ForumWerkzeug
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Werkzeug
  5. Drehmomentschlüssel Wisent reparieren ?

Drehmomentschlüssel Wisent reparieren ?

Themenstarteram 10. November 2022 um 13:56

Hallole,

ich habe benutze seit einigen Jahren einen Drehmomentschlüssel Wisent, stufenlos einstellbar von 20 bis 110 Nm, sieht aus wie https://www.bauhaus.info/.../11040241, Modell-Nr. wohl 11040241, fürs Schrauben an Mopped und Auto, auch u.a. zum Anziehen von Radmuttern. Das Teil lagert in der Garage im Werkzeugschränkchen. Neulich wollte ich beim Ölwechsel die Ölablaßschraube "richtig" anziehen und stellte fest, daß der Schlüssel nicht mehr funktioniert - er "knackt" nicht mehr beim Erreichen des Drehmoments. Das liegt nicht an dem zu niedrigen Wert bei der Ölablaßschraube - ich habe es danach bei Radmuttern getestet. Die hatte ich mit nominal 85 Nm angezogen, aber selbst bei Einstellung von 20 Nm "knackt" der Wisent nicht mehr. Daran ändert sich auch nichts nach mehrtägigem Lagern in der Wohnung.

Die "Ratschenfunktion" in de anderen Drehrichtung und auch die Umschaltung der Richtung der Ratschenfunktion funktioniert, der Drehmomentwert läßt sich Einstellen und es ist auch deutlich zu spüren, daß mit zunehmendem Drehmomentwert auf der Skala mehr Kraft aufgewendet werden muß. Es liegt also an der "Übertragung" der Einstellung auf den Kopf bzw. Vierkant.

Läßt sich da etwas reparieren, wo sollte ich nachschauen, was beachten? Ich habe vor Jahren einen Proxxon-Schlüssel repariert, dessen Vierkant im Kopf sozusagen "durchdrehte", und dort die Sperrrklinke (heißt wohl so) ersetzt, habe daher eine ungefähre Vorstellung, wie es in dem Kopf aussieht (Edit: Auch wenn der Wisent deutlich anders aufgebaut ist). Aber wie die "Übertragung" der Drehmomenteinstellung auf den Kopf/VIerkant erfolgt und was daran defekt sein kann entzieht sich meiner Kenntnis.

Ähnliche Themen
3 Antworten
Themenstarteram 10. November 2022 um 15:47

Update:

Hat sich erledigt. Habe das Teil demontiert. Das Aufschrauben des Kopfs hätte ich mir sparen können, denn zum einen sah es da drin aus wie neu, zum anderen hat der Kopf mit der Drehmomenteinstellung bzw. dem "Knacken" unmittelbar nichts zu tun. Dies spielt sich allein im Inneren des Hebels/Griffverlängerung ab:

Der Kopf mit seiner im Hebel eingeschobenen Fortsetzung ist dort nämlich nicht kraftschlüssig mit dem Hebel montiert sondern sehr gering um den mit einem Klemm-/Sicherungsring gesicherten Bolzen unterhalb des Kopfs drehbar befestigt. Das Ende der Fortsetzung des Kopfs drückt auf ein unter Federspannung stehendes Gegenstück innerhalb des Hebels und ist wie gesagt aufgrund seiner Montage sehr gering verdrehbar. Die Federspannung wird durch die Drehmomentstellung bestimmt: Durch diese Schraube wird die Feder nach vorne gedrückt und da die Fortsetzung des Kopfs dort von vorne gegen die Feder drückt erhöht sich so die Federspannung. Entsprechend dieses Drucks bzw. der Kraft, mit dem/der die beiden Teile dort gegeneinanderpressen, und der Ausformung der dort aufeinandertreffenden Teile verändern diese je nach ausgeübter Kraft schlagartig ihre Position zueinander, was durch das Knacken hörbar wird. In de niedrigsten Einstellung kann man dies einfach selbst spüren, wenn man den Griff festhält und mit der anderen Hand den Kopf in Arbeitsrichtung dreht - bei ca. 20 Nm reicht die manuell ausübbare Kraft aus, um den Kopf bis zum Knacken hin zu verdrehen.

Dies nur für diejenigen, die wie ich die mechanische Funktionsweise des Drehmomentschlüssels nicht kennen.

Ich habe den Bolzen entfernt, den Kopf mit seiner Fortsetzung herausgenommen, geschaut (soweit im Hebel erkennbar), ob dort irgendetwas gebrochen oder lose war oder sonstwie abgenutzt oder irregulär erschien (was nicht der Fall war), ein paar mal ohne Gegendruck durch den Kopf bzw. dessen Fortsetzung die Drehmomentschraube/Feder verstellt, und dann wieder montiert, da sich mir nicht unmittelbar erschloß, wie ich die Federmechanik demontieren kann. Und plötzlich funktionierte das Teil wieder. Damit bin ich erst mal zufrieden ... :-/

Mit einem Foto der Problemzone hätte ich mir das vielleicht besser vorstellen können :-)

Er scheint wieder zu funktionieren, aber stimmt das auf der Skala eingestellte Drehmoment auch mit dem tatsächlichen Auslösemoment überein oder sollte man erst mal kalibrieren?

Themenstarteram 11. November 2022 um 12:48

Da ich keinen Fehler, nicht Irreguläres gefunden habe, kann man nicht von einer "Problemzone" sprechen. Und die maßgeblichen Funktionsteile für das "Drehmomentknacken" kann ich nur zur Hälfte fotografieren, nämlich nur die Fortsetzung des Kopfs, da sich dieser leicht aus dem Hebel demontieren läßt, hingegen das Gegenstück, das untere Teil, das an der Federmechanik hängt, mir nicht ersichtlich montiert und so dem Blick entzogen im Hebel (Fortsetzung des Griffstücks) verborgen ist. Ich selbst hätte gerne auch das Gegenstück gesehen, allein aus Neugierde, um die Funktionsweise "trocken" nachstellen zu können.

Ja, ob die verschwundene Ursache für das Problem nicht auch zu Abweichungen führt, ist jedenfalls nicht gänzlich ausgeschlossen. Ich selbst habe zwar überhaupt nichts verändert, nichts verstellt, aber einen Grund, eine Ursache für das temporäre Nichtfunktionieren wird es geben. Da ich aber auch nicht weiß, wie sich das Teil kalibirieren läßt .... Ich habe den Schlüssel an ein paar Schrauben, deren Anzugswerte ich weiß, ausprobiert, und da hat es passend "geknackt", was zeigt, daß evtl. Abweichungen jedenfalls nicht katastrophal groß sind. Bei Gelegenheit werde ich mal mit anderen Drehmomentschlüsseln bei Bekannten vergleichen. Und letztlich - das ist kein Präzisionsinstrument, ob ich die Radmuttern nun mit 80 oder 90 Nm anziehe ist Wumpe, aber so allemal besser als nur nach Handgefühl.

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Werkzeug
  5. Drehmomentschlüssel Wisent reparieren ?