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Die Folgen von E10 im Strassenverkehr mal anders betrachtet...
"Die Teilnahme am Strassenverkehr unter Alkohol oder Drogen kann eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat darstellen und zu erheblichen Nachteilen beim Versicherungsschutz führen. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille kann eine alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit vorliegen. Sofern eine Fahruntüchtigkeit festgestellt wird, kann dies als Straftat laut §316 StGB verfolgt werden."
Soweit, so gut. Und nun soll ich mein Auto mit dem neuen Kraftstoff E10 mit der ca. 33-fachen Menge Alkohol im Tank auf die Strasse schicken? Das finde ich sehr verantwortungslos! Da braucht man sich jetzt auch nicht zu wundern, wenn die volltrunkenen PKW vor einem beim Abbiegen einfach das Blinken vergessen! Plötzlich scheren sie zum Überholen aus, obwohl reger Gegenverkehr herrscht! Sie parken auf Radwegen und überfahren zügig die Zebrastreifen, während die Fußgänger sich mit weiten Sprüngen auf den Fußweg retten! Halteverbotsschilder werden im Tran einfach übersehen und vollkommen orientierungslos kurven die mit Alkohol vollgetankten Autos zwischen Fußgängern und Radfahrern in der Fußgängerzone herum. Rotlicht wird ignoriert, und der grüne Abbiegepfeil wird verschlafen! Es wird nicht mehr zwischen den weißen Parkstreifen geparkt, sondern irgendwo mitten drauf, denn nach dem Alkoholgenuß ist das Gesichtsfeld stark eingeschränkt.
Die noch nüchternen Autos können dann doch sehen, wo sie bleiben. Hauptsache, der angetrunkene PKW mit der hochbrisanten Ladung im Tank hat ohne Schrammen sein Endziel erreicht. Nachts kann er dann etwas ausnüchtern, morgens geht es dann leicht angetrunken wieder zur Arbeit. Der reinste Horror spielt sich auf der Autobahn ab: Es wird generell leicht angeschickert rechts überholt und beim Einfädeln geschnitten was das Zeug hält. Der nüchterne Fahrer ist fassungslos, was diese letzte Tankfüllung alles aus seinem bisher doch so zahmen Auto gemacht hat: Ein gewissenloses und betrunkenes Monstrum, welches sich über alle Strassenverkehrsregeln hinwegsetzt. Er tankt beim nächsten Mal dann doch wieder den bewährten und für seinen Motor wesentlich bekömmlicheren Super Kraftstoff 95 Oktan. Die Dichtungen halten und die Regale sind wieder voll mit Lebensmitteln, die letzte Woche noch sinnlos auf der Autobahn im Biosprit verfeuert wurden.
Übrig bleibt ein Wagen mit leichten Entzugserscheinungen und die Erinnerung an den alkoholisierten Wahnsinn auf der Strasse ...
Beste Antwort im Thema
"Die Teilnahme am Strassenverkehr unter Alkohol oder Drogen kann eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat darstellen und zu erheblichen Nachteilen beim Versicherungsschutz führen. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille kann eine alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit vorliegen. Sofern eine Fahruntüchtigkeit festgestellt wird, kann dies als Straftat laut §316 StGB verfolgt werden."
Soweit, so gut. Und nun soll ich mein Auto mit dem neuen Kraftstoff E10 mit der ca. 33-fachen Menge Alkohol im Tank auf die Strasse schicken? Das finde ich sehr verantwortungslos! Da braucht man sich jetzt auch nicht zu wundern, wenn die volltrunkenen PKW vor einem beim Abbiegen einfach das Blinken vergessen! Plötzlich scheren sie zum Überholen aus, obwohl reger Gegenverkehr herrscht! Sie parken auf Radwegen und überfahren zügig die Zebrastreifen, während die Fußgänger sich mit weiten Sprüngen auf den Fußweg retten! Halteverbotsschilder werden im Tran einfach übersehen und vollkommen orientierungslos kurven die mit Alkohol vollgetankten Autos zwischen Fußgängern und Radfahrern in der Fußgängerzone herum. Rotlicht wird ignoriert, und der grüne Abbiegepfeil wird verschlafen! Es wird nicht mehr zwischen den weißen Parkstreifen geparkt, sondern irgendwo mitten drauf, denn nach dem Alkoholgenuß ist das Gesichtsfeld stark eingeschränkt.
