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e-tron: Eindrücke, Erfahrungen und Probefahrten

Audi e-tron GE
Themenstarteram 29. Dezember 2018 um 22:07

Einige von euch konnten durch die „Escape-Room“ Aktion das Fahrzeug schon kennenlernen.

Wie sind eure Eindrücke?

Bilder sind ausdrücklich erwünscht!

Beste Antwort im Thema

Mit dem Etron 55 durch den Balkan nach Griechenland, 2300 km

Übernommen habe ich mein Fahrzeug am 25.März und am 28.April sollte die Reise beginnen.

In diesen ersten 4 Wochen habe ich 3 Mal kleinere Ausflüge gemacht, um das Auto und das Laden kennenzulernen.

Probleme gab es in dieser Zeit nur insofern, als sich der Stecker 2 Mal nur über die Notentriegelung lösen ließ.

Ein weiteres Mal ließ sich der Stecker erst garnicht einführen, weil sich das Plastikteil, welches den Stecker während des Ladens verriegelt, nach vornr geschoben hatte, und dadurch den Stecker blockierte.

Diese Problem ist bei Audi allerdings seit Ende Februar bekann, und man sucht nach einer Lösung.

1. Vorstellung des Fahrzeugs: etron 55, Edition One,bei Übernahme 17 km alt, praktisch ohne Einführung übernommen,

da ich mehr vom Fahrzeug wusste als mein Händler.

Änderungen, die ich am Fahrzeug vornehmen ließ: Die 21-Zoll Reifen wurden ersetzt durch 19-Zoll Winterreifen.

Da ich die Sommerreifen nur bis zum Reifenhändler fuhr, kann ich keine Aussagen machen, inwiefern sich der Ver-

brauch änderte.

2. Vorstellung des Fahrers und des Beifahrers: Ich habe das Auto blind bestellt und musste zur Edition One greifen, weil

ich vor dem 28 April keinen Etron 55 bekommen hätte.

Ich bin kein Beschleunigungsfetischist und auch der Verbrauch ist mir relativ gleichgültig, obwohl im weitern Bericht

doch sehr viel zum Verbrauch und zum Auto selbst zu sagen ist.

Die Beifahrerin: Meine Ehefrau, die sich gottergeben auf dieses Abenteuer mit mir einließ.

Es sollte sich jedoch bald herausstellen, daß sie zur wichtigsten Person wurde, da sie mit einem Smartphone um-

gehen kann, und ohne solch ein Gerät ist solch eine Reise praktisch unmöglich.

3, Vorarbeiten:

a Ladekarten

New Motion

Telekom

Plugsurfing

Audikarte

Chargemap

New Motion wurde von mir bewusst an die erste Stelle gesetzt, weil sie mir am meisten Freude bereitete.

Wenn ich sie einsetzte, hat sie funktioniert, zumindest in Deutschland und in Österreich.

Fazit zu den Ladekarten: Hätte ich nur diese eine dabeigehabt,wäre ich genausoweit gekommen, nämlich bis an die

Grenze zwischen Österreich und Ungarn, da war dann nämlich Schluß mit Lustig.

4. Apps: Von jeder Ladekarte die entsprechende App dazu und noch einige andere mehr. Hätte ich mir aber alles

schenken können, denn nur eine einzige App, nämlich Plugshare, hat uns nie im Stich gelassen und wusste immer

noch eine Ladestelle, die man anfahren konnte.

5. Der Reiseweg: Es gab 3 Möglichkeiten

a Ancona und die Fähre nach Griechenland

Diese Strecke wurde gestrichen, weil in Italien die Schnellladesäulen dünn gesät sind.

b Über Serbien und Mazedonien

Diese Strecke wurde auch gestrichen. Zwar gibt es in Serbien 3 Schnellladestellen (50), aberich konnte nicht

herausbekommen wie sie freigeschaltet werden.

c Es blieb also nur eine Strecke übrig: Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

Bevorzugt wurde diese Strecke auch, weil es in Informationen immer wieder hieß, daß man dort bei Kaufland

und Lidl laden könnte.

6. Der Streckenverlauf also: Startpunkt war Weinsberg, dann in Richtung Nürnberg, weiter über Passau, Wien,

Budapest,Timisoara, Sofia.

Endpunkt: Thessalien/Volos/Afissos

Länge: 2300 km

7. Abrp (Abetterrouteplanner)

Vorbereitet hatte ich mich mit diesem Programm, da es mir am Genauesten die einzelnen Ladestellen bis zum Ende

angab. Sauber aufgelistet wurden weiterhin Ladezeit Verbrauch (wahrscheinlich), usw.

