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Der Niedergang der mittleren Mercedesklasse (E-Klasse) auf ihrem Heimatmarkt

Mercedes E-Klasse S210
Themenstarteram 6. Mai 2015 um 9:18

Liebe Gemeinde, vor gut einem Vierteljahrhundert konnte ein Werksangehöriger einen Mercedes-Jahreswagen über 10% über dem Listenpreis eines Neuwagens anbieten-und der Wagen wurde ihm aus der Hand gerissen! Warum? Die Autos waren zwar teuer, galten aber als qualitativ hochwertig und langlebig, technisch fortschrittlich und sicher und repräsentierten auch in ihrem vornehm-zurückhaltenden Design , "dass man es geschafft hatte"! Ein Neuwagenkäufer hatte das Gefühl, um die Zuteilung eines solchen Fahrzeuges geradezu "bitten" zu müssen, Rabatte gab es überhaupt nicht (es wagte auch niemand, danach zu fragen - der zu erwartende Blick des Verkäufers hätte den Bittsteller in den Boden versinken lassen!) und die Lieferzeit betrug 2-5 Jahre.

Heute verliert so ein Jahreswagen bis zu 50% des Listenpreises schon in den ersten Monaten. Daimler liefert hauptsächlich Dienstwagen zu günstigen Leasingkonditionen aufgrund des Steuerprivilegs von Firmenfahrzeugen ( das Privileg der Einen bezahlt die unterprivilegierte Masse der "normalen Steuerzahler") mit erheblichen Rabatten . Dennoch bricht der Heimatmarkt ein.

Zur Zeit befeiert Daimler sich selbst mit neuen Absatz-und Umsatzrekorden - eifrig sekundiert von bewusstlosen Fanboys Aber auf dem Heimatmarkt - da sieht es düster aus! Nun kann man sagen - " Was soll's! Wir sind nicht der Nabel der Welt und der Weltmarkt ist quantitativ und qualitativ viel wichtiger als der kleine Heimatmarkt!" Diese Argumentation verkennt aber völlig die geschichtlich begründete hervorragende Bedeutung des Heimatmarktes : Erst der Erfolg zuhause bildete die Basis für die Expansion nach außen, hätte Mercedes nicht diesen Nimbus in Deutschland geschaffen, wäre der Weltmarkt für Daimler eine Nische geblieben . Wenn der Chinese nicht das Gefühl hätte, mit einem Mercedes auch den Nimbus dieser Firma zu kaufen, ließe sich ein Mercedes nur noch über den Preis verkaufen - trübe Aussichten! Sieht der Chinese nun, dass der Heimatmarkt von Mercedes im freien Fall ist, fragt er sich auch - "Was ist denn da los!? Warum kaufen die Deutschen ihr eigenes Spitzenprodukt nicht mehr? Das muss doch Gründe haben! " Schon bildet sich eine negative Rückkopplung zum Heimatmarkt aus und bei wachsender Abhängigkeit vom Weltmarkt, speziell vom asiatischen Markt, ist das Desaster perfekt.

Ist der Heimatmarkt denn "im freien Fall"? Lassen wir die Zahlen sprechen : KBA-Neuzulassungen in D für die E-Klasse :

1999 ( Mopfjahr): 90603 , 2014 (Mopfjahr) : 37117 , also nur ein gutes Drittel (!!) Im ersten Quartal 2015 betrug der Rückgang bei der E-Klasse in D weitere - 10,9% und auch im April ging es weiter nach unten-bei der Konkurrenz nach oben!

War die E-Klasse nur die Ausnahme? Keineswegs!

Alte A-Klasse 1999: 100376 , neue A-Klasse 2014 : 36657

C-Klasse 1999 : 89909 , 2014 : 60350

S-Klasse 1999 : 22966 , 2014 : 8617

Auch das Argument, dass es heute wesentlich mehr Modellreihen gibt als vor 15 Jahren, verfängt nicht. Es handelt sich hier um Nischenprodukte, die den massiven Verlust in den Grundklassen keineswegs kompensieren können.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache!

Was sind die Ursachen und wie wird es weitergehen? Welche Rolle spielen Technik, Design und Preis in der Zukunft? Ich freue mich auf eure Diskussionsbeiträge!