Die noch nüchternen Autos können dann doch sehen, wo sie bleiben. Hauptsache, der angetrunkene PKW mit der hochbrisanten Ladung im Tank hat ohne Schrammen sein Endziel erreicht. Nachts kann er dann etwas ausnüchtern, morgens geht es dann leicht angetrunken wieder zur Arbeit. Der reinste Horror spielt sich auf der Autobahn ab: Es wird generell leicht angeschickert rechts überholt und beim Einfädeln geschnitten was das Zeug hält. Der nüchterne Fahrer ist fassungslos, was diese letzte Tankfüllung alles aus seinem bisher doch so zahmen Auto gemacht hat: Ein gewissenloses und betrunkenes Monstrum, welches sich über alle Strassenverkehrsregeln hinwegsetzt. Er tankt beim nächsten Mal dann doch wieder den bewährten und für seinen Motor wesentlich bekömmlicheren Super Kraftstoff 95 Oktan. Die Dichtungen halten und die Regale sind wieder voll mit Lebensmitteln, die letzte Woche noch sinnlos auf der Autobahn im Biosprit verfeuert wurden.
Übrig bleibt ein Wagen mit leichten Entzugserscheinungen und die Erinnerung an den alkoholisierten Wahnsinn auf der Strasse ...
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274 Antworten
Zitat:
@metalhead79 schrieb am 28. Januar 2015 um 13:45:44 Uhr:
Zitat:
@Diabolomk schrieb am 28. Januar 2015 um 10:05:52 Uhr:
Ab wie viel Oktan kann denn der Durchschnittsmotor nicht mehr was damit anfangen?
Ab 96 (bei für Super abgestimmte Motoren).
Gruß Metalhead
Vermutlich, der eine mal mehr, der andere mal etwas weniger. Von daher kann das schon gut sein, dass auch mal ein Motor gar mit E10 nix bis etwas weniger verbraucht. Halt eben aber auch nur, wenn zb der tatsächliche Vergleich E5 = eher E1-E2 und E10 = eher E6-E7 erfolgt, wie es wohl aus der Zapfsäule nur rauskommt.
Hi,
der Octanwert ist ein Din genormter Mindestwert. Der verkaufte Sprit hat praktisch immer deutlich mehr. E5 und E10 haben wohl immer 97 Octan manchmal auch mehr. Ob die ~5% mehr Ethanol den Octanwert meßbar erhöhen ist fraglich. Zumindest die Motoren dürften das kaum merken bzw. umsetzen können ;)
Ethanol bietet jedoch einen weiteren Vorteil, Ethanol hat ein besseres Verdampfungsverhalten als Benzin. Da könnten selbst die geringen Ethanolanteile im E10 einen positiven Effekt auf die Durchmischung des eingespritzten Kraftstoff mit der angesaugten Luft haben. Das Gemisch könnte also homogener sein und besser verbrennen dank des Ethanol.
Gruß Tobias
Zitat:
@Turbotobi28 schrieb am 28. Januar 2015 um 14:11:13 Uhr:
Ethanol bietet jedoch einen weiteren Vorteil, Ethanol hat ein besseres Verdampfungsverhalten als Benzin.
Hä? Sicher?
Warum springen dann die ganzen Alkoholiker im Winter nicht/schlecht an? Soviel ich weiß, weil der Sprit nicht/schlecht verdampft.
Gruß Metalhead
Eher weil es schneller an den kalten Teilen des Ansaugtrakts kondensiert, in wie fern das mit dem Verdampfungsverhalten zu tun hat weiß ich allerdings nicht.
Zitat:
@metalhead79 schrieb am 28. Januar 2015 um 15:10:39 Uhr:
Warum springen dann die ganzen Alkoholiker im Winter nicht/schlecht an? Soviel ich weiß, weil der Sprit nicht/schlecht verdampft.
Weil Ethanol einen höheren Flammpunkt hat als Benzin:
Ethanol Flammpunkt +12°C
Flammpunkt E85 -21°C
Flammpunkt Benzin -30 °C bis -40 °C
Daher hat die Winterware bei E85 auch einen höheren Dino Anteil, dürfte dann irgendwo bei E75-E70 liegen. Das macht man, um den Flammpunkt zu senken.
Ethanol zündet bei tiefen Temperaturen einfach schlechter als Benzin. Die paar Prozente Dino Benzin sorgen beim E85 für ein ordentliches Startverhalten. Ist der Motor einmal warm, hat sich das Problem erledigt.
Zitat:
@festbeleuchtung schrieb am 28. Januar 2015 um 19:14:03 Uhr:
Weil Ethanol einen höheren Flammpunkt hat als Benzin:
Eben, niedrigerer Flammpunkt, weniger Dämpfe die sich entzünden können.
Das wäre dann das, was ich als schlechteres Verdampungsverhalten definieren würde.