Garnichts anfangen konnte ich mit meiner Audinavigation. Die Strecke wurde mir zwar angezeigt, hörte dann aber

in Ungarn auf. In Deutschland wurden mir wahllos viele Stationen angezeigt, in Ungarn nichts mehr.

8. Fahrt

Abfahrt in Weinsberg am 28.April 2019, 14.00 Uhr, Wetter: sonnig, 18 Grad

1. Station: Berg in der Oberpfalz (Vorschlag abrp)

182 km, Tempomat 130, Verbrauch 24,9, Ionitysäule, Standdauer ca, 20 Min, New Motion.

2,Station. Sankt VAlentin in Österreich

Abrp hatte zwar Straubing als nächstes Ziel angegeben, weil das Auto aber so wenig verbrauchte,

wagte ich es die 305 km Nach Sankt Valentin.

305 km, Tempomat 110, Verbrauch 22,1, 4 Ionitysäulen alleine für mich, während alle 8 Teslasäulen belegt

waren.

Mein Audi macht seltsame Dinge. Bei Tempomat 110 fährt er solange ruhig,bis ein schnelleres Auto

an uns vorbeifahren will. Dann aber, wie von einer Tarantel gestochen,beschleunigt es ohne mein

Zutun auf 130. Dann beruhigt es sich wieder,

3.Station Göttelsbrunn

250 km, kein Tempomat, da Wien, Verbrauch 21,9, wieder funktioniert New Motion und das jeweils für

5.86 Euro.

4.Station Abrp schlägt Budapest vor, da man mir aber vorher gesagt hatte,daß die dortigen Taxifahrer die Säulen

blockieren, will ich ausweichen auf Szambek, etwa 20 km vor Budapest.

Dann setzt peitschender Regen ein, die Autobahn steht unter Wasser und mein Verbrauch geht hoch auf

28. Urplötzlich hört der Regen auf, mein Verbrauch sinkt und mich sticht der Hafer. Warum nicht

die 4.Station umgehen und auf Nr. 5 zusteuern, nämlich Kecskemet. Sind ja nur 310 km.

5.Staion Komme mit einer Restreichweite von 45 km an und finde vor dem Hotel Four Points Sheraton eine tolle

schnelle Säule vor. inzwischen ist es 3.30 Uhr.

Nachdem ich mich an der Rezeption angemeldet habe, bezahlt und meinen Pass abgeliefert habe, voller

Freude zurück zum Auto und zum Laden mit einer Freischaltkarte des Hotels. Als ich die Karte vorhalte,

entdecke ich ein Blatt Papier "Out of Order". 3 Stunden lang bleibt mir nur ein Stecker 2 übrig um mich

nach Station 6 zu schleppen, nämlich Szeged: Dort warten 3 Schnelllader auf mich.

6.Station. Szeged

Ankunft 7.30, Verbrauch auf der letzen Strecke 18,7, aber nur weil ich mein Auto "getragen" habe, zwischen

70 und 80km. Ich glaube nicht, daß man den etron mit weniger fahren kann, es sei denn bergab und dann

auch noch hinter einem Bus.

Die erste Säule, die wir ins Navi eingeben, erweist sich als freies Feld, das uns trotz mehrmaligem Anfahren

immer wieder als Ziel angegeben wird. Die Einheimischen wissen nichts.

Säulen Nr. 2 und 3 liegen mitten in der Stadt,teilweise muß man gegen den Verkehr anfahren, und

entpuppen sich als Metallkästen, die keinen Laut von sich geben, geschweige denn Strom. Ein Anruf bei der

Hotline bringt uns zu einem Anrufbeantworter und zum bekannten "Sprechen Sie..."

Hat hier jemand Gelder von Brüssel bekommen und leere Kästen hingesetzt?

meine Restreichweite reicht nicht bis Timisoara, wo das "Paradies" beginnt, weil es dort Kaufland und Lidl

gibt und das auch noch kostenlos. Aber wie dorthin kommen. War der etron ein Fehlkauf und ich hätte bei

meinem Q7 mit einer Reichweite von fast 1200 km bleiben sollen. Erste ernsthafte Zweifel

Aber wozu hat man eine Frau. Sie entdeckt eine Boschwerkstatt und dort schnorren wir in 3 Stunden

soviel Strom, daßß es reicht bis Timisoara. Mein allerherzlichster Dank an diese Werkstatt.

