine Raststätte mit Ionity-Säulen mit 150 kW. Die musste ich natürlich auch gleich ausprobieren. Hat auf Anhieb und einwandfrei funktioniert. Diese HPC-Kabel-Biester sind aber ganz schön störrisch mit ihrer Wasserkühlung. :D
Bin dann reingegangen und hab was zu mir genommen. Als ich später rauskam, stand die Säule wieder auf dem Startbildschirm. Die Anzeige neben dem Ladeport zeigte "gelb", also Störung?! Dachte erst, das ginge ja gut weiter. Drinnen habe ich dann im MMI nachgeschaut, und fahrzeugseitig wurde vermutlich der Ladevorgang bei den üblichen 80% abgebrochen. Muss ich mich später dann noch mal schlaumachen, wie man das Ladeziel hochsetzt. Wollte eigentlich 100%.
Wie auf dem Bild weiter oben zu erkennen, waren es in Summe im Langzeitschnitt ca. 25 kWh/100 km, wobei man schon zugeben muss, dass ich bis auf einige Beschleunigungsmanöver in S-Dynamic doch sehr gemächlich gefahren bin, weil ich noch unsicher war, ob die Kapazität für meine längere Fahrt hin und zurück reicht oder nicht. Bin trotzdem positiv überrascht, da ich aufgrund der vielen Berichte hier eher mit 30 kWh/100 km gerechnet hätte. Interessant war auch, dass ich kurz vor der Rückgabe an der BUGA noch auf der "Allee" (für die Ortskundigen) Ampelstarts probiert habe, da da alle 50...100 m eine Ampel steht, die dann natürlich gerne auf rot ist. Und interessanterweise ist auf diesem Abschnitt der Verbrauch nicht viel >20 kWh/100 km gewesen, da er vor der nächsten Ampel immer wieder schön rekuperiert hat.
Mein persönliches Fazit:
Die virtuellen Spiegel behalte ich drin.
Mit dem außerhäuslichen Laden muss ich noch "üben". :-)
Habe die Bestellung keine Sekunde bereut; im Gegenteil, freue mich jetzt noch mehr auf das Auto.
Jetzt hoffe ich nur darauf, dass es beim Liefertermin in KW26 bleibt.
Das kannst Du, ich freue mich jeden Tag wenn ich einsteige und los fahre:)
Das stimmt es ist jeden Tag ein Freude.
Habe gestern das erstemal IONITY 150kw ausprobiert.... Meiner lädt bis 96 % und schaltet dann ab...
Freischaltung per Audi Karte problemlos.
Ladegeschwindigkeit SUPER
Hallo,
Dank des Tipps hier im Forum hatte ich über die Osterfeiertage einen Audi e-tron zur Verfügung.
Mit diesen bin ich über die Tage rund 1.500 km gefahren. Allein und voll besetzt.
Meine Eindrücke:
Karosserie:
Keine Frage, ein riesen Schiff. Die Platzverhältnisse sind grandios. Ich bin 1,93m. Wenn ich den Vordersitz auf meine Größe einstelle, kann ich hinter dem Sitz auf der Rückbank selbst noch bequem sitzen. Das gibt es nicht so oft. Die Länge macht in der Stadt vor allem bei der Parkplatzsuche ein paar Probleme, aber gut, es ist halt ein großer Wagen.
Ansonsten fällt das Auto auf. Es ist unglaublich, wie viele Leute einem nachschauen und Interesse zeigen. Vor allem an den Ladesäulen wird man oft ausgefragt (Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Ladekosten sind die Standardfragen).
Innen ist der e-tron wie alle neuen Audis ziemlich abgespaced. Die Ambienten Beleuchtung macht echt was her, das Nachtdesign ist grandios.
Etwas Probleme mit dem Sitzkomfort hinten hatte die Kurze. 6 Jahre alt, knapp 1,30m groß. Auf der Sitzerhöhung hatte sie Probleme mit der Kopfstütze, keine bequeme Position gefunden. Daher fand sie das Auto blöd. ;-)
Kommen wir zum Fahren:
Verbrauch:
Ich habe verschiedene Tests durchgeführt.
Nächtliche Fahrt auf der Autobahn mit voller Ausnutzung der Leistung über 112 km. Unterbrochen nur von zwei Baustellen und ca. 5 km 120er Beschränkung. Gefahren bin ich im Dynamik Modus, immer voll durchbeschleunigt und die Geschwindigkeit zwischen 190 und 200km/h gehalten.