Gruß Metalhead
Zitat:
@Matsches schrieb am 28. Januar 2015 um 07:47:15 Uhr:
Beim Vergleich Ethanol / Benzin / E10 / E5 entsteht der geringe Leistungsunterschied jedoch hingegen aufgrund unterschiedlicher Energiedichte (Benzin 46,5 MJ/kg, Ethanol 29,7 MJ/kg bzw.
Benzin: 34,88 MJ/Liter, Ethanol: 23,47 MJ/Liter).
Trivial gesagt: 1kg E10 hat einen geringeren energiegehalt als 1kg E5 oder anders gesagt muss man um die gleiche Energiemenge zu erhalten mehr E10 verbrennen als E5.
Den Unterschied kannst Du dir berechnen, auch als Nichttechniker.
Aber eigentlich ist das weder schwer verständlich, noch neu.
Ich bin mir jedoch sicher, es wird trotzdem Wortmeldungen von Leuten geben, die aufgrund E10 angebliche Mehrverbräuche von 10% oder mehr wahrgenommen haben wollen.
Schlägt sich der geringere Energiegehalt denn 1:1 auf den Verbrauch nieder? Selbst bei unterstellt gleichen Bedingungen müssten doch auch andere Faktoren, wie z.B. der Wirkungsgrad eine Rolle spielen?
Zitat:
@metalhead79 schrieb am 29. Januar 2015 um 08:59:04 Uhr:
Eben, niedrigerer Flammpunkt, weniger Dämpfe die sich entzünden können.
Das wäre dann das, was ich als schlechteres Verdampungsverhalten definieren würde.
Dann sieh es so: Das Verdampfungsverhalten von Ethanol ist besser, allerdings muss der Flammpunkt überschritten sein.
Bei Betriebstemperatur des Fahrzeugs und Brennraumtemperaturen von mehreren hundert Grad wird es eher unerheblich sein, ob der Flammpunkt des Treibstoffs +12 oder -20°C beträgt.
Zitat:
@Matsches schrieb am 29. Januar 2015 um 10:05:17 Uhr:
Dann sieh es so: Das Verdampfungsverhalten von Ethanol ist besser, allerdings muss der Flammpunkt überschritten sein.
Kann ich mir nix darunter vorstellen. Verteilt sich das homogener weil es kein Gemisch aus was weiß ich wie vielen Stoffen ist (wie Benzin)?
Zitat:
Bei Betriebstemperatur des Fahrzeugs und Brennraumtemperaturen von mehreren hundert Grad wird es eher unerheblich sein, ob der Flammpunkt des Treibstoffs +12 oder -20°C beträgt.
Das ist zweifelsfrei richtig.
Gruß Metalhead
Zitat:
@metalhead79 schrieb am 29. Januar 2015 um 10:41:34 Uhr:
Verteilt sich das homogener weil es kein Gemisch aus was weiß ich wie vielen Stoffen ist (wie Benzin)?
Das ist nicht der Punkt.
Beim Flammpunkt hat man die Temperatur, bei der gerade eben ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch entsteht. Das heißt, dass man, auch wenn der Brennstoff in Dampfform vorliegt, Ethanol unter etwa +12°C einfach nicht zum Zünden bekommt. Dino Sprit zündet schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen.
Beim E85 ist es ja der Dino Anteil, der mit seinem sehr viel niedrigerem Flammpunkt schon mal zündet und brennt, während sich die Ethanolmoleküle vorläufig nicht vom Sauerstoff beeindrucken lassen. Erst die Temperaturerhöhung des abbrennenden Dino Sprits sorgt dafür, dass der Flammpunkt für die Ethanolmoleküle überschritten wird und diese dann freudig mit dem Sauerstoff unter Wärmeabgabe zu CO2 und H2O reagieren.
Bei sehr tiefen Temperaturen reichen die 15% Dino bei E85 nicht aus, um sicher zünden zu können. Daher wird in der Winterware der Dino Anteil erhöht. Mein Flexifuel Ford hat eine eingebaute elektrische Motorvorwärmung, die man ab minus 20°C (?) nutzen soll, um den Motorblock zum Starten mit E85 vorzuwärmen. Nur wird es bei uns am Niederrhein praktisch nie so kalt, daher habe ich da keine Erfahrungswerte.
Beim E10 (damit wir den Bogen "back to topic" bekommen) ist der Ethanolanteil so gering, dass der für den Flammpunkt und für die Zündwilligkeit praktisch keine Rolle spielt.