8.Station. Timisoara/Rumänien

Ankunft dort nach 24 Stunden ca. 14.00Uhr und sofort den ersten angegebenen Kaufland angefahren, es

ist zwar Ostermontag, aber die großen Kaufhäuser sind offen. Trotz mehrmaligem Umfahren des Park-

platzes ist kein Säule zu finden. Auch die Dame am Informationsschalter weiß von nichts. Plugshare

und meine Frau "mischen" sich wieder ein: ganz kurz um die Ecke sei eine Tritiumsäule und zwar eine

schnelle. Es ist wirklich nur um die Ecke und ein wahres Paradies: eine schnelle und 4!!! langsamere.

Angesteckt - und nichts rührt sich. Also an eine lagsame. Nach 3Stunden und einem Marsch durch

die Stadt -wirklich sehenswert -wieder zurück zum Auto, wo uns eine nette Rumänin anbietet, mi

ihrer Karte die Schnellladesäule freizuschalten. Diesmal reagiert die Säule und teilt uns mit,daß sie

kaputt sei. Die Rumänin sagt uns, daß es in 5 km Entfernung ein Lidlsäule gebe, natürlich schnell, aber

ich traue der Sache nicht und ziehe mich wieder zurück auf den Schnarcher. Um 18.00 habe ich zu 70%

voll, wir fahren weiter und da der angesprochene lidl an unserem Weg liegt, wollen wir schauen, ob es

ihn gibt. 5 km weiter stehen wir vor einem funktioneirenden!!! Triplecharger und laden auf auf 100%

auf.

9.Station:Drobeda Turnu Severin/Eisernes Tor

Hier soll es vor einem Lokal an der Donau einen langsamen Lader geben, aber wir brauchen ihn, um bis

Sofia zu kommen. Inzwischen sind wir 26 Stunden unterwegs, keine Stunde Schlaf und es geht in die

Karpaten bei Nacht.

Ankunft um 21.00 Uhr vor dem Lokal.Verbrauch durch die Karpaten 25. Ermöglicht wird dieser Wert

auch durch eine unheimlich starke Rückgewinng an Strom wenn es aus dem Gebirge herausgeht.

Ansonsten schnurrt der Audi klaglos dahin bis auf ein paar Fehlermeldungen, die immer für Entsetzen

sorgen. Aber alles Lügen -ja der Audi lügt wie gedruckt - keine einzige Fehlermeldung hat gestimmt

und nach kurzer Zeit verschwanden alle wieder.

Und man mag es kaum glauben -fast am Ende der Welt - nicht nur eine,nein gleich 2 Säulen.

Einmal für Tesla und einmal den Rest der Welt, allerdings ohne chademo. Der Audi meint in 6 Stunden sei er

wieder voll. 21.00 Uhr plus 6 Stunden ergibt 3.00 morgens. Ich rufe im Hotel an, um uns anzumelden,

aber wir werden nicht akzeptiert, also die 2. Nacht im Auto.

Um 5.00 Uhr geht es weiter: 320 km nach Sofia ohne Zwischenladung. Auf zum nächsten Kaufland.

Inzwischen scheint das Auto gelernt zu haben, daß wir in einer Gegend sind, wo der Strom rar ist, das

Navi sucht die seltsamste Strecke, aber es sind immer die kürzesten.

Ankunft in Sofia, Kaufland sofort gefunden, Frau findet Ladesäule in entfernter Ecke, Säule funktioniert,

währenddessen unterhalten wir uns mit 2 bulgarischen Stromern. Einziges Zugeständnis vom Staat an die

Stromer: Ein Pickerl für freies Parken in Sofia. Nach eineinhalb Stunden geht es weiter an die vorletzte

Säule vor der griechischen Grenze. Und dann ab ins Niemandland, denn in Griechenland kann man die

Säulen praktisch an einer Hand abzählen.

30 km vor der Grenze landen wir bei einem Kia-Händler, dem man durch die neue Autobahn das

Wasser abgegraben hat, und was hat er im Garten an der Strasse stehen? Eine Schnelle.

Vor lauter Freude vergreife ich mich und habe chademo in der Hand bis mich meine Frau darauf hinweist,

daß es auch CCS gibt. Mein Dank diesem Mann, der uns Stromern einfach einen Lader zur Verfügung

stellt.

20 km weiter dann die Grenze und irgendwo hatte ich gelesen, daß vor einem Finix Casino nochmals

eine Säule stehen sollte. Vor der Grenze dann tatsächlch einFinix, aber keine Ladesäule. Bei mehr-

maligem Rumfahren entdeckten wir, daß wir vor dem Hotel suchten, während wir vor dem Casino

suchen sollten. Dort fanden wir dann auch 2 langsame Säulen, die wir ebenfalls nochmals nutzten, um

ganz voll zu haben.