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 6. Mai 2015 um 9:18

Liebe Gemeinde, vor gut einem Vierteljahrhundert konnte ein Werksangehöriger einen Mercedes-Jahreswagen über 10% über dem Listenpreis eines Neuwagens anbieten-und der Wagen wurde ihm aus der Hand gerissen! Warum? Die Autos waren zwar teuer, galten aber als qualitativ hochwertig und langlebig, technisch fortschrittlich und sicher und repräsentierten auch in ihrem vornehm-zurückhaltenden Design , "dass man es geschafft hatte"! Ein Neuwagenkäufer hatte das Gefühl, um die Zuteilung eines solchen Fahrzeuges geradezu "bitten" zu müssen, Rabatte gab es überhaupt nicht (es wagte auch niemand, danach zu fragen - der zu erwartende Blick des Verkäufers hätte den Bittsteller in den Boden versinken lassen!) und die Lieferzeit betrug 2-5 Jahre.

Heute verliert so ein Jahreswagen bis zu 50% des Listenpreises schon in den ersten Monaten. Daimler liefert hauptsächlich Dienstwagen zu günstigen Leasingkonditionen aufgrund des Steuerprivilegs von Firmenfahrzeugen ( das Privileg der Einen bezahlt die unterprivilegierte Masse der "normalen Steuerzahler") mit erheblichen Rabatten . Dennoch bricht der Heimatmarkt ein.

Zur Zeit befeiert Daimler sich selbst mit neuen Absatz-und Umsatzrekorden - eifrig sekundiert von bewusstlosen Fanboys Aber auf dem Heimatmarkt - da sieht es düster aus! Nun kann man sagen - " Was soll's! Wir sind nicht der Nabel der Welt und der Weltmarkt ist quantitativ und qualitativ viel wichtiger als der kleine Heimatmarkt!" Diese Argumentation verkennt aber völlig die geschichtlich begründete hervorragende Bedeutung des Heimatmarktes : Erst der Erfolg zuhause bildete die Basis für die Expansion nach außen, hätte Mercedes nicht diesen Nimbus in Deutschland geschaffen, wäre der Weltmarkt für Daimler eine Nische geblieben . Wenn der Chinese nicht das Gefühl hätte, mit einem Mercedes auch den Nimbus dieser Firma zu kaufen, ließe sich ein Mercedes nur noch über den Preis verkaufen - trübe Aussichten! Sieht der Chinese nun, dass der Heimatmarkt von Mercedes im freien Fall ist, fragt er sich auch - "Was ist denn da los!? Warum kaufen die Deutschen ihr eigenes Spitzenprodukt nicht mehr? Das muss doch Gründe haben! " Schon bildet sich eine negative Rückkopplung zum Heimatmarkt aus und bei wachsender Abhängigkeit vom Weltmarkt, speziell vom asiatischen Markt, ist das Desaster perfekt.

Ist der Heimatmarkt denn "im freien Fall"? Lassen wir die Zahlen sprechen : KBA-Neuzulassungen in D für die E-Klasse :

1999 ( Mopfjahr): 90603 , 2014 (Mopfjahr) : 37117 , also nur ein gutes Drittel (!!) Im ersten Quartal 2015 betrug der Rückgang bei der E-Klasse in D weitere - 10,9% und auch im April ging es weiter nach unten-bei der Konkurrenz nach oben!

War die E-Klasse nur die Ausnahme? Keineswegs!

Alte A-Klasse 1999: 100376 , neue A-Klasse 2014 : 36657

C-Klasse 1999 : 89909 , 2014 : 60350

S-Klasse 1999 : 22966 , 2014 : 8617

Auch das Argument, dass es heute wesentlich mehr Modellreihen gibt als vor 15 Jahren, verfängt nicht. Es handelt sich hier um Nischenprodukte, die den massiven Verlust in den Grundklassen keineswegs kompensieren können.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache!

Was sind die Ursachen und wie wird es weitergehen? Welche Rolle spielen Technik, Design und Preis in der Zukunft? Ich freue mich auf eure Diskussionsbeiträge!