Durchschnittsverbrauch: 47,9 kwh
Gewendet habe ich an einem Autohof mit Fastned Ladestation. Dort bin ich mit 32% Batteriestand angekommen.
Nach dem Vollladen bin ich mit Tempomat 130 km/h zurückgefahren, allerdings nicht komplett Autobahn. Die letzten 25km bin ich Landstraße / Stadt gefahren. Immer mit adaptivem Assistenten, auch auf der Landstraße und der Stadt, in der der Assistent die jeweiligen Tempolimits einhielt. Dazu aber mehr bei der Beschreibung der Fahrassistenten. Gefahren bin ich die Strecke im Effizienz Modus.
Durchschnittsverbrauch: 25,3 kwh. Angekommen bin ich mit einem Batteriestand von 65%.
Unter 20 kwh kommt man nur in der Stadt.
Die tägliche Autobahn-Fahrt mit Verkehr auf der Autobahn und gelegentlichen Lücken zum Gas geben, fährt man mit einem Verbrauch von 31-33 kwh. Im Dynamik Modus und ohne auf den Verbrauch zu achten, gefahren wie mit meinem Verbrenner.
Ein für mich wichtiger Test war eine bestimmte Strecke, die ich auch extra genau abgefahren bin.
Und zwar die Strecke Karlsruhe-Frankfurt-Karlsruhe. Ich bin die Strecke nachts gefahren, da ich keine Lust auf einen Stau hatte. Diese Rahmenbedingung ist wichtig, da nachts bei freier Strecke keine Chance zur Rekuperation ist, die den Verbrauch erheblich beeinflusst, aber dazu später noch eine kleine Anekdote.
Was ist an dieser Strecke nun besonders? Besonders ist Frankfurt. Frankfurt ist eine ladeinfrastruckturtechnische Katastrophe. In Frankfurt laden zu können, vor allem im Nordend, wo ich immer hinfahre, ist fast unmöglich. Das ist wirklich eine besondere Situation, das habe ich in keiner anderen Stadt, in der ich mit dem Auto typischerweise unterwegs bin.
Der Test war daher, ob ich, ohne in Frankfurt zu laden hin und zurück komme. Die Strecke ist inklusive der Kilometer in Frankfurt selbst rund 290km lang. Ich bin die Strecke mit dem adaptiven Tempomat gefahren mit 140 km/h in der Spitze. Dies ziemlich konstant, da wie schon geschrieben ich das nachts gefahren bin.
Auf den Rückweg hatte ich dann zum Schluss eine Reichweitenberechnung, die sich auf den Kilometer mit der Restdistanz deckte, ich wäre also mit genau 0km Restreichweite zu Hause angekommen. Da ich von den Tests von nextmove weiß, dass der e-tron dann keine Reserven mehr hat und ich nicht riskieren wollte stehen zu bleiben, habe ich 22km vor dem Ziel auf dem letzten Rasthof doch noch mal geladen, allerdings nur knapp 5 Minuten, in denen ich knapp 20km Reichweite nachgeladen habe. Das hat dann gereicht, um die letzten 22km vollstrom nach Hause zu fahren, wo ich mit 16km Restreichweite schließlich ankam. Das Auto habe ich dann an der EnBW Ladesäule abgestellt, die 400m von meiner Wohnung entfernt steht und über die restliche Nacht dort wieder aufgeladen.
Ich denke tagsüber mit normalem Verkehr und der dann genutzten Rekuperation wäre ich ohne Zwischenladen durchgekommen. Das haben meine Fahrten gezeigt, die ich tagsüber auf der Autobahn gefahren bin, die deutlich verbrauchsarmer waren.
Fahrverhalten:
In der Stadt und auf der Autobahn ist die Ruhe einfach großartig. Das ist eine andere Reisequalität als mit einem Benziner. Auf der Autobahn mit 140-160 km/h Reisegeschwindigkeit ist es einfach nur entspanntes Fahren.
Was auf der Autobahn fehlt ist der Geschwindigkeitsbereich oberhalb von 200 km/h. Das nervt dann doch etwas.
Die ansatzlose Beschleunigung ist wie bei jedem Elektroauto beeindruckend, zumal der e-tron auch einen tollen Durchzug hat.