Danach ab nach Griechenland zum Haus - 395 km -allerdings nur machbar, weil wir von einer Höhe

von ca 600 Metern nach unten rollten bis zum Meer.

Am Haus eingesteckt lud das Auto dann ca 38 Stunden bis zu 422 km.

Fazit: Vor Antritt der Reise wurden wir häufig als blauäugige Abenteurer belächelt. die Fahrt hat jedoch gezeigt

daß sogar der Balkan mit einem Etron zu bewältigen ist.

Allerdings ist eine sehr genaue Planung nötig und bei all den Überraschungen eine gehörige Portion

von Gelassenheit und Flexibilität.

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am 14. Februar 2019 um 9:22

Zitat:

@egn schrieb am 14. Februar 2019 um 10:15:05 Uhr:

Und wie war die Probefahrt? :D

Macht der Sohnemann heut mittag erst. Hoffe der Wagen überlebt es ;)

Liste bis jetzt.

Mal sehen was ich morgen schaffe.

Habe einen Beifahrer, der Helfen kann

Fotos vom Zwischenverbrauch gibts auch.

Windsitution sieht gut aus für morgen:10 km/h, Böen bis 20 km/h

Temperatur wird morgens leider etwas kühl sein.

Da muss ich wegen der Klimaanlage aufpassen und mal testen, ob das ein- und ausschalten beim Verbrauch direkt eine Änderung ergibt.

 

Gruß Jake

891dc02b-23db-4460-80ee-62a539a6e2eb

Ich sehe schon, du bist da mit Leib und Seele dabei. Super.

Ich bin auf deine Einschätzung und Meinung schon sehr gespannt!

Danke!

Grüße von

Bernd

am 14. Februar 2019 um 20:09

Zitat:

@White-Head666 schrieb am 12. Februar 2019 um 11:45:52 Uhr:

@audilite

Sorry, dann hab ich ein komplett anderes Auto gefahren.

Das deine Dieselkuh besser geht wie meine ist klar. Aber immerhin „bewege“ ich auch gut 350PS.

Aber was der etron an Druck erzeugt ist weit darüber. Und das vom Stand bis...

Ich konnte leider „nur“ bis ca. 140km/h durchziehen. ;-((. Und bis dahin hat er nicht nachgelassen. Natürlich legt der E-Motor „oben raus“ nicht zu wie du es vom Verbrenner gewohnt bist. Er stellt eben vom Stand weg sein Drehmoment, weiß von ca. 600Nm, zur Verfügung.

Ich denke du bist mit den falschen Einstellungen gefahren.

Das Gleiche gilt für das Fahrwerk. Im Dynamik-Modus lässt sich der „Dampfer“ doch zügig und zielgenau durch die Ecken bewegen. Also ich hatte richtig Spaß... ;-())

Ich weiß nicht warum man den etron immer mit dem Q7 vergleicht. Das kommt nie hin! Wenn überhaupt ist er eher als „gestreckter“ Q5 zu sehen. Dabei wird die (Einstiegs)höhe durch den „dicken“ Boden reduziert.

Die Ausstattung finde ich, zumindest in dem von mir gefahrenen Fahrzeug, war sehr wertig. Lederbezogenes Armaturenbrett ect.

Aber das liegt wohl im Auge des Betrachters ...

Grüße von

Bernd

Ich bin den e tron sehr wohl in dynamic gefahren und vergleiche ihn mit dem SQ7 weil ich den täglich über die gleiche Strecke bewege. Mit 4.90 ist dieser auch nur 15 cm kuerzer als der Q7, also nicht viel kleiner (Radstand sind es gar nur 8 cm Differenz).

 

Waehrend der Fahrt hat sich klar gezeigt, dass der e tron ein deutlich weicheres Fahrwerk besitzt und recht stark in (zugegebenermassen aggressiven) Richtungswechseln aufschaukelt.

 

Was die Beschleunigung angeht so liefert der SQ7 900 Nm bei 1000 U/min und wiegt auch etwas weniger. Dagegen ist auch mit Elektromotor kein Kraut gewachsen. Weder vom Stand noch oben raus. Lediglich in der Zwischenbeschleunigung schienen sie mir gleichwertig zu sein (fuer einen bestimmtem Zeitraum).

Insgesamt hat mir der Wagen jedoch sehr gefallen und ich wuerde mir gerne eine sportlicher abgestimmte Variante anschaffen, auch wenn sie nicht in absoluten Zahlen die Werte eines SQ7 erreicht. Mit dessen Leistung ist man - zumindest hier in der Schweiz - eh permanent zu schnell unterwegs... :-)

Lasst doch mal den Nm-Vergleich weg. Das macht Null Sinn zwischen zwei völlig unterschiedlichen Antriebsarten. Der etron hat nur ein 1-Gang-Getriebe.