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am 6. Mai 2015 um 13:24

Ich weiss aber ehrlich gesagt, auch nicht was ich von den neuen Sternen halten soll, bis auf den CLS und den w204 mopf gefällt mir nichts mehr, freunde haben sich jetzt die neue a-klasse als 200 CDI geholt und den CLA 45 AMG, wenn die in 3-4 jahren immer noch gut dastehen und Technisch wenig kopfschmerz bereitet haben dann ist es eine überlegung wert sich vielleicht was aktuelleres Anzuschaffen, aber das wird sich erst noch entscheiden.

Ja, dass das Design schon immer wichtig war, ist ausser frage gestellt, aber die anderen Marken haben sehr stark aufgeholt, hab letztens den neuen Ford Mondeo gesehen und war recht angenehm überrascht, genauso wie der neue Volvo XC90.

Zitat:

@dickschiffsdiesel schrieb am 6. Mai 2015 um 14:29:26 Uhr:

Hallo Schneggi, ganz einfach spreche ich von der steuerlichen Absetzbarkeit von Firmenwagen, die auch zum Leasingboom geführt hat.Als Privatmann hast du diese Möglichkeiten nicht bzw. Privatleasing ist nicht begünstigt.

Das ist Neuwagenverkaufsförderung seitenes des Staates und der Hersteller aller erster Güte!

Sonst würden auch Firmenlenker den ihren sagen sie solltenmal etwas sparen und junge oder langlebige Gebrauchte ordern - so würde ich es jedenfalls machen um Geld zu sparen!

Da der Neuwagenabsatz von den Herstellern aber derart gefördert wird und diese auch im Leasing eher besser wegkommen als Jahreswagen wäre ein Mitarbeiter blöd wenn er die staatliche 1%-Keule auf ein "Gebrauchtwagen" zahlen würde wenn er für das Gleiche was nigelnagelneues bekommen könnte.

So muss man einen eigentlichen Gebrauchtwagenvernunftkauf als "völllig unsinnig" einordnen.

Einen 10 Jahre oder älteren Daimler als Firmenauto zu nehmen - das wird nur noch Deppen oder unheilbaren Freaks zugeschrieben - leider (somit ist meine S124-Zeit - 90TDM als 45T€ mit 1% versteuern - auch vorbei wo man doch eher blöd angeschaut wird - es lebe nun der nicht angreifbar machende langweilige Passat)

Und Privatleute die sich ein neues Premiumauto leisten wollen sind die doppelt gelackmeierten - die können nichts absetzen und zahlen nochmal einen Deppenbonus obendrauf - die sollten sich wirklich nur was Gebrauchtes holen!

 

 

Interessante Argumente hier^^

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, dann glaube ich heute mehr Autos mit Stern auf der Haube zu sehen als je zuvor. Aber natürlich haben vor allem VW/Audi und auch andere Konkurrenten aufgeholt und bieten gute Mittelklasse gegen weniger Geld.

Sicherlich wird aber die Form der klassischen Limousine auch insgesamt weniger nachgefragt. Heute wollen viele SUV's - wofür auch immer - und werden nicht zuletzt beim Daimler damit ja auch mehr als ausreichend in allen Größenklassen bedient. Außerdem greifen sicher auch viele die früher nen 123er - 211er gekauft haben heute auch mal zu B und C-Klasse - weil's auch reicht und vernünftiger ist ;)

In einem Punkt muss ich dem TE aber durchaus recht geben - es gab Zeiten, da ist man sich beim Benzdealer wirklich vorgekommen wie ein Bittsteller. Mal abgesehen von Preisverhandlungen - da wurden sogar Großkunden bei der Belieferung mit Neuwagen behandelt wie sonstwas. Das hat nicht nur einen Kunden gekostet.

PS: Die neue E-Klase (W213) gefällt mir wesentlich besser als die Vorgänger, aber noch kann ich mir den Umstieg nicht leisten.

PPS:

Zitat:

@Schneggabeisser schrieb am 6. Mai 2015 um 14:03:01 Uhr:

Ganz im Gegenteil: Der geldwerte Vorteil, den der Mitarbeiter für seinen Firmenwagen monatlich zu versteuern hat, spült dem Staat ganz schön zusätzliches Geld in die Kasse. Wer sich sein Auto privat kauft, der hat diese Belastung nicht.

Der geldwerte Vorteil wird übrigens auch immer auf Basis des Neuwagen-Listenpreises berechnet. Das wäre schön blöd wenn es sich dann um einen billigen Gebrauchten handeln würde.

am 6. Mai 2015 um 13:34

Wie gesagt, das Design ist Geschmacksache. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es ein paar mit der neuen A-Klasse und dem GLA. Bisher sind sie zufrieden.