Jetzt kommt eventuell etwas überraschendes. Am meisten Spaß hat mir der e-tron im Schwarzwald auf engen, kurvenreichen Bergstrecken gemacht. Klar, der e-tron ist schwer und das merkt man natürlich auch. Aber die Art und Weise, wie man aus Kurven raus beschleunigt, gerade aus engen Spitzkehren, aus denen in Kombination mit der perfekten Traktion der e-tron ansatzlos raus beschleunigt, immer mit vollem Drehmoment, egal aus welcher Geschwindigkeit, ist einfach phänomenal. Langsame Autos können nach Kurven auch auf kurzen Geraden einfach überholt werden. Dazu braucht man normalerweise starke Sportflitzer oder Motorräder. Aber ich konnte mit dem e-tron an Stellen überholen, an denen ich mit meinem 440i nicht überholt hätte, da er zu lange gebraucht hätte um auf Geschwindigkeit zu kommen. Das war eine krasse Erfahrung.
An der Stelle möchte ich auch über die Rekuperation schreiben. Im Audi gibt es die automatische Rekuperation, auf die ich später noch einmal genauer eingehe. Das ist die Einstellung, in der die Tests, die man auf YouTube sieht, gefahren wurde. Merkmal dieser Einstellung ist, dass manuelle Eingriffe auf die Rekuperation über das Paddel am Lenkrad sofort wieder gelöscht werden, wenn man wieder Gas gibt. Im Prinzip, wie wenn man bei einem Automatikgetriebe im Automatik Modus über die Schaltpaddel manuell einen Gang wechselt, danach das Getriebe aber weiter im Automatik Modus arbeitet. Will man dauerhaft manuell über die Schaltpaddels schalten, dann muss man das Getriebe auf den manuellen Modus stellen. Das geht auch bei der Rekuperation. In den tiefen des Menüs gibt es diese Möglichkeit. Wenn man die manuelle Einstellung gewählt hat, dann bleibt die Rekuperation Stufe, die man über die Lenkradpaddels einstellt, bestehen und man hat das bekannte One Pedal Drive. Da bisher bei fast allen Tests nur im automatischen Rekuperation Modus gefahren wurden, hat fast jeder Tester bisher beklagt, dass man nicht per One Pedall Drive fahren kann und sich das von Audi im nächsten SW Update gewünscht. Fakt ist, es geht, man muss nur wissen, wie man das einstellt.
Nun aber zum eigentlichen Punkt. Im Schwarzwald hatte ich den manuellen Rekuperation Modus eingestellt. Das war bei der Hatz durch die Kurven perfekt, da man die Kraft des Autos sehr präzise einsetzen konnte, sowohl beim Eingang der Kurve als auch beim Ausgang. Sehr vorteilhaft hat sich das auch auf den Verbrauch ausgewirkt. Ich bin insgesamt 160km durch den Schwarzwald gefahren, hatte sehr viel Fahrspaß dabei und hatte zum Schluss einen Durchschnittsverbrauch von 22,5 kwh. Geil. :D
Daran sieht man, wie sehr der e—tron von der Rekuperation profitiert.
Neben dem Fahrspaß konnte man auch die Erkenntnis gewinnen, dass es wirklich in jedem Kaff eine Ladesäule gibt. Wir haben im Schwarzwald bei der Durchfahrt einer kleinen Ortschaft mit einer schönen Altstadt spontan halt gemacht, um die Beine zu vertreten und einen Kaffee zu trinken. Über das Audi Navi haben wir auch dort eine Ladesäule gefunden, das Auto dort abgestellt und in der Zeit, in der wir dort waren, das Auto nachgeladen. Perfekt, so muss es sein.
Assistenzsysteme.
Gespannt war ich auf die Qualität des adaptiven Fahrassistenten. Hier hört man unterschiedliches.
Als erstes mal der adaptive Tempomat. Hat man diesen eingestellt, dann braucht man sich im Prinzip um nichts mehr zu kümmern. Der Assistent übernimmt automatisch die angezeigten Tempolimits. Es ist also egal, wo man den Assistenten einstellt, man muss nicht mehr nachregeln. Schaltet man den Assistenten in der Stadt ein, dann erhöht er natürlich außerhalb der Stadt auf das zugelassene Landstraßen-Tempo, fährt man auf eine Autobahn ohne Tempolimit, dann stellt der Assistent automatisch 130 km/h als Geschwindigkeit ein. Das kann man dann natürlich manuell bis zur möglichen Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs erhöhen.
Positiv:
- Der Assistent erkennt feste Tempolimits bereits bevor er am Schild vorbeifährt, so bremst er z.B. auf der Landstraße schon vor der nächsten Ortschaft runter, so dass man mit 50 km/h in den Ort einfährt
- Auf der Autobahn erkennt er Autos, die auf der linken Spur fahren, wenn man selbst rechts fährt. So überholt er nicht rechts, wenn man eine höhere Geschwindigkeit eingestellt hat, als auf der linken Spur gefahren wird, sondern bleibt brav hinter dem links fahrenden Auto. Das ist top.