Zitat:

@Audilite schrieb am 14. Februar 2019 um 21:09:27 Uhr:

Waehrend der Fahrt hat sich klar gezeigt, dass der e tron ein deutlich weicheres Fahrwerk besitzt und recht stark in (zugegebenermassen aggressiven) Richtungswechseln aufschaukelt.

Nur um das einordnen zu können, hat Dein SQ7 den Wankausgleich? Den gibt es ja beim e-tron nicht, das könnte das diesbezüglich andere Fahrverhalten durchaus erklären.

Nach getaner "Arbeit" darf er sich laben. Nach dem heutigen Tag werde ich einen E-tron bestellen. Aber Modell 20, mein Problem ist die Reichweite, sonst passt alles.

Gruss

Img-20190214-175220-li

Eben Probefahrt in M beendet. Ausschliesslich Autobahn gewählt. 8 Grad, Sonne, 2 Personen. Verbrauch Tacho 110 Tempomat über ca 5 km 25kWh/100 km. Über 20 km Strecke Vollgas mit kickdown und Tempobereich 160 bis 200 km/h Verbrauch etwa 45 kWh/ 100 km. Fährt sich insgesamt wirklich top.

Danke für deinen Bericht, aber weshalb fährst du 110 und nicht Richtgeschwindigkeit 130? Es fährt doch keiner auf der Deutschen Autobahn nur 110. Sogar hier in der Schweiz fahren wir schneller.

Weil dort Tempo 100 Geschwindigkeitsbeschränkung war :-)

Ok, das erklärt das natürlich.

war nicht @Jake1865 heute Probefahren mit der Liste? Darauf bin ich ja gespannt wie ein Flitzebogen. Habe gehofft er meldet sich heute, wird aber wohl noch ganz hin und weg sein von der Probefahrt :-)

Geduld ist eine Tugend... ;-())

So wie ich ihn einschätze will er das sauber aufbereiten. Und das braucht halt ein Stück weit Zeit. Wir lesen sicher noch was von ihm im Laufe des WE.

Aber ja, ich bin auch gespannt! ;-())

Erster Fahrbericht e-tron.

Heute war es soweit. Ich hatte Gelegenheit den e-tron zu fahren.

Wie soll ich anfangen? Am besten mit der schlechten Nachricht. Dann brauchen diejenigen die auf genaue Werte zum Verbrauch gehofft haben, nicht den ganzen Bericht durchlesen (Fazit gibts ganz unten):

So leid es mir tut ich kann keine validen Daten zum Verbrauch liefern.

Wie es dazu kam, hatte verschiedene Gründe, ich fang dann mal vorne an.

Die Fahrt sollte ab 8:00 Uhr ab AZ Bochum starten. Ich war frühzeitig da und konnte den roten e-tron mit normalen Spiegeln und 20“ ContiWinterContact TS830P (Rollwiderstand C, Geräusch 73 db) Bereifung bewundern.

Es waren gerade mal nur 1°C und der e-tron hatte noch gefrorene Scheiben.

Weil die zuständige Verkäuferin noch nicht da war, schnell mal die Bremsscheibendicke der innenbelüfteten Vorderradbremsen gemessen:

Alles zusammen ca. 45-46mm. Mist Finger schwarz, da kommt also der Feinstaub her. Ich dachte die Bremsen werden beim e-tron kaum benutzt?

Kurz darauf Fahrzeugübergabe und kurze Einweisung mit der Verkäuferin die freundlicherweise die Scheiben freikratzte.

Hier möchte ich die Bemerkung einschieben, das ich, auch wenn ich es mir selbst nicht zugestehen wollte, aufgeregt wie ein kleiner Junge wurde und im folgenden nicht mehr wie ein Mann von über 50 Jahren klar denken konnte.

Während der Einweisung bin ich eingestiegen und „startete den Motor“. Nach dem spektakulärem „Es passiert nix“ ausser das die Displays angehen, meldete sich nach einigen Sekunden immerhin die Belüftung ziemlich lautstark. Das war unangenehm aber nicht unerwartet. Die Klima stand auf 22° und der Wagen muß ja irgendwie schnell aufheizen wenn er zur Riege der komfortablen gehören möchte. Das Lüftergeräusch war mir so unangenehm wie in jedem anderen Audi auch. Als ich dann rückwärts vom Hof fuhr, dachte ich aber nicht mehr daran, da das Rangieren meine volle Aufmerksamkeit beanspruchte. Viel viel später erst, fiel mir auf, das die Klima sich bereits nach nur 1-3 Minuten wieder beruhigt haben mußte und im Wagen sehr schnell angenehme Temperaturen herrschten.