Wenn ich mir dazu noch die Ergebnisse vom letzten TÜV-Report anschaue, dann sieht man dort ja wieder eindeutig dass Mercedes aufgeholt hat. Bester im gesamten TÜV-Report war der SLK, Sieger im Kapitel Geländewagen war der GLK und in der Mittelklasse die C-Klasse. Also 3 von 6 Kategorien waren von Mercedes besetzt. Bei der Dekra wurde die E-Klasse als bester Gebrauchtwagen gekürt. Also muss die Qualität inzwischen wieder stimmen.

Interessant ist auch, dass die erste Generation der M-Klasse das schlechteste Auto im TÜV-Report war...

Was auch noch ein wichtiger Punkt ist, dass es Mercedes geschafft hat einen Imagewechsel durchzuführen. Früher war Mercedes die Rentnermarke Nummer 1. Inzwischen spricht Mercedes mit Modellen wie der A-Klasse oder dem GLA auch jüngere Kunden an, die vorher bei Audi oder BMW zuhause waren. Da ist noch Wachstumspotential und zwar nicht bei den klassischen Baureihen, sondern gerade bei den neuen wie GLA oder CLA.

Themenstarteram 6. Mai 2015 um 13:40

Zitat:

@Light_12 schrieb am 6. Mai 2015 um 15:12:50 Uhr:

@dickschiffsdiesel

Du stellst es gerade so dar, als hätte Mercedes fast kein Marktanteil mehr in Deutschland. Das ist ja nicht der Fall!

Mercedes liegt bei den Zulassungen immer noch weit vorne und wird den Platz auch halten.

Der Markt in Deutschland und in Europa wird immer unwichtiger ...

Habe ich behauptet, Mercedes habe fast keinen Marktanteil in D? Nein-ich habe Zahlen präsentiert, die belegen, dass Mercedes in den letzten 15 Jahren in den wesentlichen Klassen einen dramatischen Zulassungseinbruch in D hatte-nicht mehr und nicht weniger! Bitte genau lesen und keinen Pappkameraden mit unterstellten Behauptungen aufbauen!

Ob Mercedes seinen Platz in der Zulassungsstatistik in Zukunft wird halten können, behauptest du nur - nur, wissen kann das zur Zeit niemand! Der Trend sieht aber bisher anders aus - das macht der Thread ja gerade deutlich!

Dass der dt. Markt unwichtiger wird , wiederholst du nur gebetsmühlenartig, weil bei dir offensichtlich nur die Quantität der Zahl wichtig ist. Mein Argument ist ja gerade , dass die Qualität des Heimatmarktes auch jenseits der Zahl eine besondere Rolle spielt

Themenstarteram 6. Mai 2015 um 14:11

Zitat:

@Light_12 schrieb am 6. Mai 2015 um 15:34:11 Uhr:

Wie gesagt, das Design ist Geschmacksache. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es ein paar mit der neuen A-Klasse und dem GLA. Bisher sind sie zufrieden.

...

Was auch noch ein wichtiger Punkt ist, dass es Mercedes geschafft hat einen Imagewechsel durchzuführen. Früher war Mercedes die Rentnermarke Nummer 1. Inzwischen spricht Mercedes mit Modellen wie der A-Klasse oder dem GLA auch jüngere Kunden an, die vorher bei Audi oder BMW zuhause waren. Da ist noch Wachstumspotential und zwar nicht bei den klassischen Baureihen, sondern gerade bei den neuen wie GLA oder CLA.

Das ist ja schon Realsatire, hier von Imagewechsel zu sprechen. Die wirklichen Käufer der A-Klasse sind >50 Jahre alt und werden es schon bald merken, worauf sie sich eingelassen haben! Nachdem die Zulassungszahlen im ganzen Jahr 2014 bei der A-Klasse schon im Keller waren ( vom Golf wurde im gleichen Zeitraum ca. das 6-fache zugelassen!:eek:), ging im ersten Quartal 2015 die Zulassung noch einmal um -20,8% gegenüber dem Vorjahresquartal zurück! Da ist in der Tat Wachstumspotential!:D Die jugendlichen Mieter werden es nach Meinung Daimlers schon richten - wozu braucht man da die paar Rentner!:p Sind ja schließlich nur fast 2/3 des damaligen Absatzes der alten A-Klasse in D! ;):p

"Geschmackssache" heißt auch nur , dass es eben einen guten und einen schlechten Geschmack gibt ( sieht man einmal von den Ärmsten ab , die ihren Geschmack krankheitsbedingt verloren haben...:) :cool:

am 6. Mai 2015 um 14:26

So wie du dich äußerst könnte man echt gerade meinen, dass Mercedes hier keinen Absatz mehr hat.