- Anstehende Kurven, Kreisverkehre etc, werden ebenfalls erkannt und rechtzeitig angebremst
Negativ:
- Die Verkehrszeichen Erkennung ist nicht zuverlässig genug. So ist es z.b. mehrmals passiert, dass ich auf der Autobahn ohne Tempolimit mit eingestellten 130 km/h an einer Ausfahrt vorbeigefahren bin und der Assistent die 80 km/h für die Ausfahrt übernommen hat und dann natürlich entsprechend runter gebremst hat. Ganz ehrlich, dass kann es nicht sein und ist einfach nur gefährlich. Das war nicht reproduzierbar, aber es ist öfters passiert.
Zum adaptiven Fahrassitenten gehört weiter der Lenkassistent. Der funktioniert grundsätzlich gut.
Die Pendelbewegungen, von denen man ab und zu liest, waren nur sehr dezent spürbar, so gut wie gar nicht, er hat sauber die Mitte der Spur gehalten.
Positiv:
- Der Spurwechsel auf der Autobahn funktioniert sehr einfach. Blinker setzen, den Spurwechsel selbst einleiten. Wenn man den Spurwechsel halb vollzogen hat, kann man das Lenkrad wieder loslassen, der Rest macht der Assistent allein. Wenn man die Spur im flachen Winkel wechselt, dann ist die Lenkbewegung bei der Einreihung in die neue Spur sehr dezent und kaum spürbar. Wenn man einen schnellen Spurwechsel möchte und entsprechend im spitzeren Winkel die Spur wechselt, kann man das Lenkrad auch loslassen. Braucht dann aber etwas Nerven, da der e-tron bis zur Außenseite der neuen Spur den Winkel hält, um dann im letzten Moment, bevor man die Außenlinie überfährt mit einer dann deutlich spürbaren Lenkbewegung wieder in die Mitte der Spur fährt. Das funktioniert, man braucht nur hohes Vertrauen. :D
- Auch engere Kurven werden einwandfrei durchfahren
- Man kann ca. 30 Sekunden das Lenkrad loslassen und muss dann nur kurz den Lenkradkranz berühren, um die Warnung wieder abzuschalten. Ein kurzes Streichen mit einem Finger reicht aus.
Negativ:
- Auf der Autobahn erkennt der Assistent keine Rettungsgasse. Fährt man im Stau und die Autos vor einem bilden eine Rettungsgasse, bleibt der e-tron in der Spurmitte. Sprich, gerade im Stau, wo man den Assistenten haben möchte, kann man ihn eigentlich nicht gebrauchen, bzw. muss ständig gegenlenken.
- In der Baustelle ist es passiert, dass er den alten Fahrspuren nachfahren wollte und man korrigieren musste.
Alles in allem bietet der Assistent aber eine gute Unterstützung und Entspannung auf langen Fahrten. Man darf sich nur nicht komplett auf ihn verlassen.
Laden:
Die Ladegeschwindigkeit an Fastned und Ionity Schnelladesäulen ist phänomenal. Bilder sprechen mehr als Worte, daher hier einfach mal zwei Bilder dazu.
An den Ionity Säulen habe ich unter anderem ein Mercedes EQC und zwei Porsche Taycan gesehen und mich mit den Fahrern auch unterhalten. Da beides noch Erprobungsfahrzeuge sind, vor allem der Porsche, durften die natürlich keine Daten rausgeben. Die offene Information war die Ladeleistung. Der EQC lädt an der Ionity Säule im optimalen Bereich mit 110 kW. Der Taycan mit 200 kW. Beim Porsche ist zu vermuten, dass die SW für die Serie noch angepasst wird.
Ansonsten ist es wirklich so, wenn man ein e-Auto fährt, erkennt man erst, wie viele Lademöglichkeiten es gibt und lädt einfach überall. Heute waren wir z.B. in Baden-Baden auf den Merkur. Die Kinder wollten zum Schluss noch ein Eis. Also sind wir noch in die Innenstadt gefahren, um dort ein Eis zu essen. Es war nicht notwendig zu laden, ich hatte noch mehr als genug Reichweite. Die Parkplätze waren alle belegt, mit dem Verbrenner wäre ich ins Parkhaus gefahren. Mit dem e-Tron konnte ich einfach auf den zentralen Platz an die Ladesäule, dort kostenfrei Parken und dabei nebenbei noch laden, während wir Eis essen waren. Das war schon ein cooles Gefühl.