Ein Freund der in der Nähe wohnte und sowohl einen Porsche Macan als auch einen Cayman (Geschenk für seine Frau, je ne is klar ;-) ) fährt, war dabei. Das war gut, denn jemand der noch hochwertigere und zudem schnellere Autos fährt hat eine andere Sicht auf den e-tron als so ein, eher ruhiger A6 Fahrer wie ich.

Auf dem Weg zur AB bemerkten wir beim Anfahren ein Motorgeräusch. Dieses hochtourige Surren verschwand aber sofort ab 30 km/h. Was wir hörten war nicht der Motor sondern das Aussengeräusch das die Fußgänger warnen soll. Das Geräusch kam von vorne, der Motor mit dem der Wagen im Normalfall beschleunigt, ist aber der hintere. Der vordere schaltet sich nur bei zu, wenn höhere Leistung angefordert wird.

Ich fuhr direkt auf die AB 40 und gleich in den Stau, gaaaaaanz toll. Zum Glück ging es einigermaßen voran und wir erreichten die A43 weil meine oberste Priorität die Verbrauchsmessungen waren.

Gute Gelegenheit den Sitz optimal einzustellen. Dabei fiel mir auf das der Sitz bereits in der tiefsten Einstellung war, obwohl ich in meiner gewohnten Sitzposition noch tiefer sitzen würde. Auch meinem Freund viel das später auf. Obwohl er einen Macan fährt. Anscheinend machen sich die Akkus im Unterboden bemerkbar. Man muß sich an eine etwas höhere Sitzposition mit steiler angewinkelten Beinen gewöhnen. Das ist kein Makel, sondern einfach nur minimal anders. Der Wagen hatte die Sportsitze welche ich als sehr bequem empfunden habe. Etwas härter als meine Individualkomfortsitze von 2012, aber nicht so „unangenehm“ hart wie man das üblicherweise bei Sportsitzen erlebt. Langstreckengeeignet? JA.

Leider war die A43 auch noch ziemlich voll und ich wollte deshalb zunächst mit dem 100km/h Test anfangen, da beide Richtungen zu fahren waren, mußte ich eine Abfahrt abwarten und dann den Kurzzeitspeicher zurücksetzen. Also erstmal den Tempomat zurecht gefummelt. Wobei ich da schon meine Schwierigkeiten bekam, da das Display etwas überfrachtet ist und die Anzeige für die Sollgeschwindigkeit sehr klein.

Nachdem ich das geschafft hatte, war ich natürlich schon an einem anderen Streckenpunkt. Meine Güte ist das alles hektisch. Egal, erstmal testen wie das überhaupt funktioniert. Zähler zurückgesetzt und abarten was passiert. Als der Zähler nach 100 Meter die ersten Durchschnittswerte ausspuckte wurde mir mulmig, denn diese waren sehr hoch und sprangen in großen Schritten rauf und auch mal runter.

Hier kommt jetzt offensichtlich der Vorteil des E-Motors und seiner Stromregelung zum tragen. Ein mechanisches System wie der Verbrenner ist träge. Da werden Gase bewegt, es gibt mechanische Bauteile die den Kraftstoff einspritzen, Verbrennung, Kolbenbewegungen etc. Beim BEV ist zwar der Motor mechanisch (jedoch nur direkte Drehbewegung mit hoher Drehzahl und keinen nennenswerten inneren Widerständen), aber seine Antriebsenergie elektrisch. Was sind schon 2000 Bar Einspritzdruck gegen 1/3 Lichtgeschwindigkeit mit der sich elektrische Vorgänge bewegen? Nix.

Die elektronischen Regelungen können somit viel viel schneller sein. Beim e-tron läuft die Regelung nach Herstelleraussagen 50x schneller ( 30 Millisekunden Reaktionsgeschwindigkeit) ab, als beim Verbrenner.

Leider macht das, genaue Verbrauchsmessungen zur Laborwissenschaft. Jede kleinste Störgrösse wirkt sich auf den Verbrauch aus. Jede noch so kleine Steigung, jede Böe, jedes km/h Wind egal aus welcher Richtung, verursacht ein merkliche Regelungsänderung im Stromverbrauch.

Selbst eine Messung des Mittelwertes auf 5-10km wird damit schwierig. So sauber kann man im normalen Autoverkehr gar nicht messen.