"Dennoch bricht der Heimatmarkt ein..." "Aber auf dem Heimatmarkt - da sieht es düster aus!" "dass der Heimatmarkt von Mercedes im freien Fall ist,"

Reicht das?

Nochmal, für Mercedes ist der Heimatmarkt nicht wichtig, ob du das jetzt verstehen kannst/willst tut nichts zur Sache. Auch "den Chinesen" interessiert den Markt in Deutschland nicht. Sonst dürfte er nach deiner These ja auch kein Auto kaufen, was sich in Deutschland nicht durchsetzt bpsw. GL-Klasse, R-Klasse. Beide haben/hatten gute Verkaufszahlen in den USA und in Asien, obwohl sie hier fast keiner Kaufen wollte!

Nicht nur die Quantität ist wichtig, auch die Qualität, deshalb sprach ich ja das Thema mit dem Alter an!

Viele junge Leute kaufen/finanzieren/leasen sich inzwischen auch einen Mercedes. Modelle wie der CLA/GLA oder auch die A-Klasse sind für jüngere Kunden geschaffen als für ältere! Das zeigt sich auch in den Zahlen. Klar ist das die A-Klasse keine Chance gegen den Golf hat. Die neue A-Klasse ist ein Lifestyle-Auto, kein Vernunftsauto. Die alte A-Klasse war auf den Senior zugeschnitten und hat junge Kunden nicht angesprochen.

Das der Imagewandel stattfindet zeigen auch Umfragen (nicht nur in DE sondern Weltweit).

Zum Thema Geschmack, die Zahlen sprechen eine andere Sprache, die neuen Modelle kommen gut an und haben Daimler Weltweit zu neuen Rekordergebnissen geführt. Soviel dazu

am 6. Mai 2015 um 20:44

Lieber DSD,

so sehr ich doch Deine Beiträge schätze und immer gerne lese, manchmal ist es mir dann doch ein wenig zuviel der Verschwörungstheorie. Im besonderen fällt mir auf, dass das Thema "Leasing" offensichtlich einen besonderen Stellenwert bei Dir. Ich möchte dazu gerne bemerken, dass es sich beim Leasing lediglich um eine von vielen Finanzierungsformen handelt. Steuerlich ist es in Summe völlig egal, ob von der Firma der Wagen gekauft, geleast oder finanziert wird, absetzbar ist der Aufwand in jedem Fall und der Nutzer versteuert in jedem Fall seinen Geldwerten Vorteil. Das wir Privatleute unsere Fahrzeugkosten (ausser für den Weg zur Arbeit) nicht weiter ansetzen können ist markenneutral, dafür bezahlen wir auch keine Steuer auf einen Geldwerten Vorteil (denn den haben wir ja auch nicht). Also ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum ausgerechnet das Leasing von dem "kleinen Mann" subventioniert werden sollte. Un dich arbeite nicht im geringsten in der Leasing-Branche... (fahre aber einen Leasing-Benz und warum, weil eben das Auto Bestandteil der Vergütung ist und mein Arbeitgeber sich entschlossen hat, dieses Investitionsgut auf diese Weise zu finanzieren).

Richtig ist aber wohl, dass solche "Premiumautos" bevorzugt Ihre Erstzulassung als Firmenwagen erleben, vermutlich sind dem Privatkäufer diese Fahrzeuge als Neuwagen schlicht zu teuer. Wobei unter den drei Premiummarken Mercedes mit Abstand den höchsten Anteil an Privatkäufern hat. Witzigerweise gegen die sogenannten Brot-und-Butter-Autos wie vor allem VW Passat und Ford Mondeo zu über 90% an Gewerbetreibende, das ist eine höherer Satz als bei allen anderen Fahrzeugen. Quelle: ich meine AMS Anfang diesen Jahres.