Fazit:
Ich bin von dem Auto begeistert. Er ist nicht effizient, reicht aber in der Reichweite vollkommen aus. Wenn man sich darauf einlässt und sein Verhalten von ich fahre das Auto leer und tanke dann komplett auf, zu: ich lade einfach da wo ich sowieso stehe, dann ist es wirklich kein Thema mehr.
Die Geschwindigkeit an den Schnelladesäulen ist absolut im grünen Bereich.
Die Hautschwächen (Assistenten) sind Audi spezifisch, nicht e-tron spezifisch.
Der gravierende Negativpunkt ist die deutlich geringer Reisegeschwindigkeit durch die beschränkte Höchstgeschwindigkeit und den notwendigen Ladepausen. Allerdings kann ich 80% meiner beruflichen Fahrten mit der möglichen Reichweite ohne Zwischenladen abdecken. Die restlichen 20% muss ich dann anders planen, als ich das mit dem Benziner aktuell mache. Dazu bin ich bereits.
Wenn nicht noch etwas unvorhergesehenes dazwischen kommt, werde ich ihn bestellen.
Toller Bericht - vielen Dank dafür.
Es liest sich, als wäre die Ladeinfrastruktur in deinem Umkreis schon recht gut. Ich wäre in Berlin und näherem Umfeld unterwegs. Mir sind bei meinen normalen "Verbrennerfahrten" nicht sehr viele Ladestationen aufgefallen. Kann hier schon jemand näheres Berichten?
Vor allem bei den großen Einkaufszentren oder Einkaufsparks, wie Wildau A10 Center, Waltersdorf, etc. sind mir keine Hinweisschilder oder sowas aufgefallen - dort würde ich die Ladestationen aber vermuten?!?
VG
Ja, ich habe in meinem typischen Fahrradius eine sehr gute Abdeckung an Ionity und Fastned Ladern.
Bei einer Strecke habe ich innerhalb von 90km zwei Rastplätze mit Ionity Ladern. Da kann man schon wie mit dem Verbrenner unbesorgt losfahren und Gas - äh Strom - geben.
Toller Bericht. Dankeschön
Ja, finde ich auch. Sehr ausführlich und vor allem offensichtlich mal von jemandem geschrieben der sich eingehend mit der Technik beschäftigt hat. Z. B. Rekuperation... ;-())
Auch von mir ein herzliches Dankeschön. Daumen hoch!
Frage an Mike-Ka
Erstmal danke für den tollen und ausführlichen Bericht.
(- Die Verkehrszeichen Erkennung ist nicht zuverlässig genug. So ist es z.b. mehrmals passiert, dass ich auf der Autobahn ohne Tempolimit mit eingestellten 130 km/h an einer Ausfahrt vorbeigefahren bin und der Assistent die 80 km/h für die Ausfahrt übernommen hat und dann natürlich entsprechend runter gebremst hat. Ganz ehrlich, dass kann es nicht sein und ist einfach nur gefährlich. Das war nicht reproduzierbar, aber es ist öfters passiert.)
Wie wurde die obige Situation gelöst?
Hat man(n) mit dem Fuß immer die Kontrolle (kann also schneller fahren als die Kennzeichenerkennung es möchte) oder muß der Assistent ausgeschaltet und wieder neu aktiviert werden?
LG Rudi
Bei Audi kannst du mit dem Gas-Pedal den aktiven Assistenten „überstimmen“ und/oder per Hand die eingestellte Geschwindigkeit über das erkannte Geschwindigkeitslimit setzen.
Ja, über das Gaspedal hat man immer die Kontrolle. Dennoch ist es unangenehm, wenn das Auto ohne Grund einfach verzögert. Vor allem wenn direkt hinter einem jemand fährt. Man muss sofort reagieren.
Hallo Mike,
vielen dank für den ausführlichen Bericht. Deine Erfahrung deckt sich zu 100 % mit meinen Beobachtungen und Erlebnissen. Interessant war die OPD Lösung, die noch nicht alle kannten.
Die 14 Tage bis meiner kommt muss ich nun noch abhungern. Ich war die Tage mal auf Südfrankreichs Rastplätzen die Situation des Ladens auf dem Weg nach Spanien checken..... Frankfurter Verhältnisse würde ich tippen.
Interessant ist auch, dass die gemeldeten Konsume von echten Fahrern des ETRON nur eine Richtung kennen, nämlich die nach unten.