Es kommen dann noch weitere Probleme dazu. Zunächst schien alles gut zu gehen, obwohl die Werte bedenklich schwankten, Plötzlich jedoch verlor der Wagen Geschwindigkeit und regelte auf 80 km/h herunter. Er hatte ein Schild „gesehen“ das aber nur für die Fahrzeuge in der neben uns geführten Abfahrtsspur galt.

Somit Messung für die Tonne. Bei der nächsten Messung scherte ein Fahrzeug vor uns ein und der e-tron bremste. Also wieder nix. Der dritte Versuch scheiterte ebenfalls. Dann drehten wir in der nächsten Ausfahrt und ich überlegte mir manuell zu fahren und einfach die Geschwindigkeit zumindest auf dem Durchschnitt von 100 zu halten. Da trat ein weiteres Problem auf: Der Wagen rekuperiert immer wenn man vom Strom geht. Das ist kontraproduktiv und Energieverschwendung. Also wieder ein Fehlversuch. Ich schaltete die Reku auf manuell

Das ging dann einigermaßen. Dennoch kommen mir große Zweifel an der Aktion. Die AB hat leichte Gefälle und Anstiege. Je nach Fahrweise ( man kann manuell das Strompedal nie ruhig halten), schwankt der Momentanverbrauch immer um mehr als 100%. Jeder Hauch einer Bewegung am Strompedal löst deutliche Schwankungen am Momentanverbrauch aus.

Das wird so nix. Die Toleranzen mit der ich meine Messungen unter den aktuellen Bedingungen machen kann, liegen im besten Fall bei +- 20% .

Also Taktik Änderung. Was ist halbwegs prüfbar? Windschattenfahren sollte klappen. Immerhin gibt das einen Hinweis, wie ein Minimalverbrauch aussehen könnte.

Also hinter LKW geklemmt und die Kiste rollen lassen. Dabei fiel mir der grottenschlechte Rollwiderstand der Reifen auf. Ich habe da gute Vergleichswerte durch meinem A6 denn ich sowohl mit Goodyear 4Seasons gen2 als auch mit aktuell billigen Allwetterreifen auf diese Weise fahre. Der 2,5t e-tron sollte mit guten Reifen rollen und rollen und rollen…..Achtet auf das Verbrauchslabel. Alles unter B ist wirklich merkbar schlecht.

Zudem machten die Reifen ab 120 hörbare Abrollgeräusche. Jetzt weiß ich weshalb Audi die Radhäuser nochmal extra gedämmt hat. Der Wagen ist auf eine so angenehme Art leise, das jedes ungewöhnlich Geräusch sofort auffällt.

Der e-tron koppelt den Autofahrer sehr stark vom aussen ab. Ein Geräuschkulisse ist zwar vorhanden, aber es sind keine Einzelgeräusche ortbar. Nur ein angenehm dumpfes Rauschen das man kaum zuordnen kann. Schon gar nicht dem Wind, denn der ist selbst bei 180 kaum hörbar. Wenn man das Radio (leise) einschaltet, ist die Umwelt sofort…..wech.

Zurück zum Test: Der Verbrauch kam bei laut Foto auf 13,5 kWh/100 km. Aber auch dieser ist sehr ungenau. Die Strecke war nicht ganz gerade und ich denke nach meinem Mess- und Regelungstechnikergefühl, das der reelle Verbrauch im Windschatten bei solchen Bedingungen eher bei ca. 16 kWh/100km liegen wird.

Dann noch der Test bei 92 km/h ohne LKW. Es kamen ca. 19 kWh heraus. Könnte plausibel sein.

Nachdem wir wieder gedreht haben, und die Zeit weglief, noch ein paar Schnelltests jeweils ca. 2km Strecke:

100km/h=28 kWh (viel zuviel)

120km/h=27 kWh (kommt hin)

129km/h=25,3 kWh (zu wenig)

Wie man sieht alles Mist. Bei 130 liegt der Wagen schon physikalisch bei 24 kWh.

Wie mich bereits einige hier im Forum aufmerksam machten: Sowas funktioniert wirklich nur unter penibelst dokumentierten Störgrößen und Minimierung derselben.

Was mir aber dennoch auffiel ist, das der Wagen in den unteren Geschwindigkeiten tendenziell mehr und in den oberen Geschwindigkeiten weniger als erwartet zu verbrauchen scheint (auch unabhängig von den obigen Messungen). Das finde ich ungewöhnlich.

Als nach dem Fahrerwechsel mein Freund fuhr und den Motoren auf den Kopf trat, lag sein Durchschnittsverbrauch nach 35km gerade mal bei 36 kWh obwohl viele extreme Beschleunigungsmanöver enthalten waren.

Ein Sache gelang uns dennoch. Beschleunigung von 80-120 = 3,2 sek +-0,2 Sekunden. Der Wagen beschleunigt schneller als das Display anzeigt.