Wie auch immer, ich muss für mich persönlich aber auch erkennen, dass der Daimler nicht mehr in meiner Geschmacksliga spielt. Ruhiges, schlichtes Design gepaart mit exzellenten Langzeithaltbarkeit und enormen Langstreckenkomfort gibt es weitestgehend nicht mehr, dafür jede Menge BlingBling. Aber über Geschmack kann man ja streiten, für mich ist langsam BMW der bessere Mercedes geworden.

Man kann nur hoffen, dass sich die Reise für den Daimler auszahlt, ich bin vermutlich in Zukunft nicht mehr an Bord. Aber auf mich alleine kommt es auch sicherlich nicht an....

Fröhlich bleiben!

Beste Grüße, Dieter

Zitat:

"Geschmackssache" heißt auch nur , dass es eben einen guten und einen schlechten Geschmack gibt ( sieht man einmal von den Ärmsten ab , die ihren Geschmack krankheitsbedingt verloren haben...:) :cool:

Ich gehe mal davon aus, dass Du Dir unzweifelhaft den "guten" Geschmack attestierst, alles andere würde mich wundern.

Es wird langsam sektiererisch. :rolleyes::rolleyes:

Themenstarteram 6. Mai 2015 um 23:18

Hallo Dieter, ich glaube , es liegt da ein Missverständnis zwischen uns vor, was das Leasing anbelangt. Die Steuerbegünstigung von Firmenwagen benachteiligt nicht nur die Privatkäufer, sondern führt auch zu ungesunden Verwerfungen am Markt. Neuwagen werden zum größten Teil als Firmenwagen gekauft mit feststehender Nutzungsdauer, in dieser Zeit oft gleichgültig vom Nutzer behandelt, vom Hersteller so ausgelegt, dass die Leasingperiode halbwegs pannenfrei überstanden wird, anschließend gilt"nach mir die Sintflut", anschließend stehen sie zu grotesken Schleuderpreisen auf Halde und machen zusätzlich für die wenigen privaten Neuwagenkäufer den Gebrauchtwagen Markt kaputt - alle sollen sich nur noch verschulden und Raten abzahlen! Nicht mein Ding.

Ich glaube nicht , dass wir da wirklich einen Dissens haben.

In der Geschmacksfrage sehe ich da auch keinen großen Widerspruch.

Zur "Verschwörungstheorie" wäre viel zu sagen-will ich jetzt aber nicht. Die Umstände und Zeiten sind schwierig, die Autoindustrie steckt , wie viele von uns auch, im Hamsterrad und kämpft um's Überleben - ein Dilemma , denn so oder so droht der Infarkt.

Sei mit diesen etwas besinnlichen Worten erstmal beschieden...

am 7. Mai 2015 um 5:35

Lieber DSD,

grundsätzlich haben wir ja gar keine Dissens, ich mag nur meine Meinung zum Thema Firmenwagen/Leasing loswerden. Mag sein das ich beim Thema Leasing ein Missverständnis interpretiert hatte, aber wenn Du nun schreibst, dass die Steuerbegünstigung von Firmenwagen Teil des Übels ist dann muss ich schon nochmals bemerken, dass es keine spezielle Steuerbegünstigung von Firmenwagen gibt, egal wie finanziert, es sind Firmeninvestitionen deren Aufwand steuerlich abgesetzter ist, wie bei allen anderen Investitionen auch.

Ob dann diesen Firmenwagen nach Ablauf der Nutzungsperiode mehr oder weniger "Schrott" sind und diese Autos alle nur für den 3-jähirgen erstgebraucht wurden, ich weiss es nicht aber ganz so drastisch wird es nicht sein. Ich kenne unter Kollegen viele Nutzer die den Wagen penibel pflegen, vielleicht sogar besser als Ihr Eigentum. Und warum? Ganz einfach, der Eigentümer selbst überprüft bei Rückgabe äußerst penibel den Zustand und Vernachlässigung kommt da teuer. Dazu kommt, dass während der Zeit natürlich Wartung und Verschleiss relativ korrekt und markengenau abgearbeitet werden. Also so ein Rückläufer muss nicht zwangsweise schlecht sein, ich würde das nicht alles über einen Kamm scheren.