P.S.: Um Missverständnissen vorzubeugen: Mir ist natürlich klar, dass zur Zeit der Dinos die Genese der Kohlenwasserstofflagerstätten weitestgehend abgeschlossen war. Aber Dino Sprit hört sich nun mal knackig an :D
Zitat:
@dw1566 schrieb am 21. September 2014 um 18:47:09 Uhr:
Hallo
der Absatz scheint recht hoch zu sein da einige Tankstellen das E10 einen Cent teurer gemacht haben und somit der Abstand zum E5 nur noch 3 Cent beträgt.
Wer trotz Freigabe kein E10 tankt, dem ist eh nicht zu helfen aber das ist und bleibt ein anderes Thema.
Gruß Dirk
Der Abstand zwischen E10 und Super wird nicht von den Tankstellen reguliert, sondern durch den Preis von Ethanol in Relation zu Benzin. Deswegen derzeit auch nurnoch 2 Cent Unterschied, weil Alkohol nicht so stark abgefallen ist im Preis.
Derzeit tanken glaub ich grade mal 17% der Benziner diese Spritsorte und man geht davon aus, dass das noch weiter sinkt, bzw. die Sorte (zum Glück) früher oder später vom Markt verschwindet, dann muss man endlich nicht mehr aufpassen, nicht aus Versehen E10 zu tanken.
Dass man mit E10 einen Mehrverbrauch hat, will wohl keiner leugnen. Der ist natürlich niedrig (irgendwo zwischen 3 und 5%), aber über die Zeit durchaus merklich. Und wenn man nachrechnet, dann sind 3% vom Spritpreis 4-5 Cent, also lohnt sich E10 wirtschaftlich gesehen überhaupt nicht. Dazu verliert man noch das ein oder andere PS, was in Gewissen Situationen auch dafür sorgen kann, dass man mehr Gas gibt.
Bin zwar auch kein E10-Fan, zumal mein Auto sowieso nicht freigegeben ist - aber hier irrst du. Minderleistung ist bei E10 sicher nicht zu erwarten. Eher sogar Mehrleistung, da die tatsächliche Oktanzahl des E10-Saftes meist höher liegt als die von E5 (97-98 Oktan statt 95 - kein Wunder, da reines Ethanol ja eine sehr hohe Oktanzahl hat).
Und ganz so hoch wie du das rechnest ist der zu erwartende Mehrverbrauch auch nicht. Vom Energiegehalt her müssten wir von maximal 2% ausgehen. Real kann es aber je nach Auto durchaus weniger sein, zB aufgrund der höheren Oktanzahl, es gibt aber noch andere vorteilhafte chemische/physikalische Eigenschaften von E10 im Vergleich zu E5, die im Einzelfall den Verbrauch leicht senken können.
Ganz so einfach ist die Rechnung also nicht.
Hi,
doch ich leugne das ;) Ich habe es bei diversen Fahrzeuge über längere Zeiträume probiert. Nach der Umstellung auf E10 kam es zu keinem Mehrverbrauch.Ich muß aber zugeben ich habe leider auch keinen Minderverbrauch ermitteln können ;)
Wenn jemand mit E10 einen spürbaren Mehrverbrauch hat liegt das wohl eher daran das er versucht den vermeindlichen Leistungsverlust (den ich auch nicht bestätigen kann) auszugleichen.
Wie oben bereits ausgeführt es gibt sogar Untersuchungen wonach bis ~ 20% Zumischung von Ethanol sogar positive Auswirkungen auf Vebrauch und Leistung möglich sind.
Gruß Tobias
Naja, ein Mehrverbrauch in der hier diskutierten Dimension zwischen 2 und 5 Prozent wäre aber auch kaum "spürbar". Der Verbrauch schwankt im Verkehrsalltag wegen Verkehr, Wetter, etc um viel mehr als 5 Prozent - auch ohne dass man verschiedene Kraftstoffe ausprobiert.
Um eine Verbrauchsänderung von 2-5% eindeutig auf die Kraftstoffwahl zurückführen zu können, bräuchte man somit eine Messung unter Laborbedingungen - Messungen unter realen Verkehrbedingungen reichen nicht aus, um einen angenommenen Mehrverbrauch durch E10 von 2-5% sicher beweisen oder ausschließen zu können.
Hi,
da hast du natürlich recht. Wenn ich jedoch ein Fahrzeug über viele Jahre mit E5 bzw. Super 95 also ganz ohne Ethanol betanke und dann hinterer über mehrere Jahre mit E10 ohne das sich am Verbrauch was tut ist das zwar kein Labor aber immerhin fast ein Langzeitversuch ;)
Natürlich gibt es da von Tankfüllung zu Tankfüllung Schwankungen aber auf lange sicht gesehen ist der Durchschnittsverbrauch eben konstant geblieben trotz Umstellung auf E10.
Gruß tobias