Gleich dazu das Statement meines Freundes (mit meinen Worten wiedergegeben) : Die Beschleunigung aus dem Stand ist gut aber nicht überragend. Der Wagen beschleunigt jedoch aus der Fahrt heraus mit sehr guten Leistungen. Die Lenkung ist angenehm direkt und straff (Dynamikmodus). Der Wagen ist nicht so agil wie ein Macan und kein Kurvenräuber. Dennoch kann man ihn trotz 2,6t Gewicht und längerem Radstand, durchaus dynamisch bewegen. Eine leichte Wankneigung ist spürbar. Das hohe Gewicht drückt in Kurven ordentlich nach aussen, das Fahrwerk beherrscht das dennoch. Selbst Vollbremsung und dabei schnelles Einlenken führt nicht sofort zu spürbaren Eingriffen der elektronischen Stabilisierungssysteme. Der Wagen ist als Komfortfahrzeug abgestimmt und ausgelegt. Das macht er ausgezeichnet und läßt sich zusätzlich noch gut dynamisch bewegen.

Zusatz Aussage meines Händlers der auf Schulung war und viele Wagen gefahren hat (auch Tesla X): In Kurven ist der e-tron den Fahrzeugen Tesla X und Q7 überlegen. Zum i-Pace hat er nix gesagt. ;-)

Was mir sonst noch auffiel.

- die Auto Rekuperation ist toll. Sobald man vor Kurven oder Ausfahrten den Fuß vom Pedal lupft, bremst der Wagen per Reku und fährt mit angenehmer Geschwindigkeit durch die Kurve, bis man wieder herausbeschleunigt.

- Eine Kriechfunktion hat der Wagen nicht (Handbuch durchgestöbert ab Seite 108), jedoch wird die sehr angenehme Haltefunktion beim rückwärtsfahren ausgeschaltet, was das Rangieren erleichtern soll. So steht im ca. 400seitigem Handbuch.

- Beim Beschleunigen hat man den Gummibandeffekt, alles langweilig und unspektakulär. Man fragt sich währenddessen ob 200 kW mehr, nicht doch besser wären. Schaut man auf den Tacho, staunt man wie schnell der Wagen dennoch abgeht. Jedoch für sportliche Fahrer ist das dennoch nix.

- Head up Display. Wer es nicht kennt: angenehm aber anfangs ungewohnt. Wer es gewohnt ist und das Tempolimit und Tempo immer im Blick haben will: ein Muß.

- Der Wagen hat laut Verkäuferin ein normales 12V System mit 12V Akku. Leider fiel mir die Frage erst zu spät ein, so das ich nicht im Handbuch nachschauen konnte wo sich der Akku befindet und wieviel AH er hat. Wird nachgeholt.

- Navi: habe München als Ziel eingegeben und ein Foto der Tour mit den Haltestellen gemacht. Wahrscheinlich kann man da noch viel konfigurieren, denn der Wagen nutzt auch Lader mit nur 50 kW, was ich für totalen Blödsinn halte.

Fazit:

Ich halte den e-tron für ein sehr gelungenes Auto das Audi sehr bewußt auf Komfort zugeschnitten hat. Der e-tron hat große Innenmaße, wirkt aber von außen nicht so wuchtig wie ein normaler SUV dieser Größenordnung.

Die besonderen Stärken des Komforts zeigen sich in Details wie die enorme Schnellladefähigkeit, die Fahrdynamik beim Überholen, schnell erreichte Komfortklimatisierung im Innenraum, das hervorragende Innengeräusch und die automatischen Fahrassystenzsysteme.

Den Verbrauch kann ich weiterhin nur schätzen, aber mein Freund sagte folgendes:

Ich habe den Wagen richtig schnell und dynamisch bewegt und du hast versucht sparsam zu fahren. Der Unterschied im Gesamtverbrauch waren nur ein paar kWh. Also was soll das? Geniesse doch einfach den Fahrspass und mach dir über den Verbrauch keine Gedanken, dazu ist der Unterschied zu klein. Fahre normal und hab Spaß.

Hat er Recht? Ich denke er hat.

Ich freue mich jetzt noch mehr auf meinen eigenen e-tron....

Gruß Jake

PS: …..und ich werde dennoch den genauen Verbrauch bei verschiedenen Geschwindigkeiten rausbekommen……

PPS: Die weiteren Fahrberichte werden kürzer und knackiger. versprochen.

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Lieber Jake ein interessanter und insgesamt gelungener Bericht. Mit - so muss man anerkennen - schönem Fazit. Thumbs Up!

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