Um zum Thema Verschulden: ich würde das für ein Auto auch nicht tun, aber groteskerweise sind gerade diese Premiumfahrzeuge auch auf dem Weg in die zweite Hand von privat kaum zu verkaufen, da nämlich auch in dieser Kaufklasse der Käufer scheinbar offensichtlich sich gerne des Instruments der Finanzierung bedient. Beispiel: Ich hatte Ende 2009 meine Firmenwagen (w211 e280cdi - wunderbares Fahrzeug) wegen Jobwechsel übernommen und noch eine weile gefahren, dann mit dem neuen Auto wollte ich den Wagen ganz normal verkaufen. Damals war er 4 Jahre alt und ich wollte etwas um die 20k haben. Keine Chance, der Wagen stand wie Blei und warum, weil die Leute 20k-Autos eben auch finanzieren... Nicht alle wohl, aber scheinbar recht viele (lediglich eine subjektive Beobachtung von mir).

Also, ich werd's nicht so dramatisch sehen, Daimler setzt scheinbar auf den BlingBling-Trend, meins ist es nicht mehr, aber solange Daimler sehr viel mehr Käufer irgendwo anders auf diesem Planeten findet haben sie alles richtig gemacht. Sie müssen sich nur darum kümmern, das dies dann auf Dauer auch so bleibt....

Beste Grüße, Dieter

Hallo zusammen,

wer Federn lassen muss, hat das Bedürfnis, seine bisherige Historie auf den Prüfstand zu stellen und wagemutig neue Wege zu beschreiten, um verlorengegangenes Terrain zurück zu erobern.

Ein historischer Grundpfeiler der Marke Mercedes-Benz ist eine Weichenstellung von Wilhelm Haspel, von 1942-1952 Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, die den wirtschaftlichen Aufstieg während und nach seiner Zeit entscheidend beförderte und das Erscheinungsbild von Mercedes-Benz-Fahrzeugen in der Wahrnehmung von Käufern und Bewunderern als "Luxusmarke" herausbildete: Er widersetzte sich dem zunehmenden Druck der aus den USA herüberschwappenden Welle von kreativ und ungewöhnlich gestalteten, zukunftsweisenden Automobilkonstruktionen und nahm seinen damaligen Chef-Karosseriekonstrukteur Karl Wilfert (die Trennung von Design und Konstruktion gab es damals noch nicht) zur Seite und ordnete an, Serienwagen zukünftig nur noch mit dem unverwechselbaren, aufrecht stehenden Kühlergriff zu bauen. Es war diese Kühlerform, die der Welt signalisierte: "Hier kommt ein Mercedes".

Ist die Marke Mercedes heute noch auf diesem guten Weg? In einem Interview mit dem Handelsblatt im Februar 2006 gab Dr.-Ing. Dieter Zetsche, seit Januar 2006 Vorstandvorsitzender der DaimlerChrysler AG und in der Folge in gleicher Funktion seit Oktober 2007 für die Daimler AG tätig, auf folgende Fragen zu Protokoll:

Zitat:

Wie wichtig ist für Mercedes das Thema Qualität?

"Das Design und der Charakter der Fahrzeuge ist die Kür. Qualität ist jedoch die Pflicht. Wir können keine erfolgreiche Zukunft haben, wenn wir uns bei der Qualität nicht ganz vorne befinden. Das erwartet der Kunde einfach."

Was macht Sie da so zuversichtlich, dass es Ihnen besser ergeht als GM und Ford?

"Um es ganz klar zu sagen: Mercedes ist die stärkste Marke in der Automobilindustrie und sie hat ein unheimlich starkes Fundament. Wir haben in den letzten Jahren von diesem Guthaben abgehoben – und es ist höchste Zeit, dass wir wieder einzahlen. Ich bin davon überzeugt, dass wir sehr schnell zu alter Stärke zurückfinden werden."

Wurden diese Ziele bis heute erreicht, oder ist der Markenkern von Mercedes nur noch verschwommen zu erkennen?

Wie und wo diese Qualitäten in einem Mercedes-Benz zu finden sind, erklärte Dr. Dieter Zetsche am 11.06.2012 in einem Interview mit Spiegel Online:

"Indem wir exzellentes Design mit gezieltem Einsatz höchstwertiger Materialien verbinden."

(meiner Ansicht nach: An den sichtbaren Oberflächen "Top", im Hintergrund "Flop")

Die Marke Mercedes-Benz hat bereits in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Wandel von einer Luxusmarke hin zu einem Premium-Hersteller vollzogen, zu einem Zeitpunkt, als BMW fast pleite war und VW - wie Opel und Ford heute immer noch - als Massenhersteller galt. Um als Premium-Hersteller in den Export-Ländern von den Käufern dort vor Ort als solcher wahrgenommen zu werden, ist es unabdingbar, eine starke Position auf dem eigenen Heimatmarkt haben. Der Heimatmarkt spielt für Premiummarken eine entscheidende Rolle: Nur durch die harte Konkurrenz unter den Premiummarken auf dem Heimatmarkt wird eine Premiummarke fit für den Weltmarkt. Verliert Mercedes-Benz seine Vorreiterrolle in Sachen Mythos, Qualität, beeindruckende Innovationen, überzeugendes Marketing, qualitatives Wachstum, hohe Restwerte - hoher Werterhalt usw., dann ist m.M.n. der Niedergang der Marke Mercedes-Benz und nicht nur der E-Klasse nicht mehr aufzuhalten.

LG, Walter

 

 

 

 

am 7. Mai 2015 um 6:17

Wie wahr, wie wahr...

Jedoch: Das Bla bla von Herrn Zetsche ist das Eine, die Realität ist das Andere. Irgendwie scheint er keinen Bodenkontakt zu haben. Qualität erreicht man nicht, indem man regelmäßig strengste Verordnungen zur Kosteneinsparung erlässt...

Vielleicht sollte er in Sachen Qualität mal in diesem Forum lesen...

Verlass Dich drauf - das tun die (vielleicht nicht der Herr Doktor Z., aber andere Verantwortliche der Autombilhersteller). Dank Foren wie diesem hier ist es doch überhaupt nur möglich, viele Probleme, mit denen man sonst beim Hersteller in der Werkstatt alleine gelassen wird, ganz anders angehen zu können.

Hatte ich damals bei meinem Passat, da habe ich mehrere Seiten aus dem Forum gedruckt und mitgenommen, der Händler war dankbar dafür.

Und in Foren werden die Finger in die Wunden gelegt, hier zeigt sich, welche Ausmaße manche Schäden zahlenmäßig haben. Von VW hieß es damals offiziell, mein Fall wäre ein Einzelfall. Dank Forum war klar: nein, das war ein generelles Problem mit dem DSG von VW!

Deswegen... die Hersteller wissen schon, was schief läuft... aber es geht darum, die Aktionäre zufrieden zu stellen...

Zitat:

@controlport2 schrieb am 7. Mai 2015 um 08:34:36 Uhr:

Verlass Dich drauf - das tun die (vielleicht nicht der Herr Doktor Z., aber andere Verantwortliche der Autombilhersteller). Dank Foren wie diesem hier ist es doch überhaupt nur möglich, viele Probleme, mit denen man sonst beim Hersteller in der Werkstatt alleine gelassen wird, ganz anders angehen zu können.

Hatte ich damals bei meinem Passat, da habe ich mehrere Seiten aus dem Forum gedruckt und mitgenommen, der Händler war dankbar dafür.

Und in Foren werden die Finger in die Wunden gelegt, hier zeigt sich, welche Ausmaße manche Schäden zahlenmäßig haben. Von VW hieß es damals offiziell, mein Fall wäre ein Einzelfall. Dank Forum war klar: nein, das war ein generelles Problem mit dem DSG von VW!

Deswegen... die Hersteller wissen schon, was schief läuft... aber es geht darum, die Aktionäre zufrieden zu stellen...

Deinem letzten Satz stimme ich vollkommen zu...

Dass die mitlesen mag auch sein, aber ob die etwas lernen glaube ich kaum. Vermutlich kugeln die sich vor Lachen...

Wie lange schon wird hier das Thema Rost abgehandelt...

Was hat sich getan ? Nichts ! Nach wie vor hält man es nicht für nötig, Neuwagen mit Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz zu versehen. Stattdessen gibts elektrisch betätigte Deckel für das Brillenfach, Fußraumbeleuchtung im Fond und weiteren Schnickschnack, den keiner braucht...

 

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